Die Karte sticht.
Dicki - am Di, 04. Juli 2006, 23:37 - Rubrik: ballaballa
(Die vertraute Innenansicht des Reviers, die Eingangstür wird geöffnet, ein zerrupft aussehender, nicht mehr allzu junger Mann humpelt herein, Nase und Mundwinkel bluten, Kratzer zieren sein gerötetes Gesicht)
Mann: (an den Tresen tretend, aufgeregt) Herr Wachtmeister, ich bin bedroht und geschlagen worden, keine hundert Meter von hier. (schnauft, hält sich ein Ohr)
1. Wachtmeister: (routiniert) Wie viele waren es, und haben Sie jemanden erkannt?
Mann: eine ganze Menge, ich kenne niemanden von denen, aber die hatten alle Schals und Wimpel und Hüte und wasweißich in Deutschlandfarben.
1. Wachtmeister: (nach hinten) Willi, komm doch mal! (zu dem Mann) Sie sind wohl kein Fußballfan?
Mann: Nicht so richtig. Aber ich hab das Spiel gesehen und dann wollte ich auf der Straße die Feier angucken. Gleich als erstes tutet mir einer ins Ohr, direkt rein, das hat richtig Knack! gemacht, tut höllisch weh. Verflixt, ich muß zum Arzt! (Eine Träne rollt über die unversehrtere Wange)
2. Wachtmeister: (hat ungeduldig zugehört) Haben Sie den Tuter etwa angegriffen?
Mann: Was? Nein, das tat so weh, ich hab sofort eine Hand aufs Ohr gehalten. Da stoppen plötzlich Autos, junge Leute springen raus, Umstehende drängen sich ran, und dann beschimpfen sie mich. Mich, meine Mutter, meine Frau ...
1. Wachtmeister: Aha, die waren also dabei, dann haben Sie ja Zeugen.
Mann: Nein, ich war allein. Ich bin auch gar nicht verheiratet. Hab ich denen auch gesagt, da riefen sie "Schwanzlutscher" und "Arschficker", einer hat zugeschlagen, danach gabs von allen Seiten Schläge und Tritte, ich bin nur noch gerannt, direkt hierher.
2. Wachtmeister: Jetzt hören Sie mir mal ganz genau zu. Wenn die Menschen ihr schönes Vaterland feiern, weil sie sich über den Sieg im Länderspiel freuen, dann können Sie nicht ankommen und sich die Ohren zuhalten, das ist eine ganz gemeine Provokation, geradezu eine Aufforderung zu Mord und Totschlag. Und die Aufforderung zu kriminellen Handlungen steht unter Strafe, haben Sie mich verstanden?!
Mann: (grimmig) Ja, das ist klar. Mir ist überhaupt Manches klargeworden. (tückischer Gesichtsausdruck)
1. Wachtmeister: Was soll denn das heißen? Spielen Sie hier mal nicht das unschuldige Opfer!
Mann: (patzig) Ich muß jetzt zum Arzt. (geht zum Eingang, die Tür fällt hinter ihm ins Schloß)
1. Wachtmeister: Willi, ich hab so ein Gefühl, der wird bald Kunde bei uns sein.
2. Wachtmeister: Daß solche Typen überhaupt noch frei herumlaufen - eine Schande.
Mann: (an den Tresen tretend, aufgeregt) Herr Wachtmeister, ich bin bedroht und geschlagen worden, keine hundert Meter von hier. (schnauft, hält sich ein Ohr)
1. Wachtmeister: (routiniert) Wie viele waren es, und haben Sie jemanden erkannt?
Mann: eine ganze Menge, ich kenne niemanden von denen, aber die hatten alle Schals und Wimpel und Hüte und wasweißich in Deutschlandfarben.
1. Wachtmeister: (nach hinten) Willi, komm doch mal! (zu dem Mann) Sie sind wohl kein Fußballfan?
Mann: Nicht so richtig. Aber ich hab das Spiel gesehen und dann wollte ich auf der Straße die Feier angucken. Gleich als erstes tutet mir einer ins Ohr, direkt rein, das hat richtig Knack! gemacht, tut höllisch weh. Verflixt, ich muß zum Arzt! (Eine Träne rollt über die unversehrtere Wange)
2. Wachtmeister: (hat ungeduldig zugehört) Haben Sie den Tuter etwa angegriffen?
Mann: Was? Nein, das tat so weh, ich hab sofort eine Hand aufs Ohr gehalten. Da stoppen plötzlich Autos, junge Leute springen raus, Umstehende drängen sich ran, und dann beschimpfen sie mich. Mich, meine Mutter, meine Frau ...
