In einem Buch über das Barockzeitalter wird eine Schrift gegen Hexen und Zauberer von 1581 zusammengefasst:
Ein Richter, der hier milde urteile, verdiene die Landesverweisung, und es entschuldige ihn mitnichten, wenn er behaupte, er könne das, was den Hexen zur Last gelegt werde, nicht glauben. Mit einem ordentlichen Gerichtsverfahren komme man Hexen und Zauberern ohnehin nicht bei. Hier reiche vielmehr eine "mutmaßliche Beweisung und Präsumption" zur Bestrafung aus. Wenn man etwa eine verdächtige Person aus dem Stall ihres Feindes kommen sehe, und wenig später stürbe das Vieh, brauche man keine Beweis mehr. Spitzeldienste und Denunziationen seien ein wichtiges Mittel zur Aufklärung solcher Verbrechen. Das Volk ängstige sich derart vor Hexen, daß es sich scheue, sie anzuzeigen. Daher solle man "in Brauch und Übung bringen, nach der löblichen Gewohnheit der Schotten und Mailänder, in den Kirchen einen eigenen Hexenstock aufzustellen." Darin könne dann ein jeder, ohne seinen Namen zu nennen, "ein gerollt Papierlein werfen, darinnen des Zauberers oder der Unholdin Namen, sammt dem Fall, so sich mit ihm oder ihr zugetragen, dem Ort, der Zeit, den Zeugen und anderen Umständen nach beschrieben." Man müsse auch in die Familien eindringen und Töchter gegen ihre Mütter, Söhne gegen ihre Väter aussagen lassen. Wenn man hier Rücksichten kenne, werde man der Hexen niemals Herr.
Durch die Inquisition wurden rund eine Million Menschen in Europa zu Tode gebracht.
Ein Richter, der hier milde urteile, verdiene die Landesverweisung, und es entschuldige ihn mitnichten, wenn er behaupte, er könne das, was den Hexen zur Last gelegt werde, nicht glauben. Mit einem ordentlichen Gerichtsverfahren komme man Hexen und Zauberern ohnehin nicht bei. Hier reiche vielmehr eine "mutmaßliche Beweisung und Präsumption" zur Bestrafung aus. Wenn man etwa eine verdächtige Person aus dem Stall ihres Feindes kommen sehe, und wenig später stürbe das Vieh, brauche man keine Beweis mehr. Spitzeldienste und Denunziationen seien ein wichtiges Mittel zur Aufklärung solcher Verbrechen. Das Volk ängstige sich derart vor Hexen, daß es sich scheue, sie anzuzeigen. Daher solle man "in Brauch und Übung bringen, nach der löblichen Gewohnheit der Schotten und Mailänder, in den Kirchen einen eigenen Hexenstock aufzustellen." Darin könne dann ein jeder, ohne seinen Namen zu nennen, "ein gerollt Papierlein werfen, darinnen des Zauberers oder der Unholdin Namen, sammt dem Fall, so sich mit ihm oder ihr zugetragen, dem Ort, der Zeit, den Zeugen und anderen Umständen nach beschrieben." Man müsse auch in die Familien eindringen und Töchter gegen ihre Mütter, Söhne gegen ihre Väter aussagen lassen. Wenn man hier Rücksichten kenne, werde man der Hexen niemals Herr.
Durch die Inquisition wurden rund eine Million Menschen in Europa zu Tode gebracht.
Dicki - am Do, 28. Juli 2005, 21:11 - Rubrik: deutsche kenneweiss
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(für semmel)
In einem Theater irgendwo in oder um Bochum. Das Saallicht verlischt, der Vorhang öffnet sich. Ein Klanggemisch aus Dampfpfeifentönen und Maschinengeratter dringt gedämpft aus dem Hintergrund. Auf der ansonsten nackten Bühne zwei Stühle, ein Eimer, ein Klobecken, ein Einkaufswagen voller Lumpen; ein paar halbfertige Kulissenteile stehen und liegen herum. Am Rand ein Schirm- und ein Garderobenständer. Zwei mittelalte Männer betreten von links die Bühne, offensichtlich im Gespräch miteinander, aber man hört nur Gemurmel. Sie schütteln ihre Schirme, daß die Tropfen fliegen, stellen sie in den Ständer, schlüpfen aus ihren triefnassen Regenmänteln und hängen diese auf. Der erste Mann blickt überrascht in den Zuschauerraum.
