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Die Comedian Harmonists waren die erste euröpäische "Boy Group", die es zu Weltruhm brachte. Mit viel Talent und noch mehr Arbeit eroberten sie die Konzertsäle in Europa, konzertierten in den USA und tourten nach der Zwangstrennung der Originaltruppe 1935 rund um die Welt. Auf sechs Doppel-LPs, die in den 70ern veröffentlicht wurden, sind ihre Schallplattenaufnahmen zwischen 1928 und 1935 dokumentiert. Charme und Witz ihrer Auftritte kann man darauf natürlich nicht miterleben. Die Konzertbesucher seinerzeit haben jedenfalls regelrecht getobt vor Begeisterung, und trotz der zunehmenden Anfeindungen in der Presse und Schikanen im Musikbetrieb hielt ihnen das Publikum die Treue bis zum bitteren Ende.

comed02

Robert Biberti, Erich Collin, Erwin Bootz, Roman Cycowski, Harry Frommermann, Ari Leschnikoff


1933 schickte sich eine andere Boy Group an, weltweit für Aufsehen zu sorgen. Künstler auch sie, aber voller Machtgier und Zerstörungsdrang. Roman Cycowski, Bariton der Comedian Harmonists, schildert eine zufällige Begegnung Anfang 1934, als die Gruppe zum nächsten Auftritt reist:

Später sind wir drei [Roman Cycowski, Ari Leschnikoff, Harry Frommermann] dann in den Speisewagen gegangen. Wir haben da in einer Ecke gesessen, Harry mir vis-à-vis, Ari neben mir und ich konnte den ganzen Wagen übersehen. Mit einem Mal kommt der Hitler rein! Das heißt, vorher kam die ganze Elite, zuerst Göring, dann Hess und Goebbels, aber der war hinter Hitler. Alle fuhren sie nach Hamburg, weil Hitler dort eine Rede halten sollte. Also, Hitler kommt in den Speisewagen und geht dicht an mir vorbei, ganz dicht. Er hat uns nicht angeguckt, er hat überhaupt keinen Menschen angeguckt, immer nur so über alle hinweg.

Der Mann, natürlich, ich muß es leider zugeben, er war sehr interessant. Er hatte so Basedowsche Augen gehabt, so einen stechenden Blick und sehr ernst, sehr, sehr ernst. Und wie er vorbeiging, schlug mein Herz so laut.

(Zitat aus: Eberhard Fechner, "Die Comedian Harmonists, Sechs Lebensläufe", 1988)

am 11. November 1989, ging ich ins "Kairo", um endlich die "Pillbox Boys" zu sehen; eine Band aus dem Stadtteil Walle, die als ziemlich gut galt (das "Kairo" -bzw. heute "Karo" - ist ein Veranstaltungslokal in Walle). Ziemlich gut, naja, da blieb ich skeptisch.

Mitfiebernd hatte ich die zahlreichen Fernsehberichte über Maueröffnung, Menschenströme und Jubelfeiern, über lachende, weinende, singende Menschen, über Begeisterung und Sentimentalität, Erschütterung und Gefühlskitsch seit dem Abend des 9.11. verfolgt und war euphorisch gestimmt. Erstarrtes war in Bewegung geraten, die Vernunft schien zu siegen und ganz neue Perspektiven eröffneten sich (bis sie flugs von der real existierenden 'Wohlstandsgesellschaft' erstickt wurden).

Das Lokal war proppevoll ("Ey, das ist ja voll voll hier!" hatte mal ein jüngerer Gast ausgerufen), wir standen dicht an dicht, die Theke wurde als Sitzfläche genutzt. Diese Enge hätte normalerweis Streß und Gereiztheit bedeutet, nicht so an diesem Abend. Die Stimmung war ungewöhnlich gut. Über die aktuellen Ereignisse wurde nicht geredet, das war einfach kein Thema, nicht in meiner Hörweite, doch offensichtlich waren alle von einer Aufbruchsstimmung erfaßt.

pillbox boys


Dann kamen die Jungs auf die Bühne und legten los. Nicht, daß mir jeder Song gefallen hätte. Aber sie machten eine gute Figur auf der Bühne, spielten gut und waren von ihrer Musik überzeugt, die frisch, eigenständig und kraftvoll rüberkam. Die Power der Musik entsprach der des Sängers: Stefan muß man ein Naturtalent nennen (leider nicht als Texter), der mit beeindruckender Stimme auch dann absolut sicher war, wenn er das Harmoniegerüst verließ und frei genau die richtigen Töne traf. Den tiefsten Eindruck machte ihr potenzieller Hit "American Conversation". Mit ein paar kräftigen Anschlägen leitet die Gitarre den Song ein und geht dann in ein verhaltenes Staccato auf zwei Tönen über. Der Gesang setzt ein, der Bass spielt zur Unterstützung lang ausgehaltene Noten. Nach der ersten Strophe geht das Schlagzeug los und gibt - unter einem geradlinigen Achtelnoten-Bass - mit kleinen Füllseln und Breaks dem Song einen unwiderstehlichen Drive. Über 5 Minuten und 40 Sekunden voller Wiederholungen und zwei Instrumentalbreaks halten die Musiker eine Steigerung bis zum Finale durch. - Natürlich mußten sie das Lied als Zugabe noch einmal spielen.

An keinem anderen Abend und zu keiner anderen Zeit wäre mir diese Power willkommener gewesen: verheißungsvoll wie die geöffnete Grenze und der Abriß des 'antifaschistischen Schutzwalls' durch die Mauerspechte.

mauerspecht



ich nicht erfinden kann: (heute im Weser Kurier) Jaana Ehmcke (Rekordschwimmerin), und Hans-Helmut Kotz (Bundesbank-Vorstandsmitglied). Wohlmeinend und gutgläubig habe ich zunächst "Klotz" gelesen. "Kotz" paßt aber auch viel besser zum abgedruckten Portraitfoto.

Das erinnert mich an eine Begegnung in meiner Zivildienstzeit: da wollte eine Frau Kackebart einen Jugendherbergsausweis ausgestellt bekommen. Meine Gesichtszüge vereisten vor Verlegenheit, als sie ihren Namen nannte. "Was kann man denn mit diesem Namen werden?" fragte ich tags darauf eine Freundin. - "Toilettenfrau."

Sie (US-TV-Star): Hallo John! [Gelächter]
Er (US-TV-Star): Hallo Susan! [Gelächter]
Sie: Wie war dein Tag? [Prusten]
Er: (Grimasse) War ganz okay. [Schenkelklopfen]
Sie: (Grimasse) Okay. [Lachkrämpfe]
Er: Ich meine - okay. [Schreie]
Sie: Das freut mich. [Vandalismus]
Er: Okay okay. [Explosionen]
Sie: (liest Cosmopolitan) John? [Weltuntergang]
Er: (öffnet den Kühlschrank) Ja? [Urknall]

Sie sahen aus der Serie 'Die Langweiler' die Folge 'Feierabend'. Verpassen Sie nicht die nächste Folge 'Das Abendessen'. Und gleich nach der Werbung präsentiert SatTLF7 'Total verrückte Langweiler' mit Loo Harms und Zee Paine. Bleiben Sie dran, haben Sie fun!
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Colonel Gary Brandl of the United States Marine Corps commented:
The enemy has a face. It is Satan's. He is in Fallujah, and we are going to destroy him.

 

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