1. Wachtmeister: Aha, die waren also dabei, dann haben Sie ja Zeugen.
Mann: Nein, ich war allein. Ich bin auch gar nicht verheiratet. Hab ich denen auch gesagt, da riefen sie "Schwanzlutscher" und "Arschficker", einer hat zugeschlagen, danach gabs von allen Seiten Schläge und Tritte, ich bin nur noch gerannt, direkt hierher.
2. Wachtmeister: Jetzt hören Sie mir mal ganz genau zu. Wenn die Menschen ihr schönes Vaterland feiern, weil sie sich über den Sieg im Länderspiel freuen, dann können Sie nicht ankommen und sich die Ohren zuhalten, das ist eine ganz gemeine Provokation, geradezu eine Aufforderung zu Mord und Totschlag. Und die Aufforderung zu kriminellen Handlungen steht unter Strafe, haben Sie mich verstanden?!
Mann: (grimmig) Ja, das ist klar. Mir ist überhaupt Manches klargeworden. (tückischer Gesichtsausdruck)
1. Wachtmeister: Was soll denn das heißen? Spielen Sie hier mal nicht das unschuldige Opfer!
Mann: (patzig) Ich muß jetzt zum Arzt. (geht zum Eingang, die Tür fällt hinter ihm ins Schloß)
1. Wachtmeister: Willi, ich hab so ein Gefühl, der wird bald Kunde bei uns sein.
2. Wachtmeister: Daß solche Typen überhaupt noch frei herumlaufen - eine Schande.
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wenn man die Nerven nicht einrechnet, die mich der heutige Besuch bei der Bremer Agentur für Integration und Soziales gekostet hat. Dabei schienen alle Umstände günstig: der Umschwung zu sonnigem Wetter, ohne daß es bereits eine Affenhitze wäre; die geringe Zahl der Wartenden vor der Anmeldung; die Vollständigkeit meiner Unterlagen.
Die Frau an der Anmeldung arbeitete sich offensichtlich noch ein, war dafür aber unverkrampft freundlich (und hatte auch nicht dieses abgewichste Amtsgesicht). Sie schickte mich nach einigem Hin und Her in eine der Wartezonen. Dort begann das Warten. Ein Mann vom Amt, dessen Behandlung seiner Kunden mir schon früher unangenehm aufgefallen war, trat auch heute durch Überheblichkeit und unfreundlichen Ton in Erscheinung. Bloß nicht zu dem, dachte ich noch.
Dann rief er mich auf. Während ich noch die Blätter sortierte, die er als zu meinem Antrag gehörend fotokopieren sollte und wollte (unsicher sortierte, da die Entscheidung, welche Dokumente tatsächlich benötigt würden, eigentlich von dem Gespräch mit ihm abhing), spürte ich schon seine Ungeduld. Gleich wies er mich darauf hin, daß ich in Zukunft doch bitte die Kopien selbst mitbringen sollte, dann hätte ich auch nicht so lange Wartezeiten. Kurz darauf händigte er Kopien und Originale aus und ging davon.
Ich sah ihm verdutzt nach, ging dann hinterher. Wie es denn jetzt weiterginge. Ja, Sie hatten doch keine weiteren Fragen. Jetzt nehmen Sie wieder Platz, bis ich Sie aufrufe. Ich die Augen zum Himmel verdreht, mich kochend auf die Wartebank gesetzt, "so ein Saftladen!" Mir gegenüber eine etwas jüngere Frau mit ihrem alten Vater, irgendwo aus Südasien. Der scheint nicht gerne zu arbeiten, sagte sie zu mir. - Das Schlimmste ist, daß er erwachsene Menschen vor sich hat und uns wie kleine Kinder behandelt (dramatische Geste gen Himmel). - Ja, sie nickt, ihr Vater nickt.
