Mittags bei meiner Mutter zum Essen eingeladen. Später trinken wir Kaffee auf ihrem Balkon, bereden Ernstes, scherzen zwischendurch miteinander. Daß das möglich ist, hatte ich vor 10 Jahren auch noch nicht gedacht (Du sollst deine Eltern nicht unterschätzen). Schräg gegenüber breitet sich eine türkische Familie zum Klang der Nationalhymnen Schwedens und Deutschlands auf der Dachterrasse aus. Vaddi müht sich, ein Grillfeuer zu entfachen und hüllt die Nachbarschaft in dichte Rauchschwaden. Muddi redet auf ihn ein; man versteht nichts, das aber laut. Der Fußballkommentator im Fernsehen muß ja übertönt werden. Vaddi bricht den Grillversuch ab, bevor er ins Abseits gerät, ich breche meinen Besuch ab, für das leckere Essen dankend.
Auf dem kurzen Nachhauseweg schallt ein Aufschrei durch die Luft, von überallher; vom Junkietreff tönt eine Stimme: "Tor! Tor!" und eine Gruppe Jugendlicher, immerhin im Freien, beginnt mit Deutschlandgebölke. Eure Eltern möchte ich auch nicht kennenlernen.
Heute will ich es wissen: wie es wohl auf dem Lande zugeht. Schwinge mich aufs Rad und düse los. Bei gutem Ausflugswetter sind kaum Leute unterwegs, doch es gibt einige, die sich durch Fußball nicht von der Erholung abhalten lassen. Just zum Ende des Spiels erreiche ich eine Ortschaft, wo prompt ein cw-Wert-optimierter Kombi, berstend voll mit Familie und fähnchenbeklebt, hupend an einer Ampel hält. An der nächsten Ampel hupt mich so ein Junger an, und sein Kumpel grölt mir fahneschwingend aus dem Beifahrerfenster "Deutschland!" zu. Mehr will ich eigentlich nicht wissen und meide fortan größere Straßen.
Daheim, in der Stadt, sausen die Huper nicht nur vereinzelt herum. Viele sind es allerdings auch nicht gerade, knapp eine Stunde nach dem Spiel. Doch die Wenigen sind bis nach halb Elf aktiv, und immer wieder ertönt "Deutschland" und dazu Gejuchze. Ist das noch ernstzunehmen? Werden die Schmierer morgen von südländischer Atmosphäre faseln, und daß wir Deutschen - ach, was auch immer.
Oh ihr schlichten Gemüter, wie ertragt ihr nur eure eigene Langeweile. Mögt ihr euch dort, wo wir einst alle zusammenkommen, eines gründlichen Schweigens befleißigen. Solltet ihr euch im Himmel bemerkbar machen, werde ich freiwillig in die Hölle wechseln. Wenigstens der Tod soll mich von euch erlösen.
Nachtrag: eben rollen Radfahrer klingelnd durch die Straße. Na also, sind nicht alle so bierernst dieser Tage in - "Deutschland - Deutschland!" Ach, die nächsten Krakeeler.
Auf dem kurzen Nachhauseweg schallt ein Aufschrei durch die Luft, von überallher; vom Junkietreff tönt eine Stimme: "Tor! Tor!" und eine Gruppe Jugendlicher, immerhin im Freien, beginnt mit Deutschlandgebölke. Eure Eltern möchte ich auch nicht kennenlernen.
Heute will ich es wissen: wie es wohl auf dem Lande zugeht. Schwinge mich aufs Rad und düse los. Bei gutem Ausflugswetter sind kaum Leute unterwegs, doch es gibt einige, die sich durch Fußball nicht von der Erholung abhalten lassen. Just zum Ende des Spiels erreiche ich eine Ortschaft, wo prompt ein cw-Wert-optimierter Kombi, berstend voll mit Familie und fähnchenbeklebt, hupend an einer Ampel hält. An der nächsten Ampel hupt mich so ein Junger an, und sein Kumpel grölt mir fahneschwingend aus dem Beifahrerfenster "Deutschland!" zu. Mehr will ich eigentlich nicht wissen und meide fortan größere Straßen.
