"Wenn man die Programme und Absichten miteinander vergleicht, kommt man sehr schnell zu dem Ergebnis, dass derzeit das meiste für Schwarz-Gelb spricht", sagte heute Guido Westerwelle, und weshalb auch nicht. Zweifellos ist die Biene Maja ein großer Sympathieträger, zumal bei den jüngeren Wählern.
Dicki - am Sa, 21. August 2004, 23:52 - Rubrik: zickezacke
Der Kollege huflaikhan hat einen neuartigen Persönlichkeitstest entdeckt. Den wollte ich natürlich gleich einmal ausprobieren. Und nun ist es heraus: ich bin der Dickitator!
Dicki - am Fr, 20. August 2004, 11:52 - Rubrik: in eigener Sache
Konstrukteure von Maschinen, Geräten und Büromöbeln kennen das Problem: sobald ihre Kreationen von Menschen bedient oder benutzt werden, muß die Physis des Menschen berücksichtigt werden. Als es noch Schlagworte wie "humane Arbeitswelt" gab, sollte die menschliche Arbeitskraft nicht vorzeitig verschlissen werden, also mußten die Schnittstellen zwischen Mensch und Gerätschaft auf die Menschen angepaßt werden. Da heute immer seltener noch eine Dauerbeschäftigung über das 40ste Lebensjahr hinaus stattfindet, kann man die Regeln gewiß lockern, aber leider nicht beiseite lassen.
Doch Gentechnik und Chirurgie eröffnen für die Zukunft wunderbare Möglichkeiten. Im Gegensatz zu den Anfängen des Kapitalismus und der ersten industriellen Revolution braucht man die "human resources" nicht mehr stumpf verheizen - man paßt sie operativ und manipulativ an die Maschinen an, welche fortan im Hinblick auf ihre Funktionalität optimiert werden können. Die könnten dann ihre Dingualitiät endlich voll entfalten.
Komitees zur Steigerung der Wirtschaftskraft würden bestimmen, wie viele Einheiten Mensch in welcher Funktion benötigt werden. Aus von Genetikern entwickelten Grundformen erzeugte man dann durch Implantation und Operation die jeweils benötigten spezialisierten Funktionseinheiten für den Produktionsprozeß.
Das Klonen ist dafür offensichtlich Voraussetzung: erstens werden die Menschen durch Streß und Umweltgifte zunehmend unfruchtbar und zweitens kann nur durch artifizielle Vermehrung ein ausreichendes Vorhandensein identischer Grundmodelle gewährleistet werden, die eine wirtschaftliche Weiterverarbeitung des Rohstoffes Mensch mittels normierter Verfahrensschritte überhaupt erst ermöglichen.
Doch Gentechnik und Chirurgie eröffnen für die Zukunft wunderbare Möglichkeiten. Im Gegensatz zu den Anfängen des Kapitalismus und der ersten industriellen Revolution braucht man die "human resources" nicht mehr stumpf verheizen - man paßt sie operativ und manipulativ an die Maschinen an, welche fortan im Hinblick auf ihre Funktionalität optimiert werden können. Die könnten dann ihre Dingualitiät endlich voll entfalten.
Komitees zur Steigerung der Wirtschaftskraft würden bestimmen, wie viele Einheiten Mensch in welcher Funktion benötigt werden. Aus von Genetikern entwickelten Grundformen erzeugte man dann durch Implantation und Operation die jeweils benötigten spezialisierten Funktionseinheiten für den Produktionsprozeß.
Das Klonen ist dafür offensichtlich Voraussetzung: erstens werden die Menschen durch Streß und Umweltgifte zunehmend unfruchtbar und zweitens kann nur durch artifizielle Vermehrung ein ausreichendes Vorhandensein identischer Grundmodelle gewährleistet werden, die eine wirtschaftliche Weiterverarbeitung des Rohstoffes Mensch mittels normierter Verfahrensschritte überhaupt erst ermöglichen.
Dicki - am Fr, 20. August 2004, 0:50 - Rubrik: Nachtgesaenge
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Derzeit lese ich eine Sammlung von Aufsätzen und Analysen, die Peter Scholl-Latour zwischen 1997 und 2001 geschrieben hat. Daß der reißerische Titel "Der Fluch des neuen Jahrtausends" - Untertitel "Eine Bilanz" - nicht völlig ungerechtfertigt ist, muß man sich aus den Kommentaren Scholl-Latours zu den jeweiligen Ereignissen in der Welt selbst zusammenlesen.
