Meine Abneigung gegen Anekdoten entstand schon im Kindesalter und wurde durch die Rubrik "Die kleine Anekdote" auf der "Rätsel und Roman"-Seite des Weser Kurier hervorgerufen. Vielleicht hätte meine Mutter mir den Sinn dieser Geschichten nicht dadurch zu erklären versuchen sollen, daß sie eine Art Witz seien, denn ich wußte bereits: über Witze lacht man meist, über Anekdoten nie.
Dennoch habe ich seit Jahren eine Lieblingsanekdote - die sich in Wahrheit nie zugetragen hat, was sie aber vermutlich mit manch anderer Anekdote gemein hat. Ebenfalls gemein hat sie, daß die Pointe nicht ins Auge fällt. Sofern und falls Anekdoten überhaupt Pointen haben. Sie - meine Lieblingsanekdote - handelt von meiner Mutter, die als gebürtige Niederländerin (Amsterdamerin, würde sie selbst sagen), eine etwas andere Sprachauffassung hat als der gemeine Deutsche. Aber nicht darum geht es, sonderm um ihren äußerst flexibel und überraschend angewandten Ausspruch "Das Ding tut es nicht". Und hier ist die Geschichte:
Sie ruft bei mir an und sagt:" Ich muß dir mal eben was erzählen. Ich hatte noch nie Probleme mit Bananen aufzupulen, heute morgen hatte ich Lust auf eine Banane und will die aufmachen, aber das verflixte Ding tut es nicht."
Auch das hat sie mit vielen anderen Anekdoten gemein: daß ihr Erzähler glaubt, etwas Interessantes erzählt zu haben.
Dennoch habe ich seit Jahren eine Lieblingsanekdote - die sich in Wahrheit nie zugetragen hat, was sie aber vermutlich mit manch anderer Anekdote gemein hat. Ebenfalls gemein hat sie, daß die Pointe nicht ins Auge fällt. Sofern und falls Anekdoten überhaupt Pointen haben. Sie - meine Lieblingsanekdote - handelt von meiner Mutter, die als gebürtige Niederländerin (Amsterdamerin, würde sie selbst sagen), eine etwas andere Sprachauffassung hat als der gemeine Deutsche. Aber nicht darum geht es, sonderm um ihren äußerst flexibel und überraschend angewandten Ausspruch "Das Ding tut es nicht". Und hier ist die Geschichte:
Sie ruft bei mir an und sagt:" Ich muß dir mal eben was erzählen. Ich hatte noch nie Probleme mit Bananen aufzupulen, heute morgen hatte ich Lust auf eine Banane und will die aufmachen, aber das verflixte Ding tut es nicht."
Auch das hat sie mit vielen anderen Anekdoten gemein: daß ihr Erzähler glaubt, etwas Interessantes erzählt zu haben.
Dicki - am Fr, 09. Juli 2004, 12:59 - Rubrik: in eigener Sache
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Blöder Klotz
Die UNESCO hat den Kölner Dom auf die rote Liste des gefährdeten Weltkulturerbes gesetzt. Der Welterbe-Ausschuss schlägt Alarm, "nachdem er vom Bau mehrerer Hochhäuser auf der gegenüberliegenden Rheinseite gehört hat", teilte die UNESCO mit. Das stelle die "Integrität" des Doms in Frage. Oberbürgermeister Fritz Schramma wies die Kritik zurück. "Es kann nicht sein, dass eine Stadt, weil sie einen Dom hat, sich nicht weiterentwickeln darf".
(Meldung WK 6.7.04)
Alle trachten nur - nach dem Busen der Natur
Die optische Umsetzung von Opernmusik verlagert sich nach Ansicht unserer Leserin [X.X.] zusehends in Gosse oder Puff. Es werde nur noch Skandal trächtig inszeniert.
(Bilduntertext WK 6.7.04)
Die UNESCO hat den Kölner Dom auf die rote Liste des gefährdeten Weltkulturerbes gesetzt. Der Welterbe-Ausschuss schlägt Alarm, "nachdem er vom Bau mehrerer Hochhäuser auf der gegenüberliegenden Rheinseite gehört hat", teilte die UNESCO mit. Das stelle die "Integrität" des Doms in Frage. Oberbürgermeister Fritz Schramma wies die Kritik zurück. "Es kann nicht sein, dass eine Stadt, weil sie einen Dom hat, sich nicht weiterentwickeln darf".
