"Heute ist so schönes Wetter, was sitzen wir hier drinnen?!" maulte der ungläubige Thomas. Schlapp und schwitzend auf unseren Plätzen hängend, gaben wir ihm recht. Erwin, Doris' Pitbull, hechelte sich in der Hitze dumm und dämlich. Vielleicht hyperventilierte er bereits.
Also nichts wie raus. Statt dem vorgesehenen Thema 'Lichtarbeit' einfach in der Sonne sitzen. Das 'wo' und 'wie' war noch zu klären. - "Lasst uns doch nacktbaden gehn," schlug Malaysia keck vor. - "Das ist mir zu intim," protestierte ich sofort, und das ist es wirklich. Beispielsweise meide ich Pinkelrinnen und Pissoirs; wird man nicht in ein idiotisches Gespräch verwickelt, starrt einem der Nebenmann auf den Schniedel, oder beides. Und ich kann dieses scheinunschuldige Nacktgetue nicht ab. Soll Malaysia sich was Besseres einfallen lassen, um endlich mit dem ungläubigen Thomas handgemein werden zu können.
Erwin, der gewissermaßen immer nackt herumläuft, war es egal, aber Doris unterstützte mich gegen Malaysias Tirade über "die Verklemmtheit der Männer", während Thomas sich feige (oder weise?) näherer Äußerungen enthielt. - "Weshalb gehen wir nicht in den Bürgerpack und picknicken dort?" schlug ich vor. - "Au ja!" Doris begeisterte sich. "Aber besser noch in den Stadtwald, zu dieser kleinen Anhöhe am See." Damit waren Alle einverstanden. Wir packten energetisiertes Wasser und Tofupäckchen ein und quetschten uns in Doris' 'Smart'. "Platz ist in der kleinsten Hütte", wie der Dichter sagt, und Erwin klebte sozusagen unter der Decke.
Wir lagerten uns in den Halbschatten, mit Blick auf den kleinen See, den Judentempel hinter uns auf dem Hügel. Als wir bequem im Gras saßen, seufte Doris: "Fehlt nur noch ein Lagerfeuer." Und schon kramten wir Erinnerungen an Ausflüge, Camping und Zeltlager hervor. Als das Gespräch einige Zeit bei Spezialunterwäsche für kalte Camping-Nächte verweilte, nahm ich Erwin zu einem kleinen Spaziergang mit. Vom Unisee klang Badelärm herüber, Erwin schnüffelte in Karnickellöchern und ich sog die würzige Waldluft ein. Wir umrundeten den See und erreichten das Lager gerade, als der ungläubige Thomas eine Schauergeschichte zu erzählen begann.
Als Junge war er mit anderen Kindern in einem Zeltlager in der holsteinischen Schweiz. Die Busfahrt dorthin dauerte lang, und so sprang er bei der Ankunft gleich in den Wald, um sich zu erleichtern. Während der Strahl in Gräser und Farne rauschte, schaute er geistesabwesend in die Bäume. Ein Pieken lenkte seinen Blick auf den Pillermann: dort saß eine große Mücke und nahm sich ihr Teil. Er verscheuchte sie, pinkelte zuende und gesellte sich zurück zur Gruppe, die sich zum eigentlichen Zeltlager aufmachte. Sie bezogen ihre Mannschaftszelte, sahen sich um, aßen im Speisezelt zu Abend, und die ganze Zeit rumorte es in Thomas' Hose.
Als er später auf dem Plumpsklo die Hosen herunterließ, sah er die Bescherung: alles angeschwollen von dem Mückenstich. Und die - juckende! - Schwellung hielt noch Tage an. - "Ich habe mich die ganze Zeit richtig krank gefühlt," schloß Thomas erinnerungsselig. Doris, die Pidel meines Wissens ohnehin für verschwollene Gnuppel hält, rümpfte ein ums andere Mal die Nase, und Malaysia, mit gewissen körperlichen Realitäten konfrontiert, wirkte Thomas nicht mehr ganz so zugeneigt. Erwin schmiegte sich mitfühlend an den ungläubigen Thomas.
"Haben auch andere Kinder im Wald gepinkelt, als du da standest?" fragte ich. - "Ja, sicher." - "Dann denk doch mal darüber nach, weshalb die Mücke sich ausgerechnet auf deinen Schwanz gesetzt hat." - "Genau," sagte Malaysia, "sie hat dich ausgewählt, damit du diese Erfahrung machen kannst."
"Und wenn dem so ist," fragte der ungläubige Thomas, "welche Erfahrung sollte das dann sein?"
"Leid." - "Und Schmerz." - "Und Jucken," ergänzte ich. Erwin reagierte sehr menschlich; er hatte das Bedürfnis, sich zu kratzen.
