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Gestern, um genau 21:37 Uhr, ist Papst Johannes Paul II, bürgerlich Karel Woytila, gestorben, meldet dpa. Die exakte Zeitangabe mag verblüffen, wird sie doch selten gemacht, beispielsweise nicht bei Harald Juhnke oder Terri Schiavo, und das waren immerhin auch Medienstars. Letztere erst, als sie praktisch schon tot war, also ein reines Medienereignis. Der Juhnke war aber wirklich noch ein Star, doch die Stars, darauf beharren die Medien, sind ohnehin nur von den Medien gemacht und niemand glaubt an sie ohne das Medium Medien. Anders der Papst: der hat auch unabhängig vom Auf und Ab medialer Aufbauschung eine weltweite Anhängerschaft, eine Glaubensgemeinde, und unabhängig von den Zeitströmungen verkündet er, was er für das Wort Gottes hält. Das kann Gutes sein (siehe hier), aber auch Schlimmes, wenn er die untergeordnete Stellung der Frau in der Gesellschaft und in der Kirche als Gottes Wille ausgibt. Egal, hier ist eine Figur, die auf die Medien nicht angewiesen ist (immer Präsens, denn für den nächsten Papst gilt ein gleiches). Das findet, so glaube ich, die Journaille so unglaublich (um nicht zu sagen gotteslästerlich), daß sie sich durch besondere Genauigkeit des Todes dieses Menschen vergewissert. "Gott sei Dank, der ist wirklich tot."

 

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