(Meldung WK 6.7.04)
Alle trachten nur - nach dem Busen der Natur
Die optische Umsetzung von Opernmusik verlagert sich nach Ansicht unserer Leserin [X.X.] zusehends in Gosse oder Puff. Es werde nur noch Skandal trächtig inszeniert.
(Bilduntertext WK 6.7.04)
Dicki - am Di, 06. Juli 2004, 23:50 - Rubrik: aus aller Welt
Wie bereits erwähnt, lese ich derzeit Chandlers short stories. Gestern nacht "Der König in Gelb"; leicht fröstelnd im durchgelüfteten Zimmer, Regentropfen an den Scheiben hängend und von der Straßen Nässe heraufklingend. Da stand es, das Wort: "Herbstabend".
In den Wochen zuvor hatte ich zwei Romane von P.D.James gelesen, die beide im September spielen. Das paßt. Es ist Sommer und um Mitternacht sehe ich im Norden noch den warm-blauen Schimmer fortgeschrittener Dämmerung, aber das paßt.
Vor ein paar Tagen typische Semptemberluft mit entsprechenden Wolken. Gestern abend ein Himmel wie an dem Morgen nach dem letzten Angriff der Vögel in dem Film von Hitchcock. Interessant, aber nicht allzu angenehm.
Und dann diese Gewitter. Üblicherweise beeindrucken mich Gewitter; sind sie heftig, geht das bis zur Ängstlichkeit: bei jedem Aufblitzen zucke ich zusammen, bebe bei jedem Donnerschlag. Nicht so dieser Tage, da bin ich bloß genervt. "Haach, wieder ein Wäärmegewitter," tunte ich allenfalls.
Aber die Pflanzen freut's, die fühlen sich wohl. Sie duften nicht, dafür ist es zu kühl, aber sie gedeihen prächtig. Pflanze müßte man sein.
In den Wochen zuvor hatte ich zwei Romane von P.D.James gelesen, die beide im September spielen. Das paßt. Es ist Sommer und um Mitternacht sehe ich im Norden noch den warm-blauen Schimmer fortgeschrittener Dämmerung, aber das paßt.
Vor ein paar Tagen typische Semptemberluft mit entsprechenden Wolken. Gestern abend ein Himmel wie an dem Morgen nach dem letzten Angriff der Vögel in dem Film von Hitchcock. Interessant, aber nicht allzu angenehm.
Und dann diese Gewitter. Üblicherweise beeindrucken mich Gewitter; sind sie heftig, geht das bis zur Ängstlichkeit: bei jedem Aufblitzen zucke ich zusammen, bebe bei jedem Donnerschlag. Nicht so dieser Tage, da bin ich bloß genervt. "Haach, wieder ein Wäärmegewitter," tunte ich allenfalls.
Aber die Pflanzen freut's, die fühlen sich wohl. Sie duften nicht, dafür ist es zu kühl, aber sie gedeihen prächtig. Pflanze müßte man sein.
Dicki - am So, 04. Juli 2004, 18:43 - Rubrik: aus aller Welt
Mir hat immer die kleine Geschichte zu der Ulysses-Übersetzung von Hans Wollschläger gefallen: daß er " (... ) and cried butterly" mit " (...) und weinte Buttermilch" wiedergegeben hat; das ist hübsch, auch wenn der Anklang des Originals an 'butterfly' dabei vollig unter die Milchkanne fällt.
Seit einigen Tagen lese ich gemächlich die kurzen Kriminalstorys Raymond Chandlers in der Übersetzung von - wem wohl - Hans Wollschläger. "Mittelältlich" übersetzt er dauernd, wenn von einer Person mittleren Alters die Rede ist. Künstlerische Freiheit? Aber nicht hier: über ein granatbesetztes - also mit Edelsteinen verziertes - Etui sagt er, es sei "mit Granaten besetzt". Vielleicht hat er nur 3000 Mark für die Übersetzung bekommen?
" >> (...) Da'ss ooch so was, was die Verleger nie lern'n : wenn se 3 Tausnd Mark für 'ne Übersetzunk blechen, kriegn se 'ne 3-Tausnd-Mark-Übersetzunk; wenn se 6 Tausnd schmeißn, eene für 6 Tausnd : dann kann ich neemlich de doppelte Zeit dran wendn ! << .
