zickezacke
Robespierre: Genossen, wir können nicht länger untätig bleiben. Erst letzte Woche klagte wieder ein Veganer vor Gericht, weil aus seinem frisch vom Markt gekauften Kohlrabi ein Wurm herauskroch - und hat nicht recht bekommen. (Skandal! Unerhört! Ja, wo gibt es das denn!) Erst vorgestern wurde ein gesundheitsbewußter Mitbürger von einem Raucher geohrfeigt, weil er dem die todbringende Zigarette aus der Hand geschlagen hatte - und die Polizei hat sich geweigert, eine Anzeige aufzunehmen. (Zustände! Pfui! Lumpen!) Wir müssen die Errungenschaften der Gesundheitsaufklärung, der Gesundheitsreformen, ja, die Aufklärer selbst schützen. (Aber Hallo!) Es bleibt uns gar nichts Anderes übrig, als einen Generalverdacht gegen alle nicht ausdrücklich Gesunden zu erklären, diese unter Beobachtung zu stellen und ihnen den Beweis ihrer Gesundheit aufzuerlegen, da weder Judikative noch Exekutive vollumfänglich den Geist der Reformen mittragen. (Jawohl! Recht vor Gnade! Auf die Guilloutine!)
Danton: Bruder Robespierre, Ihr werdet nicht umsonst "Der Tugendhafte" genannt, da Euch bis heute alle Versuchung fremd geblieben. Und wir stimmen überein: Gesundheit hat Vorfahrt. (So ist es! Heil! Brumm-Brumm!) Jedoch erlaubt mir eine Anmerkung: es will mir nicht glücklich scheinen, mit Strenge zu erzwingen, was doch im Laufe einiger Jahre unter dem Druck der Verhältnisse praktisch von selbst sich ergeben wird. So laßt doch den heute noch Uneinsichtigen ihre Laster und vertraut auf die Vergänglichkeit solch unzeitgemäßen unvernünftigen Handelns. Gebt ihnen ein wenig Leine, dann werden sie glauben, sie folgten uns freiwillig. (Hört, hört! Da soll mich doch der ... ! Ach, so ein Lämmchen!)
Marat: Mit Verlaub, Bruder Danton, das ist Unfug. Entweder wir handhaben das mit Strenge oder gar nicht; es gibt kein richtiges Leben im Falschen. Wir sind nicht an der Macht, um die Menschen glücklich zu machen, sondern um sie vor den Gefahren der Gesundheit zu bewahren. (Bravo!) Im Übrigen liegt mir Zahlenmaterial vor, nun, ich will damit niemanden langweilen, nur soviel sei gesagt: die Landesvereinigung der Psychoanalytiker, der Bund der Heilkundigen, die pharmazeutischen Werkstätten, die Apothekerliga - sie alle beklagen ein geschäftsschädigendes Desinteresse der Bevölkerung an ihren gesundheitsfördernden Dienstleistungen; ja, die Kosten für Werbung übersteigen die Einnahmen auf diesem Sektor. Das kann und darf und wird nicht hingenommen werden. (Steckt sie in die Klapse!)
Robespierre: Eben, hört also meinen Vorschlag: es wird ein Gesundheitspaß eingeführt. Wer seine Gesundheit nicht nachweisen kann, muß unter polizeilicher Aufsicht verschiedene Auflagen erfüllen, beispielsweise Rauchentwöhnung, Ernährungsberatung, Psychotherapie, ärztlich begleitete Medikamention, als Einzelmaßnahmen oder im Paket, in jedem Falle kostenpflichtig. (Phantastisch! Das ist es! Gesundheit!) Ich danke euch für die Zustimmung, Damit wäre unser Teil getan, die Staatssekretäre werden sich um die Details kümmern. So. Wer noch nichts Besseres vorhat, ist herzlich eingeladen, mich zu einem kleinen Kulturfest zu begleiten, das von jungen osteuropäischen Frauen veranstaltet wird, die, so hat man mir versichert, sich im Umgang mit Peitsche und Handschellen auskennen und weißes Pulver sowie bunte Pillen zur mentalen Kräftigung anbieten. Aber bitte nicht wieder so eine blutige Schweinerei wie beim letzten Mal.