Also nichts wie raus. Statt dem vorgesehenen Thema 'Lichtarbeit' einfach in der Sonne sitzen. Das 'wo' und 'wie' war noch zu klären. - "Lasst uns doch nacktbaden gehn," schlug Malaysia keck vor. - "Das ist mir zu intim," protestierte ich sofort, und das ist es wirklich. Beispielsweise meide ich Pinkelrinnen und Pissoirs; wird man nicht in ein idiotisches Gespräch verwickelt, starrt einem der Nebenmann auf den Schniedel, oder beides. Und ich kann dieses scheinunschuldige Nacktgetue nicht ab. Soll Malaysia sich was Besseres einfallen lassen, um endlich mit dem ungläubigen Thomas handgemein werden zu können.
Erwin, der gewissermaßen immer nackt herumläuft, war es egal, aber Doris unterstützte mich gegen Malaysias Tirade über "die Verklemmtheit der Männer", während Thomas sich feige (oder weise?) näherer Äußerungen enthielt. - "Weshalb gehen wir nicht in den Bürgerpack und picknicken dort?" schlug ich vor. - "Au ja!" Doris begeisterte sich. "Aber besser noch in den Stadtwald, zu dieser kleinen Anhöhe am See." Damit waren Alle einverstanden. Wir packten energetisiertes Wasser und Tofupäckchen ein und quetschten uns in Doris' 'Smart'. "Platz ist in der kleinsten Hütte", wie der Dichter sagt, und Erwin klebte sozusagen unter der Decke.
Wir lagerten uns in den Halbschatten, mit Blick auf den kleinen See, den Judentempel hinter uns auf dem Hügel. Als wir bequem im Gras saßen, seufte Doris: "Fehlt nur noch ein Lagerfeuer." Und schon kramten wir Erinnerungen an Ausflüge, Camping und Zeltlager hervor. Als das Gespräch einige Zeit bei Spezialunterwäsche für kalte Camping-Nächte verweilte, nahm ich Erwin zu einem kleinen Spaziergang mit. Vom Unisee klang Badelärm herüber, Erwin schnüffelte in Karnickellöchern und ich sog die würzige Waldluft ein. Wir umrundeten den See und erreichten das Lager gerade, als der ungläubige Thomas eine Schauergeschichte zu erzählen begann.
Als Junge war er mit anderen Kindern in einem Zeltlager in der holsteinischen Schweiz. Die Busfahrt dorthin dauerte lang, und so sprang er bei der Ankunft gleich in den Wald, um sich zu erleichtern. Während der Strahl in Gräser und Farne rauschte, schaute er geistesabwesend in die Bäume. Ein Pieken lenkte seinen Blick auf den Pillermann: dort saß eine große Mücke und nahm sich ihr Teil. Er verscheuchte sie, pinkelte zuende und gesellte sich zurück zur Gruppe, die sich zum eigentlichen Zeltlager aufmachte. Sie bezogen ihre Mannschaftszelte, sahen sich um, aßen im Speisezelt zu Abend, und die ganze Zeit rumorte es in Thomas' Hose.
Als er später auf dem Plumpsklo die Hosen herunterließ, sah er die Bescherung: alles angeschwollen von dem Mückenstich. Und die - juckende! - Schwellung hielt noch Tage an. - "Ich habe mich die ganze Zeit richtig krank gefühlt," schloß Thomas erinnerungsselig. Doris, die Pidel meines Wissens ohnehin für verschwollene Gnuppel hält, rümpfte ein ums andere Mal die Nase, und Malaysia, mit gewissen körperlichen Realitäten konfrontiert, wirkte Thomas nicht mehr ganz so zugeneigt. Erwin schmiegte sich mitfühlend an den ungläubigen Thomas.
"Haben auch andere Kinder im Wald gepinkelt, als du da standest?" fragte ich. - "Ja, sicher." - "Dann denk doch mal darüber nach, weshalb die Mücke sich ausgerechnet auf deinen Schwanz gesetzt hat." - "Genau," sagte Malaysia, "sie hat dich ausgewählt, damit du diese Erfahrung machen kannst."
"Und wenn dem so ist," fragte der ungläubige Thomas, "welche Erfahrung sollte das dann sein?"
"Leid." - "Und Schmerz." - "Und Jucken," ergänzte ich. Erwin reagierte sehr menschlich; er hatte das Bedürfnis, sich zu kratzen.
Dicki - am Mi, 09. Juni 2004, 21:31 - Rubrik: Erwins Welt
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Dreiundneunzig ist er geworden. Ob er wirklich erst im Alter an Alzheimer erkrankt ist? Denken konnte er jedenfalls noch nie. Was Ronald Reagan als Schauspieler taugte, mag man an seinen Auftritten als 40. Präsident der USA ermessen. Der Amtseid: Augenaufschlag, Kopfruckeln. Nur Bush jr. wirkte dem Meineid näher. Nun wird Ronald Reagans "Lebenswerk" gewürdigt. Ein Kotau vor der Dummheit, ein Hurra für die Menschenfeindlichkeit, ein Halleluja für eine schwarze Seele. - Nix da "nihil nisi bene" sagen.
