Reporter: Wir stehen hier vor dem letzten Wahllokal Deutschlands in Neustadt am Rübenberge. Damit ist nicht etwa eine Ortschaft am Rübenberg der europäischen Landwirtschaft gemeint, sondern eine Kleinstadt an der Leine in der Nachbarschaft Hannovers, und das Steinhuder Meer dümpelt gleich um die Ecke vor sich hin. An meiner Seite sehen Sie Herrn Walter Windhahn, der auch am morgigen Wahlsonntag wieder seinen Fuß über die Schwelle dieses mittlerweile geschichtsträchtigen Gebäudes setzen wird, um, wie schon so oft in den vergangenen neun Jahren, auch diesmal unsere Demokratie durch seine Stimmabgabe lebendig zu erhalten. Herr Windhahn, was ist das für ein Gefühl, der einzige Wähler in ganz Deutschland zu sein?
Windhahn: Beim ersten Mal war ich verblüfft und auch ein wenig verlegen. Immerhin entscheidet ja die Mehrheit über die Regierung - sage ich jetzt mal einfach so - und daß ich, und nur ich, diese Mehrheit sein sollte, also, das kam mir erstmal ziemlich absurd vor.
Reporter: Das war wohl wie ein Schock für Sie?
Windhahn: Das war schon ein richtiger Schock. Aber mittlerweile habe ich diesen Zustand als mein Schicksal akzeptieren gelernt; der Rest ist Routine. Für mich ist die Situation auch ausgesprochen vorteilhaft, wissen Sie? Ich kann mir meinen Arbeitsplatz nach Lust und Laune aussuchen. Ich bezahle nur eine symbolische Miete. Und schenkt mir eine Partei einen Fernseher, bekomme ich von den anderen Parteien im Handumdrehen eine Waschmaschine, eine Tiefkühltruhe, ein Haifischbecken, eine Marx-Büste, Deutschlandfahnen und was weiß ich. Mir geht's besser denn je zuvor.
Reporter: Würden Sie diese Geschenke als eine Art Bestechungsversuche bezeichnen?
Windhahn: Haha, die reißen sich alle förmlich den Arsch auf, um meine Stimme zu bekommen! Damit sie abends im Fernsehen sagen können: "der Wähler" hat uns den Auftrag gegeben usf. So ist das jetzt, Partei X hat 100 Prozent, alle übrigen null; und: "der Wähler" bin ich. - Bevor der Westerwelle mit seinem Guidomobil ins Kanzleramt gerammt ist, hat der mir noch angeboten, mich zum Bundespräsidenten zu machen!
Reporter: Herr Windhahn, mit einiger Berechtigung kann man Sie als den Königsmacher unserer Demokratie bezeichen. Nach welchem Prinzip oder welchen Prinzipien geben Sie Ihre Stimme, wollen Sie das den Zuschauern verraten?
Windhahn: Das werde ich auf keine Fall verraten, weil sonst die Beeinflussungsversuche noch sehr viel dreister würden. Aber es wird die Zuschauer interessieren, daß Neustadt am Rübenberge seit mehr als fünf Jahren - seit feststeht, daß außer mir niemand mehr zu Wahlen geht - sämtlichen Bundesländern angehört und als Gemeinde gewisse Privilegien genießt. Das heißt, es geht nicht nur mir gut, sondern auch meinen Nachbarn, und die sind mir allesamt dankbar. Ein schönes Gefühl.
Reporter: Nun gibt es vereinzelt Stimmen, die ein radikales, ein sehr radikales Vorgehen gegen Unruhen und Plünderungen wie jüngst in Leipzig und Frankfurt, fordern. Äh - Frankfurt am Main. Da diese Meuterer - manche nennen sie auch Staatsfeinde - ohnehin nicht zu den Wahlen gingen, seien sie auch für die Demokratie entbehrlich ...
Windhahn: Also, nein. Da wollen Sie jetzt etwas aus mir herauskitzeln. Nein, nein. Ich sage jetzt einfach mal so: leben und leben lassen. Nicht wahr?!
Reporter: Walter Windhahn, der letzte Wähler Deutschlands. Vielen Dank und Auf Wiedersehen aus Neustadt am Rübenberge.
Windhahn: Beim ersten Mal war ich verblüfft und auch ein wenig verlegen. Immerhin entscheidet ja die Mehrheit über die Regierung - sage ich jetzt mal einfach so - und daß ich, und nur ich, diese Mehrheit sein sollte, also, das kam mir erstmal ziemlich absurd vor.