Danton: Bruder Robespierre, Ihr werdet nicht umsonst "Der Tugendhafte" genannt, da Euch bis heute alle Versuchung fremd geblieben. Und wir stimmen überein: Gesundheit hat Vorfahrt. (So ist es! Heil! Brumm-Brumm!) Jedoch erlaubt mir eine Anmerkung: es will mir nicht glücklich scheinen, mit Strenge zu erzwingen, was doch im Laufe einiger Jahre unter dem Druck der Verhältnisse praktisch von selbst sich ergeben wird. So laßt doch den heute noch Uneinsichtigen ihre Laster und vertraut auf die Vergänglichkeit solch unzeitgemäßen unvernünftigen Handelns. Gebt ihnen ein wenig Leine, dann werden sie glauben, sie folgten uns freiwillig. (Hört, hört! Da soll mich doch der ... ! Ach, so ein Lämmchen!)
Marat: Mit Verlaub, Bruder Danton, das ist Unfug. Entweder wir handhaben das mit Strenge oder gar nicht; es gibt kein richtiges Leben im Falschen. Wir sind nicht an der Macht, um die Menschen glücklich zu machen, sondern um sie vor den Gefahren der Gesundheit zu bewahren. (Bravo!) Im Übrigen liegt mir Zahlenmaterial vor, nun, ich will damit niemanden langweilen, nur soviel sei gesagt: die Landesvereinigung der Psychoanalytiker, der Bund der Heilkundigen, die pharmazeutischen Werkstätten, die Apothekerliga - sie alle beklagen ein geschäftsschädigendes Desinteresse der Bevölkerung an ihren gesundheitsfördernden Dienstleistungen; ja, die Kosten für Werbung übersteigen die Einnahmen auf diesem Sektor. Das kann und darf und wird nicht hingenommen werden. (Steckt sie in die Klapse!)
Robespierre: Eben, hört also meinen Vorschlag: es wird ein Gesundheitspaß eingeführt. Wer seine Gesundheit nicht nachweisen kann, muß unter polizeilicher Aufsicht verschiedene Auflagen erfüllen, beispielsweise Rauchentwöhnung, Ernährungsberatung, Psychotherapie, ärztlich begleitete Medikamention, als Einzelmaßnahmen oder im Paket, in jedem Falle kostenpflichtig. (Phantastisch! Das ist es! Gesundheit!) Ich danke euch für die Zustimmung, Damit wäre unser Teil getan, die Staatssekretäre werden sich um die Details kümmern. So. Wer noch nichts Besseres vorhat, ist herzlich eingeladen, mich zu einem kleinen Kulturfest zu begleiten, das von jungen osteuropäischen Frauen veranstaltet wird, die, so hat man mir versichert, sich im Umgang mit Peitsche und Handschellen auskennen und weißes Pulver sowie bunte Pillen zur mentalen Kräftigung anbieten. Aber bitte nicht wieder so eine blutige Schweinerei wie beim letzten Mal.
Dicki - am Mi, 30. Juli 2008, 0:20 - Rubrik: zickezacke
Im Zeitalter der Telekommunikation - beinahe hätte ich geschrieben: im Zeitalter der Kindergeburtstage; also, nochmal von vorn.
Im Zeitalter der Telekommunikation ist man natürlich auch in den Dörfern auf der Höhe der Zeit. Halt! halt! halt! so geht das nicht, nochmal von vorn.
Im Zeitalter der Telekommunikation ist man natürlich auch in den ländlichen communities megamäßig up to date, wovon mich vorhin beim Biken im Environment ein Schild eingangs der Ortschaft X überzeugte, das für Anfang August eine Summer Dream Party ankündigte. Stelle ich mir vor, wie dort das Landvolk mit Bodybags hinpilgert, ab und zu in handliche Handys plappert und weltgewandt nichtraucht, bin ich total happy.
Im Zeitalter der Telekommunikation ist man natürlich auch in den Dörfern auf der Höhe der Zeit. Halt! halt! halt! so geht das nicht, nochmal von vorn.
