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deutsche kenneweiss

Immer, überall, umsonst - arbeiten

Die Empörung ist groß: Rente erst mit 69 Jahren - dabei hat nur jeder Zehnte, der das (ehemalige) Rentenalter von 65 erreicht, überhaupt noch eine Arbeit. Doch gemach, gemach, eine Lösung ist schon in Sicht, gleich nach den Wahlen.

Wo bleibt die Empörung der Premium-Journalisten, die immer unisono und kompromißlos jene Mißstände anprangern, die auch führende westliche Politiker anprangern, über die jüngsten Entwicklungen in Italien (siehe hier und hier)? Sie schweigen.

Und was sagt der große Diktator? "Democratia - schtuunk!" Dem ist nichts hinzuzufügen.

kann man es doch nun wahrhaftig nicht nennen, wenn die Wahlen im Iran die Ergebnisse einer Umfrage bestätigen, die drei Wochen vor den Wahlen im Auftrag der Washington Post durchgeführt wurden. Das kann jeder interessierte Medienvertreter leicht recherchieren, aber die wenigsten tun es, zumindest wird uns diese Information in der "Qualitäts"-Berichterstatung vorenthalten. Lieber werden Iran als Staat und Ahmadinedschad als Person zu Sündenböcken gemacht, auf die wir unsere Frustration entladen sollen bzw. stellvertretend für uns die Bombenflugzeuge. Wir haben es hier mit dem Straftatbestand der Volksverhetzung zu tun. Aber das scheint mittlerweile Normalität zu sein, in der freiheitlich-demokratischen Bundesrepublik Deutschland anno domini 2009.

Zitat aus der Neue Rheinische Zeitung:
Der Westen sollte sich also mit Wertungen generell zurückhalten – Demokratie ist nun einmal die Herrschaft des Volkes, ob einem dies passt oder nicht. Die Präsidentschaftswahlen im Iran stehen diesbezüglich in einer gewissen Tradition. Auch die Wahlergebnisse im Libanon und in den Palästinensergebieten fielen ganz und gar nicht nach den Vorstellungen des Westens aus. „Dummerweise“ waren dies aber die einzigen Wahlen in islamischen Nahen und Mittleren Osten, die wirklich halbwegs frei waren. Wenn der Muslim nicht so wählt, wie es der Christ gerne hätte, dann sollte es zur demokratischen Etikette gehören, dies als Willensbekundung zu akzeptieren. Die Alternative wären prowestliche Diktaturen, wie sie im Nahen Osten zahlreich vorhanden sind und die zu den besten Freunden des Westens zählen.

Volkszahnbürste, sponsored by Bild. Wir sind ein Volk ...

viele Maßnahmen nicht zu rechtfertigen. Was aber hat man von den Rechtfertigungen zu halten, wenn man dies erfährt? Ist das Al Quaida?

In diesen Tagen lese ich viel krudes Zeug in Leserbriefen und Kommentaren. Einer hat es tatsächlich fertiggebracht zu schreiben, daß der Tod in Gaza keine Unschuldigen träfe: das seien Eltern von Terroristen, sonstige Angehörige oder Nachbarn, die Terroristen unterstützen, oder Kinder, die zu Hass und Terror erzogen werden. Abgesehen von der absurden Kollektivschuldunterstellung findet es der (junge?) Mann offenbar ganz selbstverständlich, Terroristen zu töten - nicht etwa sie zu ergreifen, ihnen den Prozeß zu machen und sie im Falle erwiesener Schuld zu Gefängnisstrafen zu verurteilen - , ein Todesurteil auf der Basis von Mutmaßungen zu vollstrecken, und vielleicht schwebt ihm dabei dieses vor. So etwas darf man natürlich nur tun, wenn man auf Seiten der GUten agiert. Die Anhänger des neuen Faschismus sind politisch korrekt.

to get by.

die uns die freien und unabhängigen Medien in Deutschland (nicht unbedingt, aber doch sehr wahrscheinlich) vorenthalten, wähle ich zwei interessante aus: in dem ersten Bericht geht es um eine Bombennacht, wie sie bald überall erlebt werden könnte, aber tatsächlich in Gaza City ausgehalten werden mußte. Die zweite Meldung gibt uns einen Eindruck davon, daß Briten immer noch einen freieren Sinn haben als die dumpfe deutsche Elite, ihre Mitläufer und ihre Helfershelfer - und daß sie zumindest im House of Parliament diese innere Freiheit nutzen dürfen und nutzen, um zu sagen, was so offensichtlich ist, aber nicht sein kann, weil es nicht sein darf. Ach, Deutschland, Freiheit des Geistes zählt nicht zu deinen Tugenden.

