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deutsche kenneweiss

Worum geht es? Na, darum:
"Langzeitarbeitslose sollen für ihre Grundsicherung prinzipiell eine Gegenleistung in Form von Arbeit erbringen. Einem aktuellen Gutachten zufolge lässt sich das Konzept der 'Bürgerarbeit' in Deutschland realisieren."
"Das Konzept sieht vor, dass jeder erwerbsfähige Empfänger von Arbeitslosengeld II eien Beschäftigung in Form von 'Bürgerarbeit' aufnehmen muss. Sehr geringe Löhne werden nur bis zum Niveau von ALG II aufgestockt. Damit sollen nach Meinung des Wirtschaftsministeriums die Anreize für die Suche nach einem regulären Vollzeitjob gestärkt werden."
"Hilmar Schneider. der das Gutachten erstellt hat, sagte, Workfare helfe zu erkennen, wer wirklich bedürftig sei. Denn es motiviere Arbeitslose zum Handeln. 'Wenn sie sowieso für die Grundsicherung arbeiten müssen, lohnt sich der Aufwand, einen Job zu suchen', so Schneider. Das Modell sehe eine Arbeits- oder Ausbildungspflicht von 39 Wochenstunden vor."

Hilmar Schneider gehört natürlich nicht zu Jenen, denen man durch erzwungene Verarmung Anreize bieten muß. - Gehen wir mal ein paar Jahre zurück, zu dem Reformstaugerede der 90er Jahre (wer weiter zurückblicken will, dem empfehle ich "Die Schockstrategie" von Naomi Klein als Lektüre). Der Begriff war geschickt gewählt, nicht nur wegen des assoziierten Verkehrsstaus, sondern weil er dem Lebensgefühl in der Ära Kohl Ausdruck gab: Stillstand, Resignation, grauer Mus. Mit der Schröder-Fischer-Regierung kam die Hoffnung und wurde uns bald ausgetrieben. Kleine Steuergeschenke fürs Volk als Köder, große Steuergeschenke für Wirtschaft und Vermögende als eigentliches Ziel.

Und die Agenda 2010, die Auflösung des Reformstaus. Arbeitlosenhilfe wird nicht mehr aus der Arbeitslosenversicherung, sondern aus Steuermitteln bezahlt. Nach einem Jahr bist du bereits aus der Versicherung herausgefallen, egal was du eingezahlt hast, egal was der Sinn der Versicherung ist. Beschimpfung der Arbeitslosen. Neu entstandene Arbeitsplätze sind oft so schlecht bezahlt, daß du auf staatliche Unterstützumg angewiesen bist. Einschränkung der Ein-Euro-Jobs. Und jede Maßnahme, das garantieren wir, das ist sicher, die Experten raten dazu, das kann gar nicht anders sein - wird soundsoviel neue Arbeitsplätze schaffen. - Wer das noch glaubt, gehört entmündigt.

Zurück in die Zukunft - warum nicht wieder Zwangsarbeit, das war doch an sich eine gute Sache, jedenfalls für die Profiteure?! Wir nennen es workfare. Hauptsache es kostet nur den Steuerzahler etwas. Diktatur? Wieso, wir haben doch Demokratie und Freiheit, steht in der Verfassung, und da steht es (vorläufig noch) gut.

Aber heute lese ich dieses und weiß nun, daß in naher Zukunft die Fußballvereine Bätzing-Areas einrichten werden; ich lese dieses und mir wird die bittere Wahrheit eines für Übertreibung gehaltenen Songs klar.

californiaUberAlles

Zen fascists will control you
100 % natural
You will jog for the master race
And always wear a happy face
[...]
Now it is 1984
Knock knock at your front door
It's the suede/denim secret police
They have come for your uncool niece
Come quietly to our camp
You'd look nice as a drawstring lamp
Don't you worry it's only a shower
For your clothes here's a pretty flower
[...]
California uber alles
California uber alles
California uber alles
Uber alles California

business


Dazu hat sich quirinus bereits geäußert, und ich will dem nichts hinzufügen außer dreier Zitate; die ersten beiden aus dem Forum auf SpOn:

