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von einem Stipendium zum nächsten. Zeit für ein reinigendes Gewitter.

wird sich der betriebswirtschaftlich infizierte Redakteur gefragt haben und schrieb: Umsonst und draußen: "Haltestelle Woodstock", eines der größten europäischen Musikfeste unter freiem Himmel, hat viele zahltausend Musikfans in die polnische Grenzstadt Kostrzyn angelockt. - Es kann nicht sein, was nicht sein darf.

und zwar nicht nur einmal, sondern mehrmals im Jahr. Schmerz und Trauer inspirieren mich zu meterlangen Blogeinträgen, die ich ihm widme, damit er von den Göttern angemessen aufgenommen werde: in Prunk und Ehren. Hernach stimmt die Gemeinde der Hinterbliebenen das große La-lu-la an - "Kroklokwafzi? semmel-memmel" usw. - und siehe, der Dahingeschiedene steigt aus dem Gottesacker, um nicht etwa untot, sondern quicklebendig - seine verdammte Pflicht und Schuldigkeit zu tun.

Heute wollen wir mal etwas Leckeres zusammenbrutzeln, das aber der statistischen Norm für Langzeitarbeitslose - 1,57 Euro für das Mittagessen - entspricht. Lecker heißt zunächst: keine Konserven. Und worauf haben wir heute Appetit? Ah, Spaghetti mit Tomatensoße und frischem Gemüse, dazu entweder Eier, Rostbratwürste oder Hühnerfleisch. Na dann, gehen wir einkaufen.

Im (durch Zufall ausgewählten) Supermarkt sind Tomaten gerade im Angebot: ein Kilo (Sorte Holland) für 1,79 Euro. Vier Stück eingesackt (zwei Mahlzeiten) und gewogen. Die Waage kennt aber den Aktionspreis nicht und verlangt für unsere 560 Gramm 1,67 Euro. Nee hoor, dank U wel, Tomaten zurückgelegt. Stattdessen Instantsoße, zwei Päckchen für 1,09 Euro. Wir verbuchen den ersten Ausgabeposten: Einmal Tomatensoße (Instant) für 54,5 Cent.

Weiter. 500 Gramm Spaghetti aus Hartweizengries ("con grano duro") kosten erstaunliche 1,29 Euro die billigste Sorte. 125 Gramm werden wir für unser schmackhaftes Mahl benötigen, macht 32,25 Cent. Bisherige Summe: 86,75 Cent.

Jetzt wird es kritisch, denn wir kommen zum Gemüse, und das hat sich mittlerweise zum Luxusartikel gemausert. In praktisch allen Monaten, die nicht mit "J" beginnen, kostet beispielsweise die Hollandpaprika stolze 5,99 Euro das Kilo. Hier gibt es aber auch spanische Paprika, und der Monat liegt nahe an einem, der mit "J" beginnt, deshalb bekommen wir drei abgepackte Paprika (500 Gramm) für 1,09 Euro. Da wir 250 Gramm (anderthalb Paprika eben) benötigen, müssen wir weitere 54,5 Cent verbuchen, was zu der Zwischensumme 141,25 Cent führt. Da bleiben noch fast 16 Cent zum Verprassen.

Eier kosten um 20 Cent das Stück, drei müßten es schon sein - die Eier sind aus dem Rennen. Für die Rostbratwürstchen (zwei Mahlzeiten) müßten wir 1,69 Euro ausgeben - weg. Hühnerfleisch? Per se erledigt. Schinkenwürfel - pfff! - Nu kiekste doof.

Aber, nicht verzagen, wir nehem uns das Versprechen ab, die nächsten Tage zu knausern und so die Mehrkosten zu kompensieren. Freie Auswahl diesmal. Wir entscheiden uns für die Rostbratwürstchen, 84,5 Cent, Summe (aufgerundet): 2,26 Euro. Mit No-Name-Pizza, Billigstkonserveneintopf und notfalls Tütensuppe holen wir die zuviel ausgegebenen 69 Cent bald wieder herein.

69 Cent? Wir verzichten zwar auf geriebenen Parmesan, der nun wirklich zu teuer ist, aber ohne Zwiebel, Knoblauch, Salz & Pfeffer, Kräuter sowie Senf für die Wurst wird das ein fades Essen werden. Wat mutt, dat mutt! Und es summiert sich, wir werden wohl annähernd einen ganzen Euro einzusparen haben: weil wir uns heute ein solch gehaltvolles und luxuriöses Essen gönnen. - Mahlsoweit! Fiss bisste patzt!

oder: Stufen der Vervollkommnung

In meinem ersten Leben war ich Telefon. Sie haben es schon bemerkt, ich bin keine besonders alte Seele.

Das Leben als Telefon ist nicht sehr erbauend, fast schon langweilig. Man ist versucht, spontan loszuklingeln, nur damit mal was passiert. Von dieser schweren Zeit haben die Handys ja überhaupt keinen Begriff. Bei denen ist alles düdeldüdelüt und patsche-patsche, tipp-tipp. Verwöhnte Dinger, das. Was wissen die schon von Entbehrungen; die sausen eben mal so durch den Äther. Wir hatten da noch lange Leitungen zu bewältigen.

Im zweiten Leben war ich dann Finanzberater, mit eigenem Telefon - aber ich sehe, Sie langweilen sich. Also, machen wir's kurz: heute bin ich Vollkorntoast!

