(Tingeltangelklavier, Trickfilm: ein Elefant stolpert durch das Bild, stürzt nacheinander vier Mülltonnen um, aus denen die Sprechblasen "Das" "gibt's" "doch" "nicht!" aufsteigen. Als er eben nach rechts aus dem Bild verschwindet, jagt von rechts eine Maus mit aufgerissenem Rachen hinter ihm her. Schlußakkord, Umschnitt, karg möbliertes Studio)
Moderator: Hallo und willkommen. Sie kennen mich, ich kenne Sie, wir alle kennen diese Sendung, also kommen wir gleich zur Sache bzw. zu unserem ersten Gast. Es ist Herbert Grützbrot. (Ein dicklicher Bayer mit Glatzkopf kommt aus der Kulisse und nimmt Platz. Beifall)
Grützbrot: (hält eine Pappe im DIN A3 - Format hoch) "Grüß Gott".
Moderator: Herr Grützbrot wird alle Fragen mit beschrifteten Pappen beantworten, die er vor zwei Jahren fertiggestellt hat. Aus seinen 50 Tafeln wähle ich jetzt 20 aus. Dann stelle ich meine Fragen, die ich vorige Woche unter notarieller Aufsicht formuliert und versiegelt habe. Herr Grützbrot behauptet, auf diese Weise - also mit seinen 20 zufällig ausgewählten Pappen, die er in Unkenntnis meiner heutigen Fragen beschriftet hat - ein sinnvolles Gespräch führen zu können. 'Unmöglich' sagen Sie, und das sage ich auch. (hat unterdessen die Pappen blind ausgewählt, bekommt ein Kuvert gereicht, das er mit bedeutsamer Miene aufreißt und aus dem er ein Bündel Karteikarten zieht) So. Die erste Frage: Herr Grützbrot, sind Sie bereit?
Grützbrot: (fischt lässig einen Karton aus seinem Stapel) "Ist der Papst katholisch?"
Moderator: Gegenfragen gelten nicht!
Grützbrot: (überlegen) "Das ist doch keine Frage!"
Moderator: (kratzt sich am Kopf) Hm. Jetzt also die Frage: in wievielen Sendungen waren Sie bereits mit Ihren Pappen?
Grützbrot: (schmunzelnd) "Wer kann das schon wissen?"
Moderator: Ein wenig präziser dürfen Sie ruhig sein. Die korrekte Antwort lautet natürlich 'fünf'. - Sie scheinen sich über Sprache viele Gedanken gemacht zu haben. Wollten Sie mal Schriftsteller werden?
Grützbrot: "Das Leben ist ein Roman"
Moderator: Schon wieder ausweichend. Also was nun, 'ja' oder 'nein'?
Grützbrot: "Ich glaube, nicht"
Moderator: (ungehalten) 'Ja' oder 'nein'?
Grützbrot: (eingeschüchtert) "Nein"
Moderator: Na also. (Beifall) Sie sind verheiratet und haben mit Ihrer Frau zwei Kinder. Wie heißen die?
Grützbrot: "Fix und Foxi"
Moderator: (verblüfft) Im Ernst?
Grützbrot: "Nein"
Moderator: Halt, halt, halt. Diese Pappe hatten wir schon, das ist Schummeln.
Grützbrot: (verlegen) "Entschuldigung" - "Romeo und Julia"
Moderator: Oh, nach Shakespeare benannt. Sie haben überhaupt ein Faible für den alten William. Welches ist Ihr Lieblingsstück?
Grützbrot: "Was ihr wollt"
Moderator: Beantworten Sie bitte meine Frage!
Grützbrot: "Aida"
Moderator: Ach ja, wunderbar, ein Meisterwerk. (Zwischenruf aus dem Publikum)
Grützbrot: (in Richtung Zuschauer) "Banause"
Moderator: Ein wahres Wort. (Beifall) Acht Pappen sind noch übrig, wird langsam eng, gell? Jetzt geht's ans Schwitzen?
Grützbrot: (lächelnd) "Ich doch nicht"
Moderator: Wir werden sehen. Nächste Frage: wie würden Sie Umberto Ecos Roman 'Der Name der Rose' zusammenfassen?
