Ich neulich mit Mister X am Trinken. Ich so: "Ich halt das Gejammer nich mehr aus!" - "Aber ich jammer doch gaanich." - "Nee, von die Mänädschers, den ihr Gejammer." Nicken, Düstermiene: "Die hohn Lohnkosten." - "Dabei kriegen die ein hundertfaches" - "vierhunderfaches!" - "von eim Arbeiter." Kopfschütteln, nächstes Glas, Prost.
Ich wieder: "Ich jammer auch nich." - "Nee, du nich, die am meistn habn, die. Die jammern uns die Ohrn voll, wie schrecklich das alles iss, hia. - Du, die müssn mal getröstet werdn!" Ich so: "Alter, das iss genial: Ich werd Mänädschertröster! Da brauch ich ne Perücke, Plastikbusn zum Umschnalln, so Lederzeuch und bisschen Assessoaas, un denn könn die bei mia blechn, un denn kriegn die die volle Tröstung." - "Gehst du zum Mänädscher, vergiß die Peitsche nich!" - "Prost." - "Joa."
Ich wieder: "Ich jammer auch nich." - "Nee, du nich, die am meistn habn, die. Die jammern uns die Ohrn voll, wie schrecklich das alles iss, hia. - Du, die müssn mal getröstet werdn!" Ich so: "Alter, das iss genial: Ich werd Mänädschertröster! Da brauch ich ne Perücke, Plastikbusn zum Umschnalln, so Lederzeuch und bisschen Assessoaas, un denn könn die bei mia blechn, un denn kriegn die die volle Tröstung." - "Gehst du zum Mänädscher, vergiß die Peitsche nich!" - "Prost." - "Joa."
Dicki - am Fr, 03. Dezember 2004, 11:47 - Rubrik: in eigener Sache
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Daß mir niemand schlecht von Enten redet; das sind sehr erfreuliche Tiere. Aber im Vergleich zu Blesshühnern beinahe langweilig. Allein schon, was diese Dinger an Geräuschen von sich geben! Mal ein leises Rufen, das zum Gekreisch werden kann, mal ein zaghaftes Piepen, das wie der hohe Ton einer Kinderfahrradhupe klingt, dann ein weiches, sehr hohes "Ping", oder ein energisches "Pink" wie der Schlag eines leichten Hammers auf einen Amboss.
Tagsüber staksen sie auch mal am Ufer umher und picken dies und jenes, oder man sieht sie sie auf dem Wasser mit einem Blatt im Schnabel. Ja, weshalb ein Blatt? Ich weiß es auch nicht. - Sie gehören wohl zur Familie der Schreitvögel, obwohl sie Hühner heißen, können nicht fliegen und sind keine besonderen Schwimmer.
Unter ihnen ist immer Unruhe, und manchmal gehen sie aufeinander los. Wähnt sich ein Blesshuhn bedroht, läuft es flügelschlagelnd einige Meter geschwind übers Wasser. Den Wanderer in stiller Nacht kann solch ein aufgescheuchtes Huhn durch seine plötzliche und hektische Bewegung ganz schön erschrecken. Oft hocken sie Nachts in Kolonien auf Bäumen, deren Geäst tief über dem Wasser hängt. Das ist ein rührender Anblick: dunkle, aufgeplusterte Knäuel; dicht beieinander und wie Pompons an den Ästen aufgereiht. Dann sind sie endlich mal ruhig, die flatterhaften Teile.
Davon abgesehen wirken Enten im Vergleich zu Blesshühnern viel gelassener und verständiger, ihr Quaken und Schnattern viel menschlicher, ihr Gehabe weniger fremd. Daß mir also niemand schlecht von Enten redet.
Tagsüber staksen sie auch mal am Ufer umher und picken dies und jenes, oder man sieht sie sie auf dem Wasser mit einem Blatt im Schnabel. Ja, weshalb ein Blatt? Ich weiß es auch nicht. - Sie gehören wohl zur Familie der Schreitvögel, obwohl sie Hühner heißen, können nicht fliegen und sind keine besonderen Schwimmer.
Unter ihnen ist immer Unruhe, und manchmal gehen sie aufeinander los. Wähnt sich ein Blesshuhn bedroht, läuft es flügelschlagelnd einige Meter geschwind übers Wasser. Den Wanderer in stiller Nacht kann solch ein aufgescheuchtes Huhn durch seine plötzliche und hektische Bewegung ganz schön erschrecken. Oft hocken sie Nachts in Kolonien auf Bäumen, deren Geäst tief über dem Wasser hängt. Das ist ein rührender Anblick: dunkle, aufgeplusterte Knäuel; dicht beieinander und wie Pompons an den Ästen aufgereiht. Dann sind sie endlich mal ruhig, die flatterhaften Teile.