Lafontaine wirbt um Rechte

und der Wortlaut:

Lafontaine sagte am Rande der Abstimmung, bei den Wählern rechtsradikaler Parteien in Ostdeutschland handele es um verzweifelte Menschen, die aus Wut nicht gewusst hätten, wem sie ihre Stimme geben sollten. Auch diesen Menschen müsse die neue Linksparte ein Angebot machen. Rechte Politiker müssten angegriffen und gestellt werden. Ihre Wähler dürften aber „nicht gleich in diese Ecke gestellt“ werden, mahnte er.

Wer wollte da behaupten, es werde nicht objektiv berichtet.

Schluß mit den Links. Meine jedenfalls sind hoffnungslos veraltet. Ingeborch z.B. ist schon seit Ewigkeiten nicht mehr Ingeborch, und ich war immer nur zu bequem, Änderungen vorzunehmen. Zuletzt hatte mir vorgeschwebt, hella, huflaikhan, quirinus und semmel unter "Glücksklee" zusammenzufassen, aber das ist durch Exitus Semmelmann Schnee von gestern.

Ein Hinweis auf die Arbeitslosen hätte sich außerdem angeboten: pathologe, Arbeitsamtblogger, Dr.Job.los, Hartzcore. Auch supatyp and the Ants auf antville.org. Teletussies (die bei einem pod von semmel mitgecastet haben) sind unsterblich für ihr Teebeutelquartett, d.h. Moment mal, Teletussies, ich hoffe das ist mörderbescheuert im guten Sinn? Wg. Modem habe ich das nie gesehen; aber schon die Idee zählt, und die hat eben nicht jede(r).

Nachdenkseiten natürlich - na, im Grunde kenne ich nicht viel aus eigener Entdeckung, bin selbst oft auf la-la-la gestoßen, oder ra-ra-ra, mal gut, aber dann. Was soll's. Also erstmal nix mehr mit Links. Schnitt.

Hooo! Einen hab ich vergessen. Der hier hat mir die Domain dicki.de wegschnappt und sich gerechtfertigt, er sei schon von Jugend an "Dicki" gerufen worden. Ja, gerufen werden und berufen sein ist wohl noch ein Unterschied!

Nachtrag: nicht jede(r) Unerwähnte ist für mich la-la-la oder ra-ra-ra (letzteres geht auf Wolfgang aus Hannover zurück, alter Suupsack). Ich bin ein Gewohnheitstier; wie die meisten.

fiel mir gestern als komische Überschrift ein, während ich die für einen Freund aufgenommen 45 Minuten von und mit Joey, Dee Dee, Johnny und Tommy Ramone durchhörte. Live - jedenfalls nach der Doppel-LP von 1978 zu urteilen - waren sie kotzlangweilig; alle Songs klangen gleich. Ganz anders auf den ersten Studio-LPs: mithilfe kleiner Produktionstricks kommt der volle Charme ihres dröhnenden Teenage-Pop rüber. Das mal eben dazu.

Im September 1978 (ungefähr) war ich mit einem Genossen und zwei Sympathisanten in der WG Gustavstraße verabredet, um ein Flugblatt zu entwerfen. Zu meiner Überraschung wohnte dort erstens auch ein Jugendvertreter meines Betriebes, zwei Lehrjahre über mir befindlich, zweitens hingen dort Plakate von DEVO und Ramones an den Wänden, in der Küche lag ein Exemplar des SCHUNT!, des ersten Bremer Fanzines in Sachen Punk. Otto, der Jugendvertreter, war mir als Punk bekannt, aber er war außerdem einer der Mitbegründer des SCHUNT! Das Exemplar durfte ich mitnehmen und gleich wurden Ramones gedudelt. Och, äh, hm, Donnerwetter. Fortan interessierte mich Punk. Und schon bald hoffte ich, darin meine Sixties - bzw. die Sixties meiner Generation - zu erleben.

Mein Lehrlingsgehalt, zuvor überwiegend in Dashiell Hammett, Raymond Chandler und den Klassikern des Marxismus-Leninismus angelegt, gab ich nun in der Hauptsache für Punk- und Sixties-Scheiben aus. Punk nach Cover (The Cure z.B.) und SCHUNT!-Besprechung, Sixties nach dem, an was ich mich noch erinnerte. SCHUNT! hielt sich ca. 2 Jahre, Der Bazillus spaltete sich ab, Otto wurde Popper (und ist inzwischen Leiter einer Spielbank, ist der noch zu retten), Die Pest, Der Kotwurm, Die Endlösung und manch anderes Fanzine geisterte durch die Bremer Szene, in der es von Rockabilly bis Gruft brodelte, wo man aber selten zu Potte kam.

Die Seele des SCHUNT! war der ehemalige Vorsitzende der Bremer KJVD-Gruppe (Jugendverband der KPD), der früh ausgestiegen war, weil er den Kad(av)ergehorsam satt hatte. Er blieb bei der Musik, arbeitete als Plattenverkäufer, gründete das Strangeways-Label und schrieb hier und dort über Bands und Platten. Er ist seinen Idealen treu geblieben, und dafür will ich mich treu an ihn erinnern (2002 gestorben). Andere - ich mag es kaum hinschreiben - Genossen, solche, die in Leitungen saßen und Linien vorgaben, sitzen heute in Wirtschaft, Politik und Medien und singen die Hymne der Neoliberalen. Ihnen sei ein dreifach kräftiges Gabba-Gabba-hey! gewidmet.

 

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