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Steh ich vor dem Bücherregal, ob mir ein Buch entgegenlacht, als meine nächste Lektüre. Weshalb lugt da ein Zettel aus Manhattan Transfer hervor? Hm, mal sehen. "S.134 Mitte". Aha. - ? -?? - - ! : "Aber der Leisefilm war reizend [...]".

Als die Chose mit Walter und Dieter endete, bezahlte Walter Dieter aus - sie hatten gemeinsam das "Traffick" betrieben - ind Dieter kaufte die schräg gegenüber gelegene "Bar Carole", stellte diese gründlich auf den Kopf und eröffnet sie nach ein paar Wochen neu unter dem Namen "Verquehr". Das kam einer Kriegserklärung gleich. Mit Inbrunst jagten sie sich fortan gegenseitig Kunden ab (Witzbolde redeten von Walter Tatütatas Traffick und Dieter Tittis Verquehr, womit sie auf die Hysterie Walters und den Körperumfang Dieters anspielten).

Eugen, ein Hausfreund aus besseren Tagen, profitierte von der Situation, da abwechselnd Walter und Dieter ihn einluden; durchaus ein lohnendes Geschäft für die Wirte, denn wo ugen war, fand sich auch die Trinkerfraktion der Szene ein, bei der Eugen sich einiger Beliebtheit erfreute, weil er zudringliche Betatscher mit den Worten: "Für dich bin ich doch bloß ein Arschloch" zu vertreiben pflegte. Für Fremdgehen in einer Beziehung hatte er außerdem den Spruch geprägt: "Der hält sich ein Hinterntürchen offen." Es muß wohl nicht extra betont werden, daß Eugen ein wenig analfixiert ist.

An jenem Abend, um den es hier eigentlich geht, saß Eugen an der Theke des "Traffick"; es war noch früh, doch die Trinker leisteten ihm schon Gesellschaft. Waletr stellte einen weiteren Creme de Menthe vor Eugen ab und rief in die dämmernde Stille: "Meine Damen, wir würfeln mal eben zwei Tacken für die Musikbox aus." Der Würfelbecher kreiste, die erhofften Bestellungen wurden gemacht, der Verlierer überraschte die Anwesenden mit der Wahl von Catarina Valentes "Ganz Paris träumt von der Liebe", es wurde um Schnaps gewürfelt, Eugen rechnete aus, wieviel sich Walter und Dieter diesen Monat bereits seine Anwesenheit hatten kosten lassen - da schwang die Eingangstür auf und ein richtig derber Schrank von eienm Mann polterete in den Laden; Muscle-Shirt, gebräunte Haut, Schnäuzer, Goldkettchen. "Dieter, du Sackratte", ächzte Walter, "morgen schicke ich dir die Penner vom Bahnhof."

Der Fremde stiefelte gemächlich die Theke entlang, blieb hinter Eugen stehen, der gerade drei Einsen gewürfelt hatte, und sagte laut und deutlich. "Du betrügst." Allen stockte der Atem, die ohnehin abgekühlte Stimmung gefror augenblicklich. Eugen zögerte einen Moment, gab sich einen Ruck, drehte sich zu dem Fremdn um und sagte: "Verrätst du es keinem, wenn ich dir einen Tuntenkaffee spendiere?" Walter duckte sich hinter seinen Tresen. Der Fremde betrachtete Eugen überrascht und sagte: "Wenn wir zusammen einen Tuntenkaffe trinken." Eugen setzte eins drauf: "Wenn wir zusammen einen Tuntenkaffee trinken und du dir unterm Tisch einen runterholst." - "Wenn du mir dabei zusiehst." - "Abgemacht!"