Davon abgesehen wirken Enten im Vergleich zu Blesshühnern viel gelassener und verständiger, ihr Quaken und Schnattern viel menschlicher, ihr Gehabe weniger fremd. Daß mir also niemand schlecht von Enten redet.
Dicki - am Di, 30. November 2004, 22:04 - Rubrik: meine Tiere
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Der Terrorismus nervt: kaum geht man einem Zweifel nach, denkt über eine Frage nach, ufert die Sache aus. Immer werden in den Terrorakten bestimmte Muster sichtbar, nämlich zum Einen eine durchdachte Inszenierung und zum Anderen die 911- bzw. 119-Symbolik (oder beides). Man kriegt das Kotzen.
Ich wunderte mich, weshalb der Mörder Theo van Goghs ein arabisches Gewand trug, sein Bekennerschreiben mit einem Messer auf den Leichnam spießte und minutenlang - bis zum Eintreffen der Polizei - mit der Flucht wartete. Im Spiegel-Archiv las ich die Meldungen und Berichte nach. Genau 911 Tage nach dem Mord an Pim Fortuyn wurde van Gogh umgebracht. Er hatte einen Dokumentarfilm über Fortuyns Ermordung gedreht und war auf dem Weg ins Studio, um die Arbeit an dem Film abzuschließen. Er gehörte einer "rechts-liberalen" Partei an und provozierte gerne durch Beleidigungen, mit denen er u.a. Juden und Muslime schmähte. Hat er sein Schicksal herausgefordert?
Dank der Mithilfe des Täters - auffällige Kleidung, Warten auf die Polizei, Bekennerschreiben - konnte dessen Identität einwandfrei ermittelt werden: ein 26jähriger Marrokkaner, der islamistischen Kreisen angehören soll. Ich sage "Kitsch!" und wende mich angewidert ab.
Am 9.11. setzten rechtsradikale Jugendliche in den Niederlanden eine Moschee in Brand. Die Gesellschaft wird polarisiert; auch dies ein Muster. Wenn man den Menschen die Toleranz austreiben wollte, müßte man es genau so machen. Dafür gibt es Vorbilder in der Geschichte, denen allerdings noch nicht die verdoofende Kraft des Fernsehens zur Verfügung stand.
Ich wunderte mich, weshalb der Mörder Theo van Goghs ein arabisches Gewand trug, sein Bekennerschreiben mit einem Messer auf den Leichnam spießte und minutenlang - bis zum Eintreffen der Polizei - mit der Flucht wartete. Im Spiegel-Archiv las ich die Meldungen und Berichte nach. Genau 911 Tage nach dem Mord an Pim Fortuyn wurde van Gogh umgebracht. Er hatte einen Dokumentarfilm über Fortuyns Ermordung gedreht und war auf dem Weg ins Studio, um die Arbeit an dem Film abzuschließen. Er gehörte einer "rechts-liberalen" Partei an und provozierte gerne durch Beleidigungen, mit denen er u.a. Juden und Muslime schmähte. Hat er sein Schicksal herausgefordert?
Dank der Mithilfe des Täters - auffällige Kleidung, Warten auf die Polizei, Bekennerschreiben - konnte dessen Identität einwandfrei ermittelt werden: ein 26jähriger Marrokkaner, der islamistischen Kreisen angehören soll. Ich sage "Kitsch!" und wende mich angewidert ab.
Am 9.11. setzten rechtsradikale Jugendliche in den Niederlanden eine Moschee in Brand. Die Gesellschaft wird polarisiert; auch dies ein Muster. Wenn man den Menschen die Toleranz austreiben wollte, müßte man es genau so machen. Dafür gibt es Vorbilder in der Geschichte, denen allerdings noch nicht die verdoofende Kraft des Fernsehens zur Verfügung stand.
Dicki - am Mo, 29. November 2004, 21:10 - Rubrik: deutsche kenneweiss
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10cc waren von 1972 bis 1976 Kevin Godley, Lol Creme, Eric Stewart und Graham Gouldman. Nach den ersten beiden LPs mit mehreren erfolgreichen Singles komponierten vorzugsweise Godley&Creme bzw. Stewart&Gouldman neue Songs; ab 1977 führten Stewart und Gouldman 10cc weiter, während Godley und Creme als Duo eigene Wege gingen.
