(Arbeitsgericht)
Ankläger: ... hat Er sich zum wiederholten Male des grob fahrlässigen Entlassenwerdens schuldig gemacht.
Angeklagter: Mir wurde gekündigt!
Ankläger: Nun lass' Er doch diese Spitzfindigkeiten; Er verschlimmert seine Lage nur. Hat Er noch etwas zu sagen?
Angeklagter: (zerknirscht) Bedenkt, ich hatte eine schwere Kindheit, kein Fernsehen, Bücher waren meine einzigen Freunde ...
Frau im Publikum: Das klingt wie auswendig gelernt.
Mann im Publikum: Jaja, sie sagen alle dasselbe.
Richter: ... verurteile ich den Angeklagten zu vier Jahren Fron für den Rat der Stadt, damit er wieder an verantwortungsvolles Arbeiten gewöhnt werde.
(Ratssitzung)
Erster Stadtrat: ... die Grünanlagen in Ampeln umzuwidmen. Lassen Sie mich mit der Versicherung schließen, daß meine Unterhosen praktisch streifenfrei sind. (schaut irritiert auf den Text) Danke.
Zweiter Stadtrat: Die Qualität der Frondner hat stark nachgelassen; die schreiben buchstäblich keine brauchbare Rede mehr.
Dritter Stadtrat: Da sollten Sie erstmal unseren neuen Türöffner erleben!
Ankläger: ... hat Er sich zum wiederholten Male des grob fahrlässigen Entlassenwerdens schuldig gemacht.
Angeklagter: Mir wurde gekündigt!
Ankläger: Nun lass' Er doch diese Spitzfindigkeiten; Er verschlimmert seine Lage nur. Hat Er noch etwas zu sagen?
Angeklagter: (zerknirscht) Bedenkt, ich hatte eine schwere Kindheit, kein Fernsehen, Bücher waren meine einzigen Freunde ...
Frau im Publikum: Das klingt wie auswendig gelernt.
Mann im Publikum: Jaja, sie sagen alle dasselbe.
Richter: ... verurteile ich den Angeklagten zu vier Jahren Fron für den Rat der Stadt, damit er wieder an verantwortungsvolles Arbeiten gewöhnt werde.
(Ratssitzung)
Erster Stadtrat: ... die Grünanlagen in Ampeln umzuwidmen. Lassen Sie mich mit der Versicherung schließen, daß meine Unterhosen praktisch streifenfrei sind. (schaut irritiert auf den Text) Danke.
Zweiter Stadtrat: Die Qualität der Frondner hat stark nachgelassen; die schreiben buchstäblich keine brauchbare Rede mehr.
Dritter Stadtrat: Da sollten Sie erstmal unseren neuen Türöffner erleben!
Dicki - am Do, 27. April 2006, 19:57 - Rubrik: zickezacke
Statistisch gesehen liest der durchschnittliche Deutsche - Internet, Zeitschriften, und Sachbücher ausgenommen - 2,17 Seiten pro Woche und wohnt jährlich 0,00183 Dichterlesungen bei. Von daher begrüße ich den "Welttag des Buches", an dessen Bremer Auftaktveranstaltung ich gestern teilnehmen durfte. Dort wurde mir sogar ein Glas roten Weines spendiert.
Das war aber auch nötig, wie sich bald zeigen sollte. Nach einleitenden Worten unter anderem einer Kulturstaatsrätin (die schnell ein Glas Wein zwitscherte, wohl weil sie es ebenfalls nötig hatte), erfuhr das wehrlose Publikum, daß die Lesebeiträge der dreizehn Autoren von eigens zu diesem Zwecke angeheuerten Musikern klanglich untermalt werden sollten.
Sofort kamen Erinnerungen an das legendäre Fernsehgespräch Helmut Schön gegen Herbert von Karajan auf (Endstand 1:3), in dem die beiden Herren die Gemeinsamkeiten aufdeckten, die zwischen dem Leiten einer Fußballelf und dem Dirigieren eines Orchesters bestehen. Trotzdem haben die Berliner Philharmoniker den Schön nie akzeptiert, und zur WM in Rom durfte nicht von Karajan, sondern Beckenbauer fahren. Bekanntlich klappt es bis heute nie so richtig mit dem Singen der Nationalhymne ...
