Titel: Deutschland am Scheideweg - ist unsere Verfassung noch zukunftstauglich?
Binsen: Ich begrüße im Studio die Herren Schwesterle - FDP -, Glosse - CDU/CSU -, Klaun - SPD -, Patscherkofel - Grüne -, Rigorawski vom Bund deutscher Industrieller und Kusche vom Bund unabhängiger Wähler.
Einleitender Film: Bilder von Industriebrachen und Abrissen sowie Menschenansammlungen vor Arbeitsämtern werden gezeigt und kommentiert - "Deutschland im Jahr 2005 ähnelt mehr dem Deutschland nach der Katastrophe von 1945 als einem modernen Leistungsstaat. Überall zerstörte beziehungsweise stillgelegte Industrieanlagen, Menschen ohne Wohnung, ohne Arbeit. Ist die Krise noch mit den Mitteln der alten Verfassung zu bewältigen?"
Binsen: Ja, Her Schwesterle, beginnen wir bei Ihnen. Die Probleme sind augenfällig. Muß jetzt nicht ein Ruck durch das Land gehen?
Schwesterle: Jetzt muß ein rechter, äh, ein gerechter Ruck, ein recht deutlicher Ruck hier zu Lande erfolgen. Wenn wir unsere Wirtschaft nicht schnellstens auf die Beine bringen, werden die kleinen Leute die Zeche bezahlen müssen. Das müssen wir mit allen Mitteln verhindern, da sind wir als Demokraten gefordert.
Binsen: Ja, Herr Klaun?
Klaun: Also, grundsätzlich stimme ich Herrn Schwesterle zu, ich glaube, da sind wir uns alle einig, in unserer Funktion als Demokraten. Wir müssen jetzt die Fesseln lösen, die die Väter des Grundgesetzes - in bester Absicht, wie ich hier ausdrücklich ausdrücken möchte (alle nicken beflissen) - der Wirtschaft angelegt haben. Es gab damals aber keine Alternative, so wie es heute keine Alternative zum Alt-, zum Ab-, zum Umbau unserer Gesellschaft gibt, das ist einfach eine soziale Notwendigkeit, und deshalb sage ich, wir müssen das sozial verträglich machen, also die Einschnitte, die einfach gemacht werden müssen, klein halten und auf viele Schultern verteilen, als einigen Wenigen ganz große Lasten -
Glosse: Das sind doch wieder diese sozialistischen Parolen. Es muß endlich das gemacht werden, was wir übrigens schon seit Jahren fordern, was einfach unumgänglich ist, und da soll man den Wähler nicht unterschätzen, der weiß besser als manch einer aus Ihrer Partei, was die Uhr geschlagen hat -
Klaun: Sie haben doch -
Binsen: Immer der Reihe nach. Was sagt denn Herr Patscherkofel von den Grünen zu der ganzen Problematik?
