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Die Meisten kennen wohl die Sorte Kreuzworträtsel, bei dem die Buchstaben unsortiert vorgegeben sind und man daraus das richtige Wort erkennen und eintragen muß. EGINTUZ beispielsweise. 'Zetungi'? Zutinge'? probiert das Bewußtsein und gleich murmelt das Unterbewußtsein 'Zeitung'. Oder BBEEIL. 'Ebebil'? 'Liebbe'? Nein, 'Bleibe' flüstert es in uns.

Englische Forscher haben herausgefunden, daß man jeeds Wrot keltpomt vrekhert shrcibeen und der Leesr tordztem alels lseen knan: solange Anfangs- und Endbuchstabe an ihrem Platz und die Buchstaben insgesamt richtig bleiben. Das wird man natürlich nicht tun, denn die Ablenkung des Lesers wäre doch zu groß, um noch den geäußerten Gedanken zu fassen (sofern da ein Gedanke ist) und das Schreiben wäre ein wenig mühsam. Außerdem gehen Wortspiele ebenso unter wie tatsächliche Fehler.

Beziehungsweise ließen sich dumme Mißbildungen wunderbar verschleiern: Der charismatische Sänger mit der unverwechselbaren Bluesstimme scharrte über die Jahre immer wieder andere Musiker um sich. Das klingt nun gar nicht so, als wären Musiker in Scharen in die Band Whitesnake geströmt, sondern als habe David Coverdale sie mit großer Energie (bis hin zur Androhung von Gewalt) in seine Gruppe zwingen müssen.

Aebr wer wieß: enteuvell ist es ganuseo gweseen.

Soeben gelesen: Schröder will die Geburtenrate steigern. Da wird er bestimmt mit gutem Beispiel vorangehen wollen. Wir freuen uns auf dies Theater.

Kasperle - Schröder
Prinzessin - Doris
Schutzmann - Schily
Krokodil - Steinbrück
Hund - Merkel
Zauberer - Clement
Räuber: Oskar

Kasperle: Wir müssen die Geburtenrate steigern.
Prinzessin: Das ist mir neu.
Schutzmann: Aber treibt es nicht zu dolle.
Zauberer: Ich mach euch viele Arbeitsplätze für die Kleinen.
Krokodil: Die keine Stelle bekommen, fress ich.
Hund: Wie wollt ihr das machen?
Kasperle: Mal sehen, wie war das noch. Krokodil, steh mal fest auf deinen Beinen.
Krokodil: Aber immer.
Kasperle: Hund, du steigst auf das Krokodil.
Hund: Aber nur unter Protest.
Kasperle: Prinzessin, du reitest auf dem Hund.
Prinzessin: Da stimmt doch etwas nicht.
Kasperle: Und ich kletter obendrauf.
Schutzmann: Das muß aber erst vom TÜV abgenommen werden.
Zauberer: Ich mach das schon.
Räuber: Krokodil, Hund, Prinzessin, Kasperle. Eher werdet ihr die Bremer Stadtmusikanten, als daß ihr Kinder bekommt. Aber noch eher erdrückt das Kasperle die anderen.
Krokodil: Aua, stimmt.
Zauberer: Ach was, ich mach euch steif.
Schutzmann: Aber erst, wenn die Kinder zu Bett gegangen sind.
Kasperle: Ich krieg hier gleich einen Reformstau.
Prinzessin: Geh du doch mal nach unten.
Räuber: Das ist das erste vernünftige Wort.
Schutzmann: (verprügelt den Räuber)
Krokodil: (frißt den Hund)
Zauberer: (verwandelt die Prinzessin in eine Kröte)
Kasperle: Jetzt heißt es hartz bleiben.

Wieder einmal erzählte ich die Geschichte, wie ich einen Vogel auf Anhieb als Buchfink erkannt hatte, dann ins Zweifeln geraten war und schließlich in einem Tierlexikon Bestätigung gefunden hatte.

"Vielleicht warst du in einem Vorleben ein berühmter Vogelkundler?" Ungechmeichelt und humorlos erwiderte ich, daß ich keine Vorleben hätte. - Vielleicht zukünftige? - Ich verneinte. - Was ich dann überhaupt hätte? - "Dieses Leben."

Damit habe ich mich komplett ins Abseits des Diesseits gestellt. Nie war ich ein Weiser, Gelehrter, Heiliger, Regent, Magier, Kommandant oder ein bedeutender Freund eines der angeführten und werde keines jemals sein. Nur dieses Leben? Ein größerer Mangel an Lebensqualität ist nicht vorstellbar.

P.S.: Meine Netzrecherche brachte mich zu der Einsicht, daß ich wohl mal ein Fenstermalstiftenamensgeber gewesen bin. Immerhin. Vielleicht wird ja doch noch etwas aus mir.


faberdicki


Heute bin ich in der glücklichen Lage, nicht selbst schreiben zu müssen. Und das kommt so:

Vor rund 25 Jahren, als ich in den Miniaturen Kurt Tucholskys Hinweise - Loblieder - auf Alfred Polgar fand, wollte ich unbedingt etwas von diesem Herrn lesen. Heute streifte ich durch eine dieser Teestuben für Geistsüchtige auf der Suche nach gutem Stoff, und da lag es vor mir, als Paperback, ein Schnäppchen gewissermaßen.

Alfred Polgar: 'Das große Lesebuch' (Zusammengetragen und mit einem Vorwort von Harry Rowohlt)

Erfreut nahm ich ein Exemplar in die Hand, schlug es auf, blätterte - und las die kurze Geschichte Bilder (von 1918).