Daß Meinungsforschung nicht automatisch zu korrekten Ergebnissen führt, hat sich längst herumgesprochen. Nichtsdestoweniger arbeiten Politik, Medien, Agenturen, Interessenverbände und die bekannten Institute immer geschmierter zusammen. Wie beispielsweise bekommt man die Konsumgutscheine vom Tisch? Man gibt eine Umfrage in Auftrag, deren Ergebnis dann an passender Stelle mit betrugsreifer Überschrift heraustrompetet wird. Liest man den ganzen Artikel, dann erfährt man, daß die vollmundig "Deutsche" genannten gerade einmal 780 von 1000 befragten - "repräsentativ ausgewählten" - Bürgern ausmachen. Aber wer liest schon alles?

In der neuen deutschen Demokratie werden Umfrageergebnisse zur Rechtfertigung für Maßnahmen aller Art herangezogen, durch nichts und niemand legitimierte Beiräte zerschneiden das soziale Netz, Deregulierungskommissionen bauen Bürgerrechte und Kontrollinstrumente ab, und um alle diese Änderungen unumkehrbar zu machen, brauchen wir einen uneingeschränkte Überwachung und eine neue Verfassung: die kommt mit dem Vertrag von Lissabon. Deshalb fragt man uns lieber erst gar nicht.

So, genug lamentiert. Wie wär's mit einem Gläschen griechischer Wein? Ach, Griechenland! Drei Tage lang haben die deutschen Medien uns mit Stories und Histories über Autonome, Anarchisten und Radikale in Athen und anderswo bombardiert, und erst allmählich gibt man zu, daß dort noch ein wenig mehr los ist. - Erinnert sich noch jemand an die Pyramidenspiele in Albanien? Die Suche nach "Albanien" und "Pyramide" führt zu interessanten Ergebnissen.

Wo bleibt eigentlich mein Einkaufsscheck, mein Kosumgutschein oder wie immer das schließlich genannt werden mag, was so gut wie beschlossene Sache ist, aber noch immer nicht beschlossen wurde. Weihnachten steht inzwischen so dicht vor der Tür, daß ich es schon läuten höre. Für mich würde sich so ein Scheck lohnen und damit auch für die Konjunktur, denn ich würde mich nicht mopsen und sofort draufloskonsumieren, für mich, für die Wirtschaft, für Deutschland. Was von reichen Leuten nicht zu erwarten ist. Die kaufen keine Luxusyacht, bloß weil der Staat ihnen einen 150-Euro-Bonus gibt. So etwas geht an den Steuerberater, der für das nächste Jahr eine Steuerrückerstattung auch auf den Bonus herausholt. Hartz-IV-Empfänger wiederum werden den Konsumanreiz als zusätzliches Einkommen verrechnen lassen müssen, da klappt's auch nicht mit dem Kaufrausch. Meinungsforschungscallcenter werden dann heraustelefonieren müssen, was Wirtschaftsnaseweise sofort als Kampagne in Auftrag gegeben hatten: der Hartz-IV-Empfänger ist ein demokratiefeindlicher Konsumverweigerer. Und dann hagelts Vorschläge was mit diesen Unnützen anzufangen wäre. Beispielsweise als 1-Euro-Jobber ins Ausland schicken, zum Zwecke der Gefahrenabwehr, zur Verteidigung unserer Wertegemeinschaft.

[Nachtrag] Hier der fehlende Link:
[link ersetzt durch s.u.]
Wer solche Scheiße benutzt, sollte immer dazuschreiben, wie man das auch in einer Umgebung verlinkt, die mit "[" in hyper references nichts zu tun haben will. Linke, dooooh!
[Nachtrag 2] Der ganz scharf linke Link zerreißt das Layout, deshalb hier der Ersatz (unter Punkt 11):
http://www.nachdenkseiten.de/?p=3632#more-3632

 

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