Patscherkofel: Man muß einfach sehen, daß wir uns in den guten Jahren einen Lebensstandard angewöhnt haben, das geht auf keine Kuhhaut. Wenn ich heute einem europäischen Kollegen in Brüssel erkläre, weshalb wir nicht mehr für die Wirtschaft tun können, da tippt der sich an die Stirn. Ich meine, da lachen doch die Hühner! Wie man in den deutschen Wald hineinruft, so schallt es auch heraus, denn, was wir brauchen, was wir jetzt machen müssen, mit aller Kraft, das ist ein großer Befreiunungsschlag, das ist die Quadratur des Zirkels, wenn wir jetzt nicht gegensteuern und umbauen, muß am Ende der kleine Mann die Zeche zahlen, und das darf nicht sein. Sonnenblumen in Deutschland immer, aber nicht flächendeckend, wenn Sie mir den kleinen Scherz erlauben. Was wir brauchen sind gewaltige Einschnitte, gewaltige Anstrengungen der Gesamtgesellschaft -
Rigorawski: Das freut mich, daß Ihre Partei auch mal zur Vernunft kommt; hoffentlich nicht bloß ein Strohfeuer. Die Lage ist außerordentlich ernst. Die Aktienkurse fallen, die Beschäftigung sinkt, das Job-Wunder bleibt aus. Was wir deshalb dringend brauchen, ist eine Arbeitsverpflichtung für alle, sind Volksspeisungen und Zeltstädte vom Roten Kreuz, ist eine umfassende Entlastung der Wirtschaft. Ich bitte Sie: die staatlichen Zwangsversicherungen sind einfach nicht mehr aufrechtzuerhalten, das war doch der reine Sozialismus, das konnte man sich doch damals in den 70ern im Grunde schon gar nicht leisten. Also weg damit. Jeder Bürger soll die Freiheit haben, sich gegen Arbeitslosigkeit, Krankheit und Rente zu versichern, bei freier Wahl der Versicherung, da soll der Markt entscheiden. Natürlich kann solch eine Reform nur funktionieren, wenn jeder Bürger einen gesetzlich geregelten Mindestbeitrag zahlt. Und was wir brauchen: eine Bundesregierung muß jederzeit - und nicht nach jahrelangem Gerede - die geeigneten Maßnahmen ergreifen und durchsetzen können, die im Einzelfall auch mal schmerzlich sein können, aber am Ende allen zugute kommen, und dazu sollten wir sie ermächtigen, per Gesetz, per Verfassungsänderung.
Binsen: Damit haben Sie schon beinahe ein Schlußwort gesprochen, lieber Herr Rigorawski, aber wir wollen auch Herrn Kusche vom Bund unabhängiger Wähler hören. Herr Kusche, sie haben ja die Problematik mitbekommen, und im übrigen auch fleißig mitgeschrieben -
Kusche: Ach, ich habe bloß ein paar Aufzeichnungen gemacht. Vielleicht kann die Kamera das einmal zeigen. (hält ein Blatt Papier vor sich hin)
Kamera: (zoomt auf das Blatt. Man erkennt ungelenke Zeichnungen, die sich mit etwas gutem Willen als Schweine in verschiedenen Ansichten interpretieren lassen. Der Regisseur hat offenbar noch nicht interpretiert und die Kamera hat das Blatt nun in Großaufnahme)
Publikum: (Vereinzeltes Gelächter und Gekicher, dann Gepruste)
Regisseur: (ahnt etwas und schaltet auf Kamera 2 um, die auf Frau Binsen hält)
Binsen: (macht mit einer markanten Geste deutlich, daß Herr Kusche ein Arschloch ist und nie wieder eingeladen werden wird)
Regisseur: (schaltet schnell auf Kamera 3 - hohnlachendes Publikum - und startet dann den Abspann, blendet alle Kameras aus)
Binsen: (aus dem Off) Ich danke allen Anwesenden für dieses informative Gespräch. Machen Sie's gut und bis nächsten Sonntag.
Binsen: Ich begrüße im Studio die Herren Schwesterle - FDP -, Glosse - CDU/CSU -, Klaun - SPD -, Patscherkofel - Grüne -, Rigorawski vom Bund deutscher Industrieller und Kusche vom Bund unabhängiger Wähler.
Einleitender Film: Bilder von Industriebrachen und Abrissen sowie Menschenansammlungen vor Arbeitsämtern werden gezeigt und kommentiert - "Deutschland im Jahr 2005 ähnelt mehr dem Deutschland nach der Katastrophe von 1945 als einem modernen Leistungsstaat. Überall zerstörte beziehungsweise stillgelegte Industrieanlagen, Menschen ohne Wohnung, ohne Arbeit. Ist die Krise noch mit den Mitteln der alten Verfassung zu bewältigen?"
Binsen: Ja, Her Schwesterle, beginnen wir bei Ihnen. Die Probleme sind augenfällig. Muß jetzt nicht ein Ruck durch das Land gehen?
Schwesterle: Jetzt muß ein rechter, äh, ein gerechter Ruck, ein recht deutlicher Ruck hier zu Lande erfolgen. Wenn wir unsere Wirtschaft nicht schnellstens auf die Beine bringen, werden die kleinen Leute die Zeche bezahlen müssen. Das müssen wir mit allen Mitteln verhindern, da sind wir als Demokraten gefordert.
