Wer sich um seine Mitmenschen kümmert, Alte pflegt, Kranke versorgt, Junge hegt, auch mal ein Ehrenamt übernimmt, hat ein unbefriedigendes Sexualleben, und zwar bereits dann, wenn er oder sie nur einmal pro Woche Sex hat. Da wird mir klar: weil ich zwischen kurzen Zeiten intensiv durchlebter sexueller Begegnungen Jahre ohne Sex hatte, interessieren mich Menschen, berührt mich das Altern meiner Mutter, bin ich tolerant, habe ich neuerdings (manchmal) bis an die Grenze zur Selbstverleugnung (aber nur bis zu dieser Grenze) Verständnis. Es ist doch so, daß nur die langweiligen Spießer, die nicht dauernd an ihremTeil herumfummeln oder sich mit anderer Leute Teil zusammenstöpseln, diese unnatürlichen und lustfeindlichen Anwandlungen wie Verantwortungsgefühl und Anteilnahme haben. Dennoch empfinde ich trotz aller Beschämung eine klammheimliche Freude, mehr als ein Stöpsel zu sein.
huflaikhan meinte am 3. Aug, 12:39:
Von was?
Das ist in der Tat ein faszinierender Text bei Spiegel: "Etwa ein Drittel der Männer und Frauen, die höchstens einmal die Woche Geschlechtsverkehr hatten, lenken sich mit anderen Aktivitäten ab." Ich frage mich mit Dir: Von was?
Dicki antwortete am 6. Aug, 23:30:
vom nicht-mindestens-einmal-pro-Woche-Sex-haben? Aber weshalb sollte das ein Problem sein? Was ist in irgendeiner Weise wichtig daran, mindestens einmal pro Woche Sex zu haben, außer dem eigenen Verlangen danach? Und weshalb sollte dieses Verlangen im Widerspruch zu sozialen Aktivitäten stehen? Das ist so dermaßen dumm ...
pathologe meinte am 7. Aug, 11:34:
Lautet
der Umkehrschluss dann daraus, dass all die sogenannten faulen Arbeitslosen, die sich auf unsere Kosten durchfüttern lassen, ihr Leben durch hemmungs- und endlosen Geschlechtsverkehr bestreiten?
Dicki antwortete am 7. Aug, 21:43:
Dazu ist die faule Bande sogar gezwungen, denn soweit ich mich entsinne darf die ehrenamtliche Tätigkeit von Langzeitarbeitslosen 10 Stunden im Monat nicht überschreiten. Daß der so (durch ein Übermaß an sexueller Aktivität) angefachte Nahrungsbedarf mit Hartz-Geldern nicht gedeckt werden kann, wird andererseits zu vermehrter Lustlosigkeit führen. Anders ausgedrückt: nichts Genaues weiß man nicht.
pathologe antwortete am 8. Aug, 09:43:
Man
könnte natürlich diese zwischenmenschlichen Aktivitäten auch als Ehrenamt betrachten. Damit wären sie a-tens auf 10 Stunden im Monat begrenzt und b-tens darf man dafür ja dann auch kein Geld verlangen, also quasi es als Dienstleistung anbieten. Das a-tens verfälschte allerdings die Statistik. Und das b-tens, da gab es doch schon einmal Überlegungen auf Ein-Euro-Basis, oder?
Dicki antwortete am 8. Aug, 23:22:
Für b-tens spricht ganz sicher der Effizienzgedanke unserer Leithammelkultur.