Im Zeitalter der Telekommunikation ist man natürlich auch in den ländlichen communities megamäßig up to date, wovon mich vorhin beim Biken im Environment ein Schild eingangs der Ortschaft X überzeugte, das für Anfang August eine Summer Dream Party ankündigte. Stelle ich mir vor, wie dort das Landvolk mit Bodybags hinpilgert, ab und zu in handliche Handys plappert und weltgewandt nichtraucht, bin ich total happy.
Dicki - am So, 06. Juli 2008, 20:27 - Rubrik: zickezacke
Seitdem der eiserne Vorhang zerrissen, die innerdeutsche Grenze gefallen und die Berliner Mauer fortgespechtet (worden) sind, befinden sich die westlichen Militärs in einer Sinnkrise, das ist allgemein bekannt, und sie suchen dringend eine neue, nach Osten hin zu verteidigende Grenze. Wie einfach hatte es da doch das tausendjährige Reich! "Der Pole drückt wieder!" hieß es damals, und: "Oh, wie der Pole wieder drückt!", bis dann endlich zurückgeschossen werden konnte.
So einfach ist das in der globalisierten Welt von heute leider nicht, da muß man schon lange und kreativ suchen, z.B. in Afghanistan (da träumt der Führer von!). Zurecht geht man in Europa davon aus, daß dies noch nicht das Ende der Fahnenstange sein wird und richtet sich auf neue Herausforderungen ein, so auch die Airbus Industries, die in ihrem neuen Truppentransporter westliche Effizienz und fernöstliche Waffenkunst - gewissermaßen das Angenehme mit dem Nützlichen also - glücklich vereint, siehe hier, bei einem Testeinsatz als Massenvernichtungswaffe. Dem aus Südkorea angeworbenen Designergenie Chicken Wing Tsun ist die Gestaltung der Propeller als Wurfsterne zu verdanken. Das Kampfkonzept ist ebenso einfach wie wirkungsvoll: die transportierten Truppen treiben Massen in Massen auf die Rollbahn, der A400M mäht sie dann nieder, dank der Weltneuheit elektromagnetischer Zivilistenerkennung aber ausschließlich die feindlichen Kombattanten. Da schwätze nochmal wer vom Untergang des Abendlandes!
So einfach ist das in der globalisierten Welt von heute leider nicht, da muß man schon lange und kreativ suchen, z.B. in Afghanistan (da träumt der Führer von!). Zurecht geht man in Europa davon aus, daß dies noch nicht das Ende der Fahnenstange sein wird und richtet sich auf neue Herausforderungen ein, so auch die Airbus Industries, die in ihrem neuen Truppentransporter westliche Effizienz und fernöstliche Waffenkunst - gewissermaßen das Angenehme mit dem Nützlichen also - glücklich vereint, siehe hier, bei einem Testeinsatz als Massenvernichtungswaffe. Dem aus Südkorea angeworbenen Designergenie Chicken Wing Tsun ist die Gestaltung der Propeller als Wurfsterne zu verdanken. Das Kampfkonzept ist ebenso einfach wie wirkungsvoll: die transportierten Truppen treiben Massen in Massen auf die Rollbahn, der A400M mäht sie dann nieder, dank der Weltneuheit elektromagnetischer Zivilistenerkennung aber ausschließlich die feindlichen Kombattanten. Da schwätze nochmal wer vom Untergang des Abendlandes!
Dicki - am Fr, 27. Juni 2008, 22:43 - Rubrik: zickezacke
Es ist wieder einmal an der Zeit für eine - in diesem Falle dreiteilige - Preisfrage. Zur Teilnahme bedarf es nicht des Nachweises der Volljährigkeit; es genügt vollauf, nicht alle Tassen im Schrank zu haben. Zu gewinnen gibt es wie immer keinen Blumentopf und Einsendeschluß ist, wenn ich es sage.