Binsen: Ja, Herr Klaun?
Klaun: Also, grundsätzlich stimme ich Herrn Schwesterle zu, ich glaube, da sind wir uns alle einig, in unserer Funktion als Demokraten. Wir müssen jetzt die Fesseln lösen, die die Väter des Grundgesetzes - in bester Absicht, wie ich hier ausdrücklich ausdrücken möchte (alle nicken beflissen) - der Wirtschaft angelegt haben. Es gab damals aber keine Alternative, so wie es heute keine Alternative zum Alt-, zum Ab-, zum Umbau unserer Gesellschaft gibt, das ist einfach eine soziale Notwendigkeit, und deshalb sage ich, wir müssen das sozial verträglich machen, also die Einschnitte, die einfach gemacht werden müssen, klein halten und auf viele Schultern verteilen, als einigen Wenigen ganz große Lasten -
Glosse: Das sind doch wieder diese sozialistischen Parolen. Es muß endlich das gemacht werden, was wir übrigens schon seit Jahren fordern, was einfach unumgänglich ist, und da soll man den Wähler nicht unterschätzen, der weiß besser als manch einer aus Ihrer Partei, was die Uhr geschlagen hat -
Klaun: Sie haben doch -
Binsen: Immer der Reihe nach. Was sagt denn Herr Patscherkofel von den Grünen zu der ganzen Problematik?
Patscherkofel: Man muß einfach sehen, daß wir uns in den guten Jahren einen Lebensstandard angewöhnt haben, das geht auf keine Kuhhaut. Wenn ich heute einem europäischen Kollegen in Brüssel erkläre, weshalb wir nicht mehr für die Wirtschaft tun können, da tippt der sich an die Stirn. Ich meine, da lachen doch die Hühner! Wie man in den deutschen Wald hineinruft, so schallt es auch heraus, denn, was wir brauchen, was wir jetzt machen müssen, mit aller Kraft, das ist ein großer Befreiunungsschlag, das ist die Quadratur des Zirkels, wenn wir jetzt nicht gegensteuern und umbauen, muß am Ende der kleine Mann die Zeche zahlen, und das darf nicht sein. Sonnenblumen in Deutschland immer, aber nicht flächendeckend, wenn Sie mir den kleinen Scherz erlauben. Was wir brauchen sind gewaltige Einschnitte, gewaltige Anstrengungen der Gesamtgesellschaft -
Rigorawski: Das freut mich, daß Ihre Partei auch mal zur Vernunft kommt; hoffentlich nicht bloß ein Strohfeuer. Die Lage ist außerordentlich ernst. Die Aktienkurse fallen, die Beschäftigung sinkt, das Job-Wunder bleibt aus. Was wir deshalb dringend brauchen, ist eine Arbeitsverpflichtung für alle, sind Volksspeisungen und Zeltstädte vom Roten Kreuz, ist eine umfassende Entlastung der Wirtschaft. Ich bitte Sie: die staatlichen Zwangsversicherungen sind einfach nicht mehr aufrechtzuerhalten, das war doch der reine Sozialismus, das konnte man sich doch damals in den 70ern im Grunde schon gar nicht leisten. Also weg damit. Jeder Bürger soll die Freiheit haben, sich gegen Arbeitslosigkeit, Krankheit und Rente zu versichern, bei freier Wahl der Versicherung, da soll der Markt entscheiden. Natürlich kann solch eine Reform nur funktionieren, wenn jeder Bürger einen gesetzlich geregelten Mindestbeitrag zahlt. Und was wir brauchen: eine Bundesregierung muß jederzeit - und nicht nach jahrelangem Gerede - die geeigneten Maßnahmen ergreifen und durchsetzen können, die im Einzelfall auch mal schmerzlich sein können, aber am Ende allen zugute kommen, und dazu sollten wir sie ermächtigen, per Gesetz, per Verfassungsänderung.
