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"Ich mag Zweifler," schreibt der Chefredakteur von National Geographic Deutschland im Vorwort der jüngsten Ausgabe, " .. Denn Skepsis ist schließlich die Mutter aller Wissenschaft." Er fährt fort:" .. Aber gilt das auch für Holocaust-Leugner, für Klimaskeptiker, für Evolutionsgegner?" Und schließt mit den Worten: " ... Zweifel, pardon, sind da nun wirklich nicht mehr erlaubt."

Hoppla, sage ich, Zweifeln und Leugnen ist nun wahrhaftig nicht dasselbe, und ein Evolutionsgegner ist sicherlich keiner, der einfach nur Zweifel an der Evolutionshypothese hat. Zweifel ist immer erlaubt, muß immer erlaubt sein, denn nur aus Zweifel entsteht neues Wissen und nur Zweifel hält altes Wissen lebendig, wenn (oder: falls) Zweifel mit Auseinandersetzung, Überprüfung gleichgesetzt wird.

Zweifel ist eine Voraussetzung geistigen Lebens; im Großen wie im Kleinen, in der Wissenschaft wie im alltäglichen Leben, für das Individuum wie für die Gesellschaft. Es ist erlaubt, die Tatsache der Realität unserer Welt zu bezweifeln; es ist erlaubt, die Tatsache der Vernichtungslager zu bezweifeln; es ist erlaubt, die Tatsache des Wirkens einer Schöpfung zu bezweifeln; und es ist erlaubt, Mutter und Vater nicht zu glauben. Zweifel ist immer erlaubt, muß immer erlaubt sein, weil sonst alles Geistige in Dogmen und Anpassung erstarrt.

Nicht erlaubt ist, nicht erlaubt sein darf, auf seine Ansichten einen Ausschließlichkeitsanspruch zu gründen, also Dogmen zu schaffen, abweichende Ansichten zu verbieten, Unterordnung und Anpassung absolut zu fordern. Erst die Auseinandersetzung mit ihren Zweifeln an den vorherrschenden Ansichten verhilft einer neuen Generation zu echter, lebendiger Erkenntnis; zur Bestätigung des von alters her für gut Befundenen ebenso wie zur Veränderung des Irrigen.

Aus dem kompletten Vorwort ist ersichtlich, daß der angesprochene Chefredakteur es gut meint, und ich bin ihm nicht gram. Aber gutgemeinte Dogmen sind immer auch nur Dogmen.

Kein Bad ist das, sondern Amerikanisch, also bähd bänk. Die ist längst beschlossenä Sachä, und wie bei so vielen Reformen der jüngsten Zeit gäht es nur noch darum, wie man es dem Stimmvieh vercowft. Denn nominäll sind wir immer noch eine Demoskopiekratie, wenn auch nicht mehr nach Inhalt und Wirklichkeit.

Die bähd bänk ist ein dolles Ding: das Volk gibt durch Steuerzahlungen das Geld für eine Lotterie, an der es selbst nicht teilnehmen darf, aber es sorgt auf diese Weise dafür, daß keiner der Spieler verlieren kann. So macht das Mitspielen erst richtig Spaß; wir sehen hier eine der großen sozialen Errungenschaften des 21. Jahrhunderts am Werk.

Inzwischen habe ich mein Monopolygeld wiedergefunden und werde im großen Maßstab einsteigen. Ich sage nur: Badstraße. Damit ist nicht bähd strässi gemeint!

 

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