Dann kommt der Unhold wieder und gibt sich nun die Ehre, in sein Büro zu bitten. So, sagt er, als wir sitzen, was haben Sie denn nun für Fragen. - Nun, als Erstes ist da mein Folgeantrag auf ALG II den ich abgeben möchte. - Er plustert sich auf, die Sonne seiner Huld verfinstert sich. Sie müssen bei der Anmeldung aber schon deutlich sagen, was Sie eigentlich wollen, belehrt er mich. Ich weise bestimmt und bündig darauf hin, daß ich genau das getan habe und in Wartezone 1 verwiesen wurde. Er wolle bitte entschuldigen, daß ich "das procedere" im Hause nicht kenne. Für mich ist "das procedere" bloß eine Floskel, die ich in der Aufregung eingeflochten habe, um nicht durch die Suche nach Worten Gelegenheit zur Unterbrechung zu geben. Hat es ihn beeindruckt?
Er schaut mich drohend an und fragt mit unterdrückter Wut: bei wem waren Sie an der Anmeldung? Aha, ich werde mit der Frau reden. - Das klingt nun mehr, als wolle er sie ans Kreuz schlagen und sie tut mir leid, ich hüte mich aber, diesem Berserker in den Arm zu fallen. Je eher sie diesen Neurotiker im vollen Glanz seiner Herrlichkeit kennenlernt, umso eher kann sie sich innerlich auf diesen Dreck einstellen. Eine flaue Rechtfertigung. Sie tut mir immer noch leid.
Zwischendurch verlangt er nach meinem Personalausweis (hatte er wohl ganz am Anfang, bei der Wartezone, vergessen; bei meinen Vorgängern war das gleich seine zweite Handlung), braucht nun plötzlich alle Dokumente zu einem bestimmten Vorgang, und kann einfach nicht zuhören: Nein, Sie bekommen zunächst eine Ermahnung, nach einem halben Jahr eine verbindliche Aufforderung.
Erst als ich ihm zweimal widersprochen habe, will er das betreffende Schreiben sehen. Ja, ihre Miete liegt ja auch 71,32 % (er wiederholt die gesamte Zahl) zu hoch, da bekommen Sie in der Tat sofort die Aufforderung (siehmalsieh, das hatte ich gar nicht gewußt, Dank sei dir in deiner Unfehlbarkeit für diese Belehrung). "Den Personalausweis können sie wieder einstecken, den habe ich ja nun gesehen." Oh du dreimal faustgeficktes Arschloch!
Verbindliches zur Senkung der Mietkosten konnte er mir nicht sagen. Das liege im Ermessen des Sachbearbeiters (der er glücklicherweise in meinem Fall nicht ist; mit diesem Herrn gibt es kein freundliches Auskommen, nur ein Oben und Unten), ich könne dies, könne das, Verhandlungen mit dem Vermieter, Senkung der Nebenkosten durch "Verbrauchsminderung" (ist der noch bei Trost? Hat er nicht kapiert, daß die Gaspreise schneller steigen als Schulden bei Wucherzinsen?). Er verstehe, daß ich Angst hätte, Anfang Dezember ohne Wohnung dazustehen (was ich eigentlich wollte, hat er nicht verstanden, aber wenn er wenigstens überhaupt die Ängste seiner Kunden verstehen könnte), deshalb sollte ich dann rechtzeitig einen Termin vereinbaren, eine Verlängerung der Frist sei immerhin möglich. Er wird, da die Machtverhältnisse zwischen uns nun endlich geklärt sind, sogar ein bißchen freundlich. Spätwirkung des "procedere"? Mehr als Höflichkeit habe ich für ihn aber nicht übrig, das Ausbleiben weiterer Begegnungen wäre mir sehr recht.
Also wieder nur Wischi-Waschi. Muß ich mich nun um eine Butze von 20 Quadratmetern bemühen, wird mir nachher ein Nichtbemühen zum Fallstrick? Nichts Genaues weiß man nicht. Interessant vielleicht noch die kleine Beobachtung, daß er mich nach einer Unterbrechung von außen dringend bat, kurz und präzise meine Frage vorzutragen, dann aber von seinem eigenen Geschwafel fortgetragen wurde ...