Binsen: Damit haben Sie schon beinahe ein Schlußwort gesprochen, lieber Herr Rigorawski, aber wir wollen auch Herrn Kusche vom Bund unabhängiger Wähler hören. Herr Kusche, sie haben ja die Problematik mitbekommen, und im übrigen auch fleißig mitgeschrieben -
Kusche: Ach, ich habe bloß ein paar Aufzeichnungen gemacht. Vielleicht kann die Kamera das einmal zeigen. (hält ein Blatt Papier vor sich hin)
Kamera: (zoomt auf das Blatt. Man erkennt ungelenke Zeichnungen, die sich mit etwas gutem Willen als Schweine in verschiedenen Ansichten interpretieren lassen. Der Regisseur hat offenbar noch nicht interpretiert und die Kamera hat das Blatt nun in Großaufnahme)
Publikum: (Vereinzeltes Gelächter und Gekicher, dann Gepruste)
Regisseur: (ahnt etwas und schaltet auf Kamera 2 um, die auf Frau Binsen hält)
Binsen: (macht mit einer markanten Geste deutlich, daß Herr Kusche ein Arschloch ist und nie wieder eingeladen werden wird)
Regisseur: (schaltet schnell auf Kamera 3 - hohnlachendes Publikum - und startet dann den Abspann, blendet alle Kameras aus)
Binsen: (aus dem Off) Ich danke allen Anwesenden für dieses informative Gespräch. Machen Sie's gut und bis nächsten Sonntag.
Auch die Seelen der Widerstandskämpfer ruhen nicht und manifestieren sich im Angebot der CDU/CSU, gemeinsam mit den anderen demokratischen Parteien (ob die PDS mitdarf?) am 8. Mai in Berlin gegen die NPD zu demonstrieren. Ich sage: besser spät, als nie. Lieber 60 Jahre nach dem Untergang des III. Reiches mit großem Trara der wenigbedeutenden Irgendwienachfolgepartei der NSDAP zu umfassender Aufmerksamkeit verhelfen, als sie weiter im eigenen Saft schmoren lassen.
So werden denn wohl die Parteivorsitzenden den Aufstand der Anständigen anführen, falls sie es nicht vorziehen, dem antifaschistischen Aufmarsch von einer Ehrentribüne aus zuzuwinken. In den ersten Reihen - im Blickfeld der Kameras - werden sich dann die Nebenverdienstler und Beratervertragsinhaber drängeln und Transparente mit Aufschriften wie: "Nie wieder Faschismus - nie wieder Unterdrückung der Wirtschaft" oder "Freie Bahn dem Tüchtigen" tragen. Das kann man nur unterstützen.
Demonstrationsfreiheit für die Anständigen! Nieder mit der NPD-Diktatur!
So werden denn wohl die Parteivorsitzenden den Aufstand der Anständigen anführen, falls sie es nicht vorziehen, dem antifaschistischen Aufmarsch von einer Ehrentribüne aus zuzuwinken. In den ersten Reihen - im Blickfeld der Kameras - werden sich dann die Nebenverdienstler und Beratervertragsinhaber drängeln und Transparente mit Aufschriften wie: "Nie wieder Faschismus - nie wieder Unterdrückung der Wirtschaft" oder "Freie Bahn dem Tüchtigen" tragen. Das kann man nur unterstützen.
Demonstrationsfreiheit für die Anständigen! Nieder mit der NPD-Diktatur!
Dicki - am Di, 08. Februar 2005, 20:22 - Rubrik: zickezacke
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
Die moderne Welt ist ein großartiger Ort, das muß einfach mal gesagt werden. Taucht da ein neuer Hitler auf, findet sich gleich eine Koalition der Willies, die ihm - aller völkerrechtlichen Hindernisse zum Trotz - das Handwerk legt. Das macht uns modernen Menschen so leicht keiner nach.