Dreiundneunzig Jahre. Nur Legenden leben länger. Wie zum Beispiel unser Roland, der dieser Tage 600 Jahre alt wird bzw. sein steinernes Abbild. Der historische Roland war ein Paladin (und eventuell unehelicher Sohn) Karls des Großen. Er lebte und starb im 9. Jahrhundert (n. Chr.). Zweifel sind an der Überlieferung angebracht, er habe tausende Sarazenen niedergestreckt, sein Schwert "Nothung" in der einen, sein Hifthorn "Olifant", zum Hilferuf an die Lippen gesetzt, in der anderen Hand. Jedoch hat er im Gegensatz zu Ronald Reagan noch eigenhändig im Krieg gefochten und starb für König und Reich, fortan als Freiheitskämpfer verehrt. Nun ja.
Vor 600 Jahren wurde seine Statue auf den Bremer Marktplatz gesetzt. Auf seinen Schild ließen die Städter trotzig meißeln:
Vryheit do ik ju openbar
de Karl un mennich vorst vorwar
desser stede ghegheven hat.
Des danket Gode is min radt
(Freiheit garantiere ich euch
die Karl [der Große] und viele Fürsten erneut
dieser Stadt gegeben hat.
Dafür dankt Gott, ist mein Rat)
Alles Lug und Trug: zu Carolus Magnus' Zeit war Bremen noch nicht mal gegründet, und die angeblich von Heinrich dem Fünften anno 1111 verbrieften Rechte bestanden aus einer gefälschten Urkunde! Dennoch, Bremen erhielt Markt- und Stadtrecht und avancierte zur Freien und Hanse Stadt. Was sie seither dem Roland - ihrem Roland - dankt.
Wer weiß - wenn Ronald Reagan im spanischen Bürgerkrieg eine Freiwilligenbrigade heldenhaft in eine aussichtslose Schlacht gegen die Falangisten geführt hätte, ob er nicht heute eine Legende und quasi-unsterblich wäre. Aber er kämpfte nicht und starb nicht im Kampf. Ob der Tod ihn schließlich doch gelehrt hat, das Leben - alles Leben - zu lieben?
Dreiundneunzig Jahre. Nur Legenden leben länger. Wie zum Beispiel unser Roland, der dieser Tage 600 Jahre alt wird bzw. sein steinernes Abbild. Der historische Roland war ein Paladin (und eventuell unehelicher Sohn) Karls des Großen. Er lebte und starb im 9. Jahrhundert (n. Chr.). Zweifel sind an der Überlieferung angebracht, er habe tausende Sarazenen niedergestreckt, sein Schwert "Nothung" in der einen, sein Hifthorn "Olifant", zum Hilferuf an die Lippen gesetzt, in der anderen Hand. Jedoch hat er im Gegensatz zu Ronald Reagan noch eigenhändig im Krieg gefochten und starb für König und Reich, fortan als Freiheitskämpfer verehrt. Nun ja.
Vor 600 Jahren wurde seine Statue auf den Bremer Marktplatz gesetzt. Auf seinen Schild ließen die Städter trotzig meißeln:
Vryheit do ik ju openbar
de Karl un mennich vorst vorwar
desser stede ghegheven hat.
Des danket Gode is min radt
(Freiheit garantiere ich euch
die Karl [der Große] und viele Fürsten erneut
dieser Stadt gegeben hat.
Dafür dankt Gott, ist mein Rat)
Alles Lug und Trug: zu Carolus Magnus' Zeit war Bremen noch nicht mal gegründet, und die angeblich von Heinrich dem Fünften anno 1111 verbrieften Rechte bestanden aus einer gefälschten Urkunde! Dennoch, Bremen erhielt Markt- und Stadtrecht und avancierte zur Freien und Hanse Stadt. Was sie seither dem Roland - ihrem Roland - dankt.
Wer weiß - wenn Ronald Reagan im spanischen Bürgerkrieg eine Freiwilligenbrigade heldenhaft in eine aussichtslose Schlacht gegen die Falangisten geführt hätte, ob er nicht heute eine Legende und quasi-unsterblich wäre. Aber er kämpfte nicht und starb nicht im Kampf. Ob der Tod ihn schließlich doch gelehrt hat, das Leben - alles Leben - zu lieben?
Dicki - am Di, 08. Juni 2004, 1:53 - Rubrik: Nachtgesaenge
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Doris war mir anfangs sehr zugetan. Wie sehr, weiß ich nicht und werde ich auch nie erfahren. Ich wäre einem Techtelmechtel, Téte-á-téte, tatsch-tatsch usw. nicht abgeneigt gewesen. Aber als sie bei unserer zweiten Begegnung sagte, Schwänze (sie meinte tatsächlich Pidel, nicht Schweife) seien eigentlich häßlich, mußte ich einfach widersprechen: "Der Schwanz als solches mag unästhetisch sein, aber häßlich ist er nicht. ICH sehe Schwänze gerne." Damit war unsere Romanze beendet, bevor sie überhaupt begonnen hatte.