Bisher hatte ich Glück mit den Mitarbeitern der BAgIS gehabt, es war leben und leben lassen. Aber heute bin ich angeekelt und mich verschmutzt fühlend heimgekommen. Es wird nicht viel Mühe machen, vakante Stellen für die Wachen zukünftiger Internierungslager zu besetzen. Es muß nur eine gesetzliche Legitimation geben. Vielleicht genügt auch schon die Dienstanweisung eines Vorgesetzten. Und dann werden sie so richtig die Sau rauslassen, diese kleinen Angestellten, die sich mit einem Zipfelchen Macht, das ihnen zugeflogen ist, aufführen wie die Herrscher aller Reußen.
Die Frau an der Anmeldung arbeitete sich offensichtlich noch ein, war dafür aber unverkrampft freundlich (und hatte auch nicht dieses abgewichste Amtsgesicht). Sie schickte mich nach einigem Hin und Her in eine der Wartezonen. Dort begann das Warten. Ein Mann vom Amt, dessen Behandlung seiner Kunden mir schon früher unangenehm aufgefallen war, trat auch heute durch Überheblichkeit und unfreundlichen Ton in Erscheinung. Bloß nicht zu dem, dachte ich noch.
Dann rief er mich auf. Während ich noch die Blätter sortierte, die er als zu meinem Antrag gehörend fotokopieren sollte und wollte (unsicher sortierte, da die Entscheidung, welche Dokumente tatsächlich benötigt würden, eigentlich von dem Gespräch mit ihm abhing), spürte ich schon seine Ungeduld. Gleich wies er mich darauf hin, daß ich in Zukunft doch bitte die Kopien selbst mitbringen sollte, dann hätte ich auch nicht so lange Wartezeiten. Kurz darauf händigte er Kopien und Originale aus und ging davon.
Ich sah ihm verdutzt nach, ging dann hinterher. Wie es denn jetzt weiterginge. Ja, Sie hatten doch keine weiteren Fragen. Jetzt nehmen Sie wieder Platz, bis ich Sie aufrufe. Ich die Augen zum Himmel verdreht, mich kochend auf die Wartebank gesetzt, "so ein Saftladen!" Mir gegenüber eine etwas jüngere Frau mit ihrem alten Vater, irgendwo aus Südasien. Der scheint nicht gerne zu arbeiten, sagte sie zu mir. - Das Schlimmste ist, daß er erwachsene Menschen vor sich hat und uns wie kleine Kinder behandelt (dramatische Geste gen Himmel). - Ja, sie nickt, ihr Vater nickt.
Dann kommt der Unhold wieder und gibt sich nun die Ehre, in sein Büro zu bitten. So, sagt er, als wir sitzen, was haben Sie denn nun für Fragen. - Nun, als Erstes ist da mein Folgeantrag auf ALG II den ich abgeben möchte. - Er plustert sich auf, die Sonne seiner Huld verfinstert sich. Sie müssen bei der Anmeldung aber schon deutlich sagen, was Sie eigentlich wollen, belehrt er mich. Ich weise bestimmt und bündig darauf hin, daß ich genau das getan habe und in Wartezone 1 verwiesen wurde. Er wolle bitte entschuldigen, daß ich "das procedere" im Hause nicht kenne. Für mich ist "das procedere" bloß eine Floskel, die ich in der Aufregung eingeflochten habe, um nicht durch die Suche nach Worten Gelegenheit zur Unterbrechung zu geben. Hat es ihn beeindruckt?
Er schaut mich drohend an und fragt mit unterdrückter Wut: bei wem waren Sie an der Anmeldung? Aha, ich werde mit der Frau reden. - Das klingt nun mehr, als wolle er sie ans Kreuz schlagen und sie tut mir leid, ich hüte mich aber, diesem Berserker in den Arm zu fallen. Je eher sie diesen Neurotiker im vollen Glanz seiner Herrlichkeit kennenlernt, umso eher kann sie sich innerlich auf diesen Dreck einstellen. Eine flaue Rechtfertigung. Sie tut mir immer noch leid.