Aber seine Analysen sind von großer Klarheit, da er die politischen Verhältnisse in der Welt sieht, wie sie sind, und sie nicht irgendeiner Schablone anzupassen versucht. Dabei muß man in Kauf nehmen, daß er - bei allem Mitgefühl für Menschen - den Blickwinkel des Potentaten einnimmt. Wenn eine Diktatur ohne die üblichen Greuel auskäme, also aufgeklärt und vernünftig wäre, würde er sie möglicherweise bejahen, spekuliere ich.
Auch ich würde möglicherweise eine Diktatur bejahen, wenn sie von allen Menschen, die in den Medien an der öffentlichen Meinungsbildung beteiligt sind, einen Nachweis ihrer Denkfähigkeit forderte. Weshalb ich das sage? In etlichen Kommentaren zur Volksabstimmung in Venezuela warfen Journalisten dem Staatschef Hugo Chavez eine schlechte Wirtschaftspolitik vor (bzw. übernahmen, scheinbar neutral zitierend, diese Meinung von der Opposition), um nur zwei Sätze später zu berichten, die alte Oligarchie sei nicht nur gegen Chavez, sondern habe - offen von den USA unterstützt - erst mit einem Putsch, dann mit einem großen Streik versucht, Chavez zu stürzen. Wenn die Wirtschaft mit allen Mitteln gegen Chavez arbeitet, wie soll er dann eine gute Wirtschaftspolitik machen können? - Wer bei der Addition von eins und eins mal 1, mal 23 herausbekommt, sollte künftig einer anderen Tätigkeit nachgehen; das würde ich gerne dickitatorisch verfügen.
In einem Kommentar vom 27. August 2000 schrieb Scholl-Latour über die todbringende Havarie des U-Boots "Kursk" und das von den Medien geschmähte Verhalten Vladimir Putins:
Was die "Kursk" betrifft, so fehlte ihm eben jene Professionalität der öffentlichen Trauer, die Bill Clinton, Tony Blair oder Jaques Chirac zweifellos sehr viel gekonnter über den Bildschirm gebracht hätten. Soll man Putin einen Vorwurf daraus machen, daß er in Murmansk nicht jene "Betroffenheit" zur Schau stellte, mit der deutsche Minister an den Gräbern ermordeter Kosovo-Albaner nach einer Rechtfertigung für ihren sinnlosen Luftkrieg gegen Serbien suchten?
Peter Scholl-Latour, so sehe ich das, wird deswegen angefeindet oder verlacht oder ignoriert, weil er denken kann und dies auch öffentlich tut. Das Gesindel muckt, weil es sich - zurecht - mickrig neben ihm fühlt.
Aber seine Analysen sind von großer Klarheit, da er die politischen Verhältnisse in der Welt sieht, wie sie sind, und sie nicht irgendeiner Schablone anzupassen versucht. Dabei muß man in Kauf nehmen, daß er - bei allem Mitgefühl für Menschen - den Blickwinkel des Potentaten einnimmt. Wenn eine Diktatur ohne die üblichen Greuel auskäme, also aufgeklärt und vernünftig wäre, würde er sie möglicherweise bejahen, spekuliere ich.
Auch ich würde möglicherweise eine Diktatur bejahen, wenn sie von allen Menschen, die in den Medien an der öffentlichen Meinungsbildung beteiligt sind, einen Nachweis ihrer Denkfähigkeit forderte. Weshalb ich das sage? In etlichen Kommentaren zur Volksabstimmung in Venezuela warfen Journalisten dem Staatschef Hugo Chavez eine schlechte Wirtschaftspolitik vor (bzw. übernahmen, scheinbar neutral zitierend, diese Meinung von der Opposition), um nur zwei Sätze später zu berichten, die alte Oligarchie sei nicht nur gegen Chavez, sondern habe - offen von den USA unterstützt - erst mit einem Putsch, dann mit einem großen Streik versucht, Chavez zu stürzen. Wenn die Wirtschaft mit allen Mitteln gegen Chavez arbeitet, wie soll er dann eine gute Wirtschaftspolitik machen können? - Wer bei der Addition von eins und eins mal 1, mal 23 herausbekommt, sollte künftig einer anderen Tätigkeit nachgehen; das würde ich gerne dickitatorisch verfügen.
In einem Kommentar vom 27. August 2000 schrieb Scholl-Latour über die todbringende Havarie des U-Boots "Kursk" und das von den Medien geschmähte Verhalten Vladimir Putins:
Was die "Kursk" betrifft, so fehlte ihm eben jene Professionalität der öffentlichen Trauer, die Bill Clinton, Tony Blair oder Jaques Chirac zweifellos sehr viel gekonnter über den Bildschirm gebracht hätten. Soll man Putin einen Vorwurf daraus machen, daß er in Murmansk nicht jene "Betroffenheit" zur Schau stellte, mit der deutsche Minister an den Gräbern ermordeter Kosovo-Albaner nach einer Rechtfertigung für ihren sinnlosen Luftkrieg gegen Serbien suchten?