Naja, im Grunde liebt sie eh nur Frauen, will das aber nicht wahrhaben. Erwin, ihr Pitbull, passt gut zu ihr, der ist nämlich schwul, allerdings heimlich. Doris hat nicht so ein wahnsinnig intelligentes Gesicht, aber mit ihrer Kurzhaarfrisur sieht sie sehr ansprechend aus, und dann hat sie so einen kleinen spitzen Busen, also, bestimmte Frauen müssen förmlich auf sie fliegen.
Samstag begleitete ich sie zu 'Kristall - der Chakren-Shop'. Sie hatte nämlich in einem Buch über die Heilwirkung von Steinen gestöbert, und nun wollte sie Perle-Essenz kaufen, die "pendelt das sinnliche Empfinden ein", wie sie mir sagte, und die gebe es nur bei 'Kristall'. Weshalb sie sich so betulich ausdrückte, verstand ich nicht. Jedes Kind weiß doch, daß Perlen das Sexual-Chakra günstig beeinflussen. Aber bitte, jeder wie er mag. Außer Erwin, der mußte in Doris' 'Smart' warten, weil er in Geschäften immer sehr territorial agiert.
Gleich als wir den Laden betraten, bemerkte ich den Blick, mit dem die mittelalte Betreiberin - buntes Geflatter, eine Menge Ringe und Ketten, vertrauenerweckende Leibesfülle - Doris ansah. Das wäre was für Erwin jetzt, dachte ich und wandte mich diskret der Abteilung 'Düfte' zu. Doris kam gleich zur Sache: "Haben Sie Perle-Essenz?"
"Erstens darfst du mich duzen, zweitens heiße ich Hermine, und drittens - wer bist du denn?" sprach die Frau mit rauchigem Alt. "Nein, warte, laß mich raten. Hmmm-Mmhhhmmm. Du hast eine sehr feminine Aura hinter deinem maskulinen Auftreten, das fühle ich deutlich. Du bist eine Sucherin, eine sinnliche Sucherin, ein sehr sinnlicher Mensch. Das einzige, was dir ein wenig mangelt, ist die Sinnenfreude. Glaube mir, die Freude ist leicht wie Blütenstaub und süß wie Honig. Koste davon, dann weißt du, was ich meine. Ein Duft wie zarte Blütenknospen, eine Frische wie Tau auf Rosenblättern, ein Gefühl wie tanzende Schmetterlinge im Sonnenschein. Perle-Essenz? Mais oui!"
Das müßte Erwin miterleben, da könnte selbst er, der alte Schlawiner, noch etwas dazulernen. Doris, deren Reaktion ich zu gern gesehen hätte, aber ich hatte mir ja auferlegt, diskret anderswohin zu schauen, Doris also murmelte ein paar Worte, die ich nicht verstehen konnte. Dann sprach sie mich an: "Kannst du bitte nach Erwin sehen? Ich habe Angst, daß der Krawall macht, der ist heute schon die ganze Zeit so hyperaktiv."
Ich bin kein Spielverderber, tat ahnungslos und trollte mich aus dem Laden; nicht ohne einen innerlichen Stoßseufzer: Erwin verheimlicht es Doris, Doris verheimlicht es Erwin (und der ganzen Welt). Wenn die beiden wüßten. Ich setzte mich zu Erwin in den 'Smart'. "Na , Kumpel, langweilst du dich? Laß uns mal 'ne Runde Mau-Mau spielen."
Kaum hatte ich die Karten gemischt und ausgeteilt, als Doris schon zu uns einstieg. Das ging ja ziemlich schnell! "Hör mal," sagte ich, "ich weiß Bescheid und ich meine, du solltest dich dazu bekennen." - "Was du schon weißt!" giftete sie und zerkrümelte eine Filterzigarette. "Diese Hermine ist ein Kerl im Fummel. Der wäre was für dich, du stehst doch auf Schwänze!" - Erwin grinste mich an.
"Doris," sagte ich, "ich weiß eine italienische Eisdiele, da fahren wir jetzt hin und gönnen uns ein leckeres, was sage ich, ein exquisites Eis. Dort arbeitet außerdem eine zauberhafte Kellnerin, die garantiert keinen Schwanz hat." - "Hast du die gevögelt oder wieso weißt du das so genau?!"
Ich habe nicht nachgefragt, aber vermutlich hat sie ihre Perle-Essenz nicht bekommen.
Naja, im Grunde liebt sie eh nur Frauen, will das aber nicht wahrhaben. Erwin, ihr Pitbull, passt gut zu ihr, der ist nämlich schwul, allerdings heimlich. Doris hat nicht so ein wahnsinnig intelligentes Gesicht, aber mit ihrer Kurzhaarfrisur sieht sie sehr ansprechend aus, und dann hat sie so einen kleinen spitzen Busen, also, bestimmte Frauen müssen förmlich auf sie fliegen.
Samstag begleitete ich sie zu 'Kristall - der Chakren-Shop'. Sie hatte nämlich in einem Buch über die Heilwirkung von Steinen gestöbert, und nun wollte sie Perle-Essenz kaufen, die "pendelt das sinnliche Empfinden ein", wie sie mir sagte, und die gebe es nur bei 'Kristall'. Weshalb sie sich so betulich ausdrückte, verstand ich nicht. Jedes Kind weiß doch, daß Perlen das Sexual-Chakra günstig beeinflussen. Aber bitte, jeder wie er mag. Außer Erwin, der mußte in Doris' 'Smart' warten, weil er in Geschäften immer sehr territorial agiert.