Im Nachkriegsdeutschland hielten sich hartnäckig Gerüchte, dieser hysterische Mann mit seinem komischen Bärtchen sei gar nicht tot, sondern in einem U-Boot nach Südamerika geflohen. Dort traf er dann den Alten vom Berge, der vorübergehend auf dem Popocatepetl residierte und Hitlers Seele in übertragbares Protoplasma verwandelte. Und schwupps! inkarnierte er in Slobodan Milosevic, und hupps! steckte er in Saddam Hussein. Oh je, die Führer der freien Welt brauchen einen starken Zauber, damit sie nicht plötzlich auch von diesem Bösen besessen werden.
Wer hat da eben "zu spät" gesagt? Das gibt Ärger!
Im Nachkriegsdeutschland hielten sich hartnäckig Gerüchte, dieser hysterische Mann mit seinem komischen Bärtchen sei gar nicht tot, sondern in einem U-Boot nach Südamerika geflohen. Dort traf er dann den Alten vom Berge, der vorübergehend auf dem Popocatepetl residierte und Hitlers Seele in übertragbares Protoplasma verwandelte. Und schwupps! inkarnierte er in Slobodan Milosevic, und hupps! steckte er in Saddam Hussein. Oh je, die Führer der freien Welt brauchen einen starken Zauber, damit sie nicht plötzlich auch von diesem Bösen besessen werden.
Wer hat da eben "zu spät" gesagt? Das gibt Ärger!
Dicki - am Di, 08. Februar 2005, 20:21 - Rubrik: zickezacke
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
Eben erreicht mich ein offener Brief und ich frage mich, weshalb gerade ich? Aber wenn einem ein 1,75-Euro-Job in Aussicht gestellt wird, erweist man solchem Wohltäter schon mal einen Gefallen, so wie ich jetzt, indem ich den offenen Brief ungekürzt und vollinhaltlich abdrucke:
Nein, nein, nein,
Herr Semmelmann, da muß ich Ihnen auf das energischste - äh, äh - widersprechen, nicht wahr, und ich sage es in aller Offenheit: der Schröder ist Schuld an der NPD. Wer hat denn mit halbherzigen - ja, sicher, gutgemeinten - aber eben nicht hinlänglich ausreichenden - warten Sie, ich habe hier ein paar Zahlen. Da sind sich übrigens auch die Experten einig. Man muß jetzt endlich etwas für die Wirtschaft tun; diese staatlich gelenkte Faulheitssubventionen belasten unseren Wohlstand und gefährden - im Übrigen habe ich das schon vor Jahren immer wieder gesagt, äh, äh, und deshalb schlage ich ein Sofortprogramm vor, damit es endlich wieder aufwärts geht mit diesem großartigen Land, äh, dieser großartigen Wirtschaft.
1) Wir brauchen ein Klima der Ermutigung für die Macher, für die Aktiven. Ab sofort sind Einkommen über 50.000 Europer anus per annum steuerfrei, die Steuersätze der anderen werden verdoppelt, um sie zu mehr Leistung zu motivieren.
2) Wir brauchen mehr Eigenverantwortung. Die staatliche Zwangssozialversicherung ist kontraproduktiv und wird aufgelöst. Jeder Bürger kann sich selbst gegen die Risiken Arbeitslosigkeit, Krankheit und Alter versichern, wenn er dies für nötig hält. Damit erhält die Wirtschaft einen zusätzlichen Schub.
3) Wir brauchen Investitionsanreize. Jedes Unternehmen, daß innerhalb der nächsten 10 Jahre die Schaffung neuer Arbeitsplätze plant, soll aus den Mitteln der Nürnberger Anstalt eine Million Euro pro angekündigtem Arbeitsplatz erhalten. Damit ist gewährleistet, daß die noch vorhandenen Gelder sinnvoll genutzt werden.
In den letzten Wochen haben sich bei mir die Briefe besorgter Fachleute aus den Unternehmen gehäuft, die alle sagten, so geht es nicht weiter, wir brauchen mehr, mehr, mehr. Und nur so kann das gehen, das sage ich hier ganz offen, und nur so wird die Gemeinschaft der Demokraten den Sumpf NPD trocken legen. Nur so kann heute eine verantwortliche Politik in unserem liberalen Gemeinwesen funktionieren, und das erwarten und verstehen die Bürger auch.
gez.