Zum Glück wohne ich in der Nähe der schweizer Grenze. Was müssen das für Rauchschwaden gewesen sein, die von Hamburg aus die zarten Körperchen der Wiesbadener Nichtraucherinitiative noch verletzen konnten. Ich hab zum Glück nichts gerochen, damals am 1. Januar.
Da kommt mir eine Idee: Vielleicht könnten wir all die Leute anzeigen, deren Feuerwerkskörper Qualm, Feinstaub, CO2 und was sonst noch gefährliches an Schwermetallen in der Republik verbreitet haben. Auf gehts


Worum es den Anti-Raucher-Leuten geht, wird an diesem Beispiel deutlich. Wiesbadener sind keineswegs geschädigt worden. Was sie wollen, ist anderen den Genuss zu vergällen. Was sind wir für eine erbärmliche Gesellschaft geworden! Bald werden wieder "Blockwarte" und andere Spitzel Unfrieden erzeugen. Bleibt nur zu hoffen, dass es irgendwann nicht auch noch zu handgreiflichen Auseinandersetzungen wegen ein paar gerauchter Zigaretten kommt.

Dabei hatte dieser Keiser doch nur Gutes im Sinn: Wie sollen unsere Kinder und Jugendlichen begreifen, dass Gesetze eingehalten werden müssen, wenn sich ein Staatsmann wie Helmut Schmidt darüber hinwegsetzt?

Gebt dem Keiser, was des Keisers ist.

sagte mein Unterbewußtsein, als mir heute unvermittelt das Schlankheitselixier 'Slimfast' einfiel, für das damals (vor 20 Jahren oder so) ein abgehalfterter TV-Moderator namens van Burg ein Glas bräunlicher-sämiger Flüssigkeit auf Ex in sich hineinstürzte und mit dem von 'Rüdi' Carell kultivierten pseudo-niederländischem Akzent sagte: "Lecker" (privat sprach Herr Carell akzentfreies Hochdeutsch). Und da mein Unterbewußtsein nicht anders ist als das meiner Zeitgenossen - sich nur beharrlicher ins Bewußtsein drängt - verschwand 'Slimfast' nach einem Jahr vergeblicher Werbewiederholung im Privatfernsehen sang- und klanglos von der Mattscheibe, und nur Leute mit Totalmattscheibe werden diesen Chemiedreck in sich hineingeschüttet haben. Man muß schon Namen und Bezeichnungen finden, die in der jeweiligen Sprache positiv klingen, das ist das Geheimnis von Werbung wie Propaganda. Wenn das Unterbewußtsein sich nicht sperrt, läßt sich auch die ekligste Scheiße gegen alle Bedenken des Bewußtseins unters Volk bringen. Deshalb, Werber und Demagoge, sollst du nicht das Bewußtsein ansprechen. Aber das ist ja ein ganz alter Hut, wußten schon die Nazis. Wirkt aber immer noch, und wird deshalb immer wieder versucht. Und gesundheitsbewußte Frauen greifen beispielsweise zu "actimel". Vor zehn Jahren hab ich in einer Fortbildung einen pickligen Vegetarier kennengelernt, der Lebensmittelingenieur werden wollte: Leute, wenn ihr es euch leisten könnt, geht auf den Markt, kauft beim Bauern.

Irgendwie habe ich den Namen des neuen Gesetzes nicht mitbekommen, bin aber der Meinung, es müsse "Gesetz zur Begünstigung privater Rentenversicherer" heißen. Gleich trommelt das Netzwerk und ruft die bekannten Parolen: "demokratischer demografischer Wandel ... notwendiger Umbau der sozialen Sicherungssysteme .. alternativlos." Und man läßt uns keine Alternative; mit 50 oder jünger in die Dauerarbeitslosigkeit bzw. in die Fron des Niedriglohns, aber erst mit 67 in Rente (ich bin selbstverständlich privilegiert und darf schon mit 66).