Schlagartig verzogen sich die Erinnerungen, als eine Emeritierte das erste Gedicht des Abends ankündigte: "Die Migrantin". Oh, da dräute Migräne heran und alles drohte seinen einfühlsamen und politisch korrekten Gang zu gehen, untermalt von ploppenden Weinkorken einer- und dem Tröt, Tut und Schwall der Musiker andererseits. Weitere Emeritierte und noch zu Emeritierende hallten teils lyrisch, teils prosaisch durch den Innenhof der Stadtbibliothek, aber es gab auch Lichtblicke: Eine, die schreiben kann; Eine, die zu fesseln vermag; Eine, die einen packt und mitreißt.
Alle Achtung, dafür hat sich der Abend dann doch gelohnt, so mein Fazit. Und: Kultur ist, wenn man trotzdem lacht.
Das war aber auch nötig, wie sich bald zeigen sollte. Nach einleitenden Worten unter anderem einer Kulturstaatsrätin (die schnell ein Glas Wein zwitscherte, wohl weil sie es ebenfalls nötig hatte), erfuhr das wehrlose Publikum, daß die Lesebeiträge der dreizehn Autoren von eigens zu diesem Zwecke angeheuerten Musikern klanglich untermalt werden sollten.
Sofort kamen Erinnerungen an das legendäre Fernsehgespräch Helmut Schön gegen Herbert von Karajan auf (Endstand 1:3), in dem die beiden Herren die Gemeinsamkeiten aufdeckten, die zwischen dem Leiten einer Fußballelf und dem Dirigieren eines Orchesters bestehen. Trotzdem haben die Berliner Philharmoniker den Schön nie akzeptiert, und zur WM in Rom durfte nicht von Karajan, sondern Beckenbauer fahren. Bekanntlich klappt es bis heute nie so richtig mit dem Singen der Nationalhymne ...
Schlagartig verzogen sich die Erinnerungen, als eine Emeritierte das erste Gedicht des Abends ankündigte: "Die Migrantin". Oh, da dräute Migräne heran und alles drohte seinen einfühlsamen und politisch korrekten Gang zu gehen, untermalt von ploppenden Weinkorken einer- und dem Tröt, Tut und Schwall der Musiker andererseits. Weitere Emeritierte und noch zu Emeritierende hallten teils lyrisch, teils prosaisch durch den Innenhof der Stadtbibliothek, aber es gab auch Lichtblicke: Eine, die schreiben kann; Eine, die zu fesseln vermag; Eine, die einen packt und mitreißt.
Alle Achtung, dafür hat sich der Abend dann doch gelohnt, so mein Fazit. Und: Kultur ist, wenn man trotzdem lacht.
Dicki - am So, 23. April 2006, 19:35 - Rubrik: in eigener Sache
- und zwar unwiderbringlich - ist die Geschichte meiner Vorfahren. Ich war zu jung, um die Großeltern väterlicherseits zu befragen, und nicht reif genug, um die Großeltern mütterlicherseits auszuquetschen. Erstere starben, bevor ich Vier wurde, letztere lebten in Amsterdam und waren schwerer erreichbar.
Heute könnte ich auf ihren - gewiß persönlich eingefärbten - Geschichten und Erinnerungen einen Rückblick bis ins späte neunzehnte Jahrhundert aufbauen. Der Urgroßvater von Mutterseite hatte im deutsch-französichen Krieg von 1870/71 "als Soldat im Felde gestanden" und sich dann in die Niederlande abgesetzt; sein Sohn gründete ein "Electriciteitsbureau", als Elektrizität noch hochmodern war, Anno 1913. Seine Frau, die praktischerweise die Geschäftsbücher führte, entstammte einer gutbürgerlichen Amsterdamer Familie.
Auf Vaterseite gab es den Großvater, der im Bremer Waisenhaus aufwuchs, und die Großmutter, die aus Bramscher Tuchwebersippen kam. Soviel ist immerhin bekannt. Doch haben sie alle weder ihr Leben noch ihre überlieferten Erinnerungen dokumentiert.