Edhundt Stäuber
Für mich klingt das auch nicht viel anders als der Schmus von den Roten, Grünen und Gelben. Aber daß der Stäuber den Semmelmann liest? Alle Achtung, man sollte wirklich niemanden unterschätzen.
Nein, nein, nein,
Herr Semmelmann, da muß ich Ihnen auf das energischste - äh, äh - widersprechen, nicht wahr, und ich sage es in aller Offenheit: der Schröder ist Schuld an der NPD. Wer hat denn mit halbherzigen - ja, sicher, gutgemeinten - aber eben nicht hinlänglich ausreichenden - warten Sie, ich habe hier ein paar Zahlen. Da sind sich übrigens auch die Experten einig. Man muß jetzt endlich etwas für die Wirtschaft tun; diese staatlich gelenkte Faulheitssubventionen belasten unseren Wohlstand und gefährden - im Übrigen habe ich das schon vor Jahren immer wieder gesagt, äh, äh, und deshalb schlage ich ein Sofortprogramm vor, damit es endlich wieder aufwärts geht mit diesem großartigen Land, äh, dieser großartigen Wirtschaft.
1) Wir brauchen ein Klima der Ermutigung für die Macher, für die Aktiven. Ab sofort sind Einkommen über 50.000 Euro
2) Wir brauchen mehr Eigenverantwortung. Die staatliche Zwangssozialversicherung ist kontraproduktiv und wird aufgelöst. Jeder Bürger kann sich selbst gegen die Risiken Arbeitslosigkeit, Krankheit und Alter versichern, wenn er dies für nötig hält. Damit erhält die Wirtschaft einen zusätzlichen Schub.
3) Wir brauchen Investitionsanreize. Jedes Unternehmen, daß innerhalb der nächsten 10 Jahre die Schaffung neuer Arbeitsplätze plant, soll aus den Mitteln der Nürnberger Anstalt eine Million Euro pro angekündigtem Arbeitsplatz erhalten. Damit ist gewährleistet, daß die noch vorhandenen Gelder sinnvoll genutzt werden.
In den letzten Wochen haben sich bei mir die Briefe besorgter Fachleute aus den Unternehmen gehäuft, die alle sagten, so geht es nicht weiter, wir brauchen mehr, mehr, mehr. Und nur so kann das gehen, das sage ich hier ganz offen, und nur so wird die Gemeinschaft der Demokraten den Sumpf NPD trocken legen. Nur so kann heute eine verantwortliche Politik in unserem liberalen Gemeinwesen funktionieren, und das erwarten und verstehen die Bürger auch.
gez.
Edhundt Stäuber
Für mich klingt das auch nicht viel anders als der Schmus von den Roten, Grünen und Gelben. Aber daß der Stäuber den Semmelmann liest? Alle Achtung, man sollte wirklich niemanden unterschätzen.
Dicki - am So, 06. Februar 2005, 14:13 - Rubrik: zickezacke
war euer Autor 'robuster' Unterhaltung gestern übel drauf. Diese biederen, selbsgefälligen Antihakenkreuzler bringen mich auf die Palme. Besteht denn Faschismus aus unveränderlichen Äußerlichkeiten? Dann werden wir auch dann noch einen offensiven Kampf gegen Hakenkreuzgruppen führen, wenn die Menschen auf der Straße verrotten, weil sie "nicht mehr finanzierbar" sind.
Nach dem ich mich so richtig zum Nazi-Dicki gemacht hatte, mußte ich erstmal (und erstmals seit über 20 Jahren) "The Third Reich'n'Roll" von The Residents hören (vor langer Zeit von Hella drauf aufmerksam gemacht). The Third Reich'n'Roll consists of two suites, "Swastikas on parade" and "Hitler was a vegetarian", both are "semi-phonetic" interpretations of Top 40 Rock'n'Roll from the Sixties. "Our roots," say the residents. - Ein reinigendes Gewitter.