Begonnen hatten sie als The Hotlegs 1970 (noch ohne Graham Gouldman) mit der Single "Neanderthal man". Als 10cc machten sie sich 1972/73 einen Namen mit "Donna", "Johnny don't do it" und "Rubber Bullets", ironischen Kurzgeschichten, die sie über den musikalischen Klischees von Rock'n'Roll und Rockmusik sangen. Die erste LP ("10cc", 1973) war Anlass und Gelegenheit, ihr Repertoire zu erweitern, und die Bandbreite ist erstaunlich (aber verständlich, denn alle vier mußten als Sessionmusiker der Strawberry Studios vielseitig sein). Sie spielen auf die Beach Boys, auf Hawkwind und Mike Oldfield an, und im letzten Song ("Fresh Air for my Mama") trifft Eric Stewart genau die Intonation Freddie Mercurys, Melodieführung und Harmoniebegleitung sind typisch für Queen. Jeder Song erzählt mit Witz und Ironie eine kleine Geschichte: Pop-Perlen.
Die Kompositionen werden eigenständiger und vielseitiger, so daß ihnen sogar ein zehnminütiges Musik-Hörspiel in drei Akten gelingt: "Une Nuit a Paris" (auf "The Original Soundtrack", 1975). Schließlich, als Ausdruck der erreichten musikalischen und gedanklichen Reife "How Dare You" (1976), ihre eigenständigste, kompletteste und gelungenste Produktion. - "Na und, kenne ich nicht," wird Mancher sagen, hat aber vielleicht doch aufgehorcht, wenn irgendwo "Lazy Ways", "I Wanna Rule The World", "I'm Mandy, Fly Me" oder "Art For Arts Sake" gespielt wurde. Die Musik von 10cc kommt so leicht, so selbstverständlich und scheinbar bekannt daher: und überrascht doch fast immer, wie die Formulierung eines klugen Gedankens, in dem die Worte "klassisch" und "experimentell" miteinander verbunden sind.
Der fünften LP "Deceptive Bends" (1977) - die immerhin den Hit "Good Morning Judge" enthält - merkt man deutlich an, daß 10cc ohne Godley und Creme eben nur noch Stewart und Gouldman sind; so wie Godley&Creme ("An Englishman in New York", 1980) ihre früheren Partner fehlen. Rückblickend rufe ich aus: Godley Creme is made of Stewart Gould, man!
Old man of rock and roll
Came bearing music
Where are they now?
They are over the hill and far away
But they're still gonna play guitars
On dead strings
And old drums
They'll play and play to pass the time
The old wild men
The old wild men
The old wild men
Waiting for miracles
("Old Wild Men", auf "Sheet Music", 1974)
Begonnen hatten sie als The Hotlegs 1970 (noch ohne Graham Gouldman) mit der Single "Neanderthal man". Als 10cc machten sie sich 1972/73 einen Namen mit "Donna", "Johnny don't do it" und "Rubber Bullets", ironischen Kurzgeschichten, die sie über den musikalischen Klischees von Rock'n'Roll und Rockmusik sangen. Die erste LP ("10cc", 1973) war Anlass und Gelegenheit, ihr Repertoire zu erweitern, und die Bandbreite ist erstaunlich (aber verständlich, denn alle vier mußten als Sessionmusiker der Strawberry Studios vielseitig sein). Sie spielen auf die Beach Boys, auf Hawkwind und Mike Oldfield an, und im letzten Song ("Fresh Air for my Mama") trifft Eric Stewart genau die Intonation Freddie Mercurys, Melodieführung und Harmoniebegleitung sind typisch für Queen. Jeder Song erzählt mit Witz und Ironie eine kleine Geschichte: Pop-Perlen.
Die Kompositionen werden eigenständiger und vielseitiger, so daß ihnen sogar ein zehnminütiges Musik-Hörspiel in drei Akten gelingt: "Une Nuit a Paris" (auf "The Original Soundtrack", 1975). Schließlich, als Ausdruck der erreichten musikalischen und gedanklichen Reife "How Dare You" (1976), ihre eigenständigste, kompletteste und gelungenste Produktion. - "Na und, kenne ich nicht," wird Mancher sagen, hat aber vielleicht doch aufgehorcht, wenn irgendwo "Lazy Ways", "I Wanna Rule The World", "I'm Mandy, Fly Me" oder "Art For Arts Sake" gespielt wurde. Die Musik von 10cc kommt so leicht, so selbstverständlich und scheinbar bekannt daher: und überrascht doch fast immer, wie die Formulierung eines klugen Gedankens, in dem die Worte "klassisch" und "experimentell" miteinander verbunden sind.