Peter Scholl-Latour, so sehe ich das, wird deswegen angefeindet oder verlacht oder ignoriert, weil er denken kann und dies auch öffentlich tut. Das Gesindel muckt, weil es sich - zurecht - mickrig neben ihm fühlt.
Dicki - am Do, 19. August 2004, 0:41 - Rubrik: Nachtgesaenge
Der dünne Mann (1934)
Nora probierte ihren Drink und schauderte. "Glaubst du, das könnte die 'bittere Wicke' sein, die immer in Kreuzworträtseln vorkommt?"
Dorothy sagte: "Oh, gucken Sie doch mal."
Wir guckten und sahen Shep Morelli auf uns zu kommen. Sein Gesicht hatte Dorothys Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Wo es nicht eingebeult war, war es geschwollen, und seine Farbskala reichte vom tiefen Purpur rund um ein Auge bis zum blassen Rosa eines Heftpflasters am Kinn.
Er kam an unseren Tisch und beugte sich ein wenig vor, um sich mit beiden Fäusten darauf zu stützen. "Hören Sie", sagte er, "Studsy sagt, ich soll mich bei Ihnen entschuldigen."
Nora murmelte: "Alter Emily-Post-Studsy", während ich sagte: "Und?"
Morelli schüttelte den malträtierten Kopf. "Ich entschuldige mich nicht für das, was ich tue - die Leute müssen das in Kauf nehmen, oder sie müssen es bleiben lassen -, aber ich hab nichts dagegen, Ihnen zu sagen, tut mir leid, daß ich durchgedreht bin und auf sie losgeballert hab, und ich hoffe, es macht Ihnen nicht zuviel Ärger, und wenn's irgendetwas gibt, womit ich's in Ordnung bringen kann, will ich -"
"Schon gut. Setzen Sie sich hin und trinken Sie was. Das ist Mr. Morelli und das ist Miss Wynant."
Dorothy machte große und interessierte Augen.
Morelli holte einen Stuhl heran und setzte sich. "Ich hoffe, Sie tragen's mir nicht mehr nach", sagte er zu Nora.
Sie sagte: "Ich fand's lustig."
Er sah sie mißtrauisch an.
(...)
Studsy kam zu uns herüber; er brachte einen Stuhl mit. "Die haben ihm das Gesicht geliftet, was?" sagte er mit einer Kopfbewegung zu Morelli hin. Wir machten ihm Platz, und er setzte sich hin. Er grinste selbstgefällig Noras Drink und Nora an. "Ich schätze, in Ihren feinen Park-Avenue-Pinten kriegen Sie auch nichts Besseres - und hier bezahlen Sie nur fünfzig Cents fürs Gläschen."
Noras Lächeln war schwach, aber es war immerhin ein Lächeln. Unter dem Tisch stellte sie ihren Fuß auf meinen.
Hammetts letzter Roman dreht sich ganz nebenbei um die Frage, wer Wynants Sekretärin ermordet hat und wo Wynant selbst steckt. Tatsächlich treffen Nora und Nick Charles (er ist ein ehemaliger Detektiv) auf die neurotische Familie Wynant, auf den Anwalt der Familie und auf alte Bekannte aus der Unterwelt. Unter nahezu pausenlos genossenen Drinks entwickelt sich eine Komödie im Stil von Hollywood-Filmen und Broadway-Stücken. Immerhin hatten die Studios bereits Filme wie Dinner at eight und Trouble in paradise hervorgebracht. Hammett selbst arbeitete an verschiedenen Drehbüchern mit, so zum Beispiel an der Verfilmung von Der dünne Mann.
In diesem Roman hat er sich (Nick) und seine Freundin Lillian Hellman (Nora) porträtiert. Während seine Karriere nach diesem Höhepunkt allmählich endete, erblühte die Laufbahn seiner Freundin, die er förderte. Sie erlangte Bekanntheit als Autorin von Theaterstücken und wirkte am zahlreichen Drehbüchern mit.
Hammett schloß sich der kommunistischen Partei an, nahm am zweiten Weltkrieg als Redakteur einer Soldatenzeitung teil, und geriet in den 50er Jahren ins Mahlwerk des McCarthy-Tribunals. Lillian Hellman editierte nach seinem Tod die Ausgabe seiner Detektivgeschichten und veröffentlichte ausgewählte Briefe des Autors. Eine etwas zusammenhängendere und fundiertere Würdigung Hammetts ist hier in englischer Sprache nachzulesen. Nichtsdestotrotz hoffe ich, einen interessanten Einblick in Leben und Werk Dashiell Hammetts gegeben zu haben.
