Leute, das ist jetzt der Film, durch den John Wayne erst John Wayne wurde, auch wenn er hier Ringo heißt. Und nicht nur das - es ist auch ein richtiger 68er-Schinken (und schon 1939 gedreht). Die Außenseiter - der Sheriff, sein Gefanger (Ringo), der versoffene Arzt, der verwahrloste Offizier, die hochnäsige Alte, der Schnapsdealer und der Bankier, der seine eigene Bank ausgenommen hat - wagen die Fahrt durch Indianergebiet. Die Roten tragen alle Hakenkreuzbinden - sind also von der NPD bestellte Krawallmacher - und fallen gleich mal über die Postkutsche her. "Schluß mit Hartz IV - das Volk sind wir!" und ähnlichen Unfug rufen sie dabei.
Der Sheriff nimmt Ringo die Handschellen ab - "you might need me and this Winchester, Curly" - und John Wayne ballert aus allen Rohren, wirft Messer, spuckt und kratzt und beißt und springt auch noch nach vorne auf die Kutschgäule, als diese durchzugehen drohen. Klar, daß bei soviel Kampfesmut die Angreifer zu Tode erschrocken von ihren Pferden purzeln. So geht man mit diesen verkappten Nazis um; nix Versammlungsfreiheit.
Und die wackere Schar kämpft sich tatsächlich nach Lordsburgh durch. Dort hat John Wayne - sonst wäre er trotzdem nicht John Wayne geworden - noch ein Stelldichein mit den Mördern seines Vaters. Der soll nämlich, man munkelt da etwas, so in Richtung SS oder ähnlich - jedenfalls stellt Ringo die Familienehre wieder her. Beeindruckt läßt der Sheriff John Wayne mit dem Tingeltangel-Mädchen davonziehen. Diese Geschichte darf man nicht umdeuten, das ist Antifaschismus pur, super Schwarz-Weiß, große Klasse, großes Kino.
Und die wackere Schar kämpft sich tatsächlich nach Lordsburgh durch. Dort hat John Wayne - sonst wäre er trotzdem nicht John Wayne geworden - noch ein Stelldichein mit den Mördern seines Vaters. Der soll nämlich, man munkelt da etwas, so in Richtung SS oder ähnlich - jedenfalls stellt Ringo die Familienehre wieder her. Beeindruckt läßt der Sheriff John Wayne mit dem Tingeltangel-Mädchen davonziehen. Diese Geschichte darf man nicht umdeuten, das ist Antifaschismus pur, super Schwarz-Weiß, große Klasse, großes Kino.
Dicki - am Di, 15. Februar 2005, 0:27 - Rubrik: Musik und so weiter
die wirklich noch Anstand haben, sich äußern, klingt das ein wenig anders als aus Politikermund, z.B. so wie in diesem Leserbrief, den ich, die freundliche Genehmigung meiner Zeitung wie der Verfasserin vorausgesetzt, ungekürzt wiedergebe:
Du meine Güte! Was ist bloß mit unserer Demokratie passiert? Wir verbieten Bücher, Filme, Lieder, Gedichte, schränken das Rederecht ein, erlauben nur noch die 'richtige' politische Meinung, die natürlich vorgegeben wird. Hatten wir das nicht alles schon mal? Und wollten vermeiden, daß sowas wiederkommt? Und nun machen wir haargenau dasselbe und demonstrieren, daß wir in 70 Jahren leider nichts dazugelernt haben.
Hallo! Politiker! Wir haben eine Verfassung! Ich glaube, die beste der Welt. Und die ist demokratisch und erlaubt dem deutschen Bürger in Artikel 5, seine Meinung in Wort und Schrift mitzuteilen. Und in Artikel 3 heißt es "Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seines ... oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden." Und die Einhaltung ist Gebot unserer Demokratie. Es sei denn, ich habe inzwischen irgendwas verpasst und bin die einzige, die nicht weiß, was Demokratie ist.
Glaubt Herr Stoiber wirklich, daß Bürger die NPD wegen der hohen Arbeitslosigkeit wählen, deren Grundstock er mit Herrn Kohl in jahrzehntelanger "nach mir die Sintflut"-Manier gelegt hat?