Auf das vorsichtige Bedenken seines - verständlicherweise ungenannt bleiben wollenden - Bekannten : daß die meisten < Künstler > unter sotanen Umständen dann wohl eben doch nur die für 3 herstellen, und für die übrigen 3 schlicht faulenzen würden : ob die Gefahr nicht nahe läge ? , habe er kaltblütig erwidert : die läge freilich verdammt nahe. "
(letzter Absatz zitiert aus: Arno Schmidt, "Piporakemes")
Seit einigen Tagen lese ich gemächlich die kurzen Kriminalstorys Raymond Chandlers in der Übersetzung von - wem wohl - Hans Wollschläger. "Mittelältlich" übersetzt er dauernd, wenn von einer Person mittleren Alters die Rede ist. Künstlerische Freiheit? Aber nicht hier: über ein granatbesetztes - also mit Edelsteinen verziertes - Etui sagt er, es sei "mit Granaten besetzt". Vielleicht hat er nur 3000 Mark für die Übersetzung bekommen?
" >> (...) Da'ss ooch so was, was die Verleger nie lern'n : wenn se 3 Tausnd Mark für 'ne Übersetzunk blechen, kriegn se 'ne 3-Tausnd-Mark-Übersetzunk; wenn se 6 Tausnd schmeißn, eene für 6 Tausnd : dann kann ich neemlich de doppelte Zeit dran wendn ! << .
Auf das vorsichtige Bedenken seines - verständlicherweise ungenannt bleiben wollenden - Bekannten : daß die meisten < Künstler > unter sotanen Umständen dann wohl eben doch nur die für 3 herstellen, und für die übrigen 3 schlicht faulenzen würden : ob die Gefahr nicht nahe läge ? , habe er kaltblütig erwidert : die läge freilich verdammt nahe. "
(letzter Absatz zitiert aus: Arno Schmidt, "Piporakemes")
Dicki - am Sa, 03. Juli 2004, 21:41 - Rubrik: aus aller Welt
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Da ich mich immer noch als 'links' verstehe - präziser: als konservativer Anarchist - und als junger aktiver Linksradikaler einen Haß auf den Begriff 'Linksfaschismus' entwickelt habe, wurmt es mich jedesmal, wenn Jusos und andere wahrhaft linke dieser schlimmen Vorstellung in die Hände arbeiten, wie es dieser Tage in Frankfurt/Main geschieht - doch begreife ich nun auch die Berechtigung anhand des Vorgehens des AStA der Uni Frankfurt und freue mich, daß chuzpe die Chuzpe hat, den Lexikon-Eintrag für 'Linksfaschisten' zu zitieren.
Bei chuzpe und Reisenotizen aus der Realität ist die ganze Malaise geschildert (incl. Zitaten und dem Hetzartikel im AStA-Blatt); bei Paperback Fighter gibt es weitere erhellende Kommentare. Verlinkt habe ich nur die Beiträge, die mir am wichtigsten scheinen, in allen drei blogs steht aber noch mehr zum Thema. Was andere Blogger dazu sagen, findet man über diese Linkliste heraus.
Mein kleiner Beitrag: diese linken Linken schieben Juden und Holocaust-Opfer vor, um angeblichen "geschichtsrevisionistischen Elementen" mal ihre ganze herbeigesehnte Macht um die Ohren hauen zu können. Das sind miserable Dreckslinke; Feiglinge, die andere vorschieben, um sich mal trauen zu können. Gar nicht so unähnlich dem hier beschriebenen Phänomen (ist aber ein anderes Thema).
Bei chuzpe und Reisenotizen aus der Realität ist die ganze Malaise geschildert (incl. Zitaten und dem Hetzartikel im AStA-Blatt); bei Paperback Fighter gibt es weitere erhellende Kommentare. Verlinkt habe ich nur die Beiträge, die mir am wichtigsten scheinen, in allen drei blogs steht aber noch mehr zum Thema. Was andere Blogger dazu sagen, findet man über diese Linkliste heraus.
Mein kleiner Beitrag: diese linken Linken schieben Juden und Holocaust-Opfer vor, um angeblichen "geschichtsrevisionistischen Elementen" mal ihre ganze herbeigesehnte Macht um die Ohren hauen zu können. Das sind miserable Dreckslinke; Feiglinge, die andere vorschieben, um sich mal trauen zu können. Gar nicht so unähnlich dem hier beschriebenen Phänomen (ist aber ein anderes Thema).
Dicki - am Fr, 02. Juli 2004, 23:26 - Rubrik: deutsche kenneweiss