1. Mann: Ist denn heute öffentliche Probe? Na sowas. (an das Publikum gerichtet) Guten Abend!
2. Mann: (nickt in den Saal)
1. Mann: (an den Kollegen gewandt) Wo steckt denn unser Regisseur heute wohl?
2. Mann: Bei Hacke natürlich. Und natürlich hacke.
1. Mann: Ich liebe deine Wortspiele, aber du machst immer dieselben.
2. Mann: Ich liebe deine bonmots, aber sie waren auch schon mal besser.
1. Mann: Da kommt Miss Piggy.
1. Frau: (kommt ebenfalls von links, vollzieht dieselbe Prozedur wie zuvor die Männer, unter dem Regenzeug kommt eine dickliche, ältere Frau zum Vorschein) Na Jungs, habt ihr ausnahmsweise eure Texte geübt?
1. Mann: (verschwörerisch) Pssst.
2. Mann: (deutet mit dem Daumen in Richtung Publikum)
1. Frau: Was, ohne Vorankündigung. So eine Schikane. Wo steckt er denn?
1, Mann: Bei Hacke.
2. Mann: Hacke.
1. Frau: Lustig wie immer.
2. Frau: (ist wie die anderen drei zuvor eingetreten usw., erheblich jünger, macht sich bemerkbar) Hallo.
1. Mann: Auftritt Fräulein Kunigunde.
2. Mann: Kundiger Auftritt des Fräuleins.
1. Frau: Ihr Pfeifen. Hallo Gunda. (deutet mit einem Kopfnicken in den Saal) Da müssen wir heute wohl durch.
2. Frau: Na wenn schon. (beleidigtes Gesicht)
Regisseur. (stolpert herein) Seid ihr heute mal pünktlich?! (noch während der Kleiderprozedur) Dann laßt uns mal gleich loslegen. Zweiter Akt, dritte Szene: öffentliche Probe.
1. Mann: Sehr wahr.
2. Frau: (quengelnd) Wieso hast du uns das nicht vorher gesagt?
Regisseur: (bemerkt erst jetzt die Zuschauer) Oh. Da hat jemand hinter meinem Rücken - aber paßt doch. (energisch) Also Aufstellung bitte. (setzt sich auf den hinteren der Stühle) Alle von der Bühne, die beiden Herren kommen dann heraus. (klatscht in die Hände) Hopp-hopp-hopp! (setzt Brecht-Brille auf, zündet einen Zigarrenstumpen an)
(Die Schauspieler entfernen sich murrend, die beiden Männer erscheinen sodann wieder, der erste Mann blickt überrascht in den Zuschauerraum)
1. Mann: Ist denn heute öffentliche Probe? Na sowas. (an das Publikum gerichtet) Guten Abend!
2. Mann: (nickt in den Saal)
1. Mann: (an den Kollegen gewandt) Wo steckt denn unser Regisseur heute wohl?
2. Mann: Bei Stramm natürlich. Und natürlich stramm.
1. Mann: Ich liebe deine Wortspiele, aber du machst immer - prr-tschi!
Regisseur: Bitte nicht den Text verändern, ja! Und etwas weniger unbeteiligt sprechen, wenn das eventuell im Bereich des Möglichen läge.
1. Mann: Ach, gar. Ich krieg nen Schnupfen. Dreckswetter.
Regisseur: (winkt ab und deutet auf den zweiten Mann)
2. Mann: Ich liebe deine Bonbons, aber sie waren auch schon mal besser.
1. Frau: (aus dem Eingang) Ha!
2. Frau: (ebendort, prustet hinter vorgehaltener Hand)
Regisseur: (lächelt süffisant) Das kannst du aber nicht auf das Wetter schieben, alter Halunke. Bitte an den Text halten! Weiter.