Zwischendurch verlangt er nach meinem Personalausweis (hatte er wohl ganz am Anfang, bei der Wartezone, vergessen; bei meinen Vorgängern war das gleich seine zweite Handlung), braucht nun plötzlich alle Dokumente zu einem bestimmten Vorgang, und kann einfach nicht zuhören: Nein, Sie bekommen zunächst eine Ermahnung, nach einem halben Jahr eine verbindliche Aufforderung.
Erst als ich ihm zweimal widersprochen habe, will er das betreffende Schreiben sehen. Ja, ihre Miete liegt ja auch 71,32 % (er wiederholt die gesamte Zahl) zu hoch, da bekommen Sie in der Tat sofort die Aufforderung (siehmalsieh, das hatte ich gar nicht gewußt, Dank sei dir in deiner Unfehlbarkeit für diese Belehrung). "Den Personalausweis können sie wieder einstecken, den habe ich ja nun gesehen." Oh du dreimal faustgeficktes Arschloch!
Verbindliches zur Senkung der Mietkosten konnte er mir nicht sagen. Das liege im Ermessen des Sachbearbeiters (der er glücklicherweise in meinem Fall nicht ist; mit diesem Herrn gibt es kein freundliches Auskommen, nur ein Oben und Unten), ich könne dies, könne das, Verhandlungen mit dem Vermieter, Senkung der Nebenkosten durch "Verbrauchsminderung" (ist der noch bei Trost? Hat er nicht kapiert, daß die Gaspreise schneller steigen als Schulden bei Wucherzinsen?). Er verstehe, daß ich Angst hätte, Anfang Dezember ohne Wohnung dazustehen (was ich eigentlich wollte, hat er nicht verstanden, aber wenn er wenigstens überhaupt die Ängste seiner Kunden verstehen könnte), deshalb sollte ich dann rechtzeitig einen Termin vereinbaren, eine Verlängerung der Frist sei immerhin möglich. Er wird, da die Machtverhältnisse zwischen uns nun endlich geklärt sind, sogar ein bißchen freundlich. Spätwirkung des "procedere"? Mehr als Höflichkeit habe ich für ihn aber nicht übrig, das Ausbleiben weiterer Begegnungen wäre mir sehr recht.
Also wieder nur Wischi-Waschi. Muß ich mich nun um eine Butze von 20 Quadratmetern bemühen, wird mir nachher ein Nichtbemühen zum Fallstrick? Nichts Genaues weiß man nicht. Interessant vielleicht noch die kleine Beobachtung, daß er mich nach einer Unterbrechung von außen dringend bat, kurz und präzise meine Frage vorzutragen, dann aber von seinem eigenen Geschwafel fortgetragen wurde ...
Bisher hatte ich Glück mit den Mitarbeitern der BAgIS gehabt, es war leben und leben lassen. Aber heute bin ich angeekelt und mich verschmutzt fühlend heimgekommen. Es wird nicht viel Mühe machen, vakante Stellen für die Wachen zukünftiger Internierungslager zu besetzen. Es muß nur eine gesetzliche Legitimation geben. Vielleicht genügt auch schon die Dienstanweisung eines Vorgesetzten. Und dann werden sie so richtig die Sau rauslassen, diese kleinen Angestellten, die sich mit einem Zipfelchen Macht, das ihnen zugeflogen ist, aufführen wie die Herrscher aller Reußen.
Dicki - am Do, 29. Juni 2006, 21:16 - Rubrik: in eigener Sache
Wer sich, wie Matthias Frommann, Rechtsprofessor an der Fachhochschule Frankfurt, näher mit dem RS beschäftigte, stieß auf eindeutige Fehler. So soll der RS nicht nur den notwendigen Lebensunterhalt, sondern auch in vertretbarem Umfang Beziehungen zur Umwelt und eine Teilnahme am kulturellen Leben ermöglichen. Die Höhe dieses Betrages müsste sich an den Konsumausgaben der 20 Prozent bundesdeutscher Haushalte mit den niedrigsten Einkommen, die das Statistische Bundesamt alle fünf Jahre in der Einkommens-und Verbrauchsstichprobe ermittelt, orientieren. Die Regierung jedoch beschränkte sich in der Festsetzung auf Einpersonenhaushalte. Dies macht bei Bekleidung und Schuhen eine Differenz von 57 Prozent, bei den Nahrungsmitteln, Getränken und Tabakwaren von 28 Prozent aus.