Nach dem ich mich so richtig zum Nazi-Dicki gemacht hatte, mußte ich erstmal (und erstmals seit über 20 Jahren) "The Third Reich'n'Roll" von The Residents hören (vor langer Zeit von Hella drauf aufmerksam gemacht). The Third Reich'n'Roll consists of two suites, "Swastikas on parade" and "Hitler was a vegetarian", both are "semi-phonetic" interpretations of Top 40 Rock'n'Roll from the Sixties. "Our roots," say the residents. - Ein reinigendes Gewitter.
Dicki - am Fr, 04. Februar 2005, 11:53 - Rubrik: in eigener Sache
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
Im Wien des fin de siècle brütete der alte Theodor Herzl den Herzlinismus - nein, das hätte ziemlich mies geklungen - brütete er, sagen wir, Wunschträume aus, auf deren Grundlage sich bald eine zionistische Bewegung unter den europäischen Juden bildete. Sie stellten zwar nur eine Minderheit dar, aber ihr Glaube war stark: sie waren das auserwählte Volk Gottes (wie Talmud und Bibel bestätigten), sie wollten es weiterhin - oder wieder - sein, und sie erhoben Anspruch auf das Land ihrer Ur-Ur- (halt, soviele "Ur"s kann ich nicht schreiben, nicht einmal ausrechnen) äh, auf das 'gelobte Land' ihrer Vorfahren im weitesten Sinne, die vor bald 2000 Jahren von dort vertrieben worden waren. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gründeten sie die ersten Siedlungen, und noch bevor in Deutschland Hitler 1933 zum Reichskanzler gewählt wurde, gab es in Palästina ein Netz von Siedlungen europäischer Juden, die (die Juden, nicht die Siedlungen) von einem eigenen Staat träumten - auf arabischem Grund und Boden.
Die Zionisten - verstärkt durch zigtausende Flüchtlinge aus den von Nazi-Deutschland kontrollierten Gebieten - nutzten die Gunst der Stunde und leiteten ihr Recht, auf arabischem Land ihren eigenen Staat zu gründen, aus der Verfolgung und dem organisierten Massenmord von Juden durch das Naziregime ab. Obwohl damit Abkommen gebrochen wurden und Krieg unweigerlich folgen mußte, rief Ben Gurion 1948 den Staat Israel aus ("Israel" heißt "Gott führt Krieg"). So wenigstens erinnere ich mich aufgrund zahlreicher Dokumentationen unterschiedlicher Herkunft, nicht zuletzt der Autobiographie von Teddy Kollek ("Mein Leben für Jerusalem"), der über Jahrzehnte Bürgermeister des israelischen Teils von Jerusalem war und in den 20ern als junger Zionist von Österreich nach Palästina auswanderte.
Doch was lese ich heute in meiner Zeitung: Die Verantwortung für den Holocaust, für die Schoah ist Teil deutscher Identität. Und daraus folgt, dass wir unverbrüchlich zu den Israelis stehen. Nun ist es zwar irgendwie naturgegeben, daß Männer stehen, doch was für ein Bild bekommt der unpolitische Leser hier außerdem vorgesetzt? Die beiden Sätze legen den Schluß nahe, das III. Reich habe gegen Israel Krieg geführt, oder zumindest, daß Israel von den Überlebenden der "Endlösung" gegründet wurde und seitdem alle Juden in der Welt repräsentiert (da sollte man die Juden in aller Welt mal zu befragen, besonders jene, die sich durch die Politik Israels beschmutzt und bedroht fühlen). Die Geschichtsbücher müssen dringend überarbeitet werden.
Bittere Ironie: als Adolf Eichmann, ab 1942 Organisationschef der Transporte von Juden in die Vernichtungslager, 1961 in Jerusalem der Prozeß gemacht wurde, gab er zu Protokoll, daß er sich in den Juden sehr geirrt habe. Es sei eine starke und edle Rasse, der die Zukunft gehöre. Er bot ihr - bzw. dem Staat Israel - tatsächlich seine Dienste an! Wenn es zu seinem Wortschatz gehört hätte, würde er mit Sicherheit auch das Wort 'unverbrüchlich' verwendet haben. Es gehört zur Persönlichkeitsstruktur derTäter, daß sie sich mit derselben Rigorosität unterordnen, mit der sie Macht ausüben.