Grützbrot: (entschlossen) "kurz und schmerzlos"
Moderator: Die Kalauer dürfen Sie getrost mir überlassen.
Grützbrot: "Kommt auf keinen Fall in Frage"
Moderator: Aha, ein ganz Schlauer sind Sie. Na warte. (fingert in seinen Karteikarten) Wann hatte Uwe Seeler seinen Durchbruch als Mittelstürmer?
Grützbrot: (strahlt) "Nach dem zweiten Weltkrieg"
Moderator: Jetzt werden wir albern. Ach was, meinetwegen. Noch vier Pappen, das schaffen Sie sowieso nicht. Denn - denn! (gestikuliert mit dem Zeigefinger) - jetzt stelle ich Ihnen eine Frage, die Ihnen bestimmt noch gestellt wurde, oder?
Grützbrot: "Doch"
Moderator: (irritiert) Woher wissen Sie denn, was ich Sie fragen will?
Grützbrot: (vergnügt) "Diese Frage wird mir jedesmal gestellt"
Moderator: Nun bleiben Sie doch mal ernst -
Grützbrot: "Ich tue mein Bestes"
Moderator: (resigniert) Haben Sie sonst noch etwas zu sagen?
Grützbrot: (hebt triumphierend die letzte Pappe) "Die Gedanken sind frei"
Moderator: (wütend) Arschloch!
Grützbrot: (wühlt in den ausgesonderten Pappen, freut sich) "Angenehm, Grützbrot"
Moderator: Hallo und willkommen. Sie kennen mich, ich kenne Sie, wir alle kennen diese Sendung, also kommen wir gleich zur Sache bzw. zu unserem ersten Gast. Es ist Herbert Grützbrot. (Ein dicklicher Bayer mit Glatzkopf kommt aus der Kulisse und nimmt Platz. Beifall)
Grützbrot: (hält eine Pappe im DIN A3 - Format hoch) "Grüß Gott".
Moderator: Herr Grützbrot wird alle Fragen mit beschrifteten Pappen beantworten, die er vor zwei Jahren fertiggestellt hat. Aus seinen 50 Tafeln wähle ich jetzt 20 aus. Dann stelle ich meine Fragen, die ich vorige Woche unter notarieller Aufsicht formuliert und versiegelt habe. Herr Grützbrot behauptet, auf diese Weise - also mit seinen 20 zufällig ausgewählten Pappen, die er in Unkenntnis meiner heutigen Fragen beschriftet hat - ein sinnvolles Gespräch führen zu können. 'Unmöglich' sagen Sie, und das sage ich auch. (hat unterdessen die Pappen blind ausgewählt, bekommt ein Kuvert gereicht, das er mit bedeutsamer Miene aufreißt und aus dem er ein Bündel Karteikarten zieht) So. Die erste Frage: Herr Grützbrot, sind Sie bereit?
Grützbrot: (fischt lässig einen Karton aus seinem Stapel) "Ist der Papst katholisch?"
Moderator: Gegenfragen gelten nicht!
Grützbrot: (überlegen) "Das ist doch keine Frage!"
Moderator: (kratzt sich am Kopf) Hm. Jetzt also die Frage: in wievielen Sendungen waren Sie bereits mit Ihren Pappen?
Grützbrot: (schmunzelnd) "Wer kann das schon wissen?"
Moderator: Ein wenig präziser dürfen Sie ruhig sein. Die korrekte Antwort lautet natürlich 'fünf'. - Sie scheinen sich über Sprache viele Gedanken gemacht zu haben. Wollten Sie mal Schriftsteller werden?
Grützbrot: "Das Leben ist ein Roman"
Moderator: Schon wieder ausweichend. Also was nun, 'ja' oder 'nein'?
Grützbrot: "Ich glaube, nicht"
Moderator: (ungehalten) 'Ja' oder 'nein'?
Grützbrot: (eingeschüchtert) "Nein"
Moderator: Na also. (Beifall) Sie sind verheiratet und haben mit Ihrer Frau zwei Kinder. Wie heißen die?