1. Mann: Da kommt Connie McDonnie.
1. Frau: Na Jungs, könnt ihr wieder euern Text nicht?
Regisseur. (stöhnt)
1. Mann: (verschwörerisch) Pssst.
2. Mann: (zeigt in den Zuschauerraum)
1. Frau: Ach. Dann sollen wir heute die Publikumsbeschimpfung üben? Der immer mit seinen Einfällen. (wegwerfende Geste) Wo steckt er denn?
1. Mann: Bei Stramm.
2. Mann: Stramm.
1. Frau: Ihr Komiker.
2. Frau: (abgehetzt) Bin ich zu spät? Hallo.
1. Mann: Auftritt Fräulein Rosamunde.
2. Mann: Mit rosa Munde tritt das Fräulein auf.
1. Mann: Deine Wortspiele -
2. Mann: Duuu!
1. Frau: Ihr Knallköppe. Hallo Rosi.
Regisseur: Okay, bis dahin. Das geht ja insgesamt schon recht flüssig. Aber mehr Ausdruck, klar? Ihr seid Arschlöcher, also benehmt euch auch so. (steht auf) Jetzt komm ich auf die Bühne. (stellt sich in Positur) Wer hat denn den Pöbel hier hereingelassen? (starrt ins Publikum) Egal, wir fangen an. Aufstellung, alle von der Bühne, die beiden Herren kommen herein. - Los, los!
(Die Schauspieler entfernen sich murrend, der Regisseur läßt die Hosen runter setzt sich auf das Klobecken, die beiden Männer erscheinen sodann wieder, der erste Mann blickt überrascht in den Zuschauerraum)
1. Mann: Ist denn heute öffentliche Probe? Na sowas. - (für sich) Ach, laß die Scheißer glotzen.
2. Mann: (streckt dem Saal seinen Hintern entgegen, macht ein unanständiges Geräusch)
1. Mann: (an den Kollegen gewandt) Wo steckt denn unser Regisseur heute wohl?
2. Mann: Bei Knülle natürlich. Und natürlich knülle.
1. Mann: Ich liebe deine Wortspiele, aber sie sind scheiße.
2. Mann: Ich liebe deine bonmots, aber sie zergehen wie Pisse auf der Zunge.
1. Mann: Da kommt das fette Monstrum.
1. Frau: Na, ihr Hilfsdarsteller. Äh, sagt mal, was macht denn das Gesindel hier? (zeigt aufs Publikum)
1. Mann: Glotzen.
2. Mann: Wie blöde.
1. Frau: Wo steckt (vage Geste) er denn?
1. Mann: Bei Knülle.
2. Mann: Knülle.
1. Frau: Also alles wie gehabt.
Regisseur: (aus seiner Richtung ertönen sehr natürliche, sehr eindeutige Geräusche)
2. Frau: Hallo-ho!
1. Mann: Auftritt Fräulein Wunder.
2. Mann: Wundersamer Auftritt des Fräuleins.
1. Mann: Deine Wortspiele sind zum Kotzen.
2. Mann: (läuft zum Eimer, steckt den Kopf hinein und röhrt)
1. Frau: (unterdessen) Ihr Wichser. Hallo Wanda.
2. Frau: (setzt sich in den Einkaufswagen, auf die Lumpen, zerrt an ihren Kleidern) Wer fickt mich?!
1. Mann & 1. Frau: Ja! Ja! Ja!
Polizist: (betritt die Bühne) Sie sind hier nicht befugt. Scheren Sie sich fort, sonst muß ich Anzeige machen.
Alle: Polente, Polente, ist ne lahme Ente!
Alter Herr: (mit Zylinder und Frack) Was treiben Sie auf meinem Theater, wer hat Ihnen das erlaubt? Hier beginnt jeden Augenblick eine öffentliche Probe, also hauen Sie ab. Sofort!
Polizist: (greift sich den Zylinder, spöttisch) Ist ja nur ein Schauspieeeleeer!
Inspizient: (stürmt herein) Ich laß euch alle festnehmen. Und macht gefälligst die Requisiten sauber, bevor ihr geht. Saubande! Spielt euer Scheiß-Theater auf der Straße!
Alle: Ah-Ah! Ka-cka! Schnie-del-bums!