Heute kann ich nur noch von meiner Mutter Geschichten erfahren. "Hörensagen" hieße vor Gericht, was nicht ihre eigenen Erinnerungen sind. Bruchstücke, die nicht mehr als einen kleinen Teil des Gesamtbildes ergeben. Interessant genug, immerhin. Aber beispielsweise werde ich nie erfahren, was mein Vater als Wehrmachtssoldat getan und erlitten hat - nicht einmal meiner Mutter hat er davon erzählt, von seinen Lebensjahren 19 bis 25. Hat einen Teil von sich selbst abzuschneiden versucht. Kein Wunder, daß er tablettensüchtig wurde.
Nein, die Vergangenheit ist nicht verarbeitet; weder meine eigene im Speziellen, noch die der Deutschen im Allgemeinen.Wir taumeln durch die Zeit, ohne vollständige Identität; unter schamvoller Identifikation oder schuldgeplagter Verleugnung. Du bist Deutschland? Klären wir doch bitteschön erst einmal, was Deutschland überhaupt ist. Was immer dabei auch für den Einzelnen wie für die Gesamtheit herauskommen mag, ein unbeschriebens Blatt wird das gewiß nicht sein. Und genau damit haben wir uns auseinanderzusetzen.
Manch einer hat das durchaus schon unternommen. Eberhard Fechner will ich hier stellvertretend nennen, für "Tadellöser&Wolff", "Ein Kapitel für sich", "Die Comedian Harmonists" und etliche, mir leider nicht bekannte (halb)dokumentarische Filme. Und Bücher snd geschrieben und veröffentlicht worden, beispielsweise die Tagebücher Viktor Klemperers. Nicht Alles ist dahin, es existieren genügend zugängliche Dokumente: wenn man die Konfrontation mit sich und seiner Geschichte nicht scheut.
Die "Du bist Deutschland"-Kampagne gaukelt uns Geschichtslosigkeit vor, aber sie hat ihre eigene Nazi-Vergangenheit. Und die Frage, ob "die 68er" nicht den Kampforganisationen der Weimarer Republik - SA, Rotfrontkämpferbund, Reichbanner - glichen, als sie vom Protest zum Meinungsterror übergingen, ist offiziell noch immer unbeantwortet.
Deutschland, sieh dir selbst ins Gesicht. Erschrick meinethalben, aber verschließe nicht die Augen. Deine wohlfeil gepriesenen Dichter und Denker haben sich durch manche schlaflose Nacht gequält. Du willst Respekt? Dann orientiere dich am Ideal. Sonst halt die Fresse.
Heute könnte ich auf ihren - gewiß persönlich eingefärbten - Geschichten und Erinnerungen einen Rückblick bis ins späte neunzehnte Jahrhundert aufbauen. Der Urgroßvater von Mutterseite hatte im deutsch-französichen Krieg von 1870/71 "als Soldat im Felde gestanden" und sich dann in die Niederlande abgesetzt; sein Sohn gründete ein "Electriciteitsbureau", als Elektrizität noch hochmodern war, Anno 1913. Seine Frau, die praktischerweise die Geschäftsbücher führte, entstammte einer gutbürgerlichen Amsterdamer Familie.
Auf Vaterseite gab es den Großvater, der im Bremer Waisenhaus aufwuchs, und die Großmutter, die aus Bramscher Tuchwebersippen kam. Soviel ist immerhin bekannt. Doch haben sie alle weder ihr Leben noch ihre überlieferten Erinnerungen dokumentiert.
Heute kann ich nur noch von meiner Mutter Geschichten erfahren. "Hörensagen" hieße vor Gericht, was nicht ihre eigenen Erinnerungen sind. Bruchstücke, die nicht mehr als einen kleinen Teil des Gesamtbildes ergeben. Interessant genug, immerhin. Aber beispielsweise werde ich nie erfahren, was mein Vater als Wehrmachtssoldat getan und erlitten hat - nicht einmal meiner Mutter hat er davon erzählt, von seinen Lebensjahren 19 bis 25. Hat einen Teil von sich selbst abzuschneiden versucht. Kein Wunder, daß er tablettensüchtig wurde.