Scherzbolde fragen gern nach dem Plural von Kaktus. Sowas wissen wir natürlich und können sofort den (oder die?) richtigen Buchstaben auswählen:
a) Kaktusse
b) Kakti
c) Kakteen
d) Kaktussi
e) Kakdörner
Wer es gern blumig mag, wird sich über den zweiten Teil freuen, die Frage nach der Mehrzahl von Krokus:
a) Krokusse
b) Kroküsse
c) kroki
d) krokeen
e) Krokanten
Zum Abschluß noch etwas für die Musikfreunde unter uns - wie lautet die Mehrzahl von Bariton:
a) Baritöne
b) Baritoni
c) Baritons
d) Baritone
e) Beri-Beri
Richtige Einsendungen können bei jeder Polizeidienststelle im Sendegebiet abgegeben werden (aber bitte nicht soviele), falsche gehören in den Abfalleimer: haltet die Umwelt sauber. Danke.
Scherzbolde fragen gern nach dem Plural von Kaktus. Sowas wissen wir natürlich und können sofort den (oder die?) richtigen Buchstaben auswählen:
a) Kaktusse
b) Kakti
c) Kakteen
d) Kaktussi
e) Kakdörner
Wer es gern blumig mag, wird sich über den zweiten Teil freuen, die Frage nach der Mehrzahl von Krokus:
a) Krokusse
b) Kroküsse
c) kroki
d) krokeen
e) Krokanten
Zum Abschluß noch etwas für die Musikfreunde unter uns - wie lautet die Mehrzahl von Bariton:
a) Baritöne
b) Baritoni
c) Baritons
d) Baritone
e) Beri-Beri
Richtige Einsendungen können bei jeder Polizeidienststelle im Sendegebiet abgegeben werden (aber bitte nicht soviele), falsche gehören in den Abfalleimer: haltet die Umwelt sauber. Danke.
Dicki - am Sa, 24. Mai 2008, 22:08 - Rubrik: zickezacke
Der Herr Schäuble fordert zu mehr Zivilcourage auf. Ich seh ihn schon in seinem Sicherheitslabor herumkurven und verzweifelt rufen: "Besen Besen, sei's gewesen!"
Dicki - am Di, 13. Mai 2008, 9:04 - Rubrik: zickezacke
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Eins und eins ist zwei, das weiß doch jedes Kind. Dennoch scheint es niemandem zu gelingen, die bekannten Fakten miteinander in Verbindung zu setzen. Von den Lemmingen, diesen pelzigen Klippenspringern, hat wohl jeder schon gehört; auch sollte sich herumgesprochen haben, daß neuerdings Wale sich an Strände werfen, um dort von ihrem eigenen Gewicht erdrückt zu werden; und Manchem wird schon Reh, Hase&Igel, Ente oder gar Elch vor das Automobil gesprungen sein. Na, klingelt's jetzt? Nee?
2002 wurde der erste Fall einer Brieftaube bekannt, die unter dem Deckmantel der Harmlosigkeit eine Terrorbotschaft durch den Luftraum schmuggelte. Erst gestern katapultierten sich kurz nacheinander zwei Amseln aus nahem Gebüsch selbstmörderisch vor mein Fahrrad, so daß ich nur durch reflexhafte Vollbremsung vermeiden konnte, daß sie unter die Räder kamen (von meinem Schaden ganz zu schweigen, ich glaube gesehen zu haben, daß sie Sprengstoffgürtel trugen). Und die Myriaden von Pollen, die so üble allergische Reaktionen hervorrufen. Bäume, die sich "vom Wind gefällt" auf Autos und Passanten stürzen. Und die Mücken. Fliegen. Wespen. Spinnen! Silberfische!! Nacktschnecken!!!
Leute, ich sage euch, al Quaida ist nur die Spitze eines gewalttätigen Eisbergs.
2002 wurde der erste Fall einer Brieftaube bekannt, die unter dem Deckmantel der Harmlosigkeit eine Terrorbotschaft durch den Luftraum schmuggelte. Erst gestern katapultierten sich kurz nacheinander zwei Amseln aus nahem Gebüsch selbstmörderisch vor mein Fahrrad, so daß ich nur durch reflexhafte Vollbremsung vermeiden konnte, daß sie unter die Räder kamen (von meinem Schaden ganz zu schweigen, ich glaube gesehen zu haben, daß sie Sprengstoffgürtel trugen). Und die Myriaden von Pollen, die so üble allergische Reaktionen hervorrufen. Bäume, die sich "vom Wind gefällt" auf Autos und Passanten stürzen. Und die Mücken. Fliegen. Wespen. Spinnen! Silberfische!! Nacktschnecken!!!
