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Vor dreißig Jahren beteiligte ich mich an der Bürgerinitiativbewegung gegen Atomanlagen; ging regelmäßig zu Stadtteiltreffen, nahm an Arbeitsgruppen und Aktionen teil, fuhr zu den großen Demonstrationen in jener Zeit, als es den damals Herrschenden gut gefiel, unseren Protest in die Nähe der RAF-Terroraktionen zu rücken. Wie alle Beteiligten erlebte ich das gute Gefühl, mit meiner Empörung nicht allein zu sein und, auch nicht verkehrt, daß hundert Menschen, die gemeinsam an einem kräftigen Seil ziehen, einen Sicherheitsstahlzaun zerlegen können.

Dies schreibe ich nicht wegen des Hochsicherheitstrakts Heiligendamm, sondern weil wir heute wieder dringend der Initiative der Bürger, also unserer selbst, bedürfen. Nur muß irgendwer, wie der Name schon sagt, die Initiative ergreifen, so wie bei den Montagsdemontrationen im Spätsommer 2004. Leider kann ich es nicht; mein Versuch versandete unweigerlich bei einer Spitzenbeteiligung von mehr als fünf Menschen.

Doch bin ich - und viele andere auch - bereit, mitzutun, beizutragen, zu helfen, etwas auf die Beine zu stellen, das sich jenseits der etablierten und noch nicht etablierten Parteien entwickelte. Die Menschen gehen doch deshalb nicht mehr zur Wahl (in Bremen zuletzt rund 42 Prozent der Wahlberechtigten), weil sie davon ausgehen müssen, daß ihren sehr realen Nöten und Sorgen mit schönen Worten statt mit echtem Interesse begegnet wird.

Keine Partei wird die aus unserem Leben schon so weit herausgedrängte Solidarität zurückbringen können (vorausgesetzt, sie wollte es), das müssen wir schon selber leisten. Jeder das, was er und sie kann, sei es viel, sei es wenig. Und irgendwer muß die Initiative ergreifen, trotz der erfolgreichen Propagandaaktion gegen die Montagsdemonstration 2004; eine deprimierende Erfahrung, die nachwirkt.

Doch es braut sich etwas zusammen, es liegt etwas in der Luft, wie damals in der Ödnis der nach68er K-Gruppen, Graswurzelrevolution und Kifferlaberei, als plötzlich Punk passierte.

"Die Zeit geht an mir vorbei
und wartet nicht auf mich
wie lange noch?
ich warte immer noch"
 

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