Reporter: Das war wohl wie ein Schock für Sie?
Windhahn: Das war schon ein richtiger Schock. Aber mittlerweile habe ich diesen Zustand als mein Schicksal akzeptieren gelernt; der Rest ist Routine. Für mich ist die Situation auch ausgesprochen vorteilhaft, wissen Sie? Ich kann mir meinen Arbeitsplatz nach Lust und Laune aussuchen. Ich bezahle nur eine symbolische Miete. Und schenkt mir eine Partei einen Fernseher, bekomme ich von den anderen Parteien im Handumdrehen eine Waschmaschine, eine Tiefkühltruhe, ein Haifischbecken, eine Marx-Büste, Deutschlandfahnen und was weiß ich. Mir geht's besser denn je zuvor.
Reporter: Würden Sie diese Geschenke als eine Art Bestechungsversuche bezeichnen?
Windhahn: Haha, die reißen sich alle förmlich den Arsch auf, um meine Stimme zu bekommen! Damit sie abends im Fernsehen sagen können: "der Wähler" hat uns den Auftrag gegeben usf. So ist das jetzt, Partei X hat 100 Prozent, alle übrigen null; und: "der Wähler" bin ich. - Bevor der Westerwelle mit seinem Guidomobil ins Kanzleramt gerammt ist, hat der mir noch angeboten, mich zum Bundespräsidenten zu machen!
Reporter: Herr Windhahn, mit einiger Berechtigung kann man Sie als den Königsmacher unserer Demokratie bezeichen. Nach welchem Prinzip oder welchen Prinzipien geben Sie Ihre Stimme, wollen Sie das den Zuschauern verraten?
Windhahn: Das werde ich auf keine Fall verraten, weil sonst die Beeinflussungsversuche noch sehr viel dreister würden. Aber es wird die Zuschauer interessieren, daß Neustadt am Rübenberge seit mehr als fünf Jahren - seit feststeht, daß außer mir niemand mehr zu Wahlen geht - sämtlichen Bundesländern angehört und als Gemeinde gewisse Privilegien genießt. Das heißt, es geht nicht nur mir gut, sondern auch meinen Nachbarn, und die sind mir allesamt dankbar. Ein schönes Gefühl.
Reporter: Nun gibt es vereinzelt Stimmen, die ein radikales, ein sehr radikales Vorgehen gegen Unruhen und Plünderungen wie jüngst in Leipzig und Frankfurt, fordern. Äh - Frankfurt am Main. Da diese Meuterer - manche nennen sie auch Staatsfeinde - ohnehin nicht zu den Wahlen gingen, seien sie auch für die Demokratie entbehrlich ...
Windhahn: Also, nein. Da wollen Sie jetzt etwas aus mir herauskitzeln. Nein, nein. Ich sage jetzt einfach mal so: leben und leben lassen. Nicht wahr?!
Reporter: Walter Windhahn, der letzte Wähler Deutschlands. Vielen Dank und Auf Wiedersehen aus Neustadt am Rübenberge.
Dicki - am Fr, 15. Oktober 2004, 23:13 - Rubrik: mein Deutschland
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Meine Tageszeitung titelt heute:
Karstadt in letzter Minute gerettet.
Erleichtert lehne ich mich zurück, die vergangenen Tage waren schon ein wenig anstrengend. Nun können wir auch VW retten, können Opel retten, dann vielleicht mal wieder die Deutsche Bank retten; sollte mich nicht wundern, wenn demnächst Daimler-Chrysler oder die Deutschen Bahnen gerettet werden müssten.
Mein Vorschlag: eine Präventivrettung. Alle Beschäftigten entlassen sich vorsorglich selbst (und bleiben ab sofort zuhause), wodurch sie der notleidenden Wirtschaft ein Maximum an Einsparungen bescheren. Und das auch noch rechtzeitig zum Fest der Liebe!
Nachtrag: Herrn Clement scheint diese naheliegende Lösung nicht zu gefallen.
Karstadt in letzter Minute gerettet.
Erleichtert lehne ich mich zurück, die vergangenen Tage waren schon ein wenig anstrengend. Nun können wir auch VW retten, können Opel retten, dann vielleicht mal wieder die Deutsche Bank retten; sollte mich nicht wundern, wenn demnächst Daimler-Chrysler oder die Deutschen Bahnen gerettet werden müssten.