Leute, ich sage euch, al Quaida ist nur die Spitze eines gewalttätigen Eisbergs.
Dicki - am Mo, 28. April 2008, 22:19 - Rubrik: zickezacke
geführt werden, sondern friedenssichernde Maßnahmen getroffen werden (müssen!), sind die Begründungen für solche "Missionen" immer ein Eiertanz, der den Beobachter mit Ekel erfüllt. Hier aber darf er auch einmal lachen: die Anzahl der Bundeswehrsoldaten in Afghanistan reicht nicht aus. Es müssen mehr Soldaten hingeschickt werden, um ihre dort bereits stationierten Kameraden schützen zu können. - Es wird nicht lange dauern, bis irgend eine schlaue Person bemerkt, daß die Verstärkung Verstärkung zu ihrem Schutz benötigt. Am Ende wird sich als effizienteste Lösung erweisen, alle Bundesbürger zu bewaffnen und nach Afghanistan umzusiedeln. Das bietet optimalen Schutz bei größtmöglicher Kampfkraft. Afghanen, die sich zu den westlichen Werten bekennen, könnten in Deutschland eine neue Heimat inklusive Wohnung und Arbeit finden und dürfen dann unsere Renten finanzieren. Durch diesen Schachzug wäre gleichzeitig das leidige Thema Altersarmut - von der Finanzwissenschaftler neulich auf SpOn zu berichten wußten, daß sie stark überschätzt wird - in Deutschland erledigt. Ei Herz Friedenssicherung sofort!
Dicki - am Mi, 23. April 2008, 22:16 - Rubrik: zickezacke
Heute kurzentschlossen ein Ausflug in die Einkaufswelt. Ein neues Küchensieb ist rasch gefunden, zu akzeptablem Preis, leider nur Plastikscheiße, aber ein Designersieb will ich nicht bezahlen müssen. Pfeffermühlen gibt es offenbar nur in Designerausführung - obwohl die nach Nichts aussehen -, weshalb sonst sollten sie ab 23 Euro aufwärts kosten?
Zum Glück finde ich auf Anhieb einen Herrenschlafanzug zu altmodischem Preis, und obwohl damit nichts über die Qualität gesagt ist: immerhinque, nicht? Nun noch mal eben bei den Büchern gucken. Hausbackene, fröhlich lachende Frauen auf den Covers. Literatur zur geistigen Hygiene und körperlichen Gansheit. Oh, all dies Wellfleisch, natürlich fettreduziert. "Laetitia Hummsenbrummsen jetzt mit nur 2% Fettgehalt". Und das soll gesund sein?
Zum Glück finde ich auf Anhieb einen Herrenschlafanzug zu altmodischem Preis, und obwohl damit nichts über die Qualität gesagt ist: immerhinque, nicht? Nun noch mal eben bei den Büchern gucken. Hausbackene, fröhlich lachende Frauen auf den Covers. Literatur zur geistigen Hygiene und körperlichen Gansheit. Oh, all dies Wellfleisch, natürlich fettreduziert. "Laetitia Hummsenbrummsen jetzt mit nur 2% Fettgehalt". Und das soll gesund sein?
Dicki - am Di, 11. März 2008, 22:44 - Rubrik: zickezacke
Auf meinem Plattenteller dreht sich wieder und wieder die brandneue Scheibe einer heißen Band, die sich Serious Smoking nennt. Musik und Text kommen mir sehr bekannt vor, aber ich vermag diese Klänge doch nicht recht einzuordnen. In der Besetzung Dave Chesterfield (kb), Hugh Smokewall (g, voc), Lux Filter (dr) und Peer Export (b) bringen sie eine aufregend neue Interpretation bekannter Rock 'n' Roll Klischees. Hier einge Auszüge aus den Lyrics:
There's a new frustration
A nebulous creation
Non-danceable sun lotion
To teenage automotion
Do not smoke love
If you feel love
It's a new way
That's why we say
Do not smoke
Don't do it in the stables
Quasimodos place or Abel's
Dance on amphetamine
Slide on ecstasy
In furs or blue jeans
You know what I mean
Do not smoke
(...)