Gleich als wir den Laden betraten, bemerkte ich den Blick, mit dem die mittelalte Betreiberin - buntes Geflatter, eine Menge Ringe und Ketten, vertrauenerweckende Leibesfülle - Doris ansah. Das wäre was für Erwin jetzt, dachte ich und wandte mich diskret der Abteilung 'Düfte' zu. Doris kam gleich zur Sache: "Haben Sie Perle-Essenz?"
"Erstens darfst du mich duzen, zweitens heiße ich Hermine, und drittens - wer bist du denn?" sprach die Frau mit rauchigem Alt. "Nein, warte, laß mich raten. Hmmm-Mmhhhmmm. Du hast eine sehr feminine Aura hinter deinem maskulinen Auftreten, das fühle ich deutlich. Du bist eine Sucherin, eine sinnliche Sucherin, ein sehr sinnlicher Mensch. Das einzige, was dir ein wenig mangelt, ist die Sinnenfreude. Glaube mir, die Freude ist leicht wie Blütenstaub und süß wie Honig. Koste davon, dann weißt du, was ich meine. Ein Duft wie zarte Blütenknospen, eine Frische wie Tau auf Rosenblättern, ein Gefühl wie tanzende Schmetterlinge im Sonnenschein. Perle-Essenz? Mais oui!"
Das müßte Erwin miterleben, da könnte selbst er, der alte Schlawiner, noch etwas dazulernen. Doris, deren Reaktion ich zu gern gesehen hätte, aber ich hatte mir ja auferlegt, diskret anderswohin zu schauen, Doris also murmelte ein paar Worte, die ich nicht verstehen konnte. Dann sprach sie mich an: "Kannst du bitte nach Erwin sehen? Ich habe Angst, daß der Krawall macht, der ist heute schon die ganze Zeit so hyperaktiv."
Ich bin kein Spielverderber, tat ahnungslos und trollte mich aus dem Laden; nicht ohne einen innerlichen Stoßseufzer: Erwin verheimlicht es Doris, Doris verheimlicht es Erwin (und der ganzen Welt). Wenn die beiden wüßten. Ich setzte mich zu Erwin in den 'Smart'. "Na , Kumpel, langweilst du dich? Laß uns mal 'ne Runde Mau-Mau spielen."
Kaum hatte ich die Karten gemischt und ausgeteilt, als Doris schon zu uns einstieg. Das ging ja ziemlich schnell! "Hör mal," sagte ich, "ich weiß Bescheid und ich meine, du solltest dich dazu bekennen." - "Was du schon weißt!" giftete sie und zerkrümelte eine Filterzigarette. "Diese Hermine ist ein Kerl im Fummel. Der wäre was für dich, du stehst doch auf Schwänze!" - Erwin grinste mich an.
"Doris," sagte ich, "ich weiß eine italienische Eisdiele, da fahren wir jetzt hin und gönnen uns ein leckeres, was sage ich, ein exquisites Eis. Dort arbeitet außerdem eine zauberhafte Kellnerin, die garantiert keinen Schwanz hat." - "Hast du die gevögelt oder wieso weißt du das so genau?!"
Ich habe nicht nachgefragt, aber vermutlich hat sie ihre Perle-Essenz nicht bekommen.
Dicki - am So, 06. Juni 2004, 22:02 - Rubrik: Erwins Welt
Ein bestimmter Menschenschlag hat das unerfreuliche Talent, alles gleichermaßen mit der grauen Soße Banalität zu überziehen. Ob Dartspiel ("Erst fand ich das total doof, aber dann mußte ich mal mitspielen und das war super. Da sieht man dann auch den Sinn im Üben."), Bibel ("Nein, die ganze Welt wurde damals von Gott geschaffen, mitsamt den Fossilien und allem."), Esoterik ("Ich glaube auch nicht alles, aber da ist schon Gutes dabei, daß einem hilft, bewußter zu leben.") oder Musik ("melodiöse Cluster, die an blablabla erinnern") - es ist dieselbe maue und laue Oberflächlichkeit.
Was ist das für ein Glaube, der die unergründliche Schöpfung auf einen Magier reduziert, der quasi unter Zaubersprüchen die Welt - Simsalabim! - aus einem Zylinderhut hervorzieht. Gewissen Menschen dient Gott als Ersatz für ihr ungestilltes Bedürfnis nach einem zwar strengen, unberechenbaren und mächtigen Vater (wie sie einen hatten), der sie aber liebt (was ihrer nicht erkennen ließ).
Am schlimmsten treibt man es in Esoterikkreisen. Da ist die ganze Welt nur dazu da, damit das Ego Erfahrungen sammelt und ein höherwertiges Karma erreicht. Ob die Erfahrungen des einen Ego für andere Egos gut oder schlecht sind, ist schnurzegal. "Es gibt keine Opfer in Gottes Universum", las ich neulich.