Nee. Ganz bestimmt nicht. Dazu bedarf es mehr, nämlich dieser arroganten Politiker wie Herrn Clement, der gut versorgt den Arbeitslosen erzählt, was für sie zumutbar ist. Dazu bedarf es der Abzocker, die mit Nebenjobs weit mehr verdienen, als mit ihrem Mandat, das sie von uns Bürgern, ihren Arbeitgebern also, erhalten haben.
Dazu bedarf es auch eines Helmut Kohl, der ein paar reichen Leuten sein Ehrenwort gab und dafür den Eid auf die Verfassung als Vertreter für 80 Millionen Bürger gebrochen und damit jeden einzelnen Bürger verraten hat.
Und es bedarf von der Politik hofierten Managern wie Ackermann und Esser, die vormachen, wie man sich die Taschen vollstopft und die Mitarbeiter arbeitslos macht.
Unsere Politiker rennen in Sachsen nach der Wahl aus dem Sitzungssaal, um zu demonstrieren, daß sie 'anständig' sind. Ich hätte vor jedem den Hut gezogen, der nicht rausgelaufen wäre. Der sich endlich mal gestellt hätte, diskutiert und sachlich kommentiert hätte. Wo ist der Politiker mit Mut zur sachlichen Auseinandersetzung? Mit Rückgrat? Gibt es wirklich keinen einzigen mehr? Mir macht rechts keine Angst, sondern vielmehr, daß wir den Weg der Demokratie schon längst wieder verlassen haben.
Du meine Güte! Was ist bloß mit unserer Demokratie passiert? Wir verbieten Bücher, Filme, Lieder, Gedichte, schränken das Rederecht ein, erlauben nur noch die 'richtige' politische Meinung, die natürlich vorgegeben wird. Hatten wir das nicht alles schon mal? Und wollten vermeiden, daß sowas wiederkommt? Und nun machen wir haargenau dasselbe und demonstrieren, daß wir in 70 Jahren leider nichts dazugelernt haben.
Hallo! Politiker! Wir haben eine Verfassung! Ich glaube, die beste der Welt. Und die ist demokratisch und erlaubt dem deutschen Bürger in Artikel 5, seine Meinung in Wort und Schrift mitzuteilen. Und in Artikel 3 heißt es "Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seines ... oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden." Und die Einhaltung ist Gebot unserer Demokratie. Es sei denn, ich habe inzwischen irgendwas verpasst und bin die einzige, die nicht weiß, was Demokratie ist.
Glaubt Herr Stoiber wirklich, daß Bürger die NPD wegen der hohen Arbeitslosigkeit wählen, deren Grundstock er mit Herrn Kohl in jahrzehntelanger "nach mir die Sintflut"-Manier gelegt hat?
Nee. Ganz bestimmt nicht. Dazu bedarf es mehr, nämlich dieser arroganten Politiker wie Herrn Clement, der gut versorgt den Arbeitslosen erzählt, was für sie zumutbar ist. Dazu bedarf es der Abzocker, die mit Nebenjobs weit mehr verdienen, als mit ihrem Mandat, das sie von uns Bürgern, ihren Arbeitgebern also, erhalten haben.
Dazu bedarf es auch eines Helmut Kohl, der ein paar reichen Leuten sein Ehrenwort gab und dafür den Eid auf die Verfassung als Vertreter für 80 Millionen Bürger gebrochen und damit jeden einzelnen Bürger verraten hat.
Und es bedarf von der Politik hofierten Managern wie Ackermann und Esser, die vormachen, wie man sich die Taschen vollstopft und die Mitarbeiter arbeitslos macht.
Unsere Politiker rennen in Sachsen nach der Wahl aus dem Sitzungssaal, um zu demonstrieren, daß sie 'anständig' sind. Ich hätte vor jedem den Hut gezogen, der nicht rausgelaufen wäre. Der sich endlich mal gestellt hätte, diskutiert und sachlich kommentiert hätte. Wo ist der Politiker mit Mut zur sachlichen Auseinandersetzung? Mit Rückgrat? Gibt es wirklich keinen einzigen mehr? Mir macht rechts keine Angst, sondern vielmehr, daß wir den Weg der Demokratie schon längst wieder verlassen haben.
Dicki - am So, 13. Februar 2005, 15:33 - Rubrik: aus aller Welt
ist in Bremen ein lebendiger Begriff. Zwar fluchen die Kutscher der Brauerei Beck&Co. praktisch nie in der Öffentlichkeit, aber das Bier wird in der Innenstadt und den angrenzenden Stadtteilen noch mit Pferdewagen an die Kneipen ausgeliefert. Doch gehören Traditionen - und seien sie bei Einwohnern wie Gästen der Stadt noch so beliebt - zu den Dingen, die für die neuen Herrscher keinen Wert haben, weil sie kein Geld einbringen, sondern welches kosten.