Daheim, in der Stadt, sausen die Huper nicht nur vereinzelt herum. Viele sind es allerdings auch nicht gerade, knapp eine Stunde nach dem Spiel. Doch die Wenigen sind bis nach halb Elf aktiv, und immer wieder ertönt "Deutschland" und dazu Gejuchze. Ist das noch ernstzunehmen? Werden die Schmierer morgen von südländischer Atmosphäre faseln, und daß wir Deutschen - ach, was auch immer.
Oh ihr schlichten Gemüter, wie ertragt ihr nur eure eigene Langeweile. Mögt ihr euch dort, wo wir einst alle zusammenkommen, eines gründlichen Schweigens befleißigen. Solltet ihr euch im Himmel bemerkbar machen, werde ich freiwillig in die Hölle wechseln. Wenigstens der Tod soll mich von euch erlösen.
Nachtrag: eben rollen Radfahrer klingelnd durch die Straße. Na also, sind nicht alle so bierernst dieser Tage in - "Deutschland - Deutschland!" Ach, die nächsten Krakeeler.
Dicki - am Sa, 24. Juni 2006, 23:36 - Rubrik: Beobachtungen in der Natur
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
Sie kam aus Fernost, schleichend, unaufhaltsam, bedrohlich. Über die GUS-Staaten, die Türkei, Südosteuropa, Tschechien, Polen. Die Bundesländer legten Vorräte von Impfstoffen an; zu wenige, wie die (um ihre Umsätze) besorgte Pharmaindustrie in den Medien(kampagnen) warnte (in den Vereinigten Staaten von Amerika gab es da kein Problem, die Industrieinteressenvertreter sitzen in der Regierung). Tote Vögel auf Rügen, tote Vögel in Niedersachsen, allgemeine Stallpflicht bzw. Käfigpflicht.
Und dann? Dann war sie verschwunden, die Vogelpest, aus den Nachrichten. Ob wir in Zukunft noch von ihr oder ihren älteren Geschwistern, der Schweinepest und der Rinderseuche, hören werden?
Und dann? Dann war sie verschwunden, die Vogelpest, aus den Nachrichten. Ob wir in Zukunft noch von ihr oder ihren älteren Geschwistern, der Schweinepest und der Rinderseuche, hören werden?
sang die Deutsch-Amerikanische Freundschaft 1981; eine Textzeile, die mir seit Beginn der Fußball-WM (oh, Fifa-WM, oder?!) immer mal wieder durch den Kopf schrillt; hysterisch herausgeschrieen und mit stampfendem Rhythmus unterlegt. Und heute ist so ein Tag, wo ich mir wünschte, dieses Deutschland, dieses Schwarz-Rot-Gierige, dieses zunehmend allem Geistigen und Menschlichen abholde, es wäre vorbei.
Denn nun ist es amtlich: statt einem Jahr bleiben mir 6 Monate (inzwischen nur noch 5), um meine Mietkosten zu senken. Angemessen sind ja bekanntlich 265,00 Euro. Und das halbe Jahr, das anderen "zu-teuer-Wohnenden" noch zugestanden wird, darf mir ausdrücklich deshalb nicht gewährt werden, weil die Kosten der Unterkunft einen gewissen Prozentsatz die angemessenen Kosten der Unterkunft überschreiten (jaja, ein seltsames Deutsch) und in Ihrem Fall um 71,32% überschritten werden. Mein alter Mechanikdozent hätte die "71,32" eingekringelt und "Augenpulver!" an den Rand geschrieben, und recht hätte er daran getan. Diese übergenaue Zahl will uns vorgaukeln, daß alles mit rechten Dingen zugeht.
