1968
aus aller Welt
ballaballa
Beobachtungen in der Natur
charmsing
deutsche kenneweiss
Dicki TV
Dickimerone
Dickis Reisen
die kleine Anekdote
dirty old town
Empfehlung
Erwins Welt
Eugen
in eigener Sache
Java
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren
icon

 
Zu Padua lebte einmal ein Mann von Adel, der Diomeo Pochiara hieß und nicht nur von leidlichem Äußeren, sondern auch im Materiellen gutsituiert war. Obwohl im besten Heiratsalter, interessierten ihn die Frauen nicht allzusehr, und es kamen Gerüchte auf, er habe mehr Verkehr mit gewissen Herren als sich zieme. Sobald er davon hörte, beschloss er zur Wahrung seines Rufes als geachteten Bürgers der Stadt und Sohn einer angesehenen Familie, endlich doch eine Frau zum Weib zu nehmen. Von jeher kannte er die Tochter eines Kaufmanns in der Nachbarschaft, mit der er oft zwanglos geplaudert und deren Verstand und Tugend er schätzen gelernt hatte, und da sie obendrein von einiger Schönheit war, begann er, sie zu freien. Lucia, so ihr Name, die ihn heimlich längst zum Manne wünschte, hatte wohl von den Gerüchten gehört, doch nichts darauf gegeben, da sie ihn als Freund ehrte. Da er nun um ihre Hand anhielt, zögerte sie keine Sekunde, und weil auch ihre Familie die Verbindung begrüßte, wurde bald Hochzeit gefeiert.

Man kan ihre Enttäuschung nur erahnen, als in der Hochzeitsnacht ihr Gatte lieb- und einfallslos die Ehe vollzog und sich im weiteren Verlauf des gemeinsamen Lebens rar zu machen wußte. Und wer kann ihre Scham ermessen, als sie sich immer wieder vorwarf, ihre Unerfahrenheit in diesen Dingen habe ihn dazu bewogen, auf gewisse Freuden lieber zu verzichten, als weitere Mißgeschicke erleiden zu müssen. Sonst aber hatte sie keinen Grund zur Klage, denn Diomeo war ihr in allem anderen ein wahrer Freund, und wäre nicht dieser Mangel an Erfüllung, man hätte ihre Ehe glücklich nennen müssen.

So gingen Wochen und Monate ins Land, bis die zuvor erwähnten Gerüchte wieder auflebten. Da begann Lucia allerdings die Wahrheit zu erkennen und besprach sich mit einer Freundin, deren Gatte ihr mehr Aufmerksamkeit widmete als Diomeo seiner Lucia. So erfuhr sie nicht nur einiges an Neuem über den Umgang mit Männern in bestimmten Lagen, sondern begriff auch, daß keinewegs ihr vermeintliches Unvermögen Schuld an ihres Gatten Abstinenz sein konnte. Wie nun, sprach sie bei sich, stelle ich es an, daß mein Gatte wirklich ist, was er bisher nur äußerlich war, nämlich mein Gatte? Und sie griff zu einer List.

Vorsichtig Erkundigungen einziehend, gelangte sie bald an einen Herrn, der Diomeo Gram zu sein genügend Grund hatte, und machte ihn zu ihrem Komplizen, womit sie für sich nur ihren Ruf riskierte, denn dieser Herr war mehr an des Knaben Wunderhorn interessiert als an anderen Schätzen der Natur. Sie richtete es eines Tages so ein, daß Diomeo sie mit dem besagten Herrn in scheinbar eindeutiger Beschäftigung überraschte. Der Gatte zürnte dem Herrn und jagte ihn aus der Tür, hernach aber schimpfte er seine Frau aus: "Weib!" rief er, "wie kannst du mir diese Untreue antun! Wehe, wenn die Stadt davon erfährt!"

"Was redest ausgerechnet du von Untreue, Mann," erwiderte sie kühl. "Anstatt die nie versiegenden Schätze meiner Schatulle zu bergen, vermeinst du nach Art der Alchimisten aus Unrat Gold machen zu können, pflügst fremde Äcker, die unfruchtbar sind, und läßt das Feld, das doch dein Eigen ist, veröden. Soll ich denn einer Pflanze gleich an mangelnder Bewässerung eingehen, weil du die Wasser deiner Gießkanne andernorts verströmst? Und wisse dies: nicht nur, daß dich betreffende Gerüchte neuerlich in Umlauf sind und dir zur Schande gereichen, man wird auch deiner lachen, wenn man hört, daß ich dir Hörner aufgesetzt. Ach, womit habe ich es verdient, meine eigene Ehre aufs Spiel setzen zu müssen, um zu erlangen, was mein Gatte mir reichlich geben könnte, das sage mir einmal."