They're playing our tune
By the pale moon
We're incognito
Down the Lido
And we do not smoke
(...)
If you feel blue
Look through who's who
See La Goulue
And Nijinsky
Do not Smokesky
Pissed off with the smoke
And camel blended choke
(...)
The Sphinx and Mona Lisa
Lolita and Guernica
Did not
Smoke
Tja, das aufregende Debüt einer Band, das meine Boxen qualmen läßt. Ich bin schon gespannt, mit welchen Kommentaren zur Zeit dieses Quartett die Langeweile noch ausräuchern wird.
There's a new frustration
A nebulous creation
Non-danceable sun lotion
To teenage automotion
Do not smoke love
If you feel love
It's a new way
That's why we say
Do not smoke
Don't do it in the stables
Quasimodos place or Abel's
Dance on amphetamine
Slide on ecstasy
In furs or blue jeans
You know what I mean
Do not smoke
(...)
They're playing our tune
By the pale moon
We're incognito
Down the Lido
And we do not smoke
(...)
If you feel blue
Look through who's who
See La Goulue
And Nijinsky
Do not Smokesky
Pissed off with the smoke
And camel blended choke
(...)
The Sphinx and Mona Lisa
Lolita and Guernica
Did not
Smoke
Tja, das aufregende Debüt einer Band, das meine Boxen qualmen läßt. Ich bin schon gespannt, mit welchen Kommentaren zur Zeit dieses Quartett die Langeweile noch ausräuchern wird.
Dicki - am Fr, 07. März 2008, 0:11 - Rubrik: zickezacke
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Du kennst diesen Namen nicht? Dann gehörst wohl nicht zu seinen Fans, hast vielleicht nicht einmal Internet. Ohne das Internet wäre Peter Ziegen niemals .. aber beginnen wir mit dem Anfang ("Beginne mit dem Anfang, und wenn du das Ende erreicht hast, höre auf").
Schon der kleine Peter war von Fußnoten begeistert, und er begann im Alter von zwölf Jahren solche Bücher zu sammeln, die auf die ein oder andere Weise ungewöhnliche Fußnoten enthielten. Bald übte er sich im Abfassen kleiner Anmerkungen und schrieb Kladde um Kladde voll. Während er im Laufe der Jahre seinen eigenen Stil entwickelte, steuerte er gezielt auf eine Verlagstätigkeit zu, studierte nach dem Abitur Germanistik und kam nach dem Examen bei einem angesehenen Verlag unter. Das war zu der Zeit des ersten Internetbooms.
Er lektorierte Bücher und versah sie mit Fußnoten, die allerdings bereits in "seinem" ersten Buch ein Eigenleben führten, auch wenn sie sich im Einzelnen noch auf den Text bezogen. Im Zusammenhang gelesen ergaben sie eine kleine Geschichte voller Andeutungen und Rätsel, ein filigranes Meisterwerk gleich beim ersten Versuch. Aber was heißt hier erster Versuch, die unzähligen Kladden seiner Schüler- und Studentenzeit sprachen doch Bände.
Das Buch (der neueste Roman einer bekannten Autorin) wurde ein Bestseller mit einer halben Million Auflage, ein guter Start. Peter Ziegen verfeinerte seine Technik, mit oft nur einem Satz Personen, Schauplätze und Situationen zu skizzieren, ging zu freier Assoziation über und befreite seine Fußnoten zunehmend von Zusammenhängen mit dem Text, im vollen Bewußtsein seines Status als Kultautor.
Denn war zunächst nur eine handvoll Leswer auf seine Fußnoten aufmerksam geworden, so verbreitete sich sein Ruf lawinenartig durch das Internet. Fanseiten entstanden, Clubs wurden gegründet, Foren eröffnet und das Signum Lektorat: Ziegen, Peter garantierte zigtausend verkaufte Exemplare unabhängig von Autor, Sujet und Qualität.
