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"An einemVorfrühlingstag des Jahres 1871 war in ganz Deutschland die Volksvertretung gewählt worden, die das neu geschaffene Reich der Deutschen in Zukunft repräsentieren sollte. Glocken läuteten, Kanonen donnerten, überall wehten Fahnen, denn man feierte gleichzeitig den Abschluß des Vorfriedens mit Frankreich. [...] Wahl in Deutschland, das bedeutete, daß man nach dem fortschrittlichsten System in der damaligen Welt zur Urne schritt, nach dem allgemeinen, gleichen, direkten, geheimen Wahlrecht.

Nur jeder zweite Deutsche machte von diesem Recht Gebrauch. Die breite Masse des Industrieproletariats war politisch weder geschult noch organisiert, glaubte im übrigen, daß die da oben ohnehin täten, was sie wollten, und nicht die Absicht hätten, sich ihrer Not anzunehmen. Der Dichter Gerhart Hauptmann fand diese Stimmung beispielsweise unter den Handarbeitern Schlesiens: '... die deutsche Einheit, der Taumel des Erfolgs ... hatte hier nur stille Wut und dumpf entschlossenen Haß ausgelöst. Bismarck, Moltke und der Kaiser täten für die armen Leute nichts; der Reichstag bestehe aus einem Haufen Betrügern und Nichtstuern.' "

Das ist heute gottlob ganz anders.

 

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