Diomeo mochten ihre Worte noch so sehr mißfallen, er konnte sich der Wahrheit ihrer Klage nicht verschließen. Nach einer Nacht, die er wachend auf seiner Seite des Bettes, sie aber in der Gewißheit, recht getan zu haben und es nun an ihm sei, Ehe und Ehre wiederherzustellen, schlafend auf der ihrigen verbracht, sprach er zu ihr: "Es ist nun einmal so, daß ich am Biber mehr den Schwanz begehre als den Pelz. Wohl tut es mir leid, daß du, um deinen Teil am Leben zu bekommen, deine Ehre aufs Spiel zu setzen gezwungen bist, zumal ich keinen Menschen lieber an meiner Seite weiß, als dich, Lucia. Doch sind mir Frauen leiblich gar zu fremd, als daß sie mich begeistern könnten." - "Ei, das ist töricht, Diomeo!" rief sie darauf, "ja, glaubst du denn, mir seien Männer leiblich weniger fremd? Doch weiß auch ich keine Menschenseele lieber bei mir als dich, geliebter Mann. So überwinde dich, um unser beider Glückes Willen!"

Entschlossen, die Gelegenheit beim Schopf zu packen, und da sie wußte, wie man dem Gockel seinen Hals langzieht, griff sie beherzt des Übels Wurzel und presste ihr den Saft aus. Zu seiner Überraschung wurde Diomeo nun bewußt, daß ihm die Nähe dieser Einen, nämlich seiner Lucia, auch bei Handgreiflichkeiten lieb und teuer war, und deshalb bat er sie, nachdem er sich verschnauft, ihn den Pelz ausbürsten lehren. Und da dies gut gelang, so lehrten sie einander manches weitere und wiederholten fleissig das Gelernte. Dann schien Lucia der Zeitpunkt gekommen, Diomeo über ihren angeblichen Fehltritt aufzuklären, und es war an ihm, sich über die Maßen wegen seines Mangels an liebevollem Vertrauen zu schämen. Indes ihr beider Glück nun vollkommen war, versuchte Diomeo niemals wieder, aus Unrat Gold zu machen, es sei denn, er hätte jemals einen Herren mehr geliebt als seine Lucia, was aber nie geschah.

Im Zoo herrscht wieder Ruhe: Die Gazelle ist von ihrem hohen Ross herabgestiegen und lässt sich die statistische Nähe zu den übrigen Säugetieren gefallen, ob Reh oder Ren, Puma oder Panther, Schimpanse oder Schnabeltier. Alle Tiere haben sich in ihren Familien eingefunden und dort nach weiteren Merkmalen unterteilen lassen; Merkmalen wie eierlegend, behaart und milchgebend, um nur einige zu nennen. Auch nicht zu verachten sind die Beine. Bevor jetzt jemand "Die Beine von Dolores" anstimmt oder trällert "Wenn die Elisabeth nicht so schöne Beine hätt", denke er mal an die Kniekehlen der schönen Beine, das wird ihn abkühlen.

Weiter also: der Kenner unterscheidet Oktopoden, Hexa-, Penta-, Tetrapoden sowie Zweibeiner, zu denen auch der Mensch gehört, aber nicht nur er, denn dies ist vor allem die Domäne der Vögel, die zwar vier Extremitäten ihr Eigen nennen, aber eben nur zwei Beine. Unter den Säugetieren gibt es nicht nur Zwei- und Vierbeiner, sondern auch beflosste Zeitgenossen wie den Schweinswal oder den Seelöwen, der im übrigen ebenfalls den Zweibeinern zugerechnet wird und sogar in der Kategorie der Schwanzträger auftaucht. Man sieht, je nach gewähltem Kriterium erreicht man völlig unterschiedliche Verwandtschaft, die wie im wirklichen Leben zu Verwirrung Anlass geben kann. Das Schnabeltier zum Beispiel legt zwar Eier, ist aber kein Vogel oder Fisch oder Insekt. Der Delphin hat Flossen und ist doch kein Fisch. Das alles berührt den Pentapoden nicht, der auf des Meeres Grunde lebt und bei welchem irgendwie nicht ganz klar ist ... Arme ... Beine .. Kopf .. was für ein Schlamassel!.