Also private Vorsorge treffen (mehr Eigenverantwortlichkeit!). Aber gerade Jenen, die es am dringendsten nötig hätten, fehlt das erforderliche Geld. Deshalb kommt hier auch erstmal nichts in Gang und folgerichtig wird in den nächsten Jahren die Pflicht zur privaten Zusatzversicherung eingeführt werden. Denn die Finanzdienstleister freuen sich schon einige Jahre auf das große Zusatzgeschäft und werden es durchzusetzen wissen.

Und was bekommt man nun für sein Geld? Ein langes Gesicht. Denn bei den meisten Versicherern werden die zukünftig auszuzahlenden Beträge um nicht einmal 1 Prozent jährlich erhöht, was einen hübschen Nebenverdienst durch Inflation bedeutet. Außerdem wird eine Bereitstellungsgebühr erhoben, weil - weil - weil man an den Versicherten gar nicht genug verdienen kann. Und außerdem gibt es keine, aber auch gar keine Garantie, daß jemals irgendetwas ausbezahlt wird. Durch geschicktes Buchen, gezieltes outsourcen und strategische Insolvenzen werden die Konzerne das schöne Geld für sich zu bewahren wissen. Denn vergessen wir eines nicht: wir haben es mit Subjekten von großer krimineller Energie zu tun.

Herr Bartels - nicht der sprichwörtliche Bartels mit dem Most, sondern dieser Spezialdemokrat - ist zu der Ansicht gelangt, daß die Politikverdrossenheit im Volke aus mangelnder politischer Bildung herrührt, und deshalb möchte er gerne ein Institut gründen, dessen Aufgabe die Unterrichtung dieses unbotmäßigen Volkes über die Segnungen - nein, nicht d e r Demokratie an sich, sondern - des hierzulande herrschenden Regimes sein soll. Augfgrund gewisser Erfahrungen vermute ich, daß der Idealist Bartels bereits seinen 'Vettern' einen idealen Posten in dem zu gründenden Institut versprochen hat. Sicher kann man da aber nie sein, es mag ja auch die schiere Dummheit aus ihm sprechen.

tucker-20060713

It's exactly what Iran wants. And Iran is behind the terror attacks on Israeli forces. The whole thing is part of World War III, ladies and gentlemen. Islamic fascism against the West. That global conflict, unfortunately, is here for the foreseeable future. [mehr]


Daß Der Untertan von Heinrich Mann im Kaiserreich spielt und Leben und Aufstieg eines Unternehmers schildert, wird wohl noch bekannt sein. Daß diese Schilderung aber examplarisch ist und mehr über 'die Deutschen' erzählt, als ihnen auch heute noch lieb sein kann, macht seine Aktualität aus. Kurt Tucholsky bezog sich auf die Weimarer Republik, doch erkenne ich in seinen Worten - aus einer Literaturkritik über den Roman Der Untertan - eine erschreckende Allgemeingültigkeit:

Denn diese beiden Charaktereigenschaften [...] sind am Deutschen auf das subtilste ausgebildet: sklavisches Unterordnungsgefühl und sklavisches Herrschaftsgelüst. Er braucht Gewalten, Gewalten, denen er sich beugt, wie der Naturmensch vor dem Gewitter, Gewalten, die er selbst zu erringen sucht, um andere zu ducken. Er weiß: sie ducken sich, hat er erst einmal das 'Amt' verliehen bekommen und den Erfolg für sich. [...]

Die alte Ordnung, die heute noch genauso besteht wie damals, nahm und gab dem Deutschen: sie nahm ihm die persönliche Freiheit, und sie gab ihm Gewalt über andere. Und sie ließen sich alle so willig beherrschen, wenn sie nur herrschen durften! Sie durften.
[...] Und jeder strebte nur immer danach, so ein Amt, so eine Stellung zu bekommen - hatte er die, ergab sich das Übrige von selbst. Das Übrige war: sich ducken und regieren und herrschen und befehlen.

Die vollkommene Unfähigkeit, anders zu denken als in solchem Apparat, der weit wichtiger war denn alles Leben
[...]