Wenn also jemand mich ermorden will, muß ich um meines (oder seines?) Karma willen einverstanden sein; ich muß mein Schicksal akzeptieren. Wenn ich jemanden umbringe, findet sich bestimmt ein Guru, der mir versichert, daß ich unabänderlich diese Erfahrung machen mußte und mein Opfer sein Schicksal gewählt hat; also bitte kein schlechtes Gewissen.
Und sicher kann so ein Guru mich auch darüber aufklären, daß die Juden in den KZs ihr Schicksal gewählt haben, damals, als Adolf Eichmann ihre Transporte so perfekt organisierte. Eichmann hatte nichts gegen die Juden. Ihm persönlich wäre eine Exilierung (sprich Vertreibung), wie sie bis zur Wannsee-Konferenz 1942 offiziell noch angestrebt wurde, lieber gewesen. "Aber," so könnte er gesagt haben, "die Arbeit als solche hat durchaus Freude bereitet; da schluckt man dann auch mal die eine oder andere bittere Pille." Dieser Ausspruch ist fiktiv, aber die Haltung dahinter nicht: Er, der TÄTER, schluckt eine bittere Pille. Die Opfer - Achselzucken. Opfer?
Buchempfehlung: Hannah Arendt, "Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen", 1963
Auszug aus der Vorrede:
"Die Frage, ob die Juden sich hätten wehren könne oder müssen, die zuerst von dem israelischen Staatsanwalt erhoben und von mir als töricht und grausam bezeichnet wurde, da sie von einer fatalen Unkenntnis der Verhältnisse zeugte, ist bis in die erstaunlichsten Konsequenzen diskutiert worden: die alte historisch-soziologische Konstruktion der 'Getto-Psychologie', die in Israel Eingang in die Geschichtslehrbücher gefunden hat und in Amerika vor allem von dem Psychologen Bruno Bettelheim, allerdings gegen den enragierten Widerspruch des offiziellen amerikanischen Judentums vertreten wird, wurde immer wieder zur Erklärung für ein Verhalten herangezogen, das keineswegs auf das jüdische Volk beschränkt war und also auch nicht aus spezifisch jüdischen Faktoren erklärt werden kann. Bis schließlich jemand, dem das offenbar zu langweilig wurde, auf den genialen Einfall kam, Freudsche Theorien anzuwenden und den Juden einen natürlich unbewußten 'Todeswunsch' anzudichten."
Link zu einem Zitat aus Vita activa oder Vom tätigen Leben
Was ist das für ein Glaube, der die unergründliche Schöpfung auf einen Magier reduziert, der quasi unter Zaubersprüchen die Welt - Simsalabim! - aus einem Zylinderhut hervorzieht. Gewissen Menschen dient Gott als Ersatz für ihr ungestilltes Bedürfnis nach einem zwar strengen, unberechenbaren und mächtigen Vater (wie sie einen hatten), der sie aber liebt (was ihrer nicht erkennen ließ).
Am schlimmsten treibt man es in Esoterikkreisen. Da ist die ganze Welt nur dazu da, damit das Ego Erfahrungen sammelt und ein höherwertiges Karma erreicht. Ob die Erfahrungen des einen Ego für andere Egos gut oder schlecht sind, ist schnurzegal. "Es gibt keine Opfer in Gottes Universum", las ich neulich.
Wenn also jemand mich ermorden will, muß ich um meines (oder seines?) Karma willen einverstanden sein; ich muß mein Schicksal akzeptieren. Wenn ich jemanden umbringe, findet sich bestimmt ein Guru, der mir versichert, daß ich unabänderlich diese Erfahrung machen mußte und mein Opfer sein Schicksal gewählt hat; also bitte kein schlechtes Gewissen.
Und sicher kann so ein Guru mich auch darüber aufklären, daß die Juden in den KZs ihr Schicksal gewählt haben, damals, als Adolf Eichmann ihre Transporte so perfekt organisierte. Eichmann hatte nichts gegen die Juden. Ihm persönlich wäre eine Exilierung (sprich Vertreibung), wie sie bis zur Wannsee-Konferenz 1942 offiziell noch angestrebt wurde, lieber gewesen. "Aber," so könnte er gesagt haben, "die Arbeit als solche hat durchaus Freude bereitet; da schluckt man dann auch mal die eine oder andere bittere Pille." Dieser Ausspruch ist fiktiv, aber die Haltung dahinter nicht: Er, der TÄTER, schluckt eine bittere Pille. Die Opfer - Achselzucken. Opfer?