Grützbrot: "Fix und Foxi"
Moderator: (verblüfft) Im Ernst?
Grützbrot: "Nein"
Moderator: Halt, halt, halt. Diese Pappe hatten wir schon, das ist Schummeln.
Grützbrot: (verlegen) "Entschuldigung" - "Romeo und Julia"
Moderator: Oh, nach Shakespeare benannt. Sie haben überhaupt ein Faible für den alten William. Welches ist Ihr Lieblingsstück?
Grützbrot: "Was ihr wollt"
Moderator: Beantworten Sie bitte meine Frage!
Grützbrot: "Aida"
Moderator: Ach ja, wunderbar, ein Meisterwerk. (Zwischenruf aus dem Publikum)
Grützbrot: (in Richtung Zuschauer) "Banause"
Moderator: Ein wahres Wort. (Beifall) Acht Pappen sind noch übrig, wird langsam eng, gell? Jetzt geht's ans Schwitzen?
Grützbrot: (lächelnd) "Ich doch nicht"
Moderator: Wir werden sehen. Nächste Frage: wie würden Sie Umberto Ecos Roman 'Der Name der Rose' zusammenfassen?
Grützbrot: (entschlossen) "kurz und schmerzlos"
Moderator: Die Kalauer dürfen Sie getrost mir überlassen.
Grützbrot: "Kommt auf keinen Fall in Frage"
Moderator: Aha, ein ganz Schlauer sind Sie. Na warte. (fingert in seinen Karteikarten) Wann hatte Uwe Seeler seinen Durchbruch als Mittelstürmer?
Grützbrot: (strahlt) "Nach dem zweiten Weltkrieg"
Moderator: Jetzt werden wir albern. Ach was, meinetwegen. Noch vier Pappen, das schaffen Sie sowieso nicht. Denn - denn! (gestikuliert mit dem Zeigefinger) - jetzt stelle ich Ihnen eine Frage, die Ihnen bestimmt noch gestellt wurde, oder?
Grützbrot: "Doch"
Moderator: (irritiert) Woher wissen Sie denn, was ich Sie fragen will?
Grützbrot: (vergnügt) "Diese Frage wird mir jedesmal gestellt"
Moderator: Nun bleiben Sie doch mal ernst -
Grützbrot: "Ich tue mein Bestes"
Moderator: (resigniert) Haben Sie sonst noch etwas zu sagen?
Grützbrot: (hebt triumphierend die letzte Pappe) "Die Gedanken sind frei"
Moderator: (wütend) Arschloch!
Grützbrot: (wühlt in den ausgesonderten Pappen, freut sich) "Angenehm, Grützbrot"
Der Spruch: "Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast" erfreut sich zwar großer Popularität, ist aber schlicht dumm, weil das Fälschen von Statistiken so unglaublich plump ist. Statistik muß man nicht fälschen, Statistik ist ihrer Natur nach Verfälschung der Wirklichkeit. Trotzdem kann man einer Statistik trauen, solange man weiß, was sie auf welcher Grundlage worüber aussagt.
Statistik ist nicht Wirklichkeit, und deshalb sollte man bei aller Darstellung von statistischen Daten nicht zu nahe an die Wirklichkeit geraten. Ein Beispiel: die alte Sozialhilfe, an das amtliche Existenzminimum gebunden, betrug nach Einbeziehung von jährlichen Einmalzahlungen 448 Euro. Sie wurde ab ersten Januar 2005 vom Arbeitslosengeld II abgelöst, das - zuvor in der Hartz-Kommission festgelegte - 345 Euro beträgt. Will man nun die Einkommensverhältnisse von Langzeitarbeitslosen darstellen, wird es kitzlig. Auf der x-Achse bringe ich die Einkommen von 0 bis 550 Euro unter (man darf ja dazuverdienen) und auf der y-Achse die Anzahl der Personen. Bei x=448 ziehe ich einen senkrechten Strich. Auf den ersten Blick ist zu erkennen, daß die Mehrheit der Bezieher von ALG II im Einkommensbereich unterhalb der 448 Euro liegt. Zudem wirkt der senkrechte Strich wie ein Fallbeil und wir dürfen uns nicht wundern, wenn eine solche Darstellung Kastrationsängste beim Betrachter auslöst.