(Vorhang, donnernder Applaus des zuvor mucksmäuschenstillen Publikums)
In einem Theater irgendwo in oder um Bochum. Das Saallicht verlischt, der Vorhang öffnet sich. Ein Klanggemisch aus Dampfpfeifentönen und Maschinengeratter dringt gedämpft aus dem Hintergrund. Auf der ansonsten nackten Bühne zwei Stühle, ein Eimer, ein Klobecken, ein Einkaufswagen voller Lumpen; ein paar halbfertige Kulissenteile stehen und liegen herum. Am Rand ein Schirm- und ein Garderobenständer. Zwei mittelalte Männer betreten von links die Bühne, offensichtlich im Gespräch miteinander, aber man hört nur Gemurmel. Sie schütteln ihre Schirme, daß die Tropfen fliegen, stellen sie in den Ständer, schlüpfen aus ihren triefnassen Regenmänteln und hängen diese auf. Der erste Mann blickt überrascht in den Zuschauerraum.
1. Mann: Ist denn heute öffentliche Probe? Na sowas. (an das Publikum gerichtet) Guten Abend!
2. Mann: (nickt in den Saal)
1. Mann: (an den Kollegen gewandt) Wo steckt denn unser Regisseur heute wohl?
2. Mann: Bei Hacke natürlich. Und natürlich hacke.
1. Mann: Ich liebe deine Wortspiele, aber du machst immer dieselben.
2. Mann: Ich liebe deine bonmots, aber sie waren auch schon mal besser.
1. Mann: Da kommt Miss Piggy.
1. Frau: (kommt ebenfalls von links, vollzieht dieselbe Prozedur wie zuvor die Männer, unter dem Regenzeug kommt eine dickliche, ältere Frau zum Vorschein) Na Jungs, habt ihr ausnahmsweise eure Texte geübt?
1. Mann: (verschwörerisch) Pssst.
2. Mann: (deutet mit dem Daumen in Richtung Publikum)
1. Frau: Was, ohne Vorankündigung. So eine Schikane. Wo steckt er denn?
1, Mann: Bei Hacke.
2. Mann: Hacke.
1. Frau: Lustig wie immer.
2. Frau: (ist wie die anderen drei zuvor eingetreten usw., erheblich jünger, macht sich bemerkbar) Hallo.
1. Mann: Auftritt Fräulein Kunigunde.
2. Mann: Kundiger Auftritt des Fräuleins.
1. Frau: Ihr Pfeifen. Hallo Gunda. (deutet mit einem Kopfnicken in den Saal) Da müssen wir heute wohl durch.
2. Frau: Na wenn schon. (beleidigtes Gesicht)
Regisseur. (stolpert herein) Seid ihr heute mal pünktlich?! (noch während der Kleiderprozedur) Dann laßt uns mal gleich loslegen. Zweiter Akt, dritte Szene: öffentliche Probe.
1. Mann: Sehr wahr.
2. Frau: (quengelnd) Wieso hast du uns das nicht vorher gesagt?
Regisseur: (bemerkt erst jetzt die Zuschauer) Oh. Da hat jemand hinter meinem Rücken - aber paßt doch. (energisch) Also Aufstellung bitte. (setzt sich auf den hinteren der Stühle) Alle von der Bühne, die beiden Herren kommen dann heraus. (klatscht in die Hände) Hopp-hopp-hopp! (setzt Brecht-Brille auf, zündet einen Zigarrenstumpen an)
(Die Schauspieler entfernen sich murrend, die beiden Männer erscheinen sodann wieder, der erste Mann blickt überrascht in den Zuschauerraum)
1. Mann: Ist denn heute öffentliche Probe? Na sowas. (an das Publikum gerichtet) Guten Abend!
2. Mann: (nickt in den Saal)
1. Mann: (an den Kollegen gewandt) Wo steckt denn unser Regisseur heute wohl?
2. Mann: Bei Stramm natürlich. Und natürlich stramm.
1. Mann: Ich liebe deine Wortspiele, aber du machst immer - prr-tschi!
Regisseur: Bitte nicht den Text verändern, ja! Und etwas weniger unbeteiligt sprechen, wenn das eventuell im Bereich des Möglichen läge.