Michael Jackson war musikalisch bis in die Haarspitzen, und Earth Song ist mein Favorit, obwohl es ein sehr kalkuliertes Lied ist. Was es sonst noch zu sagen gibt, lese man u.a. bei quirinus, monoma und in The Hall of Mirrors (Kraftwerk 1977, von der LP "Trans Europe Express"). Lieber Michael, mögest du endlich Frieden gefunden haben.

Hedschasi sagt, er habe sich entschieden, an die Öffentlichkeit zu gehen, weil er nicht wolle, dass Neda umsonst gestorben sei. An der Echtheit des Videos, bis heute nicht zweifelsfrei bewiesen, waren Zweifel aufgekommen. Diese habe Hedschasi zerstreuen wollen. (SpInSpOn)

Und er zerstreut sie, indem er Details schildert, die nur ein Augenzeuge gesehen haben kann - aber nicht die Handykamera? Hedschasi hörte ein Geräusch. "War das ein Schuss?", fragte er einen Freund. Der beruhigte ihn, nein, es würden nur Plastikgeschosse verwendet. Der Arzt drehte sich um und sah, wie Blut aus dem Oberkörper der Frau strömte. "Sie blickte nach unten, sie sackte zusammen und verlor allmählich das Bewusstsein."

Der kann ja viel erzählen, würde manch einer nun sagen, wäre da nicht der Freund des Nothelfers Hedschasi, der bekannte Autor Paul Coelho, der den mit ihm befreundeten Mediziner in dem Video von Nedas Tod erkannt zu haben glaubte und jenen um Aufklärung bat. Und so weiter. Und damit ist zweifelsfrei bewiesen ...

An der Echtheit des Videos, bis heute nicht zweifelsfrei bewiesen, waren Zweifel aufgekommen.

was die Qualitätsmedien über den Iran veröffentlichen, alles, alles, aber auch wirklich alles. Nur dies hier ist reine Spekulation und nichts anderes als infame Verschwörungstheorie. Aber das schreibt eben auch ein Blogger, woran man sehen kann, was für Wirrköpfe sich im Internet tummeln. Gut, daß Twitter die Wahrheit verbreiten hilft.

kann man es doch nun wahrhaftig nicht nennen, wenn die Wahlen im Iran die Ergebnisse einer Umfrage bestätigen, die drei Wochen vor den Wahlen im Auftrag der Washington Post durchgeführt wurden. Das kann jeder interessierte Medienvertreter leicht recherchieren, aber die wenigsten tun es, zumindest wird uns diese Information in der "Qualitäts"-Berichterstatung vorenthalten. Lieber werden Iran als Staat und Ahmadinedschad als Person zu Sündenböcken gemacht, auf die wir unsere Frustration entladen sollen bzw. stellvertretend für uns die Bombenflugzeuge. Wir haben es hier mit dem Straftatbestand der Volksverhetzung zu tun. Aber das scheint mittlerweile Normalität zu sein, in der freiheitlich-demokratischen Bundesrepublik Deutschland anno domini 2009.

Zitat aus der Neue Rheinische Zeitung:
Der Westen sollte sich also mit Wertungen generell zurückhalten – Demokratie ist nun einmal die Herrschaft des Volkes, ob einem dies passt oder nicht. Die Präsidentschaftswahlen im Iran stehen diesbezüglich in einer gewissen Tradition. Auch die Wahlergebnisse im Libanon und in den Palästinensergebieten fielen ganz und gar nicht nach den Vorstellungen des Westens aus. „Dummerweise“ waren dies aber die einzigen Wahlen in islamischen Nahen und Mittleren Osten, die wirklich halbwegs frei waren. Wenn der Muslim nicht so wählt, wie es der Christ gerne hätte, dann sollte es zur demokratischen Etikette gehören, dies als Willensbekundung zu akzeptieren. Die Alternative wären prowestliche Diktaturen, wie sie im Nahen Osten zahlreich vorhanden sind und die zu den besten Freunden des Westens zählen.

 

twoday.net AGB

xml version of this page

powered by Antville powered by Helma