Was ist zu tun? Erstens reden wir nicht mehr vom Einkommen und seiner Verteilung, sondern von einer Wohlstandsverteilung. Zweitens verwenden wir keine absoluten Daten (345 Euro ist viel zu konkret), sondern beziehen alle Werte, die dargestellt werden sollen, auf einen "mittleren Wohlstand", von dem es Abweichungen nach oben (z.B. Hinzuverdienste) und unten (z.B. Kürzungen) gibt. Wir sehen zweierlei: die Kurve ist symmetrisch, was per se angenehm für das Auge ist, und Armut wird nicht sichtbar, allenfalls könnte man von einem "unteren Wohlstand" sprechen. Jetzt markieren wir noch den Bereich des "mittleren Wohlstands" mit einem Kringel und fügen als Marke für eine eventuelle Beschriftung einen Nippel hinzu - fertig. Statt Ängsten Harmonie und Geborgenheit, so soll es sein.
Statistik ist nicht Wirklichkeit, und deshalb sollte man bei aller Darstellung von statistischen Daten nicht zu nahe an die Wirklichkeit geraten. Ein Beispiel: die alte Sozialhilfe, an das amtliche Existenzminimum gebunden, betrug nach Einbeziehung von jährlichen Einmalzahlungen 448 Euro. Sie wurde ab ersten Januar 2005 vom Arbeitslosengeld II abgelöst, das - zuvor in der Hartz-Kommission festgelegte - 345 Euro beträgt. Will man nun die Einkommensverhältnisse von Langzeitarbeitslosen darstellen, wird es kitzlig. Auf der x-Achse bringe ich die Einkommen von 0 bis 550 Euro unter (man darf ja dazuverdienen) und auf der y-Achse die Anzahl der Personen. Bei x=448 ziehe ich einen senkrechten Strich. Auf den ersten Blick ist zu erkennen, daß die Mehrheit der Bezieher von ALG II im Einkommensbereich unterhalb der 448 Euro liegt. Zudem wirkt der senkrechte Strich wie ein Fallbeil und wir dürfen uns nicht wundern, wenn eine solche Darstellung Kastrationsängste beim Betrachter auslöst.
Abb.1: Einkommensverteilung bei Langzeitarbeitslosen
Was ist zu tun? Erstens reden wir nicht mehr vom Einkommen und seiner Verteilung, sondern von einer Wohlstandsverteilung. Zweitens verwenden wir keine absoluten Daten (345 Euro ist viel zu konkret), sondern beziehen alle Werte, die dargestellt werden sollen, auf einen "mittleren Wohlstand", von dem es Abweichungen nach oben (z.B. Hinzuverdienste) und unten (z.B. Kürzungen) gibt. Wir sehen zweierlei: die Kurve ist symmetrisch, was per se angenehm für das Auge ist, und Armut wird nicht sichtbar, allenfalls könnte man von einem "unteren Wohlstand" sprechen. Jetzt markieren wir noch den Bereich des "mittleren Wohlstands" mit einem Kringel und fügen als Marke für eine eventuelle Beschriftung einen Nippel hinzu - fertig. Statt Ängsten Harmonie und Geborgenheit, so soll es sein.
Abb.2: Wohlstand bei Langzeitarbeitslosen
Dicki - am Do, 07. September 2006, 21:49 - Rubrik: Tips und Tricks
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(Dramatisch-unheilvolle Musik, Filmschnipsel von brutalen und äußerst brutalen Hinrichtungen, dann Live-Einblendung des Studios, der Moderator geht auf die Kamera zu)
Moderator: Willkommen zu einer neuen Ausgabe von 'Stirb grausamer', die, wie Sie sicher wissen, erste und immer noch einzige Hinrichtungsschau auf diesem Kontinent. (Beifall) Wenn Sie sich mit einer ungewöhnlichen Hinrichtungsart unserer Jury stellen wollen, richten Sie Ihre Bewerbung an diese Adresse (Einblendung, er spricht mit). Und nun zum ersten Gast der heutigen Show, von dem ich selbst noch nicht mehr weiß als seinen Namen: Erwin Gänseschmalz! (Beifall, ein untersetzter Mann von etwa vierzig Jahren watschelt zum Moderator)
Gänseschmalz: Guten Abend.