Mein Vorschlag: eine Präventivrettung. Alle Beschäftigten entlassen sich vorsorglich selbst (und bleiben ab sofort zuhause), wodurch sie der notleidenden Wirtschaft ein Maximum an Einsparungen bescheren. Und das auch noch rechtzeitig zum Fest der Liebe!
Nachtrag: Herrn Clement scheint diese naheliegende Lösung nicht zu gefallen.
Dicki - am Fr, 15. Oktober 2004, 18:43 - Rubrik: Tips und Tricks
Die neuen Jobs sind da! Verleihfirma sucht dringend:
Diplom-Genetiker
Sie sind teamfähig, dynamisch, flexibel, belastbar, unter 30 und können selbständig Gen-Tests an beliebigen Personen durchführen. Have a lot of fun!
Diplom-Aufseher
Sie sind teamfähig, dynamisch mit Durchsetzungsvermögen, flexibel, belastbar, max. 40 und können selbständig Gruppen von bis zu 100 beliebigen Personen beaufsichtigen. Zero Tolerance!
Diplom-Motivator
Sie sind teamfähig, hyperaktiv mit Durchsetzungsvermögen, flexibel, belastbar, unter 35 und können selbständig beliebige Arbeitsgruppen und Belegschaften motivieren und medikamentieren. Anything goes!
Auf Sie warten interessante Herausforderungen an den unerschiedlichsten Standorten. Sie sind eine positiv eingestellte Persönlichkeit und verfügen idealerweise über einen PKW und eigenes Arbeitsgerät. Schicken Sie uns noch heute Ihre aussagefähige Bewerbung mit Gehaltsvorstellung gemäß Hartz IV.
Diplom-Genetiker
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Diplom-Aufseher
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Diplom-Motivator
Sie sind teamfähig, hyperaktiv mit Durchsetzungsvermögen, flexibel, belastbar, unter 35 und können selbständig beliebige Arbeitsgruppen und Belegschaften motivieren und medikamentieren. Anything goes!
Auf Sie warten interessante Herausforderungen an den unerschiedlichsten Standorten. Sie sind eine positiv eingestellte Persönlichkeit und verfügen idealerweise über einen PKW und eigenes Arbeitsgerät. Schicken Sie uns noch heute Ihre aussagefähige Bewerbung mit Gehaltsvorstellung gemäß Hartz IV.
Dicki - am Mi, 13. Oktober 2004, 22:06 - Rubrik: zickezacke
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Um einen erhöhten Tisch stehen vier Männer im Halbkreis, der Kamera zugewandt. Einer von ihnen, mit Sportsakko und Wellenfrisur, spricht gestikulierend. Der Ton wird eingeblendet, als alle vier ziemlich dreckig lachen. Sportsakko (offenbar der Moderator) zuckt zusammen, blickt in die Kamera ...
Moderator: Wir sind bereits auf Sendung. Hrr-rrrmmhh, Guten Abend, meine Damen und Herren, willkommen zur Auslosung des Jesus-Polls des Monats Oktober (blickt irritiert auf einen Zettel in seiner Hand). - Oh. Ähh, zu meiner Rechten Herr Budel, Vize-Sprecher der deutschen Abteilung der Jesus-Leute, guten Abend ...
Budel: Guten Abend.
Moderator: ... und zu meiner Linken Herr Sonderverlosung als Glücksfee, guten Abend (blickt wieder auf seinen Zettel, schüttelt den Kopf) ...
Sonderverlosung: A-bent!
Moderator: ... und ganz außen Herr Sparbier, der als Notar die rechtmäßige - der die legit - die korrekte und regelkonforme Durchführung als Notar überwachen wird, guten Abend.
Sparbier: Da bin ich.
Moderator: Herr Budel. Jesus, der ja bekanntlich vom Jahr seiner Geburt bis zu seinem frühenTod lebte, ist heute nicht mehr das Idol der Massen, das er einst gewesen seinte - äh, das er war. Ihre Organisation hat deshalb den Jesus-Poll initiert, um seinem Image ein wenig auf die Sprünge zu helfen. Ist das so richtig?
Budel: Nun, das Bild des postmodernen Jesus leidet an gewissen Inkongruenzen, an einer, wie soll ich sagen, marketingmäßig unterrepräsentierten Servicequalität. Unsere strategische Offensive sieht daher eine Anhebung der Publikumsakzeptanz in mehreren Stufen vor, die ...