Was aber mag die Formulierung "gewisser Prozentsatz" bedeuten? Weshalb steht an dieser Stelle keine Zahl, die verbindlich und überprüfbar wäre? Vermutlich eben weil sie überprüfbar und verbindlich wäre. Weil andere "zu-teuer-Wohnende" sich darauf berufen könnten, und weil die neue Richtschnur lautet: informiere die von den neuen Regelungen Betroffenen nicht über den Inhalt der Regelungen, damit sie erstens unwissend sich in den Tücken der Details verstricken und zweitens nicht auf die Idee kommen, klagen zu wollen, weder öffentlich noch gerichtlich.
So wird hier nebenbei ein Präzedenzfall geschaffen, dessen Vorbild weite Schatten werfen wird. Was ist denn von einem Staat zu halten, der Gesetze beschließt, ohne die Bürger über diese Gesetze aufzuklären zu wollen? Höre ich das Wort "Willkür"?
Nein, in diesen Tagen höre ich nur "Deutschland! Deutschland!" Es ist ein neues Deutschland, aber es kommt einem auch irgendwie bekannt vor. Es findet gewissermaßen eine soziale Revolution statt, eine nationale soziale Revolution. Solidarität? Eigentum verpflichtet? Soziale Marktwirtschaft? - "Alles ist vorbei!"
Denn nun ist es amtlich: statt einem Jahr bleiben mir 6 Monate (inzwischen nur noch 5), um meine Mietkosten zu senken. Angemessen sind ja bekanntlich 265,00 Euro. Und das halbe Jahr, das anderen "zu-teuer-Wohnenden" noch zugestanden wird, darf mir ausdrücklich deshalb nicht gewährt werden, weil die Kosten der Unterkunft einen gewissen Prozentsatz die angemessenen Kosten der Unterkunft überschreiten (jaja, ein seltsames Deutsch) und in Ihrem Fall um 71,32% überschritten werden. Mein alter Mechanikdozent hätte die "71,32" eingekringelt und "Augenpulver!" an den Rand geschrieben, und recht hätte er daran getan. Diese übergenaue Zahl will uns vorgaukeln, daß alles mit rechten Dingen zugeht.
Was aber mag die Formulierung "gewisser Prozentsatz" bedeuten? Weshalb steht an dieser Stelle keine Zahl, die verbindlich und überprüfbar wäre? Vermutlich eben weil sie überprüfbar und verbindlich wäre. Weil andere "zu-teuer-Wohnende" sich darauf berufen könnten, und weil die neue Richtschnur lautet: informiere die von den neuen Regelungen Betroffenen nicht über den Inhalt der Regelungen, damit sie erstens unwissend sich in den Tücken der Details verstricken und zweitens nicht auf die Idee kommen, klagen zu wollen, weder öffentlich noch gerichtlich.
So wird hier nebenbei ein Präzedenzfall geschaffen, dessen Vorbild weite Schatten werfen wird. Was ist denn von einem Staat zu halten, der Gesetze beschließt, ohne die Bürger über diese Gesetze aufzuklären zu wollen? Höre ich das Wort "Willkür"?
Nein, in diesen Tagen höre ich nur "Deutschland! Deutschland!" Es ist ein neues Deutschland, aber es kommt einem auch irgendwie bekannt vor. Es findet gewissermaßen eine soziale Revolution statt, eine nationale soziale Revolution. Solidarität? Eigentum verpflichtet? Soziale Marktwirtschaft? - "Alles ist vorbei!"
Dicki - am Mi, 21. Juni 2006, 19:29 - Rubrik: in eigener Sache
lese ich zum zweiten Mal 'Moby Dick' in vollständiger Fassung (als Kind nur eine verstümmelte Version, "bearbeitet für unsere Jugend" hieß es da, wahrscheinlich hieß es aber doch anders) und staune, wie der Roman in der Zwischenzeit dazugewonnen hat bzw. ich als Leser gereift bin.