Moderator: Und Hallo und so weiter. Bevor wir in medias res gehen, verraten Sie uns doch bitte, welchem Beruf Sie nachgehen.
Gänseschmalz: Ich bin Einzelhandelskaufmann.
Moderator: Ah ja, danke. Wen werden Sie heute abend hinrichten?
Gänseschmalz: Oh, da habe ich mir einen Leckerbissen ausgesucht, den Werner Killmann.
Moderator: Wer sich nicht an diesen Fall erinnert: Killmann stieg vor 5 Jahren in Westerbühl in die Villa Kunterbunt des Ehepaares Back-Pfeifer ein, wurde von Ihnen überrascht und erschlug beide mit einem großen Heilmagneten. - Wie werden Sie es tun?
Gänseschmalz: Wie?
Moderator: Ja, wie.
Gänseschmalz: Äh, wie jetzt?!
Moderator: (betont deutlich) Wie beabsichtigen Sie, den Delinquenten zum Tode zu befördern? (Gelächter, dann Applaus)
Gänseschmalz: Ach, das. Killmann wird auf diesem Stuhl festgeschnallt (zwei Uniformierte führen einen grobschlächtigen Mann mit Künstlerfrisur herein, zwingen ihn auf den Stuhl und fesseln ihn). Mein selbstentwickelter Apparat zum Blütenblattbeschuß wird ihn dann gleich mit der optimalen Frequenz von zehn pro Minute bombardieren.
Moderator: (überrascht) Mit Blütenblättern?
Gänseschmalz: Aber sicher! Die Blätter werden im Winkel von 90 Grad auf seiner Fontanelle aufschlagen, mit einer Wucht von Nullkommazweidrei Newton, was eine Stauchung von Zehn hoch minus 7 Nanomillimeter hervorruft, ihn also unweigerlich platt machen würde, wenn die andauernde Erschütterung nicht seine Knochen förmlich zerpulvern ließe.
Moderator: Erstaunlich. Und wann wird es soweit sein, wieviel Blütenblätter müssen Sie da ungefähr verschießen?
Gänseschmalz: Ja, mit meinem alten Physiklehrer (winkt ins Publikum) habe ich das ausgerechnet, ja, so ungefähr eine Milliarde würde genügen, voll und ganz.
Moderator: Ach. Eine Milliarde. Zehn pro Minute, mal sehen. 1440 Minuten, rund 1500, also 15000 pro Tag? 65000 Tage? 180 Jahre? Nein, nein, nein, so lange darf ich bestimmt nicht überziehen. (Gejohle)
Gänseschmalz: Vielleicht, wenn ich die Frequenz erhöhe?
Moderator: Nein. Nein, nein. Die Jury hält auch bereits die Daumen nach unten. Nein Herr Gänseschmalz, ich fürchte, keiner der hier Anwesenden würde diese Hinrichtung überleben. (Klatschen, Johlen, Trampeln)
Gänseschmalz: Och.
Moderator: Glück gehabt, Killmann. Aber wer weiß, vielleicht beim nächsten Mal? Liebe Zuschauer daheim, bleiben Sie dran, denn nach einer kurzen Unterbrechung geht es richtig zur Sache, da kommt der Mann mit dem Hammer! (Überblendung)
Moderator: Willkommen zu einer neuen Ausgabe von 'Stirb grausamer', die, wie Sie sicher wissen, erste und immer noch einzige Hinrichtungsschau auf diesem Kontinent. (Beifall) Wenn Sie sich mit einer ungewöhnlichen Hinrichtungsart unserer Jury stellen wollen, richten Sie Ihre Bewerbung an diese Adresse (Einblendung, er spricht mit). Und nun zum ersten Gast der heutigen Show, von dem ich selbst noch nicht mehr weiß als seinen Namen: Erwin Gänseschmalz! (Beifall, ein untersetzter Mann von etwa vierzig Jahren watschelt zum Moderator)
Gänseschmalz: Guten Abend.