So war er innerhalb eines Jahres (sieben Romane, zwei Sachbücher) vom Niemand zum Star aufgestiegen, doch dann gab es einen Rückschlag. Die Verlagsleitung hatte bemerkt (irgendein Neidhammel mußte ihn verraten haben), daß seine Fußnoten sich mehr und mehr verselbständigten. Vollkommen humorlos (und bar jeden Geschäftsgespürs) wurde Peter Ziegen fristlos entlassen. Nach wenigen Wochen fand er zwar einen neuen Arbeitgeber, aber nun wechselten Beschäftigung und Arbeitslosigkeit in rascher Folge.
Vielleicht hatte es damit zu tun, daß er gar nicht mehr vorgab, Fußnoten zum Text der von ihm lektorierten Bücher zu schreiben, sondern unverhohlen dem Surrealismus seiner eigenen Kreationen frönte, was über kurz oder lang auffiel bzw. gepetzt wurde. Gleichwohl mehrte er mit jedem Buch seinen Ruhm. Leider stiegen auch seine Ansprüche: es genügte ihm nicht mehr, über die Seiten verstreut mit einem oder zwei Sätzen präsent zu sein, nein, jede Seite (und dadurch das gesamte Buch) sollte von ihm geprägt sein. Immer häufiger mußte er die Verlage wechseln.
Als Ende 2006 das verheerend schlechte Buch eines bekannten Autors von Peter Ziegens derzeitigem Verlag in der vagen Hoffnung herausgebracht wurde, mit zwanzigtausend verkauften Exemplaren wenigstens die Unkosten decken zu können, geschah das Unfaßbare: der Roman erlebte eine Auflage nach der anderen und erreichte die 300000 - Peter Ziegen war auf dem Höhepunkt seiner Beliebtheit. Und er flippte völlig aus.
Anstatt dem treu zu bleiben, was ihn groß gemacht hatte, setzte er sich in den Kopf, einen Roman zu schreiben, seinen Geniestreich, wie er meinte. Unglücklicherweise schrieb er seine Geschichte wie gewohnt in Fußnoten, die das eigentliche Buch von 180 auf 600 Seiten aufblähten und fast jede Seite dominierten; nicht selten folgten einem Satz des Autors mehrere Absätze Fußnote. Zum Glück für die Fangemeinde (man trug inzwischen Buttons mit Ziegenkopf) kam das Buch als Schwarzdruck heraus, zum Pech für Peter Ziegen wollte ihn jetzt kein Verlag mehr beschäftigen. Obendrein bekam er vernichtende Kritiken von seinen Fans; so vernichtend, daß er seinem Leben ein Ende setzte.
Was ist geblieben? Ein Nachlaß von mehreren hundert Kladden, das treue Angedenken einer verschworenen Fangemeinde und die Kunstform des Fußnotenromans. Schließlich, und das ist nicht das Geringste, die Hoffnung, daß eine gereifte Menschheit (unter besonderer Berücksichtigung der Verleger) die Leistungen ihrer Fußnotenschreiber besser wird würdigen zu wissen.
Schon der kleine Peter war von Fußnoten begeistert, und er begann im Alter von zwölf Jahren solche Bücher zu sammeln, die auf die ein oder andere Weise ungewöhnliche Fußnoten enthielten. Bald übte er sich im Abfassen kleiner Anmerkungen und schrieb Kladde um Kladde voll. Während er im Laufe der Jahre seinen eigenen Stil entwickelte, steuerte er gezielt auf eine Verlagstätigkeit zu, studierte nach dem Abitur Germanistik und kam nach dem Examen bei einem angesehenen Verlag unter. Das war zu der Zeit des ersten Internetbooms.
Er lektorierte Bücher und versah sie mit Fußnoten, die allerdings bereits in "seinem" ersten Buch ein Eigenleben führten, auch wenn sie sich im Einzelnen noch auf den Text bezogen. Im Zusammenhang gelesen ergaben sie eine kleine Geschichte voller Andeutungen und Rätsel, ein filigranes Meisterwerk gleich beim ersten Versuch. Aber was heißt hier erster Versuch, die unzähligen Kladden seiner Schüler- und Studentenzeit sprachen doch Bände.