Es ist ja nicht wahr, daß versipptes Cliquentum und gehorsame Lügner ewig und untrennbar mit unserem Lande verknüpft sein müssen. Beschimpfen wir die, loben wir doch das andre Deutschland; lästern wir die, beseelt uns doch die Liebe zum Deutschen. Allerdings: nicht zu diesem Deutschen da. Nicht zu dem Burschen, der untertänig und respektvoll nach oben himmelt und niederträchtig und geschwollen nach unten tritt, der Radfahrer des lieben Gottes, eine entartete species der gens humana.

Es war ein schöner Tag; ich pfiff vor mich hin, während ich die Straße entlangschlenderte. Die vier Jungs sahen aus, als seien sie ein bißchen älter als ich, vor allem aber sahen sie nach Ärger aus. Sie verstellten mir den Weg, umringten mich und musterten mich mit feindseligen Blicken. Der Anführer baute sich breitbeinig vor mir auf. "Was pfeifste denn da?" - "Eleanor Rigby, von den Beatles." - "Das ist ein scheiß antisemitisches Lied." Er starrte mich drohend an.

"Quatsch mit Soße." - "Werd hier mal nicht frech, du Arsch. Bin ich vielleicht ein Lügner, oder was?!" - "Du bist kein Lügner und das Lied ist nicht antisemitisch. Wie kommst du denn darauf?" Der Anführer stupste einen seiner Kumpane an: "Sag's ihm." Der Kerl grinste gemein und leierte monoton: "Eleanor Rigby, picks up the rice by a church where a wedding has been. Warum isse denn nicht in der Kirche. Weil se nich rein darf. Weil se Jüdin is. All the lonely people. Das sind die Juden. Where do they all come from. Wo komm' die alle her, wenn se doch umgebracht worden sind. Das ist Geschichtsrevisionismus, das ist Leugnung des Holocaustes."

Ich sah von einem zum andern. "Ihr habt doch nicht alle Tassen im Schrank." - "Du entschuldigst dich sofort dafür, daß du solche Nazilieder singst, und dann schwörst du, daß du das nie wieder tun wirst!" - "Was schwören - daß ich nie wieder dieses Lied träller oder mich nie wieder dafür entschuldige?" Der Anführer wirkte nicht unzufrieden. "Faschistensau, jetzt kriegst du Prügel." Und während sie auf mich losgingen, alle vier, mich schubsten, traten und schlugen, riefen sie: "Nie wieder Faschismus!"

Ich bin kein Kämpfer, deshalb hatten sie mich ruckzuck am Boden. Der Anführer nahm mich in den Schwitzkasten und zischte: "Du entschuldigst dich sofort." - Um es kurz zu machen, ich tat, was sie wollten. Sie wollten jemand demütigen, und das ist ihnen gelungen. So ein Triumphgefühl hält aber nur kurze Zeit an. Dann brauchen sie ein neues Opfer.

(via Nachdenkseiten) erfunden ist oder nicht, spielt keine Rolle, denn sie ist wahr, wie ich aus eigener Erfahrung weiß. Wahr (und eindeutig nicht erfunden) ist auch dies: der scheidende Geschäftsführer "meiner" ehemaligen Firma - die auf Deubel komm raus sparen wollte - ließ die gesamte Auflage einer Jubiläumsschrift zum 75-jährigen Bestehen - Hochglanz, Vierfarbdruck - einstampfen und neu drucken, weil man sich beim Datum seiner Inthronisierung um ein Jahr vertan hatte - was ihm gnädigerweise vielleicht schon vor der Drucklegung hätte auffallen können. Weitere Beispiele kastenimmanenter Unfähigkeit und Ignoranz führt Günter Ogger in seinem 1992 erschienenen Buch "Nieten in Nadelstreifen" an. Seitdem hat sich nichts zum Besseren verändert. Es ist nicht zu übersehen, daß Komplettidioten das Sagen im Land haben. "I tell you what" sagt beispielsweise Herr Middelhoff gerne zu englischsprachigen Geschäftskollegen. - Some Übermensch!

 

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