Nein, die Vergangenheit ist nicht verarbeitet; weder meine eigene im Speziellen, noch die der Deutschen im Allgemeinen.Wir taumeln durch die Zeit, ohne vollständige Identität; unter schamvoller Identifikation oder schuldgeplagter Verleugnung. Du bist Deutschland? Klären wir doch bitteschön erst einmal, was Deutschland überhaupt ist. Was immer dabei auch für den Einzelnen wie für die Gesamtheit herauskommen mag, ein unbeschriebens Blatt wird das gewiß nicht sein. Und genau damit haben wir uns auseinanderzusetzen.
Manch einer hat das durchaus schon unternommen. Eberhard Fechner will ich hier stellvertretend nennen, für "Tadellöser&Wolff", "Ein Kapitel für sich", "Die Comedian Harmonists" und etliche, mir leider nicht bekannte (halb)dokumentarische Filme. Und Bücher snd geschrieben und veröffentlicht worden, beispielsweise die Tagebücher Viktor Klemperers. Nicht Alles ist dahin, es existieren genügend zugängliche Dokumente: wenn man die Konfrontation mit sich und seiner Geschichte nicht scheut.
Die "Du bist Deutschland"-Kampagne gaukelt uns Geschichtslosigkeit vor, aber sie hat ihre eigene Nazi-Vergangenheit. Und die Frage, ob "die 68er" nicht den Kampforganisationen der Weimarer Republik - SA, Rotfrontkämpferbund, Reichbanner - glichen, als sie vom Protest zum Meinungsterror übergingen, ist offiziell noch immer unbeantwortet.
Deutschland, sieh dir selbst ins Gesicht. Erschrick meinethalben, aber verschließe nicht die Augen. Deine wohlfeil gepriesenen Dichter und Denker haben sich durch manche schlaflose Nacht gequält. Du willst Respekt? Dann orientiere dich am Ideal. Sonst halt die Fresse.
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Ostersonntag habe ich mir einen Plattfuß eingefahren, und ausgerechnet bei dieser Gelegenheit einen alten Bekannten wiedergetroffen, der sich vor 17 Jahren hat anfixen lassen, aber Gottseidank endlich clean ist.
Vielliecht auch nur vorübergehend. Sein Problem ist, daß er kein Selbstbewußtsein hat, durch seine Drogenkarriere eher noch tiefer gesunken ist und es irgendwie immer richtig fand, von sich selbst als Dreck zu denken. Natürlich habe ich ihm freundliche Sachen gesagt und ihn mit meinem sozialen Tick ermuntert, mich anzurufen. Aber nicht ich, nur er selbst kann sich geben, was er braucht.
Am selben AbAend hat sich mein wackelnder Zahn entzündet (wann, wenn nicht jetzt? wird er sich gesagt haben). Das sieht aus, als hätte ich mir ein Osterei in die Backe geschoben. Morgen also beim Zahnarzt, ziehem lassen. Mit den Leiden Christi nicht zu vergleichen, aber unangenehm genug.
Wally, du Scheißkerl, du geliebter Scheißkerl, weshalb denkst du so schlecht von dir?!
Vielliecht auch nur vorübergehend. Sein Problem ist, daß er kein Selbstbewußtsein hat, durch seine Drogenkarriere eher noch tiefer gesunken ist und es irgendwie immer richtig fand, von sich selbst als Dreck zu denken. Natürlich habe ich ihm freundliche Sachen gesagt und ihn mit meinem sozialen Tick ermuntert, mich anzurufen. Aber nicht ich, nur er selbst kann sich geben, was er braucht.
Am selben AbAend hat sich mein wackelnder Zahn entzündet (wann, wenn nicht jetzt? wird er sich gesagt haben). Das sieht aus, als hätte ich mir ein Osterei in die Backe geschoben. Morgen also beim Zahnarzt, ziehem lassen. Mit den Leiden Christi nicht zu vergleichen, aber unangenehm genug.
Wally, du Scheißkerl, du geliebter Scheißkerl, weshalb denkst du so schlecht von dir?!