1. Mann: Ach, gar. Ich krieg nen Schnupfen. Dreckswetter.
Regisseur: (winkt ab und deutet auf den zweiten Mann)
2. Mann: Ich liebe deine Bonbons, aber sie waren auch schon mal besser.
1. Frau: (aus dem Eingang) Ha!
2. Frau: (ebendort, prustet hinter vorgehaltener Hand)
Regisseur: (lächelt süffisant) Das kannst du aber nicht auf das Wetter schieben, alter Halunke. Bitte an den Text halten! Weiter.
1. Mann: Da kommt Connie McDonnie.
1. Frau: Na Jungs, könnt ihr wieder euern Text nicht?
Regisseur. (stöhnt)
1. Mann: (verschwörerisch) Pssst.
2. Mann: (zeigt in den Zuschauerraum)
1. Frau: Ach. Dann sollen wir heute die Publikumsbeschimpfung üben? Der immer mit seinen Einfällen. (wegwerfende Geste) Wo steckt er denn?
1. Mann: Bei Stramm.
2. Mann: Stramm.
1. Frau: Ihr Komiker.
2. Frau: (abgehetzt) Bin ich zu spät? Hallo.
1. Mann: Auftritt Fräulein Rosamunde.
2. Mann: Mit rosa Munde tritt das Fräulein auf.
1. Mann: Deine Wortspiele -
2. Mann: Duuu!
1. Frau: Ihr Knallköppe. Hallo Rosi.
Regisseur: Okay, bis dahin. Das geht ja insgesamt schon recht flüssig. Aber mehr Ausdruck, klar? Ihr seid Arschlöcher, also benehmt euch auch so. (steht auf) Jetzt komm ich auf die Bühne. (stellt sich in Positur) Wer hat denn den Pöbel hier hereingelassen? (starrt ins Publikum) Egal, wir fangen an. Aufstellung, alle von der Bühne, die beiden Herren kommen herein. - Los, los!
(Die Schauspieler entfernen sich murrend, der Regisseur läßt die Hosen runter setzt sich auf das Klobecken, die beiden Männer erscheinen sodann wieder, der erste Mann blickt überrascht in den Zuschauerraum)
1. Mann: Ist denn heute öffentliche Probe? Na sowas. - (für sich) Ach, laß die Scheißer glotzen.
2. Mann: (streckt dem Saal seinen Hintern entgegen, macht ein unanständiges Geräusch)
1. Mann: (an den Kollegen gewandt) Wo steckt denn unser Regisseur heute wohl?
2. Mann: Bei Knülle natürlich. Und natürlich knülle.
1. Mann: Ich liebe deine Wortspiele, aber sie sind scheiße.
2. Mann: Ich liebe deine bonmots, aber sie zergehen wie Pisse auf der Zunge.
1. Mann: Da kommt das fette Monstrum.
1. Frau: Na, ihr Hilfsdarsteller. Äh, sagt mal, was macht denn das Gesindel hier? (zeigt aufs Publikum)
1. Mann: Glotzen.
2. Mann: Wie blöde.
1. Frau: Wo steckt (vage Geste) er denn?
1. Mann: Bei Knülle.
2. Mann: Knülle.
1. Frau: Also alles wie gehabt.
Regisseur: (aus seiner Richtung ertönen sehr natürliche, sehr eindeutige Geräusche)
2. Frau: Hallo-ho!
1. Mann: Auftritt Fräulein Wunder.
2. Mann: Wundersamer Auftritt des Fräuleins.
1. Mann: Deine Wortspiele sind zum Kotzen.
2. Mann: (läuft zum Eimer, steckt den Kopf hinein und röhrt)
1. Frau: (unterdessen) Ihr Wichser. Hallo Wanda.
2. Frau: (setzt sich in den Einkaufswagen, auf die Lumpen, zerrt an ihren Kleidern) Wer fickt mich?!
1. Mann & 1. Frau: Ja! Ja! Ja!
Polizist: (betritt die Bühne) Sie sind hier nicht befugt. Scheren Sie sich fort, sonst muß ich Anzeige machen.