Es ist kein modernes Buch; Wissen, das für das Verständnis der Geschichte wichtig ist, ebenso wie Wissen, das Herman Melville wichtig mitzuteilen war, wird in eigenen Kapiteln eingeschoben, aber immer zur rechten Zeit, so daß sich das Gesamtbild beim Leser vertieft und entwickelt. Einst erschien mir diese Methode arg hemmend, aber diesmal lese ich es gerne und mit Respekt. Es ist aber auch ein dermaßen erfreuliches Buch! Selbst wo es drohend finster und unheimlich wird.
Das erste Kapitel beginnt mit dem Satz: "Nennt mich meinethalben Ismael." Ismael, Elias, Ahab, Jerobeam, Rahel: der Verweise auf Geschichten aus der Bibel sind mehrere, und sie werden ihre Bedeutung haben, die ich leider nicht entschlüsseln kann, weil ich einfach nicht den Nerv habe, in meiner winzigklein gedruckten Ausgabe nachzuforschen.
Weiter. Das erste Viertel des Romans spielt noch an Land, beschreibt auf der Handlungsebene den Weg Ismaels vom Binnenländer zum Walfänger und den Beginn der Freundschaft mit einem südseeischen Harpunier.
Was noch an Kühle gegen mich in seiner Heidenbrust zurückgeblieben sein mochte, das taute in unserem vergnügten Tabakskollegium geschwind auf, und wir wurden die vertrautesten Freunde. Augenscheinlich war er mir ebenso frei und selbstverständlich zugetan wie ich ihm. Als wir genug geraucht hatten, drückte er seine Stirn gegen die meine, umfaßte mich und sagte, nun seien wir ein Paar [was in der Ausdrucksweise seines Landes besagen wollte, wir seien hinfort Blutsbrüder], er wolle auch gern für mich sterben, wenn es notwendig werden sollte. Bei einem Landsmann wäre es übereilt gewesen, einer so rasch aufflammenden Freundschaft zu trauen; dem einfachen Wilden gegenüber war die althergebrachte Vorsicht nicht am Platze.
Quiquegs, des Harpuniers also, Hausgott Yojo bestimmt Ismael, ein Walfangschiff im Hafen von Nantucket auszuwählen, und Ismael entscheidet sich für die 'Pequod', deren Kapitän Ahab ist, dem auf der letzten Fangreise ein Bein abgerissen - abgebissen! - wurde, und zwar von einem weißen Wal namens 'Moby Dick', wie sich allmählich herausstellt.
Nach 130 Seiten beginnt die Fahrt zur See, Ahab, der zunächst seine Kabine nie verlässt, erscheint immer öfter an Deck, mit seiner grobgedrechselten Beinprothese aus Walbein. Schließlich, noch bevor der erste Wal gesichtet wird, schwört er die Mannschaft darauf ein, den weißen Wal zu jagen. Alle beugen sich seinem Wahnsinn. Nur Starbuck, der erste Steuermann, hegt noch Bedenken. Meine Seele hat ihren Herrn gefunden: ein Rasender hat sie übermannt. Daß Vernunft in einem solchen Kampf die Waffen strecken muß, das tut weh! [...] In mir aber wacht das weiche Gefühl, das Menschliche, und mit ihm wehre ich mich gegen euch, ihr finsteren Geister der Zukunfr! O Kräfte des Segens, haltet ihr mich fest und steht mir bei!
Es ist kein modernes Buch; Wissen, das für das Verständnis der Geschichte wichtig ist, ebenso wie Wissen, das Herman Melville wichtig mitzuteilen war, wird in eigenen Kapiteln eingeschoben, aber immer zur rechten Zeit, so daß sich das Gesamtbild beim Leser vertieft und entwickelt. Einst erschien mir diese Methode arg hemmend, aber diesmal lese ich es gerne und mit Respekt. Es ist aber auch ein dermaßen erfreuliches Buch! Selbst wo es drohend finster und unheimlich wird.
