1968
aus aller Welt
ballaballa
Beobachtungen in der Natur
charmsing
deutsche kenneweiss
Dicki TV
Dickimerone
Dickis Reisen
die kleine Anekdote
dirty old town
Empfehlung
Erwins Welt
Eugen
in eigener Sache
Java
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren
icon

 
zeigten sich heute bei SpOn: Nach Bekannt werden der Festnahmen am Sonntag sanken die Kurse an der Börse von Tel Aviv deutlich. Soweit mir bekannt ist, handelt es sich um einen groben Verstoß gegen jede bisher bekanntgewordene Rechtschreibung, der mit sofortiger Entlassung geahndet werden sollte.

Hier war Karneval und ich habe fast nichts davon mitbekommen. Goethe auch nicht? Nun ist der Narrheit ein Ende. Die unzähligen Lichter gestern abend waren noch ein toller Spektakel. Das Karneval in Rom muß man gesehen haben, um den Wunsch völlig loszuwerden, es je wieder zu sehen. [...] Was man dabei unangenehm empfindet, daß die innere Fröhlichkeit den Menschen fehlt und es ihnen an Gelde mangelt, das bißchen Lust, was sie noch haben mögen, auszulassen. Das kommt mir aber sehr bekannt vor. - Doch im Jahr darauf - ich hab ein wenig in die Zukunft gesehen - sagt er: [...] Noch bedenklicher wird diese Einwendung [i.e. es lasse sich nicht beschreiben], wenn wir selbst gestehen müssen, daß das Römische Karneval einem fremden Zuschauer, der es zum erstenmal sieht und nur sehen will und kann, weder einen ganzen noch einen erfreulichen Eindruck gebe, weder das Auge sonderlich ergötze, noch das Gemüt befriedige. Sodann schildert er die tollen Tage in Rom auf dreißig Druckseiten. Aber hallo!

Doch zurück in die Gegenwart. Letzte Reisevorbereitungen, Vorfreuden, Besorgnisse. Mit Tischbein, der so einen herrlichen Blick in Natur als Kunst hat, diese Reise zu machen, ist für mich von der größten Wichtigkeit; doch können wir als echte Deutsche uns doch nicht losmachen von Vorsätzen und Aussichten auf Arbeit. Das schönste Papier ist gekauft, und wir nehmen uns vor, darauf zu zeichnen, obgleich die Menge, die Schönheit und der Glanz der Gegenstände höchst wahrscheinlich unserm guten Willen Grenzen setzt.

Andere Länder, andere Sprachen. Dann [...] traten bei dreißig Seminaristen nach und nach auf und lasen kleine Gedichte, jeder in seiner Landessprache: Malabarisch, Epirotisch, Türkisch, Moldauisch, Elenisch, Persisch, Kolchisch, Henräisch, Arabisch, Syrisch, Koptisch, Sarazenisch, Armenisch, Hibernisch, Madagaskarisch, Isländisch, Boisch, Ägyptisch, Griechisch, Isaurisch, Äthiopisch etc. und mehrere, die ich nicht verstehen konnte. Die Gedichtchen schienen, meist im Nationalsilbenmaße verfaßt, mit der Nationaldeklamation vorgetragen zu werden; denn es kamen barbarische Rhythmen und Töne hervor. das Griechische klang, wie ein Stern in der Nacht erscheint.

Goethe ist selbst bei Nacht noch unterwegs und schwärmt von Rom im Mondlicht. Aber man beansprucht ihn auch immer wieder, und irgendwann muß er ja seine Studien, derentwegen er hier ist, betreiben. Neulich wieder eine Vorlesung. Vor meiner Abreise nach Neapel konnte ich einer nochmaligen Vorlesung meiner "Iphigenia" nicht entgehen. Madam Angelika und Hofrat Reiffenstein waren die Zuhörer, und selbst Herr Zucchi hatte darauf gedrungen, weil es der Wunsch seiner Gattin war [...] Die zarte Seele Angelika nahm das Stück mit unglaublicher Innigkeit auf; sie versprach mir, eine Zeichnung darauf auszustellen, die ich zum Andenken besitzen sollte. Und nun gerade, als ich mich von Rom zu scheiden bereite, werde ich auf eine zarte Weise mit diesen wohlwollenden Personen verbunden. Es ist mir zugleich ein angenehmes und schmerzliches Gefühl, wenn ich mich überzeuge, daß man mich ungern wegläßt. Unglaubliche Innigkeit, hm? Lieber Herr Goethe, lassen Sie sich von dem wahren Dicki mal - ach, der hört mir ja doch nicht zu.