Alle: Polente, Polente, ist ne lahme Ente!
Alter Herr: (mit Zylinder und Frack) Was treiben Sie auf meinem Theater, wer hat Ihnen das erlaubt? Hier beginnt jeden Augenblick eine öffentliche Probe, also hauen Sie ab. Sofort!
Polizist: (greift sich den Zylinder, spöttisch) Ist ja nur ein Schauspieeeleeer!
Inspizient: (stürmt herein) Ich laß euch alle festnehmen. Und macht gefälligst die Requisiten sauber, bevor ihr geht. Saubande! Spielt euer Scheiß-Theater auf der Straße!
Alle: Ah-Ah! Ka-cka! Schnie-del-bums!
(Vorhang, donnernder Applaus des zuvor mucksmäuschenstillen Publikums)
Dicki - am Mi, 27. Juli 2005, 19:19 - Rubrik: zickezacke
Nachzulesen bei quirinus, dem ich völlig zustimme.
Dicki - am Mi, 27. Juli 2005, 13:34 - Rubrik: Nachtgesaenge
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hat eine lange, über viele Generationen gepflegte Tradition. Es beginnt mit einer unverdächtigen Frage und wird sodann auf mehreren Ebenen geführt. Ein Ende ist nicht absehbar.
1. Person: Wo waren wir eigentlich letztes Jahr?
2. Person: Margarete, da waren wir in der Dürer-Ausstellung, in Holland, mir fällt aber der Name von dem Ort nicht mehr ein.
3. Person: Haarlem oder Amsterdam.
1. Person: Wart ihr mal in Delft?
2. Person: Amsterdam oder Haarlem, ja ...
3. Person: Bestimmt Haarlem, da ist auch Frans Hals.
1. Person: Ich war schon zweimal in Delft.
2. Person: Ich war auch schon mal in Amsterdam.
3. Person: Amsterdam ist Rembrandt.
1. Person: Wo waren wir eigentlich letztes Jahr?
2. Person: Margarete, da waren wir in der Dürer-Ausstellung, in Holland, mir fällt aber der Name von dem Ort nicht mehr ein.
3. Person: Haarlem oder Amsterdam.
1. Person: Wart ihr mal in Delft?
2. Person: Amsterdam oder Haarlem, ja ...
3. Person: Bestimmt Haarlem, da ist auch Frans Hals.
1. Person: Ich war schon zweimal in Delft.
2. Person: Ich war auch schon mal in Amsterdam.
3. Person: Amsterdam ist Rembrandt.
Der statistische Warenkorb enthielt tatsächliche Produkte zu tatsächlichen Preisen und legte - nein, keinen tatsächlichen - einen angenommenen Bedarf zugrunde. Dieser Warenkorb ist aber schon seit vielen Jahren passé, was mir nicht bewußt war; soetwas ist mir früher am Arsch vorbeigegangen, damals, als ich noch gutbezahlte Arbeit hatte. Das waren Statistikmauscheleien, die mich zum Glück nicht betrafen, dachte ich einst.
Seit ich Anfang der Woche meine Kontoauszüge einsah und zudem feststellte, daß ich meine Haftpflichtversicherung noch bezahlen muß, ist meine Stimmung miserabel, um es vorsichtig zu sagen. Dem Ultraleichtflieger, der heute vor dem Reichstag - ach falsch, heißt ja Bundestag - ohne Sprengstoff an Bord abgestürzt ist, hätte ich eine andere Mission zugedacht. Aber so ist das nun mal; die Terroristen haben andere Aufgaben, als verbrecherische Machthaber ins Visier zu nehmen.
Jedenfalls wurde der Warenkorb durch irgendeine statistische Erhebung über statistische Daten, die statistisch aufgearbeitet werden und die ich nicht verstehe, ersetzt. Meine Frage ist einfach: welche Artikel und Leistungen liegen der Bemessung des Arbeitslosengeld II, derzeit 345 Euro monatlich, zugrunde? Nach einigem Gesuche fand ich einigermaßen konkrete Angaben, die in dem verlinkten Aufsatz versteckt sind.