Buchempfehlung: Hannah Arendt, "Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen", 1963
Auszug aus der Vorrede:
"Die Frage, ob die Juden sich hätten wehren könne oder müssen, die zuerst von dem israelischen Staatsanwalt erhoben und von mir als töricht und grausam bezeichnet wurde, da sie von einer fatalen Unkenntnis der Verhältnisse zeugte, ist bis in die erstaunlichsten Konsequenzen diskutiert worden: die alte historisch-soziologische Konstruktion der 'Getto-Psychologie', die in Israel Eingang in die Geschichtslehrbücher gefunden hat und in Amerika vor allem von dem Psychologen Bruno Bettelheim, allerdings gegen den enragierten Widerspruch des offiziellen amerikanischen Judentums vertreten wird, wurde immer wieder zur Erklärung für ein Verhalten herangezogen, das keineswegs auf das jüdische Volk beschränkt war und also auch nicht aus spezifisch jüdischen Faktoren erklärt werden kann. Bis schließlich jemand, dem das offenbar zu langweilig wurde, auf den genialen Einfall kam, Freudsche Theorien anzuwenden und den Juden einen natürlich unbewußten 'Todeswunsch' anzudichten."
Link zu einem Zitat aus Vita activa oder Vom tätigen Leben
Dicki - am Sa, 05. Juni 2004, 23:26 - Rubrik: deutsche kenneweiss
Vor einigen Wochen war ich mit dem ungläubigen Thomas in einer dieser Kneipen, wo man noch auf herkömmliche Art - nämlich bei altmodischer Musik in mittlerem Tempo - seiner Alkoholsucht frönen kann. Wir tranken Bier in ganz und gar unhomöopathische Mengen und schwatzten, wie es die Zunge zuließ.
Um es mal ganz krass zu sagen: dem ungläubigen Thomas geht die ganze Esoterik vollständig am Arsch vorbei. Der hat nicht mal Gegenargumente, es interessiert ihn einfach nicht. Trotzdem ist er bei jedem unserer Treffen dabei. In jener Nacht verriet er mir, weshalb. "Malaysia hat solch ein strahlend schönes Gesicht" - das träumt er wohl - "und der Schwung ihrer Hüften ist einfach unwiderstehlich" - Papperlapapp! Anders ausgedrückt, er hat sich in sie verguckt, es hat ihn erwischt.
Wir hatten bereits den Nachbrenner gezündet und nahmen Schnäpse zum Bier und er redete und redete von seiner Begehrten; als ich sein Gebrabbel schon längst nicht mehr verstehen konnte, zeigte mir das Leuchten in seinen Augen, daß er noch beim Thema war. An mehr kann ich mich nicht erinnern, er sich bestimmt an noch weniger.
Gestern war wieder Treffen. Als ich das Versammlungszimmer betrat, saß der ungläubige Thomas bereits still auf seinem Platz, Doris spielte mit Erwin, ihrem Pitbull, Mau-Mau. Malaysia, sonst immer die Erste, fehlte. Wir warteten unbehaglich; ihre Nichtanwesenheit kam einer Anomalie im Raum-Zeit-Kontinuum gleich.
Endlich stürzte sie keuchend zur Tür herein, plumpste auf ihren Sitz und sah aus wie Buttermilch und Spucke. Der ungläubige Thomas sah sie besorgt an und fragte, ob er irgendetwas für sie tun könne - während wir anderen sie noch entgeistert anstarrten.
"Ihr wißt ja, ich bin vor unserem Treffen immer noch bei einem Seminar für Reinkarnations-Arbeit, um meinen Identitätsknoten mal zu lösen. Heute ging das unheimlich locker voran, der Karl-Heinz gab mir eine leichte Trance, ich war plötzlich weit weg irgendwie und der Karl-Heinz fragte: wer bist du jetzt?" Pause.
"Und dann?" wollten wir wissen.
"Ich hab gesagt, Gesche Gottfried, ganz laut, weil das aus mir herausdrängte irgendwo. Dann waren plötzlich alle still und haben mich angeglotzt. Ich hab mich sowas von geschämt!"
"Das kann doch nur eine Verwechslung sein!" rief der ungläubige Thomas vehement. "Äh, ich meine, du kannst diese Giftmörderin nicht sein, ausgeschlossen, so etwas könntest du niemals tun."
"Ja, genau." - "Thomas hat recht." - "Wuff."
"Ach, das ist lieb von dir," strahlte Malaysia (die eigentlich Karin heißt), "äh - lieb von euch." - Hört! Hört! - "Nee, ich bin auch nicht, also, ich war auch niemals die Gesche Gottfried, im Leben nicht. Aber wie stehe ich jetzt da, bis auf die Knochen blamiert. Da kann ich nie wieder hingehen. Diese Schande!" Der ungläubige Thomas legte seine Hand auf ihre: "Wenn du willst, begleite ich dich das nächste Mal." - Oha!
Erwin, mit seinem feinen Sensorium für zwischenmenschliche Beziehungen, hatte den Braten gerochen und sah interessiert von einem zum andern. Doris schien nichts zu merken. Ob ich bald mein Reinkarnationsarbeit-Computerprogramm fertig hätte, fragte sie mich. Sie will das Geld für die teuren Seminare sparen und zum Arbeiten hat sie wenig Neigung, deshalb nutzt sie jede Gelegenheit, mich anzutreiben.