Moderator: Sehr interessant, wir müssen es leider bei diesem ersten Einblick belassen, haben aber vielleicht später noch Zeit für vertiefende Erläuterungen. Ja, die Zeit rast, deshalb schnell die Frage an Herrn Sparbier - sind alle Antworten ordnungsgemäß eingesandt und ausgewertet worden?
Sparbier: Unbedingt.
Moderator: Wie hoch war denn die Wahlbeteiligung?
Sparbier: Über 99 % ...
Moderator: Was? Das ist ja fantastisch!
Sparbier: Leider. Über 99% der Wahlberechtigten sind dem Poll ferngeblieben.
Moderator: Tja. Wieviele haben sich denn absolut beteiligt?
Sparbier: Mindestens drei.
Moderator: Ah, gut, das signalisiert doch ein gewisses Interesse. - Herr Sonderverlosung (verzieht das Gesicht), würden sie nun bitte das Ergebnis ziehen?
Sonderverlosung: (greift in einen Korb und zieht einen Umschlag heraus, öffnet ihn umständlich unter Gemurmel des Moderators) So.
Moderator: (hastig) Die Frage lautetete, ob Jesus gelacht hat.
(Einblendung: HAT JESUS GELACHT? Konservengelächter ertönt)
Sonderverlosung: Die Hälfte aller Poller antwortete mit "selbstverständlich" (Konservenapplaus, Budel guckt etwas unglücklich). Eine andere Hälfte antwortete mit - äh, das ist aber eine verdammt lange Antwort. Also, ehmm, mit "nur heimlich". Noch eine Hälfte fand schon die Art der Fragestellung diskriminierend. (stockt, blickt auf) Äh?
Moderator: Und damit ist es amtlich, Jesus hat selbstverständlich heimlich gelacht, wenn die Fragestellung nicht diskriminierend war. Danke für Ihr Interesse, bleiben Sie gesund und denken Sie auch mal an Jesus. Auf Wiedersehen. (Konservenapplaus, Sparbier sieht auf die Uhr, Budel winkt, Abblende)
Den Abspann senden wir zu einem späteren Zeitpunkt. Bitte beachten Sie die Hinweise in Ihren Programmzeitschriften.
Moderator: Wir sind bereits auf Sendung. Hrr-rrrmmhh, Guten Abend, meine Damen und Herren, willkommen zur Auslosung des Jesus-Polls des Monats Oktober (blickt irritiert auf einen Zettel in seiner Hand). - Oh. Ähh, zu meiner Rechten Herr Budel, Vize-Sprecher der deutschen Abteilung der Jesus-Leute, guten Abend ...
Budel: Guten Abend.
Moderator: ... und zu meiner Linken Herr Sonderverlosung als Glücksfee, guten Abend (blickt wieder auf seinen Zettel, schüttelt den Kopf) ...
Sonderverlosung: A-bent!
Moderator: ... und ganz außen Herr Sparbier, der als Notar die rechtmäßige - der die legit - die korrekte und regelkonforme Durchführung als Notar überwachen wird, guten Abend.
Sparbier: Da bin ich.
Moderator: Herr Budel. Jesus, der ja bekanntlich vom Jahr seiner Geburt bis zu seinem frühenTod lebte, ist heute nicht mehr das Idol der Massen, das er einst gewesen seinte - äh, das er war. Ihre Organisation hat deshalb den Jesus-Poll initiert, um seinem Image ein wenig auf die Sprünge zu helfen. Ist das so richtig?
Budel: Nun, das Bild des postmodernen Jesus leidet an gewissen Inkongruenzen, an einer, wie soll ich sagen, marketingmäßig unterrepräsentierten Servicequalität. Unsere strategische Offensive sieht daher eine Anhebung der Publikumsakzeptanz in mehreren Stufen vor, die ...
Moderator: Sehr interessant, wir müssen es leider bei diesem ersten Einblick belassen, haben aber vielleicht später noch Zeit für vertiefende Erläuterungen. Ja, die Zeit rast, deshalb schnell die Frage an Herrn Sparbier - sind alle Antworten ordnungsgemäß eingesandt und ausgewertet worden?
Sparbier: Unbedingt.
Moderator: Wie hoch war denn die Wahlbeteiligung?
Sparbier: Über 99 % ...
Moderator: Was? Das ist ja fantastisch!