(Ende)
Nora probierte ihren Drink und schauderte. "Glaubst du, das könnte die 'bittere Wicke' sein, die immer in Kreuzworträtseln vorkommt?"
Dorothy sagte: "Oh, gucken Sie doch mal."
Wir guckten und sahen Shep Morelli auf uns zu kommen. Sein Gesicht hatte Dorothys Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Wo es nicht eingebeult war, war es geschwollen, und seine Farbskala reichte vom tiefen Purpur rund um ein Auge bis zum blassen Rosa eines Heftpflasters am Kinn.
Er kam an unseren Tisch und beugte sich ein wenig vor, um sich mit beiden Fäusten darauf zu stützen. "Hören Sie", sagte er, "Studsy sagt, ich soll mich bei Ihnen entschuldigen."
Nora murmelte: "Alter Emily-Post-Studsy", während ich sagte: "Und?"
Morelli schüttelte den malträtierten Kopf. "Ich entschuldige mich nicht für das, was ich tue - die Leute müssen das in Kauf nehmen, oder sie müssen es bleiben lassen -, aber ich hab nichts dagegen, Ihnen zu sagen, tut mir leid, daß ich durchgedreht bin und auf sie losgeballert hab, und ich hoffe, es macht Ihnen nicht zuviel Ärger, und wenn's irgendetwas gibt, womit ich's in Ordnung bringen kann, will ich -"
"Schon gut. Setzen Sie sich hin und trinken Sie was. Das ist Mr. Morelli und das ist Miss Wynant."
Dorothy machte große und interessierte Augen.
Morelli holte einen Stuhl heran und setzte sich. "Ich hoffe, Sie tragen's mir nicht mehr nach", sagte er zu Nora.
Sie sagte: "Ich fand's lustig."
Er sah sie mißtrauisch an.
(...)
Studsy kam zu uns herüber; er brachte einen Stuhl mit. "Die haben ihm das Gesicht geliftet, was?" sagte er mit einer Kopfbewegung zu Morelli hin. Wir machten ihm Platz, und er setzte sich hin. Er grinste selbstgefällig Noras Drink und Nora an. "Ich schätze, in Ihren feinen Park-Avenue-Pinten kriegen Sie auch nichts Besseres - und hier bezahlen Sie nur fünfzig Cents fürs Gläschen."
Noras Lächeln war schwach, aber es war immerhin ein Lächeln. Unter dem Tisch stellte sie ihren Fuß auf meinen.
Hammetts letzter Roman dreht sich ganz nebenbei um die Frage, wer Wynants Sekretärin ermordet hat und wo Wynant selbst steckt. Tatsächlich treffen Nora und Nick Charles (er ist ein ehemaliger Detektiv) auf die neurotische Familie Wynant, auf den Anwalt der Familie und auf alte Bekannte aus der Unterwelt. Unter nahezu pausenlos genossenen Drinks entwickelt sich eine Komödie im Stil von Hollywood-Filmen und Broadway-Stücken. Immerhin hatten die Studios bereits Filme wie Dinner at eight und Trouble in paradise hervorgebracht. Hammett selbst arbeitete an verschiedenen Drehbüchern mit, so zum Beispiel an der Verfilmung von Der dünne Mann.
In diesem Roman hat er sich (Nick) und seine Freundin Lillian Hellman (Nora) porträtiert. Während seine Karriere nach diesem Höhepunkt allmählich endete, erblühte die Laufbahn seiner Freundin, die er förderte. Sie erlangte Bekanntheit als Autorin von Theaterstücken und wirkte am zahlreichen Drehbüchern mit.
Hammett schloß sich der kommunistischen Partei an, nahm am zweiten Weltkrieg als Redakteur einer Soldatenzeitung teil, und geriet in den 50er Jahren ins Mahlwerk des McCarthy-Tribunals. Lillian Hellman editierte nach seinem Tod die Ausgabe seiner Detektivgeschichten und veröffentlichte ausgewählte Briefe des Autors. Eine etwas zusammenhängendere und fundiertere Würdigung Hammetts ist hier in englischer Sprache nachzulesen. Nichtsdestotrotz hoffe ich, einen interessanten Einblick in Leben und Werk Dashiell Hammetts gegeben zu haben.
(Ende)
Dicki - am Mi, 18. August 2004, 0:07 - Rubrik: Musik und so weiter
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Dicki - am Di, 17. August 2004, 4:03 - Rubrik: zickezacke
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