Moderator: Und Hallo und so weiter. Bevor wir in medias res gehen, verraten Sie uns doch bitte, welchem Beruf Sie nachgehen.
Gänseschmalz: Ich bin Einzelhandelskaufmann.
Moderator: Ah ja, danke. Wen werden Sie heute abend hinrichten?
Gänseschmalz: Oh, da habe ich mir einen Leckerbissen ausgesucht, den Werner Killmann.
Moderator: Wer sich nicht an diesen Fall erinnert: Killmann stieg vor 5 Jahren in Westerbühl in die Villa Kunterbunt des Ehepaares Back-Pfeifer ein, wurde von Ihnen überrascht und erschlug beide mit einem großen Heilmagneten. - Wie werden Sie es tun?
Gänseschmalz: Wie?
Moderator: Ja, wie.
Gänseschmalz: Äh, wie jetzt?!
Moderator: (betont deutlich) Wie beabsichtigen Sie, den Delinquenten zum Tode zu befördern? (Gelächter, dann Applaus)
Gänseschmalz: Ach, das. Killmann wird auf diesem Stuhl festgeschnallt (zwei Uniformierte führen einen grobschlächtigen Mann mit Künstlerfrisur herein, zwingen ihn auf den Stuhl und fesseln ihn). Mein selbstentwickelter Apparat zum Blütenblattbeschuß wird ihn dann gleich mit der optimalen Frequenz von zehn pro Minute bombardieren.
Moderator: (überrascht) Mit Blütenblättern?
Gänseschmalz: Aber sicher! Die Blätter werden im Winkel von 90 Grad auf seiner Fontanelle aufschlagen, mit einer Wucht von Nullkommazweidrei Newton, was eine Stauchung von Zehn hoch minus 7 Nanomillimeter hervorruft, ihn also unweigerlich platt machen würde, wenn die andauernde Erschütterung nicht seine Knochen förmlich zerpulvern ließe.
Moderator: Erstaunlich. Und wann wird es soweit sein, wieviel Blütenblätter müssen Sie da ungefähr verschießen?
Gänseschmalz: Ja, mit meinem alten Physiklehrer (winkt ins Publikum) habe ich das ausgerechnet, ja, so ungefähr eine Milliarde würde genügen, voll und ganz.
Moderator: Ach. Eine Milliarde. Zehn pro Minute, mal sehen. 1440 Minuten, rund 1500, also 15000 pro Tag? 65000 Tage? 180 Jahre? Nein, nein, nein, so lange darf ich bestimmt nicht überziehen. (Gejohle)
Gänseschmalz: Vielleicht, wenn ich die Frequenz erhöhe?
Moderator: Nein. Nein, nein. Die Jury hält auch bereits die Daumen nach unten. Nein Herr Gänseschmalz, ich fürchte, keiner der hier Anwesenden würde diese Hinrichtung überleben. (Klatschen, Johlen, Trampeln)
Gänseschmalz: Och.
Moderator: Glück gehabt, Killmann. Aber wer weiß, vielleicht beim nächsten Mal? Liebe Zuschauer daheim, bleiben Sie dran, denn nach einer kurzen Unterbrechung geht es richtig zur Sache, da kommt der Mann mit dem Hammer! (Überblendung)
Chef: ... und das meine ich mit der gegenseitigen Verantwortung für das Wohl der Firma, denn wir sind eine Familie.
1. Mitarbeiter: Ja, Papa. (Gekicher)
Chef: (humorlos) Nein, nein, wir sollten uns als Brüder und Schwestern sehen.
2. Mitarbeiter: Und der Rest der Familie?
3. Mitarbeiter: Eine Familie, das sind doch zumindest Eltern und Kinder.
Chef: (aufstampfend) Ich will keine Eltern!
1. Mitarbeiter: Ja, Papa. (Gekicher)
Chef: (humorlos) Nein, nein, wir sollten uns als Brüder und Schwestern sehen.
