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Spätestens seit den Anschlägen des 11. September wächst die Polarisierung in dieser Welt - Motto: "wer nicht für mich ist, ist gegen mich" - , Frustrationen türmen sich auf, kritische Vernunft ist in Reservate abgedrängt, kurz, die Gesellschaft ist ein Schnellkochtopf ohne Ventil geworden, der über kurz oder lang explodieren wird, und das macht uns allmählich verrückt; den einen mehr, den anderen weniger. Aber das ist allgemein bekannt. Welche Auswirkungen der Dauerdruck jedoch auf Flora und Fauna hat, ist nicht einmal in den aufgeklärteren Zirkeln der Blogosphäre Thema. In den letzten Tagen hatte ich zwei alarmierende Erlebnisse und fordere deshalb dringend, das Schweigen zu beenden. Was war geschehen?

Beim Spaziergang am Sonntag sah ich zwei sich balgende Hunde, die Frauchen im Gespräch dabeistehend. Arglos näherte ich mich der Gruppe, als einer der beiden Kläffer mir zwischen die Füße stürzte und gezielt alle Ausweichversuche torpedierte, so daß er mit einem Ohr gegen meinen Schuh stieß. Ich begann noch den Satz zu denken: das wird ihm hoffentlich eine Lehre sein, als er rüde hinter mir her bellte und auch durch die geschickt gewählte Insinuation: "du Schlaumeier" nicht zur Besinnung zu bringen war.

Jedoch war dies noch die harmlosere der beiden Begegnungen. Denn heute morgen flog aus einem Vorgarten eine Amsel, hinter einem Busch hervorsausend, wo sie auf der Lauer gelegen hatte, direkt auf mich zu, und nur durch instiktives Zurückreißen von Kopf und Oberkörper konnte ich dem unausweichlich scheinenden Zusammenprall entgehen. Die Amsel, soviel bekam ich im Weiterfahren noch mit, flog eine scharfe Kurve und warf sich in den Autostrom der rush hour, offenbar um dort ihrem Amoklauf bzw. -flug den krönenden Abschluß zu verleihen. Dann war sie aus meinem Gesichtsfeld verschwunden und der Verkehrslärm übertönte alles, was eventuell Aufschluß über die weiteren Ereignisse hätte geben können.

Nun sehe ich auch die Ente auf dem heißen Blechdach mit anderen Augen. Vergessen wir außerdem nicht die allergieverbreitenden Bäume und Gräser. Dazu randalierende Rüden, amokfliegende Amseln - was muß denn noch passieren, bis wir endlich die Zeichen der Zeit erkennen?!

Vor der letzten Wahl hat es geheißen "Mehr Netto vom Brutto". Und was ist wirklich los? Jetzt gibt es Netto statt Plus, jedenfalls bei mir um die Ecke. Nächstes Jahr ist das dann vielleicht auch schon ReWe. Alles freie Märkte, wie von "den Neoliberalen" gewünscht. Und wohin geht die Wirtschaftsexpedition der Familienwelle? Ins Schlaraffenland, vermute ich. - Aber Dicki, es gibt doch gar kein Schlaraffenland! - Das hindert doch die Gierschlünde nicht daran, es herbeizwingen zu wollen.

 

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