Ist jetzt auch egal, der Kurs ist abgesteckt, ein natürlicher Leuchtturm weist den Weg. Der Vesuv wirft Steine und Aschen aus, und bei Nacht sieht man den Gipfel glühen. Gebe uns die wirkende Natur einen Lavafluß! Nun kann ich kaum erwarten, bis auch diese großen Gegenstände mir eigen werden. Und ich kann es auch kaum erwarten, einem Vulkanausbruch beizuwohnen, der noch in über 150 Kilometer Entfernung sichtbar ist. Ich meine, selbst wenn der Goethe ein Fernglas benutzt - da ist ordentlich was am Kochen.

Also, was Spatzenkabinette angeht, lieg ich so ziemlich auf Semmels Linie (na super, ich will dem seine Strato-Site verlinken, protzt Strato mit Fehlermeldungen, Arschlöcher, die): ist doch ein Riesenspaß, einen Deppenhaufen zusammenzustellen, der künftig den Kindergarten Deutschland anführt. Ich mein, ist doch wie Fußball. Jeder ist Coach oder Manager und bestimmt, wer spielt, wer auf die Bank kommt, und wer auf der Tribüne sitzen muß. Das ist eine Weiterentwicklung von panem et circensis, aber ohne panem, wir müssen sparen, es gibt nichts mehr zu verteilen, da muß der Schiri pfeifen.

Wollen mal sehn. Die SPD spekuliert auf große Kopulation Koalition, nehmen wir doch an, das klappt. Denn stell ich den Penner ins Tor, der ist nämlich Wehrexperte. Mittelstürmer wird Narbe Koch, weil der ist son richtiger Knipser und macht das Wirtschaftsressort (ja nee, Clement muß sich n Sarg bestellen, ist echt vorbei jetzt). Fratze Pflüger, der immer die Bundeswehr wollte, braucht Korruption Kompensation und bekommt den Libero-Posten: Innenminister. Falls mal ne Revolution kommt. Rechtsaußen ist klar, wird der Fett-Glos, muß man nicht begründen. Che Müntefering schlägt von linksaußen die Bananenflanken in die Republik.

Gut. Jetzt können wir den Pflüger dahinten natürlich nicht alleinlassen; der kriegt noch den Benneter auf links und Milzbrand Milbradt auf rechts; seine Wurstigkeit Schröder macht den TürVorstopper. Mittelfeld ist die Seele vom Spiel, da muß man die Krem der Krem aufbieten. Stoiber wird Außenminister auf rechts, als taktische Überraschung bringe ich Goofy Müller (Ex-Wirtschaft und nicht etwa der Schrat aus Saarbrücken) auf links mit der Ausrichtung auf Finanzen, denn der ist vielseitig unfähig einsetzbar. Regie und Rückennummer 10 übernimmt Muff Merkel: Arbeit, Familie, Sozialesgittigitt, Kanzler.

Supermannschaft, könnte 2006 echt was reißen. Ich hör die schon die Hymne mitsingen: "Dreistigkeit, Unrecht, Unfrei-ei-heit ..."

Meinetwegen soll die SPD ihre Neuwahlen haben; gerne kann der Schröder vors Wahlvolk treten und sein mehrfach erprobtes und bewährtes Ultimatum stellen: Wenn ihr mir nicht geschlossen zustimmt, trete ich ab. Warum denn nicht, nicht? Aber mit der Verfassung gibt's da Probleme irgendwie. Zuletzt hat 1983 die Regierung Kohl mit einem nicht ganz astreinen Mißtrauensvotum (na klar: getürkt aus Machtkalkül, weiß doch jeder) vorzeitige Neuwahlen herbeigeführt. Damals drückte das Bundesverfassungsgericht alle Augen zu, legte aber Bedingungen fest, unter denen es künftige Neuwahlbeschaffungsaktionen als verfassungswidrig ansehen werde.