Nachdem Holsten vor zwei Jahren (als vorletzte Brauerei in Deutschland) die Pferde abgeschafft hat, stellt man sich auch bei Beck&Co. die Frage, ob "der Einsatz von Bierkutschen noch zeitgemäß" sei. Wird diese Frage erst einmal gestellt, ist die Antwort bereits gegeben: "Wir müssen den Gürtel enger schnallen" (das klingt immer gut, solange es nicht der eigene Gürtel ist). Und das nach den jüngsten Einsparungen. Als ich die Nachricht las, habe ich geflucht wie ein -? Ganz genau.
Und gleich noch einmal, als ich auf der Internetseite besagter Brauerei kein Bild aus den letzten 60 Jahren von einer Bierkutsche fand. So zog ich dann dieses Trostpflaster aus dem Netz:
Nachdem Holsten vor zwei Jahren (als vorletzte Brauerei in Deutschland) die Pferde abgeschafft hat, stellt man sich auch bei Beck&Co. die Frage, ob "der Einsatz von Bierkutschen noch zeitgemäß" sei. Wird diese Frage erst einmal gestellt, ist die Antwort bereits gegeben: "Wir müssen den Gürtel enger schnallen" (das klingt immer gut, solange es nicht der eigene Gürtel ist). Und das nach den jüngsten Einsparungen. Als ich die Nachricht las, habe ich geflucht wie ein -? Ganz genau.
Und gleich noch einmal, als ich auf der Internetseite besagter Brauerei kein Bild aus den letzten 60 Jahren von einer Bierkutsche fand. So zog ich dann dieses Trostpflaster aus dem Netz:
Dicki - am Sa, 12. Februar 2005, 19:30 - Rubrik: in eigener Sache
Ich bin der fesche Gerhard, der Liebling der Saison
Ich hab ein Pianola
Ich schufte täglich sehr hart zuhaus in mei'm Salon
Hab auch ein paar Verträge, das weiß ein jeder Mann
Doch kommt mir einer kritisch, dann nehm ich ihn hart ran
Gerhard, Gerhard
So rufen sie immerzu
Ich schenke dir hundert Paar Schuh
Dies Auto nimm noch dazu
Gerhard, Gerhard
Mein Berater sollst du sein
Und hunderttausend Euro
Die nennst du sofort dein
Ich bin Genosse Gerhard, der Liebling der Saison
Ich hab ein paar Verträge zuhaus in mei'm Salon
Ich hab auch reiche Freunde, das weiß ein jedes Kind
Ich mach ihnen Geschenke, weil's gute Freunde sind
Gerhard, Gerhard
Wir sind so bettelarm
Bei uns wird's gar nicht mehr warm
Die Bilanzen sind so lahm
Gerhard, Gerhard
Nun gib uns endlich mehr Geld
Wenn wir nicht die Nummer Eins sind
Verspottet uns die Welt
Ich bin der linke Gerhard, der Liebling der Saison
Ich habe reiche Freunde zuhaus in mei'm Salon
Dort hab ich auch Zigarren, das weiß ein jeder Hund
Die rauchen wir zusammen und stoßen uns gesund
Gerhard, Gerhard
Ich hab da eine Idee
Spendier noch ne Runde Schnee
Dann geht das ab mit Juchhee!