Malaysia dankte dem ungläubigen Thomas, Erwin sah fragend zu mir herüber und ich zwinkerte ihm zu, Doris zog einen Flunsch, weil sie weiterhin auf mein Programm warten mußte, alle zusammen vertagten wir das für gestern geplante Thema 'Licharbeit'.
"Vielleicht sollte man versuchen, die Gesche Gottfried postiv zu sehen," regte ich an, ohne Resonanz zu finden. Malaysia und Thomas sahen einander positiv, wagten sich aber beide nicht weiter. Erwin stubste Doris an. "Ist ja gut," sagte sie genervt, "also der Erwin meint, er war der Hund von Baskerville."
Um es mal ganz krass zu sagen: dem ungläubigen Thomas geht die ganze Esoterik vollständig am Arsch vorbei. Der hat nicht mal Gegenargumente, es interessiert ihn einfach nicht. Trotzdem ist er bei jedem unserer Treffen dabei. In jener Nacht verriet er mir, weshalb. "Malaysia hat solch ein strahlend schönes Gesicht" - das träumt er wohl - "und der Schwung ihrer Hüften ist einfach unwiderstehlich" - Papperlapapp! Anders ausgedrückt, er hat sich in sie verguckt, es hat ihn erwischt.
Wir hatten bereits den Nachbrenner gezündet und nahmen Schnäpse zum Bier und er redete und redete von seiner Begehrten; als ich sein Gebrabbel schon längst nicht mehr verstehen konnte, zeigte mir das Leuchten in seinen Augen, daß er noch beim Thema war. An mehr kann ich mich nicht erinnern, er sich bestimmt an noch weniger.
Gestern war wieder Treffen. Als ich das Versammlungszimmer betrat, saß der ungläubige Thomas bereits still auf seinem Platz, Doris spielte mit Erwin, ihrem Pitbull, Mau-Mau. Malaysia, sonst immer die Erste, fehlte. Wir warteten unbehaglich; ihre Nichtanwesenheit kam einer Anomalie im Raum-Zeit-Kontinuum gleich.
Endlich stürzte sie keuchend zur Tür herein, plumpste auf ihren Sitz und sah aus wie Buttermilch und Spucke. Der ungläubige Thomas sah sie besorgt an und fragte, ob er irgendetwas für sie tun könne - während wir anderen sie noch entgeistert anstarrten.
"Ihr wißt ja, ich bin vor unserem Treffen immer noch bei einem Seminar für Reinkarnations-Arbeit, um meinen Identitätsknoten mal zu lösen. Heute ging das unheimlich locker voran, der Karl-Heinz gab mir eine leichte Trance, ich war plötzlich weit weg irgendwie und der Karl-Heinz fragte: wer bist du jetzt?" Pause.
"Und dann?" wollten wir wissen.
"Ich hab gesagt, Gesche Gottfried, ganz laut, weil das aus mir herausdrängte irgendwo. Dann waren plötzlich alle still und haben mich angeglotzt. Ich hab mich sowas von geschämt!"
"Das kann doch nur eine Verwechslung sein!" rief der ungläubige Thomas vehement. "Äh, ich meine, du kannst diese Giftmörderin nicht sein, ausgeschlossen, so etwas könntest du niemals tun."
"Ja, genau." - "Thomas hat recht." - "Wuff."
"Ach, das ist lieb von dir," strahlte Malaysia (die eigentlich Karin heißt), "äh - lieb von euch." - Hört! Hört! - "Nee, ich bin auch nicht, also, ich war auch niemals die Gesche Gottfried, im Leben nicht. Aber wie stehe ich jetzt da, bis auf die Knochen blamiert. Da kann ich nie wieder hingehen. Diese Schande!" Der ungläubige Thomas legte seine Hand auf ihre: "Wenn du willst, begleite ich dich das nächste Mal." - Oha!
Erwin, mit seinem feinen Sensorium für zwischenmenschliche Beziehungen, hatte den Braten gerochen und sah interessiert von einem zum andern. Doris schien nichts zu merken. Ob ich bald mein Reinkarnationsarbeit-Computerprogramm fertig hätte, fragte sie mich. Sie will das Geld für die teuren Seminare sparen und zum Arbeiten hat sie wenig Neigung, deshalb nutzt sie jede Gelegenheit, mich anzutreiben.
Malaysia dankte dem ungläubigen Thomas, Erwin sah fragend zu mir herüber und ich zwinkerte ihm zu, Doris zog einen Flunsch, weil sie weiterhin auf mein Programm warten mußte, alle zusammen vertagten wir das für gestern geplante Thema 'Licharbeit'.
"Vielleicht sollte man versuchen, die Gesche Gottfried postiv zu sehen," regte ich an, ohne Resonanz zu finden. Malaysia und Thomas sahen einander positiv, wagten sich aber beide nicht weiter. Erwin stubste Doris an. "Ist ja gut," sagte sie genervt, "also der Erwin meint, er war der Hund von Baskerville."
Dicki - am Do, 03. Juni 2004, 23:04 - Rubrik: Erwins Welt