Und daraus ist zu ersehen, daß uns von Amts wegen sehr genaue Vorschriften über unsere Lebensführung gemacht werden, verborgen hinter den 345 Euro, die jeder zur angeblich freien Verfügung hat. Außerdem kam das Arbeitslosengeld II über etliche Kürzungen bei der ehemaligen Sozialhilfe zustande. Im Einzelnen:
Für die Ernährung werden 4,23 Euro täglich gewährt (2004: 4,35). Das ist Frühstück (88 Cent), Mittag- (1,57) und Abendessen (1,57), Kaffee und Kuchen (21 Cent) sowie Restaurantbesuche (34 Cent). Zigaretten wurden auf 1-2 (2004: 3-4) reduziert. Die 2004 vorgesehen 27 Cent für Alkohol entfallen ganz. Für Telefon (inklusive Internet) stehen 17, 85 Euro zur Verfügung (2004: 28,75), die 1,83 Euro für Hard- und Software zum Internetzugang sind gestrichen. Die Grünen dürften stolz auf die Initiative zur Stromersparnis im Haushalt sein: für den monatlichen Stromverbrauch werden 20,74 Euro angesetzt (2004: 24,40). Und so weiter, und so fort. Sonstige Waren und Dienstleistungen: 6%, also ungefähr 20, 70 Euro. Mehr als die Hälfte davon knöpfen mir Hausrat- und Haftpflichtversicherung ab, dann erhebt meine Sparkasse monatlich 7 Euro Kontoführungsgebühren, diese Beutelschneider.
So kommt es, daß ich derzeit unter dem Niveau von 1985 lebe, als ich mit 600 DM monatlich gerade so über die Runden kam - Tendenz schlechter werdend. Damals befand sich in meinem Warenkorb gelegentlich noch ein Buch oder eine Schallplatte, das ist vorbei. Kleidung, Gerät und Reparaturen konnte ich auch damals nicht von dem Geld bestreiten. Heute erst recht nicht. Und dann plärren diese ewig Unzufriedenen, denen auch die ganze Welt nicht genug wäre, wenn sie sie besäßen, daß es uns noch zu gut ginge. Naja, dann wird wohl eine bestens bezahlte Expertenkommission den Warenkorb, den es nicht mehr gibt, weiter zusammenstreichen müssen. Immer weiter, bis es ihn nicht mehr gibt: den Warenkorb, den es nicht mehr gibt, und das statistische Konstrukt, das ihn abgelöst hat. Dann gibt es uns auch nicht mehr und kein antisozialer Siegertyp muß mehr fürchten, daß die Erfolglosen ihm irgendetwas wegnehmen könnten.
Seit ich Anfang der Woche meine Kontoauszüge einsah und zudem feststellte, daß ich meine Haftpflichtversicherung noch bezahlen muß, ist meine Stimmung miserabel, um es vorsichtig zu sagen. Dem Ultraleichtflieger, der heute vor dem Reichstag - ach falsch, heißt ja Bundestag - ohne Sprengstoff an Bord abgestürzt ist, hätte ich eine andere Mission zugedacht. Aber so ist das nun mal; die Terroristen haben andere Aufgaben, als verbrecherische Machthaber ins Visier zu nehmen.
Jedenfalls wurde der Warenkorb durch irgendeine statistische Erhebung über statistische Daten, die statistisch aufgearbeitet werden und die ich nicht verstehe, ersetzt. Meine Frage ist einfach: welche Artikel und Leistungen liegen der Bemessung des Arbeitslosengeld II, derzeit 345 Euro monatlich, zugrunde? Nach einigem Gesuche fand ich einigermaßen konkrete Angaben, die in dem verlinkten Aufsatz versteckt sind.