Wie auf Kommando atmeten alle zischend aus. Walter klaubte ein Tischtuch hinter der Theke hervor und breitete es über den Ecktisch. "Damit nicht alle anderen auch zusehen." Pfeifend machte er sich an die Kaffeezubereitung,

Wird der Fremde sich an die Abmachung halten? Wird er als Detlev aus Bad Segeberg entlarvt werden? Ernennt man Eugen zum Helden? Wird Dieter aus dem "Verquehr" gezogen? (Fortsetzung folgt)

Wegen der anhaltenden winterlichen Witterung bieten die Luther-Gemeinden Norddeutschlands ihren Mitgliedern einen neuen Service. Mit einer sogenannten Pauermann-Schaltung werden alle bibelbewehrten Kirchgänger in einer Krafteinheit zusammengefaßt und liefern auf diesm Wege Bibelstrom, der in Wärme umgesetzt werden kann. Dabei hat ein Bibelwatt ein Reingewicht von 57,3 Amen, was auch in kiloJoule umgerechnet noch ein ganz hübscher Batzen ist. Die ersten Versuche waren so vielversprechend, daß nun auch die ökomenische Gemeinde Elmshorn eine entsprechende Veranstaltung für den kommenden Sonntag plant. Ihr ehrgeiziges Ziel: mehr als 500 Bibelwatt erzeugen. Wie von offizieller Seite verlautete, sei dafür allerdings Voraussetzung, daß man Bischöfin Jepsen als Einheizerin gewinnt.

Keine Frage, Jimi Hendrix war der Meister aller Klassen. Hat alles ausprobiert, konnte frei spielen, wie es ihm gerade einfiel. Blieb aber meist den Blue Notes verhaftet. Von den Gitarristen, die ich kenne (Nö, ich kenne bestimmt viele nicht), schätze ich zwei besonders, weil sie ihr Instrument sprechen, wispern, jammern, albern, kieksen, jauchzen, mosern und was weiß ich lassen konnten: David O'List von The Nice ("Dawn") und Syd Barret von Pink Floyd ("Take up thy Stethoscope and walk"). Das nenne ich freies Gitarrenspiel, das ist reiner Klang. Toll. Das würde ich gern können wollen. Natürlich: beides Briten.

Post von Marie de Fortune. Der Brief ("Entgelt bezahlt" / "78266 Büsingen") sprang mir regelrecht aus dem Briefkasten entgegen und - klug wie ein wahrer Dicki ist - ich erriet sogleich, daß es hier um mein Glück gehen würde. Zumal auf dem Umschlag der gar nicht dezente Hinweis stand

"Wichtig:
Das, was Sie in den nächsten
5 Minuten entscheiden,
bestimmt ihre ZUKUNFT!!!"

Ich brauche aber keine fünf Minuten für meine Entscheidungen und beförderte das Schreiben ungeöffnet in den Müll; so etwas bekomme ich nicht zum ersten Mal. Diese Dinge gehören zu den verbrieften (!) Freiheitsrechten der US-Amerikaner, weshalb es dort schon lange Agenturen zum Versenden von Bitt-, Bettel- und Baggerbriefen gibt. Das widerum weiß ich, weil Michael Moore für die Serie "TV Nation" eine solche Agentur beauftragte, im Namen berühmter und gewöhnlicher Persönlichkeiten per Anschreiben um Spenden zu bitten (der normale US-Amerikaner gebraucht den Ausdruck Junk Mail).

Über 12000 Postsendungen gingen an ausgewählte Adressen - und tatsächlich wurde gespendet: der größte Teil an Jeffrey Dahmer (Serienmörder), ein großer Batzen an Charles Keating (Veruntreuung von Geldern aus Sozialfonds), und so gut wie nichts an den Reporter von "TV Nation". Der Reporter fragte bei der Agentur nach, ob er tatsächlich besser abgeschnitten hätte, wäre er ein rechtskräftig verurteilter Straftäter? Die Antwort: er hätte besser abgeschnitten, wäre er ein berühmter rechtskräftig verurteilter Straftäter.

Wo war ich? - Ach ja. Es ist also geschafft: man mag nicht mehr ans Telefon gehen, ruft E-Mails nur noch ab, wenn man sich vergewissert hat, daß Virenschutz und Spamfilter aktiviert sind, und möchte seinen Briefkasten zunageln. Wie um Himmels Willen kann man sich all das Pack vom Leibe halten, das in seiner Dummheit auf unsere Dummheit spekuliert und penetrant versucht, uns Geld aus der Tasche zu ziehen?

 

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