Sparbier: Leider. Über 99% der Wahlberechtigten sind dem Poll ferngeblieben.
Moderator: Tja. Wieviele haben sich denn absolut beteiligt?
Sparbier: Mindestens drei.
Moderator: Ah, gut, das signalisiert doch ein gewisses Interesse. - Herr Sonderverlosung (verzieht das Gesicht), würden sie nun bitte das Ergebnis ziehen?
Sonderverlosung: (greift in einen Korb und zieht einen Umschlag heraus, öffnet ihn umständlich unter Gemurmel des Moderators) So.
Moderator: (hastig) Die Frage lautetete, ob Jesus gelacht hat.
(Einblendung: HAT JESUS GELACHT? Konservengelächter ertönt)
Sonderverlosung: Die Hälfte aller Poller antwortete mit "selbstverständlich" (Konservenapplaus, Budel guckt etwas unglücklich). Eine andere Hälfte antwortete mit - äh, das ist aber eine verdammt lange Antwort. Also, ehmm, mit "nur heimlich". Noch eine Hälfte fand schon die Art der Fragestellung diskriminierend. (stockt, blickt auf) Äh?
Moderator: Und damit ist es amtlich, Jesus hat selbstverständlich heimlich gelacht, wenn die Fragestellung nicht diskriminierend war. Danke für Ihr Interesse, bleiben Sie gesund und denken Sie auch mal an Jesus. Auf Wiedersehen. (Konservenapplaus, Sparbier sieht auf die Uhr, Budel winkt, Abblende)
Den Abspann senden wir zu einem späteren Zeitpunkt. Bitte beachten Sie die Hinweise in Ihren Programmzeitschriften.
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Parallel zum online-poll "Hat Jesus gelacht?" wollte ich auch die Frage "Ist das Parlament die Schwatzbude der Bourgeoisie?" demokratisch durchleuchtet wissen und habe einen repräsentativen Querschnitt face-to-face interviewt. Hier das Ergebnis.
Eine deutliche Mehrheit sagte: "Geh doch zu deinen roten Brüdern nach Nordkorea!", eine Minderheit vertrat die Auffassung: "Geh doch zu deinen roten Brüdern nach Südchina!" und Herr Schabowski aus Grolland schrie: "Geh doch zu deinen roten Brüdern nach Berlin-Marzahn!" bevor er die Türe zuschlug. Ferner hat mich ein Langhaardackel ins Bein gebissen.
Damit ist erwiesen, daß das Parlament nicht die Schwatzbude der Bourgeosie ist. Hört ihr, Politiker? Nicht. Es wird also manch einer liebgewonnene Gewohnheiten aufgeben müssen, wie man heutzutage sagt.
P.S.: Wegen zahlreicher Anfragen weise ich darauf hin, daß die morgige Auswertung des Jesus-polls unter notarieller Aufsicht erfolgt. Mehrfache Stimmabgabe wurde durch eine Markierung der Maus mit Tinte verunmöglicht.
Eine deutliche Mehrheit sagte: "Geh doch zu deinen roten Brüdern nach Nordkorea!", eine Minderheit vertrat die Auffassung: "Geh doch zu deinen roten Brüdern nach Südchina!" und Herr Schabowski aus Grolland schrie: "Geh doch zu deinen roten Brüdern nach Berlin-Marzahn!" bevor er die Türe zuschlug. Ferner hat mich ein Langhaardackel ins Bein gebissen.
Damit ist erwiesen, daß das Parlament nicht die Schwatzbude der Bourgeosie ist. Hört ihr, Politiker? Nicht. Es wird also manch einer liebgewonnene Gewohnheiten aufgeben müssen, wie man heutzutage sagt.
P.S.: Wegen zahlreicher Anfragen weise ich darauf hin, daß die morgige Auswertung des Jesus-polls unter notarieller Aufsicht erfolgt. Mehrfache Stimmabgabe wurde durch eine Markierung der Maus mit Tinte verunmöglicht.
Dicki - am Di, 12. Oktober 2004, 18:29 - Rubrik: in eigener Sache
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Heute stellen wir uns die elementare Frage: ist das Parlament die "Schwatzbude der Bourgeosie"? Nun, betrachten wir einmal den Wortstamm. "Parlé" und "parlare" lachen uns da vertrauensvoll entgegen aus dem Französischen bzw. Italienischen (und widerum auf Latein fußend). Das steht für "reden, sprechen". Dann kenne ich noch das Verb "parlieren", was genaugenommen "geschmeidig plaudern" heißt, also für "schwatzen" durchgehen kann. Alles klar? Karl Marx hat ein Wortspiel gemacht. Und damit leider keine Tradition unter seinen Anhängern begründet.