Und daraus ist zu ersehen, daß uns von Amts wegen sehr genaue Vorschriften über unsere Lebensführung gemacht werden, verborgen hinter den 345 Euro, die jeder zur angeblich freien Verfügung hat. Außerdem kam das Arbeitslosengeld II über etliche Kürzungen bei der ehemaligen Sozialhilfe zustande. Im Einzelnen:
Für die Ernährung werden 4,23 Euro täglich gewährt (2004: 4,35). Das ist Frühstück (88 Cent), Mittag- (1,57) und Abendessen (1,57), Kaffee und Kuchen (21 Cent) sowie Restaurantbesuche (34 Cent). Zigaretten wurden auf 1-2 (2004: 3-4) reduziert. Die 2004 vorgesehen 27 Cent für Alkohol entfallen ganz. Für Telefon (inklusive Internet) stehen 17, 85 Euro zur Verfügung (2004: 28,75), die 1,83 Euro für Hard- und Software zum Internetzugang sind gestrichen. Die Grünen dürften stolz auf die Initiative zur Stromersparnis im Haushalt sein: für den monatlichen Stromverbrauch werden 20,74 Euro angesetzt (2004: 24,40). Und so weiter, und so fort. Sonstige Waren und Dienstleistungen: 6%, also ungefähr 20, 70 Euro. Mehr als die Hälfte davon knöpfen mir Hausrat- und Haftpflichtversicherung ab, dann erhebt meine Sparkasse monatlich 7 Euro Kontoführungsgebühren, diese Beutelschneider.
So kommt es, daß ich derzeit unter dem Niveau von 1985 lebe, als ich mit 600 DM monatlich gerade so über die Runden kam - Tendenz schlechter werdend. Damals befand sich in meinem Warenkorb gelegentlich noch ein Buch oder eine Schallplatte, das ist vorbei. Kleidung, Gerät und Reparaturen konnte ich auch damals nicht von dem Geld bestreiten. Heute erst recht nicht. Und dann plärren diese ewig Unzufriedenen, denen auch die ganze Welt nicht genug wäre, wenn sie sie besäßen, daß es uns noch zu gut ginge. Naja, dann wird wohl eine bestens bezahlte Expertenkommission den Warenkorb, den es nicht mehr gibt, weiter zusammenstreichen müssen. Immer weiter, bis es ihn nicht mehr gibt: den Warenkorb, den es nicht mehr gibt, und das statistische Konstrukt, das ihn abgelöst hat. Dann gibt es uns auch nicht mehr und kein antisozialer Siegertyp muß mehr fürchten, daß die Erfolglosen ihm irgendetwas wegnehmen könnten.
Dicki - am Fr, 22. Juli 2005, 23:20 - Rubrik: in eigener Sache
"Wir werden den Wählern vorrechnen, was die Linkspartei bedeutet", sagte Söder der Tageszeitung "taz". Deren Forderungen nannte der CSU-Politiker ein "Standortschädigungsprogramm".
Früher hieß das "Vaterlandsverräter". Wie klingt denn bitteschön "Standortschädiger"? Hä? - Mal hören, was die Grünen so sagen:
Grünen-Chef Reinhard Bütikofer nannte die Forderungen aus dem Wahlprogramm der "neu verpuppten PDS" unfinanzierbar. Nach Berechnungen der Grünen würde das 150 Milliarden Euro im Jahr kosten, sagte Bütikofer dem Berliner "Tagesspiegel". "Die versprechen doch das Blaue vom Himmel und betrügen die Leute", so Büttikofer.
Die Wähler sollen sich lieber das Grüne von der Wiese vorrechnen lassen, gell, Büti?
Die FDP ... also die ... FDP ... rote Socken? Volksfront? Haaaaaaaaa!
Früher hieß das "Vaterlandsverräter". Wie klingt denn bitteschön "Standortschädiger"? Hä? - Mal hören, was die Grünen so sagen:
Grünen-Chef Reinhard Bütikofer nannte die Forderungen aus dem Wahlprogramm der "neu verpuppten PDS" unfinanzierbar. Nach Berechnungen der Grünen würde das 150 Milliarden Euro im Jahr kosten, sagte Bütikofer dem Berliner "Tagesspiegel". "Die versprechen doch das Blaue vom Himmel und betrügen die Leute", so Büttikofer.
Die Wähler sollen sich lieber das Grüne von der Wiese vorrechnen lassen, gell, Büti?
Die FDP ... also die ... FDP ... rote Socken? Volksfront? Haaaaaaaaa!
Dicki - am Di, 19. Juli 2005, 21:23 - Rubrik: zickezacke
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