Die Zionisten - verstärkt durch zigtausende Flüchtlinge aus den von Nazi-Deutschland kontrollierten Gebieten - nutzten die Gunst der Stunde und leiteten ihr Recht, auf arabischem Land ihren eigenen Staat zu gründen, aus der Verfolgung und dem organisierten Massenmord von Juden durch das Naziregime ab. Obwohl damit Abkommen gebrochen wurden und Krieg unweigerlich folgen mußte, rief Ben Gurion 1948 den Staat Israel aus ("Israel" heißt "Gott führt Krieg"). So wenigstens erinnere ich mich aufgrund zahlreicher Dokumentationen unterschiedlicher Herkunft, nicht zuletzt der Autobiographie von Teddy Kollek ("Mein Leben für Jerusalem"), der über Jahrzehnte Bürgermeister des israelischen Teils von Jerusalem war und in den 20ern als junger Zionist von Österreich nach Palästina auswanderte.
Doch was lese ich heute in meiner Zeitung: Die Verantwortung für den Holocaust, für die Schoah ist Teil deutscher Identität. Und daraus folgt, dass wir unverbrüchlich zu den Israelis stehen. Nun ist es zwar irgendwie naturgegeben, daß Männer stehen, doch was für ein Bild bekommt der unpolitische Leser hier außerdem vorgesetzt? Die beiden Sätze legen den Schluß nahe, das III. Reich habe gegen Israel Krieg geführt, oder zumindest, daß Israel von den Überlebenden der "Endlösung" gegründet wurde und seitdem alle Juden in der Welt repräsentiert (da sollte man die Juden in aller Welt mal zu befragen, besonders jene, die sich durch die Politik Israels beschmutzt und bedroht fühlen). Die Geschichtsbücher müssen dringend überarbeitet werden.
Bittere Ironie: als Adolf Eichmann, ab 1942 Organisationschef der Transporte von Juden in die Vernichtungslager, 1961 in Jerusalem der Prozeß gemacht wurde, gab er zu Protokoll, daß er sich in den Juden sehr geirrt habe. Es sei eine starke und edle Rasse, der die Zukunft gehöre. Er bot ihr - bzw. dem Staat Israel - tatsächlich seine Dienste an! Wenn es zu seinem Wortschatz gehört hätte, würde er mit Sicherheit auch das Wort 'unverbrüchlich' verwendet haben. Es gehört zur Persönlichkeitsstruktur derTäter, daß sie sich mit derselben Rigorosität unterordnen, mit der sie Macht ausüben.
Dicki - am Fr, 04. Februar 2005, 0:26 - Rubrik: deutsche kenneweiss
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
An den Herrschaftsprinzipien hat sich seit den Tagen Roms nicht viel geändert. Immer noch gilt "teile und herrsche" und "Brot und Spiele", in der Außenpolitik "Verteidigung ist der beste Angriff". Auch das gute alte "Wasser predigen und Wein trinken" wird immer wieder gepflegt. Das ist einfach genug zu durchschauen und sollte gerade heutzutage eine Flut kritischer Berichte in Fernsehen, Rundfunk und Presse auslösen. Doch seltsam: von wenigen und nur gelegentlichen Ausnahmen abgesehen, findet eine öffentliche Kritik nicht statt (trotz Demokratie und "offener Gesellschaft"). Überall nur wirtschaftliche Notwendigkeit.
Ich schließe daraus, daß wir Zeitzeugen des Überlebenskampfs der deutschen Wirtschaft sind. Nun, "die Wirtschaft" wird ganz sicher überleben. Hoffentlich auch die Menschen.
Ich schließe daraus, daß wir Zeitzeugen des Überlebenskampfs der deutschen Wirtschaft sind. Nun, "die Wirtschaft" wird ganz sicher überleben. Hoffentlich auch die Menschen.
Dicki - am Do, 03. Februar 2005, 2:29 - Rubrik: Nachtgesaenge
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen