... for something completely different: aber wirklich mal ganz was anderes, kein Erwin, kein Goldt-Getue, auch nichts von "Number three: the - larch, the - larch", nein, kein - hoppla, Gedankensprung - "Sie ha-ben ge-don-nert?", nix nix, sondern (kommder nu end - lich zur Sache?) Ding Dang Dong das Licht verdämmert, der Vorhang öffnet sich:
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Weshalb? Der Bachmannpreis 2004 wurde am Sonntagvormittag Uwe Tellkamp zugesprochen, der aus seinem sich noch in Arbeit befindlichen Roman vorlas. Ein Auszug, der viel verspricht: die Sätze gehetzt, es ist keine Zeit, keine Zeit, keine Zeit; all die Eindrücke, Erinnerungen, Gedanken, Lieder, Gerüche, Bilder, alles will geschildert sein, ist gleichzeitig, durch- und unterbricht einander, eine wilde verwegene Jagd, aber nicht die von Lützow; das sprachliche Abenteuer eines geistvollen Individuums im Hier und Jetzt, über welch letzterem noch immer ein Grauschleier liegt, eine Schicht von Grauschleiern, die "Sie" bunt nennen, die "Sie" Freiheit nennen, die "Sie" preisen, weil aus "ihrer" Dummheit gewoben, aus "ihrer" Unzulänglichkeit, und wenn ich jetzt nicht abbreche, fasele ich nächstes Jahr noch.
Wofür? Das ist noch längst nicht alles: mit ähnlichen Worten, Gedankensprüngen und -verbindungen könnte ich hier für den Roman Höhere Welten von Hella Streicher werben, von dessen mannigfaltigen Qualitäten - Sprache, Gedankenfülle, Geschichte, Dichte und Abbildung der Wirklichkeit seien hier genannt - ich vollkommen überzeugt war (und bin), so daß ich 2003 meine letzten Kröten zusammenkratzte, um ein Erscheinen dieses mit "Ein deutscher Alltagsroman" untertitelten Werkes wenigstens als Book on demand zu ermöglichen. Ein Werk, dessen satz- und sprachrhythmische Verwandtschaft mit dem Text des soeben ausgezeichneten Uwe Tellkamp augenscheinlich ist, und das durch jenen Gewinner des Bachmannpreises 2004 gewissermaßen selbst an diesem Preis partizipiert - natürlich unentgeltlich.
Und nun soll bitteschön die grauverschleierte Öffentlichkeit endlich Höhere Welten zur Kenntnis nehmen. Den unverschleierten, freien Geistern sei das Buch in aller Schlichtheit (hättste nich gedacht, nä?) ans Herz gelegt.
"The - larch".
("Bottom!")
Weshalb? Der Bachmannpreis 2004 wurde am Sonntagvormittag Uwe Tellkamp zugesprochen, der aus seinem sich noch in Arbeit befindlichen Roman vorlas. Ein Auszug, der viel verspricht: die Sätze gehetzt, es ist keine Zeit, keine Zeit, keine Zeit; all die Eindrücke, Erinnerungen, Gedanken, Lieder, Gerüche, Bilder, alles will geschildert sein, ist gleichzeitig, durch- und unterbricht einander, eine wilde verwegene Jagd, aber nicht die von Lützow; das sprachliche Abenteuer eines geistvollen Individuums im Hier und Jetzt, über welch letzterem noch immer ein Grauschleier liegt, eine Schicht von Grauschleiern, die "Sie" bunt nennen, die "Sie" Freiheit nennen, die "Sie" preisen, weil aus "ihrer" Dummheit gewoben, aus "ihrer" Unzulänglichkeit, und wenn ich jetzt nicht abbreche, fasele ich nächstes Jahr noch.
Wofür? Das ist noch längst nicht alles: mit ähnlichen Worten, Gedankensprüngen und -verbindungen könnte ich hier für den Roman Höhere Welten von Hella Streicher werben, von dessen mannigfaltigen Qualitäten - Sprache, Gedankenfülle, Geschichte, Dichte und Abbildung der Wirklichkeit seien hier genannt - ich vollkommen überzeugt war (und bin), so daß ich 2003 meine letzten Kröten zusammenkratzte, um ein Erscheinen dieses mit "Ein deutscher Alltagsroman" untertitelten Werkes wenigstens als Book on demand zu ermöglichen. Ein Werk, dessen satz- und sprachrhythmische Verwandtschaft mit dem Text des soeben ausgezeichneten Uwe Tellkamp augenscheinlich ist, und das durch jenen Gewinner des Bachmannpreises 2004 gewissermaßen selbst an diesem Preis partizipiert - natürlich unentgeltlich.
Und nun soll bitteschön die grauverschleierte Öffentlichkeit endlich Höhere Welten zur Kenntnis nehmen. Den unverschleierten, freien Geistern sei das Buch in aller Schlichtheit (hättste nich gedacht, nä?) ans Herz gelegt.
"The - larch".
("Bottom!")
Dicki - am So, 27. Juni 2004, 22:19 - Rubrik: Empfehlung
Vorhin beim Einkaufen staunte ich wieder über gewisse Radfahrer. Es sind gewiß ordentliche Menschen, denn sie stellen ihre Vehikel nicht kreuz und quer ab, sondern direkt vor dem Fahrradständer; leider unter Mißachtung der Haltebügel, so daß sie meist ungebührlich viel Raum einnehmen und Anderen den Zugang zum Abstellplatz versperren. Die Begrüdung ist ebenso einfach wie nichtsahnend: die Bügel sind zu breit, so daß ein hineingestelltes Rad sich zur Seite neigt und die Felge verbiegt. Blödsinn, das hätte ich wohl schon längst am eigenen Rad erfahren. Diese Leute tun nicht, was ihnen Freude macht, sie brauchen fadenscheinige Gründe für ihre Extrawürste: Fahrrad-Adel.
Noch Unglaublicheres als jenes windige Argument erfuhr ich gestern: rund um den Globus sind 96 (?) Spezialcomputer aufgestellt, die eine Art EKG des Planeten Erde aufzeichnen. Sie spucken eine Endlosreihe Einsen und Nullen aus. Und - unglaublich und garantiert nicht wahr - vier Stunden vor den Anschlägen des 11. September 2001 kamen nur noch Nullen (oder waren es Einsen?).
Das sollte uns zu denken geben. Umberto Eco schrieb 1987 im Vorwort zu seiner Aufsatzsammlung Über Spiegel und andere Phänomene: "In den Regalen der Buchhandlungen, wo vor zwanzig Jahren noch Die Zerstörung der Vernunft von Lukács zu finden war, stehen heute Werke von Julius Evola, René Guénon, G.J.Gurdjieff, Titus Burckhardt und von Meistern des östlichen Denkens, Handbücher der Alchimie, der Astrologie, der Wahrsagerei und der schwarzen Magie. Man hat den Eindruck, daß Chesterton recht hatte, als er sagte: 'Seit die Menschen nicht mehr an Gott glauben, glauben sie nicht etwa an nichts mehr, sondern an alles.' "
Mit einer Ausnahme, möchte ich hinzufügen: an den guten alten Weihnachtsmann glaubt niemand. Vermutlich weil alle gern Geschenke bekommen, aber nicht für ihre Taten verantwortlich sein wollen.
Noch Unglaublicheres als jenes windige Argument erfuhr ich gestern: rund um den Globus sind 96 (?) Spezialcomputer aufgestellt, die eine Art EKG des Planeten Erde aufzeichnen. Sie spucken eine Endlosreihe Einsen und Nullen aus. Und - unglaublich und garantiert nicht wahr - vier Stunden vor den Anschlägen des 11. September 2001 kamen nur noch Nullen (oder waren es Einsen?).
Das sollte uns zu denken geben. Umberto Eco schrieb 1987 im Vorwort zu seiner Aufsatzsammlung Über Spiegel und andere Phänomene: "In den Regalen der Buchhandlungen, wo vor zwanzig Jahren noch Die Zerstörung der Vernunft von Lukács zu finden war, stehen heute Werke von Julius Evola, René Guénon, G.J.Gurdjieff, Titus Burckhardt und von Meistern des östlichen Denkens, Handbücher der Alchimie, der Astrologie, der Wahrsagerei und der schwarzen Magie. Man hat den Eindruck, daß Chesterton recht hatte, als er sagte: 'Seit die Menschen nicht mehr an Gott glauben, glauben sie nicht etwa an nichts mehr, sondern an alles.' "
Mit einer Ausnahme, möchte ich hinzufügen: an den guten alten Weihnachtsmann glaubt niemand. Vermutlich weil alle gern Geschenke bekommen, aber nicht für ihre Taten verantwortlich sein wollen.
Dicki - am Fr, 25. Juni 2004, 16:01 - Rubrik: Beobachtungen in der Natur
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Malaysia (die eigentlich Karin heißt) fragte mich am Telefon, ob ich Lust zu ein paar Runenübungen hätte, und ich antwortete, ich wisse kaum etwas darüber; das seien doch diese Schriftzeichen bei den alten Germanen, die hätten sie in die Luft geworfen, um aus dem Ergebnis am Boden eine Art Orakel zu lesen. Ich solle sie besuchen, drängte sie, sie wolle mir ein wenig mehr darüber mitteilen.
So saßen wir dann auf ihrem von Bäumen beschatteten Hinterhof, tranken aus energetisiertem Wasser und Kräutern zubereiteten Tee und redeten über Runen; d.h. sie redete, ich staunte. Das sei ein uraltes Wissen, das diese Runen verkörperten, teilte sie mir mit, ja, die Runen seien vor allem Wissen dagewesen, ein Urwissen der Welt. - Aha.
"Schließ mal die Augen und stell dir die Sonne vor. - Hast du's?" - Ich bejahte und öffnete die Augen wieder. - "Bei dieser Sekunde Vorstellung hast du ungefähr 40 Joule Energie verbraucht. Der Hebelarm deiner Imagination setzt ungefähr einen Meter vor der Sonne an und - äh, ich hab jetzt die genauen Zahlen nicht, aber - du hast also 40 Joule mit Millarden Kilometern Hebelarm in einer Sekunde bewegt, das macht einige Millionen Tonnenmeter pro Sekunde Arbeit, die du gerade geleistet hast. So mächtig sind Gedanken!"
Ich hatte gerade Leere im Kopf. - "Und die Runen sind noch mächtiger. Komm, wir machen mal ein paar Übungen, damit du die Energie spürst." Wir stellten uns auf das kleine Rasenstück - ganz locker! mahnte sie - und probierten als erstes 'Ehwez'. Sie leitete mich an. Die Beine leicht gespreizt, die Arme etwas vom Körper abstehend nach unten gerichtet, das Gesicht der Sonne zugewandt und dazu der Name der Rune gesprochen.
"Spürst du die Energie?" - Ich verneinte ehrlich. - Du mußt locker sein," betonte sie. "Gleich nochmal." - Die Energie blieb bei mir aus. Ich spürte nur, was ich sowohl zuvor als auch danach fühlte und wahrnahm. Die Energie des Sonnenlichtes, den Duft der verschiedenen Blumen, das Schwirren und Summen von Insekten, den Geruch von Gras, Bäumen und dem Moos in den Ritzen der Steinplatten, den Gesang der Vögel: "Amsel, Drossel, Fink und Star" klang es in mir. Ich kenne diesen Zustand; bekifft von einer guten Witterung.
"Du mußt dich öffnen," drängte Malaysia. "Ehwez steht übrigens für gemeinsame Anstrengung, verschiedene beteiligte Kräfte mit einem Ziel, Vertrauen und Partnerschaft. Na gut, vielleicht noch eine andere. Wir probieren 'Gebo', ja? Gebo steht für Geschenk, Teamwork, freigesetzte Kräfte und Anziehungskraft. Die Stellung ist fast wie Ehwez, nur daß du die Arme nach oben nimmst, so." Sie machte es vor, schloß die Augen und murmelte "Geee-boo".
Hatte eine leichte Brise die Blätter der Bäume ein wenig gehoben oder hatte die Erddrehung der Sonne ermöglicht, durch eine Lücke im Geäst zu lugen? Malaysia stand plötzlich in einem Sonnenstrahl und wirkte fremd und beinahe transparent, schien sogar zu schweben. Dann stand sie wieder im Schatten, das knappe Shirt über den Bauchnabel nach oben gerutscht, und mein Blick folgte dem unwiderstehlichen Schwung ihrer Hüften hinauf zu ihrem strahlend schönen Gesicht. - Waren das nicht genau die Worte, die der ungläubige Thomas in seiner Schwärmerei geäußert hatte? Ach ja, Gebo: Anziehungskraft. Und Ehwez: Partnerschaft. Alter Trottel.
"Oah," sagte Malaysia beeindruckt, "hast du gerade auch die Energie gespürt?" - "Ja," log ich vergnügt.
So saßen wir dann auf ihrem von Bäumen beschatteten Hinterhof, tranken aus energetisiertem Wasser und Kräutern zubereiteten Tee und redeten über Runen; d.h. sie redete, ich staunte. Das sei ein uraltes Wissen, das diese Runen verkörperten, teilte sie mir mit, ja, die Runen seien vor allem Wissen dagewesen, ein Urwissen der Welt. - Aha.
"Schließ mal die Augen und stell dir die Sonne vor. - Hast du's?" - Ich bejahte und öffnete die Augen wieder. - "Bei dieser Sekunde Vorstellung hast du ungefähr 40 Joule Energie verbraucht. Der Hebelarm deiner Imagination setzt ungefähr einen Meter vor der Sonne an und - äh, ich hab jetzt die genauen Zahlen nicht, aber - du hast also 40 Joule mit Millarden Kilometern Hebelarm in einer Sekunde bewegt, das macht einige Millionen Tonnenmeter pro Sekunde Arbeit, die du gerade geleistet hast. So mächtig sind Gedanken!"
Ich hatte gerade Leere im Kopf. - "Und die Runen sind noch mächtiger. Komm, wir machen mal ein paar Übungen, damit du die Energie spürst." Wir stellten uns auf das kleine Rasenstück - ganz locker! mahnte sie - und probierten als erstes 'Ehwez'. Sie leitete mich an. Die Beine leicht gespreizt, die Arme etwas vom Körper abstehend nach unten gerichtet, das Gesicht der Sonne zugewandt und dazu der Name der Rune gesprochen.
"Spürst du die Energie?" - Ich verneinte ehrlich. - Du mußt locker sein," betonte sie. "Gleich nochmal." - Die Energie blieb bei mir aus. Ich spürte nur, was ich sowohl zuvor als auch danach fühlte und wahrnahm. Die Energie des Sonnenlichtes, den Duft der verschiedenen Blumen, das Schwirren und Summen von Insekten, den Geruch von Gras, Bäumen und dem Moos in den Ritzen der Steinplatten, den Gesang der Vögel: "Amsel, Drossel, Fink und Star" klang es in mir. Ich kenne diesen Zustand; bekifft von einer guten Witterung.
"Du mußt dich öffnen," drängte Malaysia. "Ehwez steht übrigens für gemeinsame Anstrengung, verschiedene beteiligte Kräfte mit einem Ziel, Vertrauen und Partnerschaft. Na gut, vielleicht noch eine andere. Wir probieren 'Gebo', ja? Gebo steht für Geschenk, Teamwork, freigesetzte Kräfte und Anziehungskraft. Die Stellung ist fast wie Ehwez, nur daß du die Arme nach oben nimmst, so." Sie machte es vor, schloß die Augen und murmelte "Geee-boo".
Hatte eine leichte Brise die Blätter der Bäume ein wenig gehoben oder hatte die Erddrehung der Sonne ermöglicht, durch eine Lücke im Geäst zu lugen? Malaysia stand plötzlich in einem Sonnenstrahl und wirkte fremd und beinahe transparent, schien sogar zu schweben. Dann stand sie wieder im Schatten, das knappe Shirt über den Bauchnabel nach oben gerutscht, und mein Blick folgte dem unwiderstehlichen Schwung ihrer Hüften hinauf zu ihrem strahlend schönen Gesicht. - Waren das nicht genau die Worte, die der ungläubige Thomas in seiner Schwärmerei geäußert hatte? Ach ja, Gebo: Anziehungskraft. Und Ehwez: Partnerschaft. Alter Trottel.
"Oah," sagte Malaysia beeindruckt, "hast du gerade auch die Energie gespürt?" - "Ja," log ich vergnügt.
Dicki - am Mi, 16. Juni 2004, 22:33 - Rubrik: Erwins Welt
Sie spielt auf mir
wie auf nem Klavier
Sie spielt auf mir rum
wie auf nem Harmonium
wie auf nem Klavier
Sie spielt auf mir rum
wie auf nem Harmonium
Dicki - am Di, 15. Juni 2004, 13:54
Gestern war ich kurz davor, morgen FDP zu wählen. Weil die so einen tollen Slogan haben: "Wir passen den Staat an den Menschen an. Und nicht umgekehrt."
Dicki - am Sa, 12. Juni 2004, 19:58 - Rubrik: zickezacke
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