Das erste Kapitel beginnt mit dem Satz: "Nennt mich meinethalben Ismael." Ismael, Elias, Ahab, Jerobeam, Rahel: der Verweise auf Geschichten aus der Bibel sind mehrere, und sie werden ihre Bedeutung haben, die ich leider nicht entschlüsseln kann, weil ich einfach nicht den Nerv habe, in meiner winzigklein gedruckten Ausgabe nachzuforschen.
Weiter. Das erste Viertel des Romans spielt noch an Land, beschreibt auf der Handlungsebene den Weg Ismaels vom Binnenländer zum Walfänger und den Beginn der Freundschaft mit einem südseeischen Harpunier.
Was noch an Kühle gegen mich in seiner Heidenbrust zurückgeblieben sein mochte, das taute in unserem vergnügten Tabakskollegium geschwind auf, und wir wurden die vertrautesten Freunde. Augenscheinlich war er mir ebenso frei und selbstverständlich zugetan wie ich ihm. Als wir genug geraucht hatten, drückte er seine Stirn gegen die meine, umfaßte mich und sagte, nun seien wir ein Paar [was in der Ausdrucksweise seines Landes besagen wollte, wir seien hinfort Blutsbrüder], er wolle auch gern für mich sterben, wenn es notwendig werden sollte. Bei einem Landsmann wäre es übereilt gewesen, einer so rasch aufflammenden Freundschaft zu trauen; dem einfachen Wilden gegenüber war die althergebrachte Vorsicht nicht am Platze.
Quiquegs, des Harpuniers also, Hausgott Yojo bestimmt Ismael, ein Walfangschiff im Hafen von Nantucket auszuwählen, und Ismael entscheidet sich für die 'Pequod', deren Kapitän Ahab ist, dem auf der letzten Fangreise ein Bein abgerissen - abgebissen! - wurde, und zwar von einem weißen Wal namens 'Moby Dick', wie sich allmählich herausstellt.
Nach 130 Seiten beginnt die Fahrt zur See, Ahab, der zunächst seine Kabine nie verlässt, erscheint immer öfter an Deck, mit seiner grobgedrechselten Beinprothese aus Walbein. Schließlich, noch bevor der erste Wal gesichtet wird, schwört er die Mannschaft darauf ein, den weißen Wal zu jagen. Alle beugen sich seinem Wahnsinn. Nur Starbuck, der erste Steuermann, hegt noch Bedenken. Meine Seele hat ihren Herrn gefunden: ein Rasender hat sie übermannt. Daß Vernunft in einem solchen Kampf die Waffen strecken muß, das tut weh! [...] In mir aber wacht das weiche Gefühl, das Menschliche, und mit ihm wehre ich mich gegen euch, ihr finsteren Geister der Zukunfr! O Kräfte des Segens, haltet ihr mich fest und steht mir bei!
Dicki - am Mo, 12. Juni 2006, 11:51 - Rubrik: Musik und so weiter
X - 2 Minuten: mein Heimweg führt am Pauli-Deich entlang, die Domglocken läuten, die Straßen sind leergefegt, keine Ruderer auf dem Wasser, keine Skater in Sicht, nur ein paar vereinzelte Radfahrer kommen mir entgegen. Aus einem offenen Fenster höre ich Beifallklatschen.
Ziemlich genau um 18 Uhr betrete ich meine Wohnung, begebe mich sogleich zum Herd, Essen aufwärmen, trete dann kurz auf den Balkon, Campanula, Grasnelken und so kleine Blüten in einem ganz aparten Rot bewundern. Wenig später gellen erste Schreie durch die Straße. Tor?
Kurz darauf weiteres Geschrei. Jetzt muß aber wirklich ein Tor gefallen sein. Und wieder Rufen und etwas, das wie "geh rein!" klingt, im Licht späterer Nachrichten aber auch "oh nein!" gewesen sein könnte. Dann ist eine halbe Stunde lang beklemmende Stille. Oh je, wieder so ein Gurkenspiel, denke ich, inzwischen beim Essen.