Der fünften LP "Deceptive Bends" (1977) - die immerhin den Hit "Good Morning Judge" enthält - merkt man deutlich an, daß 10cc ohne Godley und Creme eben nur noch Stewart und Gouldman sind; so wie Godley&Creme ("An Englishman in New York", 1980) ihre früheren Partner fehlen. Rückblickend rufe ich aus: Godley Creme is made of Stewart Gould, man!
Old man of rock and roll
Came bearing music
Where are they now?
They are over the hill and far away
But they're still gonna play guitars
On dead strings
And old drums
They'll play and play to pass the time
The old wild men
The old wild men
The old wild men
Waiting for miracles
("Old Wild Men", auf "Sheet Music", 1974)
Dicki - am Fr, 26. November 2004, 22:31 - Rubrik: Musik und so weiter
Das ist Sam Peckinpahs Reißer von 1969: Während einer Erweckungsprozession in Falluja entbrennt eine wahnwitzige Schießerei zwischen Al Quaida und den US-Rangern. Die Stadt wird in Schutt und Asche gelegt, die Mehrzahl der Terroristen entkommt. Blutfontänen in Zeitlupe, gekonntes Sterben, Gottesanrufungen der Unschuldigen: Peckinpah wußte, wie man Terror für das US-Fernsehen inszeniert. Gut, The Wild Bunch ist ein Kinofilm, aber seien wir nicht kleinlich.
Die Banditen fliehen - man ahnt es schon - in den Iran, wo sie mit ihren schmutzigen Händen eine schmutzige Bombe bauen, diese Dreckskerle. Weil ihnen aber die Ranger auf den Fersen sind, deponieren sie das Höllengerät bei einem Freund (der aber ein CIA-Agent ist) und fliehen in 80 Tagen um die Welt und besonders eindrucksvoll North by Northwest durch die USA. Einmal entkommen sie im letzten Augenblick, indem sie die Golden Gate Bridge sprengen, als die Ranger sie gerade überqueren.
So geht es immer fort; Blut spritzt in die Kamera, Leichen pflastern ihren Weg. Bis sie zurück im Iran sind und sich die Revolutionswächter, vom CIA-Mann aufgehetzt, ihnen in den Weg stellen. In der Entscheidungsschlacht wird der letzte Tango zum Lied vom Tod getanzt. Finis.
Im sehr viel später erschienenen Director's Cut ist endlich auch die zuvor herausgeschnittene Schlußpointe zu sehen: der CIA-Agent schmuggelt die schmutzige Bombe in die Hände einer Freiwilligenmiliz, die damit die große Micky-Maus-Statue in Disneyland, Orlando sprengt, wovon die Welt keine Notiz nimmt, weil die Hillbillies nicht daran gedacht haben, die Medien zu dem Event einzuladen. - Meine Meinung: großes visionäres Kino.
Die Banditen fliehen - man ahnt es schon - in den Iran, wo sie mit ihren schmutzigen Händen eine schmutzige Bombe bauen, diese Dreckskerle. Weil ihnen aber die Ranger auf den Fersen sind, deponieren sie das Höllengerät bei einem Freund (der aber ein CIA-Agent ist) und fliehen in 80 Tagen um die Welt und besonders eindrucksvoll North by Northwest durch die USA. Einmal entkommen sie im letzten Augenblick, indem sie die Golden Gate Bridge sprengen, als die Ranger sie gerade überqueren.
So geht es immer fort; Blut spritzt in die Kamera, Leichen pflastern ihren Weg. Bis sie zurück im Iran sind und sich die Revolutionswächter, vom CIA-Mann aufgehetzt, ihnen in den Weg stellen. In der Entscheidungsschlacht wird der letzte Tango zum Lied vom Tod getanzt. Finis.
Im sehr viel später erschienenen Director's Cut ist endlich auch die zuvor herausgeschnittene Schlußpointe zu sehen: der CIA-Agent schmuggelt die schmutzige Bombe in die Hände einer Freiwilligenmiliz, die damit die große Micky-Maus-Statue in Disneyland, Orlando sprengt, wovon die Welt keine Notiz nimmt, weil die Hillbillies nicht daran gedacht haben, die Medien zu dem Event einzuladen. - Meine Meinung: großes visionäres Kino.
Dicki - am Mi, 24. November 2004, 23:48 - Rubrik: Musik und so weiter