Das Buch (der neueste Roman einer bekannten Autorin) wurde ein Bestseller mit einer halben Million Auflage, ein guter Start. Peter Ziegen verfeinerte seine Technik, mit oft nur einem Satz Personen, Schauplätze und Situationen zu skizzieren, ging zu freier Assoziation über und befreite seine Fußnoten zunehmend von Zusammenhängen mit dem Text, im vollen Bewußtsein seines Status als Kultautor.
Denn war zunächst nur eine handvoll Leswer auf seine Fußnoten aufmerksam geworden, so verbreitete sich sein Ruf lawinenartig durch das Internet. Fanseiten entstanden, Clubs wurden gegründet, Foren eröffnet und das Signum Lektorat: Ziegen, Peter garantierte zigtausend verkaufte Exemplare unabhängig von Autor, Sujet und Qualität.
So war er innerhalb eines Jahres (sieben Romane, zwei Sachbücher) vom Niemand zum Star aufgestiegen, doch dann gab es einen Rückschlag. Die Verlagsleitung hatte bemerkt (irgendein Neidhammel mußte ihn verraten haben), daß seine Fußnoten sich mehr und mehr verselbständigten. Vollkommen humorlos (und bar jeden Geschäftsgespürs) wurde Peter Ziegen fristlos entlassen. Nach wenigen Wochen fand er zwar einen neuen Arbeitgeber, aber nun wechselten Beschäftigung und Arbeitslosigkeit in rascher Folge.
Vielleicht hatte es damit zu tun, daß er gar nicht mehr vorgab, Fußnoten zum Text der von ihm lektorierten Bücher zu schreiben, sondern unverhohlen dem Surrealismus seiner eigenen Kreationen frönte, was über kurz oder lang auffiel bzw. gepetzt wurde. Gleichwohl mehrte er mit jedem Buch seinen Ruhm. Leider stiegen auch seine Ansprüche: es genügte ihm nicht mehr, über die Seiten verstreut mit einem oder zwei Sätzen präsent zu sein, nein, jede Seite (und dadurch das gesamte Buch) sollte von ihm geprägt sein. Immer häufiger mußte er die Verlage wechseln.
Als Ende 2006 das verheerend schlechte Buch eines bekannten Autors von Peter Ziegens derzeitigem Verlag in der vagen Hoffnung herausgebracht wurde, mit zwanzigtausend verkauften Exemplaren wenigstens die Unkosten decken zu können, geschah das Unfaßbare: der Roman erlebte eine Auflage nach der anderen und erreichte die 300000 - Peter Ziegen war auf dem Höhepunkt seiner Beliebtheit. Und er flippte völlig aus.
Anstatt dem treu zu bleiben, was ihn groß gemacht hatte, setzte er sich in den Kopf, einen Roman zu schreiben, seinen Geniestreich, wie er meinte. Unglücklicherweise schrieb er seine Geschichte wie gewohnt in Fußnoten, die das eigentliche Buch von 180 auf 600 Seiten aufblähten und fast jede Seite dominierten; nicht selten folgten einem Satz des Autors mehrere Absätze Fußnote. Zum Glück für die Fangemeinde (man trug inzwischen Buttons mit Ziegenkopf) kam das Buch als Schwarzdruck heraus, zum Pech für Peter Ziegen wollte ihn jetzt kein Verlag mehr beschäftigen. Obendrein bekam er vernichtende Kritiken von seinen Fans; so vernichtend, daß er seinem Leben ein Ende setzte.
Was ist geblieben? Ein Nachlaß von mehreren hundert Kladden, das treue Angedenken einer verschworenen Fangemeinde und die Kunstform des Fußnotenromans. Schließlich, und das ist nicht das Geringste, die Hoffnung, daß eine gereifte Menschheit (unter besonderer Berücksichtigung der Verleger) die Leistungen ihrer Fußnotenschreiber besser wird würdigen zu wissen.
Dicki - am Mi, 27. Februar 2008, 22:29 - Rubrik: zickezacke
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