Das wird auch Umberto Eco so empfunden haben, denn in "Der Name der Rose" gibt es einen heftigen Disput über die Frage, ob Jesus gelacht hat. Zeit für eine kleine Umfrage; lassen wir die Mehrheit entscheiden (wie über den Nobelpreis für Elfriede Jelinek):
Hat Jesus gelacht? 33.33% (1 vote)
selbstverständlich 33.33% (1 vote)
da ist ja schon die Art der Fragestellung diskriminierend 33.33% (1 vote)
nur heimlich; er wußte, daß die Nachwelt es ihm nicht erlauben würde
Das wird auch Umberto Eco so empfunden haben, denn in "Der Name der Rose" gibt es einen heftigen Disput über die Frage, ob Jesus gelacht hat. Zeit für eine kleine Umfrage; lassen wir die Mehrheit entscheiden (wie über den Nobelpreis für Elfriede Jelinek):
Hat Jesus gelacht?
selbstverständlich
da ist ja schon die Art der Fragestellung diskriminierend
0% (0 votes)
was bedeutet "lachen"?
nur heimlich; er wußte, daß die Nachwelt es ihm nicht erlauben würde
Total: 100% (3 votes)
Created by Dicki on 10. Okt, 22:27.
This poll was closed on 13. Okt, 20:02.
This poll was closed on 13. Okt, 20:02.
Dicki - am Mo, 11. Oktober 2004, 19:56 - Rubrik: zickezacke
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Karl Otto von Pimmel war ein aufrechter Mann ganz in der Tradition des Geschlechts derer von Pimmel. Er krümmte sich nicht, ließ sich nicht verbiegen und stolzierte kerzengerade durch die Straßen. "Als habe er einen Besenstiel verschluckt," ratschte man hinter seinem Rücken. "Da kommt der Pimmel!" johlten die Straßenkinder, sobald sie seiner angesichtig wurden, und besorgte Eltern zerrten die Kleinen sofort ins Haus.
Es ist wahr, sein Ruf war nicht der beste, trotz seines geraden Charakters, und nur im Kreis seiner Kumpane fand er Anerkennung. Dies waren der Ritter zu Arsch, ein Pastor Punzenleck und Admiral a.D. "Flotten"-Dreyer. Wenn sie gleich den vier Reitern der Apokalypse die Schankwirtschaft "Zur dicken Berta" stürmten, fielen den übrigen Gästen immer dringende und unaufschiebbare Geschäfte ein, derentwegen sie sofort gehen mußten. Die dralle Wirtin aber schenkte sogleich eine Runde "Hosenbrummer" aus, um die vier Meisterzecher in Laune zu bringen. Die setzten sich dann an den besten Tisch und droschen Skat. Rufe wie "Ei der Daus!" oder "Da klingelt's im Sack!" oder "Gespalten ist der Arsch!" drangen oft aus ihrer Runde. Am Ende solchen Abends pflegte die dralle Wirtin Reitstunden zu geben, die sich gut bezahlen ließ.
Mit einiger Berechtigung konnte man das Leben dieses Quartetts älterer Herren beschaulich, wenn nicht gar heiter nennen. Eines Abends betrat die auch nicht mehr ganz junge Frau Manteuffel, als Zugezogene vom Getuschel in der Nachbarschaft neugierig gemacht, die Wirtsstube. Mit den Worten "Hosen runter, Beine breit, im Mohrenarsch ist's duster!" knallte soeben Pastor Punzenleck seine Trümpfe Karte für Karte in die Mitte. Frau Manteuffel trat an den Tisch und fragte: "Was treiben denn die Herren da?". Mit Genugtuung nahm sie das Erröten aller Vier wahr.
"Skat, gnädige Frau, wir spielen Skat," murmelte "Flotten"-Dreyer. - "Oh!" tat Frau Manteuffel überrascht, "Skat. Sie führen dabei allerdings lustige Reden im Munde, die auf ganz anderes hindeuten." - "Bitte um Entschuldigung," sagte zackig von Pimmel, der ihr sein blaurotes, trunkglänzendes Gesicht zuwandte, "hätten wir rechtzeitig bemerkt, daß eine Dame anwesend ist ..." Er deutete eine Verbeugung an.