Und da knallt die SPD voll rein. Aber ausgerechnet ein Verfassungsrechtler erklärt, mit welchem Dreh die Verfassung umdribbelt und das Bundesverfassungsgericht ausgetrickst werden soll, nicht zufällig* auf Spiegel Online. Rein formal: es wird jetzt also öffentlich diskutiert, wie man den Verfassungsbruch bewerkstelligt. Das wissen dann natürlich eventuelle Kläger und auch das Bundesverfassungsgericht, aber es wird dennoch juristisch nicht mit ausreichender Gewißheit zu beweisen sein, also formaljuristisch. Obwohl selbstverständlich jeder weiß: das ist Verfassungsbruch mit Vorankündigung, also nicht mal aus Versehen oder aus Fahrlässigkeit.

So, nu aber inhaltlich. Der Verfassungsbruch sei gerechtfertigt, rechtfertigt der Verfassungsrechtler, weil die Verfassungsväter (Mütter gab's da aber auch, Herr SpOn) eine Lücke gelassen, aber nicht gewollt hätten. Die waren eben weniger klug als der rechtfertigende Verfassungsrechtler, der das alles ganz klar sieht: die Blockadesituation - Bundestag mit Regierungsmehrheit, Bundesrat mit Oppositionsmehrheit - habe niemand gewollt, und deshalb sei das eigentlich verfassungswidrige Neuwahlbeschaffungsmißtrauensvotum gerechtfertigt, so der Verfassungsrechtler.

Erstens jedoch haben die Verfassungsverfasser (also die Mütter und Väter des Grundgesetzes) eine solche Möglichkeit ganz sicher in Betracht gezogen, einfach weil es eine Moglichkeit ist und sie in ihrer Gesamtheit weniger dummdreist waren als die heutigen Verfassungsbruchplaner und -rechtfertiger, zweitens glaubten sie daran, daß eine solche Situation zu einem Interessenausgleich, zu Kompromissen im Interesse des Staates Bundesrepublik Deutschland und seiner Bevölkerung führen werde. Wenn die Regierung Gesetze nicht ohne Zustimmung der Opposition verabschieden kann, muß sie sich eben mit der Opposition einigen, wo ist da eigentlich das Problem - unter Demokraten?

Das tolldreiste an dieser Geschichte aber ist, daß hier erstmals die Nation in die Planung eines Verfassungsbruchs einbezogen und de facto zu Komplizen gemacht wird. Und wenn sie damit durchkommen, die Herren Verfassungsbruchplaner, dann haben sie ganz schnell eine Wunschliste bei der Hand voller angeblich gerechtfertigter verfassungswidriger Änderungen, die geltendes Recht zu Makkulatur machen und ein neoliberales Unrecht installieren. - Mann, ich werd noch zum Verfassungsschützer!

*Wie es der Zufall so will, wird im Artikel für ein Buch des Herrn Verfassungsrechtlers geworben - mit Abbildung. Allerdings fehlt der Link zu amazon.de .

Immer wieder schön, diese kleinen Beobachtungen am Wasser, und immer sieht man bisher Unbekanntes. Vor einigen Wochen die Balz der Haubentaucher: schwammen vis-a-vis mit ihren spitzen Schnäbeln und kecken Federbüschen und schüttelten abwechselnd den Kopf, als wollten sie sagen "Mit dir nicht" - "Nein, mit dir nicht" - "Quatsch, mit dir nicht" usw. Diskret habe ich mich bald zurückgezogen, ich nehme an, sie haben doch noch zueinander gefunden.

Und neulich die beiden Entenmütter mit ihren jeweils sechs oder sieben Küken. Sind sich zu nahe gekommen, so daß die piepsenden Flausche nicht mehr so genau wußten, welches ihre Familie war. Eines wurde sehr energisch von der einen Ente in den Hals gezwackt und fand dann zu Mutter und Geschwisterschar zurück.

Und die Segler - oder sind das Schwalben? - immerzu in der Luft, immer mit Vollgas unterwegs, eine irrwitzige Kurve nach der anderen, immer dicht überm Wasser oder am Deich längs. Seit zehn Tagen sind sie hier und lassen es sich an der Festtafel der Natur gut gehen.

Und gestern der Angler. Steht da im BW-Kampfanzug am Ufer. Da können sich die Fische aber auf was gefasst machen.

 

twoday.net AGB

xml version of this page

powered by Antville powered by Helma