Dicki - am Mo, 17. April 2006, 23:57 - Rubrik: in eigener Sache
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Seit Montag arbeiten wir an einem Programmierprojekt, fünf Tage Dauer, anschließend werden die Ergebnisse bewertet. Weil wir zuvor auch Projektmanagement lernen sollten, haben wir die jetzige Arbeit vorausgeplant, und zwar nach allen Regeln der Kunst: Phasendiagramm, Projektstruktur- und Netzplan, Ressourcendiagramm und Kapazitätsausgleich. Noch gewitzelt, daß unser Plan wohl kaum der Wirklichkeit standhalten werde, obwohl die Aufgabenstellung (die wir nun seit Montag bearbeiten) schon schriftlich vorlag.
Tatsächlich zeigte sich gleich Montagmorgen, daß die Punkte Analyse (2 Stunden) und Entwurf (12 Stunden) entfallen können (Weshalb? Das ist eine längere und speziellere Geschichte), dafür aber der Programmierteil wesentlich mehr Zeit in Anspruch nimmt als gedacht. Soviel zum Thema Projektplanung.
Das Projekt wird von Teams zu jeweils drei Schülern bearbeitet. Es gibt zwei Teams, bei denen einer fast alles macht, in einem Falle auch zusätzlich erklärt; ein Team hat erhebliche Abstimmungs- und Verständigungsprobleme (zum schlechten Deutsch eines Teilnehmers gesellt sich auch noch Starrsinn); bei den übrigen Gruppen geht es langsam aber stetig voran, was ich spaßeshalber als Konstruktivismus bezeichnet habe: weil es einen Gegenpol gibt, nämlich ein Team, das für sich den Dekonstruktivismus entdeckt hat. Wie sonst soll man die Ausrufe "Das geht nicht!" und gleich darauf vom Nebenmann "Das funktioniert jetzt auch nicht mehr!" deuten?
Eine Atmosphäre geschäftigten Treibens durchmurmelt den Raum, begleitet von Papiergeraschel, Tastengeklapper und Scheißerufen. Da mußte ich einfach mal einen Jubelschrei ausstoßen, als etwas auf Anhieb gelang. Irgendein Witzbold klatschte, andere fielen ein, und für ein paar Augenblicke war die Anspannung vergessen. Dann redeten wieder alle heftig aufeinander, auf sich selbst, oder auf ihren Bildschirm ein. Programmierer, wie man sie kennt (darf ich eigentlich nicht mehr sagen - wir sind bzw. werden nämlich Software-Entwickler).
Tatsächlich zeigte sich gleich Montagmorgen, daß die Punkte Analyse (2 Stunden) und Entwurf (12 Stunden) entfallen können (Weshalb? Das ist eine längere und speziellere Geschichte), dafür aber der Programmierteil wesentlich mehr Zeit in Anspruch nimmt als gedacht. Soviel zum Thema Projektplanung.
Das Projekt wird von Teams zu jeweils drei Schülern bearbeitet. Es gibt zwei Teams, bei denen einer fast alles macht, in einem Falle auch zusätzlich erklärt; ein Team hat erhebliche Abstimmungs- und Verständigungsprobleme (zum schlechten Deutsch eines Teilnehmers gesellt sich auch noch Starrsinn); bei den übrigen Gruppen geht es langsam aber stetig voran, was ich spaßeshalber als Konstruktivismus bezeichnet habe: weil es einen Gegenpol gibt, nämlich ein Team, das für sich den Dekonstruktivismus entdeckt hat. Wie sonst soll man die Ausrufe "Das geht nicht!" und gleich darauf vom Nebenmann "Das funktioniert jetzt auch nicht mehr!" deuten?
Eine Atmosphäre geschäftigten Treibens durchmurmelt den Raum, begleitet von Papiergeraschel, Tastengeklapper und Scheißerufen. Da mußte ich einfach mal einen Jubelschrei ausstoßen, als etwas auf Anhieb gelang. Irgendein Witzbold klatschte, andere fielen ein, und für ein paar Augenblicke war die Anspannung vergessen. Dann redeten wieder alle heftig aufeinander, auf sich selbst, oder auf ihren Bildschirm ein. Programmierer, wie man sie kennt (darf ich eigentlich nicht mehr sagen - wir sind bzw. werden nämlich Software-Entwickler).
Dicki - am Mi, 12. April 2006, 20:37 - Rubrik: in eigener Sache