2. Mitarbeiter: Und der Rest der Familie?
3. Mitarbeiter: Eine Familie, das sind doch zumindest Eltern und Kinder.
Chef: (aufstampfend) Ich will keine Eltern!
Dicki - am Sa, 02. September 2006, 20:15 - Rubrik: zickezacke
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Die Schildbürger wundern sich: da haben sie den städtischen Kliniken die Etats - nach streng betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten - gekürzt, und nun benötigen die Häuser Jahr für Jahr Millionenzuschüsse. Da stimmt doch etwas nicht, so kann das nicht weitergehen.
Die Schildbürger stellen fest, daß sich das Angebot der Kliniken überschneidet. Als ganz normaler Patient kann man beinahe überallhin, als beispielsweise Herzpatient in dieses, aber auch in jenes Haus. Wenn man da nun zentralisierte, also hier die Herzen, dort die Lungen, da die Brüche, dahin wiederum die Infektionen. So ließen sich 700 der über 4000 Stellen in den Kliniken einsparen, was im Laufe von 10 oder - noch besser - 20 Jahren eine ganz erkleckliche Summe ergäbe.
Die Schildbürger freuen sich über das viele Geld und richten munter eine Gesellschaft "Gesundheit Nord" ein, welche die nötigen Maßnahmen planen und durchsetzen soll. Das geht nicht ohne Geschäftsführer, und da dessen Tage mit dem Schmieden von Plänen, dem Treffen von Entscheidungen und der Teilnahme an Konferenzen mehr als ausgefüllt sein werden, geht es auch nicht ohne Angestellte, die die Arbeit machen. Geschäftsführer und Angestellte benötigen Büros, und die Büros müssen eingerichtet werden.
Die Schildbürger bezahlen die fälligen Rechnungen und Gehälter, und sie reiben sich die Hände: sooo viel ist von dem eingesparten Geld noch übrig! Da klopfen sie sich gegenseitig auf die Schultern und beglückwünschen sich zu ihrer Geschäftstüchtigkeit.
Die Schildbürger benötigen einen neuen Geschäftsführer für die Klinik Ost, und die "Gesundheit Nord" macht sich für Herrn L. stark, der schon eine Weile in der bundesrepublikanischen Klinikszene unterwegs ist. Herr L. überzeugt durch saubere Fingernägel und Entschlußfreudigkeit. Er bezahlt prompt eine Reihe von Gutachten, über deren Bestellung und Notwendigkeit es keine Unterlagen gibt; nicht einmal die Lieferung ist verzeichnet. Und Herr L. bestellt für rund 6 Millionen moderne Nachtschränke, die nicht in die Krankenzimmer passen und für deren TV und Internet erst noch Anschlüsse verlegt werden müssen, die sich aber, so Herr L., über zusätzlich eingespeiste Werbung refinanzieren lassen. Die Schildbürger sind begeistert. Zusätzliche Werbeberieselung wird die überwiegend zur Psychiarie gehörenden Patienten der Klinik Ost schneller gesunden lassen. Wo er schon einmal bei Entschlüssen ist, handelt Herr L. gleich noch mit einem Freund die Übernahme von dessen Reha-Klinik aus und bezahlt sofort "Vorableistungen".
Unterdessen wollen die 700 zur Einsparung vorgesehenen Angestellten sich nicht einsparen lassen, man stelle sich diesen Egoismus vor! Der Geschäftsführer der "Gesundheit Nord" ist empört und löst seinen Vertrag. Damit hat Herr L. seinen Fürsprecher verloren und bekommt zum Ausgleich die Staatsanwaltschaft. Er war bereits rechtskräftig wegen Steuerhinterziehung zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt ("da wollte mir jemand übel"), was die Schildbürger aber nicht wußten und auch nicht wissen wollten ("einen leitenden Angestellten frgt man nicht nach seinem Strafregister"). Jetzt wird untersucht, ob und in welchem Umfang er in die eigene Tasche gewirtschaftet hat.