Dann noch einmal Aufregung: "Oh!" und "Ah!". Halbzeit. Das Telefon klingelt, ich schiebe den letzten Bissen in den Mund. "Störe ich dich beim Essen?" Die Schrör. Wir ratschen dies und das, da höre ich erneut Geschrei. Die Schrör klärt mich auf: "Es steht 3:1." Toll, sage ich, wir besiegen Costa Rica. Wir ratschen weiter, bis - "Jetzt ist 3:2. Noch 18 Minuten." Wir legen auf. Die vereinzelten Schreie klingen jetzt beinahe entsetzt, soviel Aufregung macht sich darin Luft. Also wie jetzt, 4:2 oder 3:3 mit anschließendem Elfmeterschießen? Dann Autokorso, Gewaltmarsch durch die Innenstadt?
Während ich den PC hochfahre, um das amtliche Endergebnis dieser Schlacht der Titanen in Erfahrung zu bringen, fährt in meiner Straße ein Pkw hupend los. Toll, denke ich, mich wiederholend. WIr haben Costa Rica besiegt. Wer hätte das vorher gedacht, nicht wahr. Und tatsächlich, da steht es: Deutschland - Costa Rica 4:2.
Und noch während ich diese wahre und überaus aufregende Begebenheit aus dem wirklichen Leben heruntertippe, höre ich eine einzelne Stimme bölken: "Deutschland, Deutschland, über alles!" Ja, heute sind wir wieder wer. Ist doch schön. Nur, wer sind wir?
Ach so. Deutschland.
Ziemlich genau um 18 Uhr betrete ich meine Wohnung, begebe mich sogleich zum Herd, Essen aufwärmen, trete dann kurz auf den Balkon, Campanula, Grasnelken und so kleine Blüten in einem ganz aparten Rot bewundern. Wenig später gellen erste Schreie durch die Straße. Tor?
Kurz darauf weiteres Geschrei. Jetzt muß aber wirklich ein Tor gefallen sein. Und wieder Rufen und etwas, das wie "geh rein!" klingt, im Licht späterer Nachrichten aber auch "oh nein!" gewesen sein könnte. Dann ist eine halbe Stunde lang beklemmende Stille. Oh je, wieder so ein Gurkenspiel, denke ich, inzwischen beim Essen.
Dann noch einmal Aufregung: "Oh!" und "Ah!". Halbzeit. Das Telefon klingelt, ich schiebe den letzten Bissen in den Mund. "Störe ich dich beim Essen?" Die Schrör. Wir ratschen dies und das, da höre ich erneut Geschrei. Die Schrör klärt mich auf: "Es steht 3:1." Toll, sage ich, wir besiegen Costa Rica. Wir ratschen weiter, bis - "Jetzt ist 3:2. Noch 18 Minuten." Wir legen auf. Die vereinzelten Schreie klingen jetzt beinahe entsetzt, soviel Aufregung macht sich darin Luft. Also wie jetzt, 4:2 oder 3:3 mit anschließendem Elfmeterschießen? Dann Autokorso, Gewaltmarsch durch die Innenstadt?
Während ich den PC hochfahre, um das amtliche Endergebnis dieser Schlacht der Titanen in Erfahrung zu bringen, fährt in meiner Straße ein Pkw hupend los. Toll, denke ich, mich wiederholend. WIr haben Costa Rica besiegt. Wer hätte das vorher gedacht, nicht wahr. Und tatsächlich, da steht es: Deutschland - Costa Rica 4:2.
Und noch während ich diese wahre und überaus aufregende Begebenheit aus dem wirklichen Leben heruntertippe, höre ich eine einzelne Stimme bölken: "Deutschland, Deutschland, über alles!" Ja, heute sind wir wieder wer. Ist doch schön. Nur, wer sind wir?
Ach so. Deutschland.
Dicki - am Fr, 09. Juni 2006, 20:17 - Rubrik: Beobachtungen in der Natur