Gerhard, Gerhard
Und schenk uns doch nochmal ein
Wir planen die nächsten Reformen
Drum lasst uns fröhlich sein
Ich bin der fesche Gerhard, der Liebling der Saison
Hab jederzeit Zigarren zuhaus in mei'm Salon
Ich trag auch gern Armani, das ist ein alter Hut
Ich wollte viel verändern und seitdem geht's mir gut
(frei nach "Ich bin die fesche Lola" von Robert Liebmann/Friedrich Hollaender)
Ich schufte täglich sehr hart zuhaus in mei'm Salon
Hab auch ein paar Verträge, das weiß ein jeder Mann
Doch kommt mir einer kritisch, dann nehm ich ihn hart ran
Gerhard, Gerhard
So rufen sie immerzu
Ich schenke dir hundert Paar Schuh
Dies Auto nimm noch dazu
Gerhard, Gerhard
Mein Berater sollst du sein
Und hunderttausend Euro
Die nennst du sofort dein
Ich bin Genosse Gerhard, der Liebling der Saison
Ich hab ein paar Verträge zuhaus in mei'm Salon
Ich hab auch reiche Freunde, das weiß ein jedes Kind
Ich mach ihnen Geschenke, weil's gute Freunde sind
Gerhard, Gerhard
Wir sind so bettelarm
Bei uns wird's gar nicht mehr warm
Die Bilanzen sind so lahm
Gerhard, Gerhard
Nun gib uns endlich mehr Geld
Wenn wir nicht die Nummer Eins sind
Verspottet uns die Welt
Ich bin der linke Gerhard, der Liebling der Saison
Ich habe reiche Freunde zuhaus in mei'm Salon
Dort hab ich auch Zigarren, das weiß ein jeder Hund
Die rauchen wir zusammen und stoßen uns gesund
Gerhard, Gerhard
Ich hab da eine Idee
Spendier noch ne Runde Schnee
Dann geht das ab mit Juchhee!
Gerhard, Gerhard
Und schenk uns doch nochmal ein
Wir planen die nächsten Reformen
Drum lasst uns fröhlich sein
Ich bin der fesche Gerhard, der Liebling der Saison
Hab jederzeit Zigarren zuhaus in mei'm Salon
Ich trag auch gern Armani, das ist ein alter Hut
Ich wollte viel verändern und seitdem geht's mir gut
(frei nach "Ich bin die fesche Lola" von Robert Liebmann/Friedrich Hollaender)
Dicki - am Fr, 11. Februar 2005, 20:55 - Rubrik: Musik und so weiter
Wenn ein Investor ein neues Großprojekt plant, hat er meist schon seine Freunde mobilisiert, damit sie ihn unterstützen. Um was geht es? Um mal ganz etwas anderes, ein neues Einkaufszentrum. Und weil das am Flughafen angesiedelt sein soll, wird es die Form eines Flügels haben. Natürlich sträuben sich die Einzelhändler aus den benachbarten Stadtteilen gegen diese Konkurrenz, nur die Einkaufszentren strahlen Gelassenheit aus. Der Investor wird die Hilfe seiner Freunde brauchen, zumal er das Projekt auch nicht alleine finanzieren kann und will. Wo genau die erforderlichen 250 Millionen herkommen könnten, wird uns verschwiegen und lediglich die Einladung an vermögende Bürger ausgesprochen, sich an den Kosten zu beteiligen, da dies Projekt ein lohnendes Vorhaben sei (100 Millionen sollen auf diese Weise zusammenkommen).
Zur Untermauerung schwenkt der Investor gleich ein Gutachten, daß seinem Bau 6.700 Kunden täglich in Aussicht stellt und zu besonderen Anlässen gar 20.000. Das nenne ich Prophetie; der Amerikaner würde sagen "think big". Ich will hier auch gar nicht lästern, sonderm dem schönen Plan Erfolg wünschen. Dieser Wunsch scheint dringend geraten: das neue Einkaufszentrum wird den Namen "Ikarus" bekommen. Freunde des Horrorfilms wird auch der Name des Investors nachdenklich stimmen: Fred Krüger. Doch er versichert uns, auf baldige Beschlüsse drängend: "Die Entscheidung sollte schnell kommen, ich will das ja nicht für mich machen." - Das hat mich überzeugt.
Zur Untermauerung schwenkt der Investor gleich ein Gutachten, daß seinem Bau 6.700 Kunden täglich in Aussicht stellt und zu besonderen Anlässen gar 20.000. Das nenne ich Prophetie; der Amerikaner würde sagen "think big". Ich will hier auch gar nicht lästern, sonderm dem schönen Plan Erfolg wünschen. Dieser Wunsch scheint dringend geraten: das neue Einkaufszentrum wird den Namen "Ikarus" bekommen. Freunde des Horrorfilms wird auch der Name des Investors nachdenklich stimmen: Fred Krüger. Doch er versichert uns, auf baldige Beschlüsse drängend: "Die Entscheidung sollte schnell kommen, ich will das ja nicht für mich machen." - Das hat mich überzeugt.
Dicki - am Do, 10. Februar 2005, 20:50 - Rubrik: zickezacke