Die Schildbürger wundern sich: das eingesparte Geld will und will sich nicht materialisieren, obwohl davon schon Millionn ausgegeben worden sind. Da hilft nur eins: energisch weitersparen. Schildbürger können schließlich rechnen, so ist das nicht.
Ach so, die Patienten. Die werden sich eben nach der Decke strecken müssen.
Die Schildbürger stellen fest, daß sich das Angebot der Kliniken überschneidet. Als ganz normaler Patient kann man beinahe überallhin, als beispielsweise Herzpatient in dieses, aber auch in jenes Haus. Wenn man da nun zentralisierte, also hier die Herzen, dort die Lungen, da die Brüche, dahin wiederum die Infektionen. So ließen sich 700 der über 4000 Stellen in den Kliniken einsparen, was im Laufe von 10 oder - noch besser - 20 Jahren eine ganz erkleckliche Summe ergäbe.
Die Schildbürger freuen sich über das viele Geld und richten munter eine Gesellschaft "Gesundheit Nord" ein, welche die nötigen Maßnahmen planen und durchsetzen soll. Das geht nicht ohne Geschäftsführer, und da dessen Tage mit dem Schmieden von Plänen, dem Treffen von Entscheidungen und der Teilnahme an Konferenzen mehr als ausgefüllt sein werden, geht es auch nicht ohne Angestellte, die die Arbeit machen. Geschäftsführer und Angestellte benötigen Büros, und die Büros müssen eingerichtet werden.
Die Schildbürger bezahlen die fälligen Rechnungen und Gehälter, und sie reiben sich die Hände: sooo viel ist von dem eingesparten Geld noch übrig! Da klopfen sie sich gegenseitig auf die Schultern und beglückwünschen sich zu ihrer Geschäftstüchtigkeit.
Die Schildbürger benötigen einen neuen Geschäftsführer für die Klinik Ost, und die "Gesundheit Nord" macht sich für Herrn L. stark, der schon eine Weile in der bundesrepublikanischen Klinikszene unterwegs ist. Herr L. überzeugt durch saubere Fingernägel und Entschlußfreudigkeit. Er bezahlt prompt eine Reihe von Gutachten, über deren Bestellung und Notwendigkeit es keine Unterlagen gibt; nicht einmal die Lieferung ist verzeichnet. Und Herr L. bestellt für rund 6 Millionen moderne Nachtschränke, die nicht in die Krankenzimmer passen und für deren TV und Internet erst noch Anschlüsse verlegt werden müssen, die sich aber, so Herr L., über zusätzlich eingespeiste Werbung refinanzieren lassen. Die Schildbürger sind begeistert. Zusätzliche Werbeberieselung wird die überwiegend zur Psychiarie gehörenden Patienten der Klinik Ost schneller gesunden lassen. Wo er schon einmal bei Entschlüssen ist, handelt Herr L. gleich noch mit einem Freund die Übernahme von dessen Reha-Klinik aus und bezahlt sofort "Vorableistungen".
Unterdessen wollen die 700 zur Einsparung vorgesehenen Angestellten sich nicht einsparen lassen, man stelle sich diesen Egoismus vor! Der Geschäftsführer der "Gesundheit Nord" ist empört und löst seinen Vertrag. Damit hat Herr L. seinen Fürsprecher verloren und bekommt zum Ausgleich die Staatsanwaltschaft. Er war bereits rechtskräftig wegen Steuerhinterziehung zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt ("da wollte mir jemand übel"), was die Schildbürger aber nicht wußten und auch nicht wissen wollten ("einen leitenden Angestellten frgt man nicht nach seinem Strafregister"). Jetzt wird untersucht, ob und in welchem Umfang er in die eigene Tasche gewirtschaftet hat.
Die Schildbürger wundern sich: das eingesparte Geld will und will sich nicht materialisieren, obwohl davon schon Millionn ausgegeben worden sind. Da hilft nur eins: energisch weitersparen. Schildbürger können schließlich rechnen, so ist das nicht.
Ach so, die Patienten. Die werden sich eben nach der Decke strecken müssen.
Dicki - am Sa, 26. August 2006, 23:10 - Rubrik: zickezacke