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Unlängst wies Quirinus auf einen besonderen Raub hin: "Millionen teure Diamanten" waren gestohlen worden. Laut Spiegel Online. Die Diebe müssen wohl Pfund's Kerle gewesen sein. Bei Spiegel Online finde ich heute eine Überschrift zur neuerlichen Staatsverschuldung: "Rekord verdächtig". Und irgendwie trifft das dann doch die Wirklichkeit.

Wer ein Geschäft macht, kann sich mit großen Scheinen den Hintern abwischen: wenn er auf die Menschheit scheißt.

Nach knisterndem, die Spannung steigerndem Auswickeln hielt ich das Geschenk in Händen: ein kleiner elfenbeinfarbener Elefant, mit goldenen Strichen (Rüssel, Stoßzähne, Ohren, Zehen, Quast) und feinen Rosen in rot und blau und grünen Blättern verziert, den Rüssel trompetend über den Kopf geschwungen.

"Oh, danke," sagte ich erfreut, "das ist schöner Kitsch." - "Und der hat Ähnlichkeit mit dir," sagte sie. Peinlichkeiten fürchtend wich ich aus: "Vermutlich die Augen."

Diese Figurine, die mir Freude macht, ist sowohl übertrieben männlich als auch übertrieben weiblich. Das ist komisch. Eine Ähnlichkeit mit mir besteht allenfalls in der gekünstelten und etwas steifen Haltung. Aber das wird sie nicht gemeint haben.

Ich möchte lieber nicht erfahren, worin sie eine Ähnlichkeit mit mir sieht. Oder doch? Verflixte Eitelkeit.

... einen spezifisch jüdischen Humor?" fragte einst Ephraim Kishon und beschrieb, mit welch immer verzweifelteren Bemühungen er versuchte, in eine Veranstaltung zu gelangen, als deren geladener Redner er sich zum obigen Thema äußern sollte. Es kam einem Kampf auf Leben und Tod nahe.

Das fällt mir ein, da "der wahre Dicki" seit 203 Tagen online ist und diese Zahl förmlich nach einem kabbalistischen Bezug schreit. Hier ist ein passender Link, sozusagen Humor mit Chuzpe.

Früher, wenn das Essen knapp war, wurde auch die Kultur knapp gehalten: (...) das Bundesministerium für Inneres jedoch hat die Aufführung des Dramas "Himmel und Hölle" untersagt, weil "bei der heutigen leichten Erregbarkeit weiter Kreise der Bevölkerung und der gesteigerten Neigung zu ordnungswidriger Geltendmachung der Empfindungen zu befürchten wäre, daß im Falle der Aufführung Kundgebungen ausgelöst würden, welche sich als Störungen der öffentlichen Ruhe und Ordnung darstellen würden." (Alfred Polgar, "1922")

Solche Überlegungen könnten prinzipiell wieder modern werden, doch vorläufig - vorbeugen ist besser als nachdenken - gibt es eine Woche Kultur satt (800 Jahre Oyten) - damit jeder Kultur satt hat.

Wer über dieses Wort nachzudenken beginnt, wird auch schnell wieder damit aufhören, es sei denn, um aus schlechtem Beispiel zu lernen: zu unsinnig und gedankenlos ist diese Konstruktion. Gemeint ist ja eine Gegnerschaft zu den Vereinigten Staaten von Amerika, genauer gesagt, deren Politik; also bestenfalls ein AntiUSAismus, was selbstverständlich nicht die geringste publizistische Chance hätte.

Dennoch wird der Vorwurf gerne und oft erhoben. Weshalb aber sollte jemand nicht gegen die Politik der USA sein dürfen, bei uns herrscht doch Meinungsfreiheit?! - Dem Vorwurf des Antiamerikanismus versucht Zwiebelfisch zuvorzukommen:

Ob wir es wollen oder nicht, das amerikanische Englisch verändert unsere Sprache. Ob zum Guten oder zum Schlechten, das sei dahingestellt. Vielleicht sind reflexive Verben zu umständlich, um auf Dauer in der deutschen Sprache überleben zu können. Vielleicht sind die glatten amerikanischen Strukturen gegenüber manch holpriger deutschen Konstruktion tatsächlich im Vorteil.

Jedem steht es frei, sich seine Worte und seine Syntax selbst zu wählen. Und wenn er die amerikanisierte Version bevorzugt - warum nicht. Es kann nur nicht schaden zu wissen, wie es auf Deutsch eigentlich heißt oder mal geheißen hat.


Hatte er das Gefühl, sich in seiner Kritik entfremdender Anglizismen zu weit vorgewagt zu haben? In keiner vorherigen Kolumne hat er seine Anmerkungen so windelweich abgefedert. Das Rad der Zeit, es scheint sich rückwärts zu drehen. Schon höre ich einen Rufer: "Geben Sie Gedankenfreiheit, Sire!"

 

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