Es ist ganz außerordentlich, wie sehr sich die Russen in letzter Zeit verschönt haben. Ihr Antlitz, ihre Haltung, ihre Insignien haben sich zum Bessern und Edlern gewandelt. Der Russe, einer der Todfeinde des deutschen Kaiserreiches und der k.u.k. Donaumonarchie? - Anhand der Karikaturen im Illustrierten Blatt liest Polgar den Kriegsverlauf ab bzw. den Verlauf von Friedensverhandlungen, sehnt den "holden Tag" herbei, da Amerikaner, Italiener, Franzosen und Engländer wieder normal aussehen werden (in den Karikaturen des Illustrierten Blattes), und ruft wann kommst du, holder Tag, da der deutsche Professor mit wallendem Vollbart, Röllchen, Vorhemd und gewölbter Heldenbrust aus feindlichen Zeitungen rückkehrt in seine Friedensheimstätte, in das deutsche Witzblatt?

Nun wollte ich das Buch unbedingt haben und kaufte es ohne Zögern. Wer Max Goldt schätzt, wird das Vorwort nicht ohne Herzklopfen lesen können. Einleitend erzählt Harry Rowohlt von einer Lesung, nach der ihn die Regionalpresse interviewte. Zum Schluß fragte sie: "Als letztes fällt mir nix mehr ein, deshalb noch folgende Frage. Tucholsky schrieb einmal: 'Was darf Satire? Satire darf alles.' Nun frage ich: Was kann Satire?" Ich sagte: "In der ARD-Boulevardsendung 'Brisant' habe ich gerade einen Bericht über die Beerdigung von Günter Pfitzmann gesehen. Satire kann, daß Pfitzmann sich ein Buch von Tucholsky hat in den Sarg legen lassen. Satire kann nicht, daß z.B. die öffentlich-rechtliche Berichterstatterin schon mal von Tucholsky gehört hat. Sie sagte nämlich, Pfitzmann habe sich ein Buch von Günter Tucholsky in den Sarg legen lassen." Und mit Tucholsky wären wir auch schon bei ... eben, eben, bei Alfred Polgar.

Rowohlt erzählt dann in Goldt'scher Manier von seinen Begegnungen mit Alfred Polgar usw. (und stellt Onkel Max in den Schatten), um schließlich aus dessen Theaterkritiken zu zitieren.

Selten bringt der Zufall etwas Dramatisches daher, das uns angenehm aufregt (angenehm, weil es die daneben betrifft, nicht uns selber), niemand auch kommt überraschend, läutet's zu ungewohnter Stunde, ist es der Gaskassierer oder ein Schnorrer, keine süße Nachbarin erscheint im Nachthemd, streichholzbedürftig, und gibt an, man nenne sie nur Mimi. Wie anders das Theater!

Nein, jetzt brauchen Sie nicht ins nächste Theater zu rennen. Bereits 1925 warnte Polgar vor dem "Regietheater", dabei war das noch längst nicht erfunden. (Und bereits 1995 schrieb ich ins Gästebuch vom FilmFest Braunschweig: "Autorenkino, Regietheater, Befreiungstheologie -: Alles genauson Quatsch wie mittelscharfer Senf.")

Lesen Sie erst mal, was jetzt gleich kommt. Und zwischendurch die Polgar-Biographie vom Weinzierl, dem wir nicht zuletzt zu verdanken haben, daß alles das, was jetzt gleich kommt, jetzt gleich kommt.


Ich lese.

(also bin ich)


Franz Müntefering signalisierte den Demonstranten Dialogbereitschaft. An der Hartz-Gesetzgebung sei allerdings nicht zu rütteln. Horst Köhler will sich für soziale Gerechtigkeit einsetzen. Die Reformen sind allerdings unverzichtbar.


horstk

Horst "auf-dem-Ohr-höre-ich-schlecht" Köhler

Alle werden sie reden wollen. Mit den Demonstranten. Oder vor den Demonstranten. Im Dialog. Vom Podium herab. Per Lautsprecher. Ganz demokratisch. Freiheitlich. An Entrechtung und Verarmung geht aber kein Weg vorbei, das muß klar sein. Denn: "Deutschland ist auf einem guten Weg".


weisstanne

Der Sozialstaat vor dem notwendigen Umhau


TV Nation, der unbeabsichtigte Ausflug Michael Moores ins Fernsehen, wird nun auch in Deutschland gezeigt.


crackers

Crackers - das Wirtschaftskriminalitäts-Bekämpfungs-Huhn


Die Diskussionen der Nacht lassen sich kaum wiedergeben nach all dem Alkohol und dem Gequalme. Es gab hitzige Wortwechsel, aber auch komische Momente; Augenblicke des Einverständnisses, Einsichten, Verbohrtheiten. Die Sonne schien bereits, als ich endlich heimwärts radelte.

Blauer Himmel, klare Luft, warmes Licht, leuchtende Farben, taubenetzte Gräser. Flüchtige Begegnungen mit aufgeweckten und lebensfrohen Geschöpfen: Krähen, Möwen, Enten, Schwänen, Blesshühnern, Kaninchen und sogar mit einem Kormoran. Eine ruhige, eine friedliche Welt, ohne Hektik und Gier. Sonntagsmorgens um halb acht ist die Welt so, als wäre sie noch in Ordnung.

 

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