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Kalashnikov - flammender Stern des Aufstands, Actionman im Bilanzendschungel, sagenumwobene Geißel der Raffgierigen. Kalashnikov kennt dich: bebe!

Heribert P. war der erste, unliebsame Bekanntschaft mit der geheimnisumwitterten Heilsgestalt zu machen. Darmstadt, 2. Februar 2004, Floraweg, 8:47 Uhr. Herr P. besteigt seinen Dienstwagen. Der Chauffeur ist ihm unbekannt. "Ist Herr Brettschneider krank?". Der Chauffeur verriegelt die Türen und raunt mit grotesk verzerrter Stimme: "Herr P., Sie sind in der Hand von Kalashnikov."

Auf einem Feldweg werden P. die Augen verbunden. Nach zwei Stunden Fahrt wird er in einen Kelleraum geführt, die Augenbinde entfernt. Der Raum ist karg möbliert, aber mit einer modernen Bürogarnitur ausgestattet. Kalashnikov, immer noch in der Maskierung eines Chauffeurs, deutet auf den PC. "So, Herr P., nun kommt die große Lebensbeichte. Alles aufschreiben, Roß und Reiter nennen, nichts auslassen. Sonst setzen Sie hier meinetwegen Spinnweben an."

"Wieviel Geld wollen Sie? Ich bin vermögend!" - "Kein Geld, Herr P., nur eine umfassende Liste all ihrer verborgenen Geschäfte, wann und wo mit wem, schwarz auf weiß. Das interessiert mich. Danach können Sie gehen, wohin es Ihnen beliebt." - "Das sind Stasi-Methoden!" - "Ein Scheißgefühl, wenn man auf der falschen Seite des Tisches sitzt, nicht wahr?"

Kalashnikov - die Legende lebt!

Morgens auf dem Weg zur Schulung, noch nicht weiter als mit dem Rad durch parkende Autos geschlängelt, gerade mal die Straße überquert, quakt mich jemand von der Seite an: ein Erpel mit in der Morgensonne schillerndem Gefieder steht auf dem Wagendach eines dunkelblauen Kombi, keinen halben Meter von mir entfernt. Überrascht "Hooo!" gerufen, schon bin ich vorbei, es quakt hinter mir her.

Wie kommt er dorthin, der Erpel - gesprungen wird er nicht sein, geklettert auch nicht, und daß Enten zielgenau auf einer Fläche von einem (1!) Quadratmeter landen können ist mir neu und erfüllt mich mit Respekt; was will er dort - so ein Autodach ist doch einfach nicht entengerecht und Nahrhaftes kann ich auf dem blinkenden Blech nicht entdecken; was quakt er mich an - soll ich ihn vielleicht von seinem Podest herunterhieven, ist der hohe Herr zu bequem zu fliegen?

Nicht dies und nicht jenes und auch kein Anderes weiß ich, nur das Eine: Enten sind ziemlich komische Tiere. Mein Tag beginnt mit guter Laune.

romantisches kleines Telefon

sangen Palais Schaumburg vor 25 Jahren. Schließlich konnten sie nicht in die Zukunft sehen. - An Wochenendanrufe vom Tonband hatte ich mich inzwischen gewissermaßen gewöhnt, aber dies für den Gipfel der Frechheit zu halten, war wirklich etwas naiv. Heute mittag, soeben hatte ich mein leckeres Essen auf dem Teller (naja, falls das wen interessiert: Seelachsfilet und Kartoffeln mit Dillsauce, dazu Broccoli), klingelte das Telefon: "Sie sind in unserer Warteschleife ge-", ich sofort aufgelegt. Vorhin, ich fleißig auf dem Balkon beim Jäten und Aussäen, klingelt es wieder: Gleich Gedüdel aufs Ohr bekommen, sofort aufgelegt. Knast ist noch zu gut für die ging mir durch den Kopf. Haben mal diese anständigen Bürger über Terroristen geäußert. Was sagt ihr denn zu diesem Dreck, ihr anständigen Bürger?

Zwei Hinweise auf wichtige Neuerscheineungen:
"Machtwahn" von Albrecht Müller (März 2006) und "Der Deutschland-Clan" von Jürgen Roth (Mai 2006). Von beiden Büchern verspreche ich mir Einiges, kenne sie aber beide noch nicht.

Dagegen lese ich derzeit "Mit dem Kühlschrank durch Irland" von Tony Hawks, das ein schönes Beispiel dafür ist, wie man aus einem interessanten Erlebnis ein langweiliges Buch machen kann. Hawks will unbedingt witzig sein, und so verkümmert manche Pointe in der Langatmigkeit seiner Ausführungen oder wird gleich an den Haaren herbei- und in einen erbarmungslosen Tod hineingezerrt. Ein spinatloser Popeye des Humors. Ein Pegasus ohne Flügel, ein Phoenix ohne Asche, eine Tür ohne Klinke. Tony "Pointenkiller" Hawks. Davon abgesehen ist das Buch ganz unterhaltsam.

Eugen saß auf der Bank am Deich und ließ sich von der Abendsonne bescheinen. Ein Ehepaar kam des Wegs, sie auf der einen, er auf der anderen Seite. Das hat vielleicht mit magnetischen Ladungen zu tun, dachte Eugen träge.

Sie blickte über das Watt und fragte: "Kommt da ein Schiff?" - "Was für ein Schiff?" brummelte er mißmutig. - "Über das Meer." - "Nein, da kommt kein Schiff." - "Ich kann es so schlecht erkennen."

Dann ging das Paar weiter, sie auf der einen, er auf der anderen Seite des Weges. Eugen schwang sich auf sein gemietetes Fahrrad. Drei Urlaubstage hatte er noch vor sich, und er ahnte, daß er diese Bank nicht wieder aufsuchen würde.

 

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