Ritter zu Arsch, der über die Dame wußte, daß sie bereits fünf Ehemänner beerdigt hatte, versuchte, von Pimmel unterm Tisch warnend zu treten, traf aber des Pastor Punzenleck Schienbein, worauf dieser quiekend niederfuhr und mit dem Kinn heftig die Tischplatte rammte, so daß sämtliche Gläser klirrend umstürzten. Frau Manteuffel ergriff die Gelegenheit beim Schopfe. "Warum kommen Sie nicht auf einen Sherry zu mir?" fragte sie von Pimmel. "Wir machen es uns gemütlich und werden nicht" - ihren Augen umfassten kreisend den Raum - "vom Wesentlichen abgelenkt."
Voller Tatendrang verließ von Pimmel an ihrer Seite das Durcheinander. Frau Manteuffel war's zufrieden und ergänzte anderntags die Liste ihrer Liebhaber um den kurzen Eintrag: "K.O. von Pimmel".
Es ist wahr, sein Ruf war nicht der beste, trotz seines geraden Charakters, und nur im Kreis seiner Kumpane fand er Anerkennung. Dies waren der Ritter zu Arsch, ein Pastor Punzenleck und Admiral a.D. "Flotten"-Dreyer. Wenn sie gleich den vier Reitern der Apokalypse die Schankwirtschaft "Zur dicken Berta" stürmten, fielen den übrigen Gästen immer dringende und unaufschiebbare Geschäfte ein, derentwegen sie sofort gehen mußten. Die dralle Wirtin aber schenkte sogleich eine Runde "Hosenbrummer" aus, um die vier Meisterzecher in Laune zu bringen. Die setzten sich dann an den besten Tisch und droschen Skat. Rufe wie "Ei der Daus!" oder "Da klingelt's im Sack!" oder "Gespalten ist der Arsch!" drangen oft aus ihrer Runde. Am Ende solchen Abends pflegte die dralle Wirtin Reitstunden zu geben, die sich gut bezahlen ließ.
Mit einiger Berechtigung konnte man das Leben dieses Quartetts älterer Herren beschaulich, wenn nicht gar heiter nennen. Eines Abends betrat die auch nicht mehr ganz junge Frau Manteuffel, als Zugezogene vom Getuschel in der Nachbarschaft neugierig gemacht, die Wirtsstube. Mit den Worten "Hosen runter, Beine breit, im Mohrenarsch ist's duster!" knallte soeben Pastor Punzenleck seine Trümpfe Karte für Karte in die Mitte. Frau Manteuffel trat an den Tisch und fragte: "Was treiben denn die Herren da?". Mit Genugtuung nahm sie das Erröten aller Vier wahr.
"Skat, gnädige Frau, wir spielen Skat," murmelte "Flotten"-Dreyer. - "Oh!" tat Frau Manteuffel überrascht, "Skat. Sie führen dabei allerdings lustige Reden im Munde, die auf ganz anderes hindeuten." - "Bitte um Entschuldigung," sagte zackig von Pimmel, der ihr sein blaurotes, trunkglänzendes Gesicht zuwandte, "hätten wir rechtzeitig bemerkt, daß eine Dame anwesend ist ..." Er deutete eine Verbeugung an.
Ritter zu Arsch, der über die Dame wußte, daß sie bereits fünf Ehemänner beerdigt hatte, versuchte, von Pimmel unterm Tisch warnend zu treten, traf aber des Pastor Punzenleck Schienbein, worauf dieser quiekend niederfuhr und mit dem Kinn heftig die Tischplatte rammte, so daß sämtliche Gläser klirrend umstürzten. Frau Manteuffel ergriff die Gelegenheit beim Schopfe. "Warum kommen Sie nicht auf einen Sherry zu mir?" fragte sie von Pimmel. "Wir machen es uns gemütlich und werden nicht" - ihren Augen umfassten kreisend den Raum - "vom Wesentlichen abgelenkt."
Voller Tatendrang verließ von Pimmel an ihrer Seite das Durcheinander. Frau Manteuffel war's zufrieden und ergänzte anderntags die Liste ihrer Liebhaber um den kurzen Eintrag: "K.O. von Pimmel".
Dicki - am So, 10. Oktober 2004, 16:17 - Rubrik: die kleine Anekdote
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