Damit nicht genug wurden diese Beträge weiter gekürzt, ohne dass diese Kürzungen nachvollziehbar sind. Für Bekleidung wurden nur 89% als regelsatzrelevant anerkannt, denn, so die offizielle Begründung, in diesem Posten seien bisher ja auch Maßkleidung und Pelze enthalten. Die Begründung für den Posten Kultur mutet ähnlich absurd an - er wurde von 86 Euro auf 36 Euro gekürzt, weil die Experten in dem Posten auch "unter anderem Ausgaben für Sportboote und Segelflugzeuge vermuten".
Wer die Zahlen so konkret analysiert wie Matthias Frommann, kommt auf einen RS in Höhe von 448 Euro statt 345 Euro. Mit einem Regelsatz in dieser Höhe wäre auch der oben genannte alleinerziehende Vater nicht schlechter gestellt als vorher (bei genauer Rechnung ergäbe sich ein Plus von einigen Cent). Für Matthias Frommann ergibt sich somit ein deutliches Bild: Der RS wurde somit genutzt um die Sozialhilfebeträge und somit das Existenzminimum stark abzusenken, ohne dass eine entsprechende Diskussion hierüber geführt wurde.
Hier gelesen, wieder einmal über nachdenkseiten gefunden.
Damit nicht genug wurden diese Beträge weiter gekürzt, ohne dass diese Kürzungen nachvollziehbar sind. Für Bekleidung wurden nur 89% als regelsatzrelevant anerkannt, denn, so die offizielle Begründung, in diesem Posten seien bisher ja auch Maßkleidung und Pelze enthalten. Die Begründung für den Posten Kultur mutet ähnlich absurd an - er wurde von 86 Euro auf 36 Euro gekürzt, weil die Experten in dem Posten auch "unter anderem Ausgaben für Sportboote und Segelflugzeuge vermuten".
Wer die Zahlen so konkret analysiert wie Matthias Frommann, kommt auf einen RS in Höhe von 448 Euro statt 345 Euro. Mit einem Regelsatz in dieser Höhe wäre auch der oben genannte alleinerziehende Vater nicht schlechter gestellt als vorher (bei genauer Rechnung ergäbe sich ein Plus von einigen Cent). Für Matthias Frommann ergibt sich somit ein deutliches Bild: Der RS wurde somit genutzt um die Sozialhilfebeträge und somit das Existenzminimum stark abzusenken, ohne dass eine entsprechende Diskussion hierüber geführt wurde.
Hier gelesen, wieder einmal über nachdenkseiten gefunden.
Heute finde ich auf den nachdenkseiten ein Interview, in dem die typischen Aussagen eines Wirtschaftsfanatikers erkennen lassen, daß er nicht weiß, wie teuer das tägliche Leben in Deutschland ist und daß es ihn auch nicht interessiert. Munter argumentiert er mit Zahlen, Vorurteilen und einer in sich geschlossenen Logik drauflos, fernab der Wirklichkeit.
Was mich an eine kleine Geschichte aus der Werkskantine Anfang der 90er erinnert, als mir die Weltfremdheit der Aufsteiger begegnete, die für Leute, die Einkaufen, Kochen, Putzen usw. lassen, so typisch ist. Da stand einer der Geschäftsführer am Tresen und erkundigte sich bei den Frauen in der Küche nach den Preisen (4,50 bzw. 3,70 DM für ein Essen). Um dann empört zu sagen: "Das sind ja Preise wie auf Sankt Pauli!"
Was mich an eine kleine Geschichte aus der Werkskantine Anfang der 90er erinnert, als mir die Weltfremdheit der Aufsteiger begegnete, die für Leute, die Einkaufen, Kochen, Putzen usw. lassen, so typisch ist. Da stand einer der Geschäftsführer am Tresen und erkundigte sich bei den Frauen in der Küche nach den Preisen (4,50 bzw. 3,70 DM für ein Essen). Um dann empört zu sagen: "Das sind ja Preise wie auf Sankt Pauli!"
Dicki - am Mo, 26. Juni 2006, 20:59 - Rubrik: aus aller Welt